Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Grundlagen und Definitionen ausgewählter fluvialer Prozesse 2
2.1 Flussterrassenbildung 2
2.2 Rückschreitende Erosion 3
2.3 Durchbruchstäler und Flussanzapfung 3
3 Chronologie der Donau 3
3.1 Miozän - Wegbereitung für die Urdonau 3
3.1.1 Pannonsee und Entstehung des „Eisernen Tores“ 5
3.2 Pliozän 6
3.2.1 Altpliozän - Aaredonau 6
3.2.2 Jungpliozän - Avernensisdonau 8
3.3 Pleistozän 9
3.3.1 Ältestpleistozän - Eintiefung des Donautals 9
3.3.2 Mittelpleistozän - Ablenkung des Alpenrheins und Laufverkürzung 10
3.3.3 Jungpleistozän 11
3.4 Holozän 12
3.4.1 Das heutige Einzugsgebiet. 13
3.4.2 Donauversickerung 14
3.4.3 Anthropogene Einflüsse - Schifffahrt und Regulierung 14
3.4.4 Gewässergüte 15
4 Fazit 16
5 Literaturverzeichnis 18
1 Einleitung
Die Donau ist mit ihren rund 2850 km der zweitlängste Fluss Europas und dazu der Einzige in Mitteleuropa, der nach Osten hin entwässert. Ab Kehlheim schiffbar, ist die Donau eine wichtige Wasserstraße und verbindet somit die unterschiedlichsten Wirtschaftsräume miteinander.
Auch wenn Brigach und Breg die Donau zu Weg bringen, gilt eine Quelle bei Donaueschingen als Donauquelle. Von hier aus durchfließt sie 10 Staaten bis sie in Rumänien ihr Delta erreicht und in das Schwarze Meer mündet.
So wechselvoll, wie die Landschaften und Kulturen entlang ihres Flusslaufes sind, so ist auch die Geschichte der Donau - verbunden mit einem langen, immer noch anhaltenden Kampf mit dem Rhein um ihr Einzugsgebiet.
In der vorliegenden Arbeit soll nun die Flussgeschichte der Donau chronologisch aufgearbeitet werden.
Zunächst wird ein kurzer Überblick über Grundlagen der Flusslaufentwicklung gegeben. Hier sollen Begriffe bzw. Prozesse, die auch für die Flussgeschichte der Donau relevant sind, definiert werden.
Darauf folgt die Entwicklung der Donau in chronologischer Reihenfolge ab dem Miozän. In den folgenden Epochen werden jeweils Schlüsselereignisse aufgegriffen und behandelt. Es wird dabei versucht auf Ereignisse und Entwicklungen einzugehen, die in den verschiedenen Räumen entlang des heutigen Flusslaufs stattfanden undfinden. Zum Abschluss wird kurz auf den Faktor Mensch eingegangen, der mit seinen nachhaltigen Eingriffen aktiv in die weitere Entwicklung der Donau eingreift.
2 Grundlagen und Definitionen ausgewählter fluvialer
Prozesse
2.1 Flussterrassenbildung
Flussterrassen sind ehemalige Talböden eines Flusses und häufig in Sohlentälern zu finden. Nach einer Phase der Sohlenbildung tieft sich der Fluss erneut ein. Dabei Wechseln sich Phasen von Akkumulation und Seitenerosion mit Phasen der Tiefenerosion ab, sodass Terrassentreppen entstehen. Ein weiterer Faktor bei der Terrassierung ist der Wechsel der Klimate bzw. der Wechsel zw. Warm und Kaltzeiten (Gebhardt et al. 2007: 295, Zepp 2008:168 f.).
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2.2 Rückschreitende Erosion
Als rückschreitende Erosion wird das Eintiefen des Flussbetts flussaufwärts bezeichnet. Die Mündung des Flusses bildet dabei die Erosionsbasis. Wird diese nun tektonisch abgesenkt oder der Oberlauf des Flusses gehoben - es also zu einer größeren Basisdistanz kommt - und somit das Gefälle vergrößert wird, wird ein Eintiefungsimpuls ausgelöst, der sich flussaufwärts fortpflanzt (Zepp 2008: 160).
2.3 Durchbruchstäler und Flussanzapfung
Flussanzapfungen und zum Teil auch Durchbruchstäler gehören zu den Sonderformen einer tektonisch initiierten Talentwicklung (Zepp 2008: 170). Bei der Flussanzapfung wird eine Wasserscheide zwischen zwei Flusssystemen durch rückschreitende Erosion durchbrochen. Dabei wird das Einzugsgebiet des angezapften Flusses verkleinert; ein Teil fällt somit dem anzapfenden System zu. Ursache für diesen Prozess ist der in Kap. 2.2 beschriebene Eintiefungsimpuls (ebd.). Durchbruchstäler werden in antezedente, epigenetische und Überlauf-Durchbruchstäler unterschieden. Erstere entstehen durch die Heraushebung eines Gebirges bei bereits präsentem Flusslauf. Die Erosionsrate entspricht dabei der der Hebung. Epigenetische Durchbruchstäler entstehen durch die Entfernung von Lockersedimenten, die zuvor Berg- oder Härtlingsrücken bedeckten. Werden diese Rücken nun freigelegt, kann sich der Fluss in diese per Tiefenerosion einschneiden. Überlaufdurchbruchstäler bilden sich durch das Überlaufen eines natürlichen Stausees über dessen Sperre (z.B. Schuttmasse). Durch diese Sperre wird das Gefälle erhöht, sodass sich der Fluss wiederum durch rückschreitende Erosion in diesen „Staudamm“ eintiefen kann (Zepp 2008: 170 ff.).
3 Chronologie der Donau
3.1 Miozän - Wegbereitung für die Urdonau
Obwohl die Donau bis zum Ende des Miozäns noch nicht zu belegen ist, sind hier jedoch einige Faktoren für die Entstehung und weitere Entwicklung des Flusses von Bedeutung.
Im Alpenvorland entstand im Tertiär, sowohl aus marinen, brackigen als auch limnischen Sedimentationsschichten, das bis zu mehrere Tausend Meter mächtige Molassebecken. Die Obere Süßwassermolasse bildet dabei die jüngste Schicht. Sie
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entstand durch Sedimentation des Erosionsmaterials der sich hebenden Alpen, welches durch Flüsse während des Oberen Miozän abgetragen wurde (Rothe 2009: 194, Henningsen/Katzung 2006: 141 f.).
Hinzu kamen die Einwirkungen des Ries-Ereignisses vor rund 15 Millionen Jahren. Durch die Impakte eines Meteoritenschwarms in Mitteleuropa, wurde östlich des Nördlinger Ries eine große Fläche, die bis Niederösterreich reicht, nivelliert. Dabei wurden zahlreiche Berge zerstört und die entstandene Auswurfmasse anschließend erodiert (Rutte 1987: 26 ff.). Die Mittelachse dieser Fläche bildete daraufhin die „bis heute wirksame Gewässersammelschiene der Südlichen Frankenalb“ (Rutte 1987: 27). Weiter bestimmte der aufgeschüttete Auswurf den späteren Verlauf der Donau (Rutte 1987: 33).
Eine Wasserscheide beim heutigen Amstetten, die durch eine Hebung zwischen dem Böhmischen Massiv und den Alpen entstand, verhinderte zunächst den Abfluss in das Wiener Becken bzw. Richtung Osten womit eine Entwässerung nach Westen vorgegeben war (Blühberger 1996: 42, Rutte 1987: 34).
Die Graupensandrinne stellte dabei ein erstes großes Flusssystem dar, welches als Vorfluter für die in das Molassebecken mündenden Flüsse mit der Hauptentwässerungsrichtung Ost-West diente (Rothe 2009: 194).
Blühberger (1996) geht zu dieser Zeit von „einem Zusammenfluss mehrerer Gewässer [bei Krems], die von dort in Richtung Wiener Becken flossen“ (Blühberger 1996: 57) aus. Dieser Zusammenfluss soll vor rund 10 Millionen Jahren begonnen haben und von da an sein Einzugsgebiet kontinuierlich nach Westen erweitert haben - zunächst ebenfalls begrenzt durch die Schwelle von Amstetten. Die damit verbundene Taleintiefung stellte eine weitere Komponente für die Entstehung der Donau dar (ebd.).
Ferner wurden im oberen Miozän die Westalpen und im Zuge dessen auch der Schwarzwald insgesamt schneller gehoben als die Ostalpen, weshalb sich die Entwässerungsachse umkehrte. Somit war mit der Änderung der Abflussrichtung eine der ersten Voraussetzung für die Donau mit ihrer West-Ost Orientierung geschaffen (Habbe 2002: 600 f.). Auch vom Ries-Ereignis wird angenommen, dass dieses die Hebung des Südschwarzwaldes und der Schwäbischen Alb begünstigte (Rutte 1987: 35).
3.1.1 Pannonsee und Entstehung des „Eisernen Tores“
Weiter östlich, also dem zukünftigen Donauverlauf folgend, wurde im Miozän die Paratethys, die sich zunächst vom Alpenvorland bis zum Aralsee erstreckte, durch Trennung von den Weltmeeren zu einem brackigen Flachmeer (Leever et al. 2010: 1, Blühberger 1996: 50).
Im späten Miozän wurden die zentrale (bzw. westliche), wie die östliche Paratethys durch die Hebung der Südkarpaten von einander getrennt. Durch back-arc-Ausdehnung entstand so das Pannonische Becken im Westen mit seinem äußerst westlichen Ausläufer dem Wiener Becken. Östlich der Südkarpaten entstand das Dazische Becken in Vorlandposition. Es war dabei zunächst noch mit der östlichen Paratethys verbunden (Abb. 3.1) (Leever et al. 2010: 1f.). Im Sarmat wurde die fast vollständige Trennung beider Becken erreicht, wodurch der Pannonsee entstand (Leever et al. 2010: 3). Dieser See wurde durch ihm tributäre Gerinne gespeist, wobei er jedoch starken, klimabedingten Wasserspiegelschwankungen um einige Zehnermeter bis hin zu 200 m unterlag, wie Strandterrassen heute zeigen (Leever et al. 2010: 5). Dieser See ist jedoch nicht als ein reiner Endsee zu verstehen, da eine permanente Verbindung zum Dazischen Becken bestanden haben muss. Für diese These sprechen sowohl Fossilien einer Ursprünglich endemischen Fauna des Pannonsees, die im Bereich des Dazischen Beckens gefunden wurde, als auch die abnehmende Salinität des Sees während des Pannons (Leever et al. 2010: 19 f.).
Abb. 3-1: Lage und Ausdehnung des Pannonischen und des Dazischen Beckens (PB, DB) sowie der
Parathetys (Quelle: Leever et al. 2010: 19 f.).
Arbeit zitieren:
Heiko Lindner, 2011, Flussgeschichte der Donau, München, GRIN Verlag GmbH
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