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Inhalt
1. Einleitung 1
2. Die NS - Ideologie 2
3. Der Reichsgedanke 4
4. Die NS - Europapolitik 7
4.1 Die Neuordnung Osteuropas 8
4.2 Europa als wirtschaftlicher Großraum 9
4.3 Die NS - Kulturpolitik S.10
5. Zusammenfassung S.12
6. Literatur S 14
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1. Einleitung
Eine fälschlicher Weise viel verbreitete Annahme ist, dass die Vorstellungen eines geeinten Europas das Produkt der Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts war. Mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft und später der Europäischen Union ist diese Vision auch vor noch nicht allzu langer Zeit größten Teils Realität geworden. Tatsache ist jedoch, dass es bereits über Jahrhunderte hinweg eine Vielzahl von Europaideen und Gedanken gab, die in ihrer jeweiligen Epoche eine Umgestaltung Europas oder die Einführung einer neuen staatlichen Ordnung hinsichtlich eines gemeinsamen politischen und wirtschaftlichen Handelns oder der Bildung eines hegemonial beherrschten Machtbereichs vorsahen. Bereits im Zeitalter der Aufklärung existierte ein Wunschbild Europas, in dem die Bildung eines europäischen Staatenbundes mit übergeordneten Einrichtungen vorgeschlagen wurde. Deren Ziel sollte eine dauerhafte Friedensordnung in Europa sein. 1795 wurde diese Idee in Kants „Schrift zum ewigen Frieden“, eine Art philosophisches Regelwerk als Vorlage für einen internationalen Vertrag, neu aufgegriffen. Hierin forderte Kant die Gewaltenteilung und eine republikanische Verfassung für alle Staaten, die in einem föderalistischen Prinzip gebunden sein sollten.
Eine andere Europapolitik verfolgte Napoleon I. zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Er sah sich als Nachfolger Karl des Großen und beanspruchte das Erbe des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen. Demnach sollte Europa unter französischer Hegemonie nach den Idealen der französischen Revolution zu einer neuen Zivilisation umgestaltet werden. Als Folge der napoleonischen Hegemonial- und Expansionspolitik wurden im Wiener Kongress von 1815 bei der europäischen Neugestaltung die Grundsätze Legitimität, Autorität, Restauration, Gleichgewicht und Solidarität verfolgt. Das System Metternich sah basierend auf diesen Prinzipien eine lange und friedliche Ordnung mit einem stetigen Kräfteausgleich zwischen den Großmächten vor. Eine föderative Lösung schied aus, da es oberste Priorität war die Macht der Herrschaftshäuser zu erhalten. Dennoch wurde ein gemeinsames Vorgehen der europäischen Staaten in der Heiligen Allianz verwirklicht
In der Folgezeit tauchten weitere Ideen zur Neuordnung Europas auf. Darunter befand sich auch die Vorstellung eines wirtschaftlich geeinten Mitteleuropas unter deutscher Führung, die allerdings keine Verwirklichung fand.
Eine strikte Friedens- und Ordnungspolitik verfolgte auch Bismarck, der jedoch eine überstaatliche Vereinigung ablehnte. Er zog es vor durch seine Außenpolitik die europäischen
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Großmächte an einem komplizierten Bündnissystem zu binden und so den Frieden zu bewahren.
Erst während der Zeit des Imperialismus wurden als Alternative zum Wilhelminischen Reich erneut Ideen für ein Mitteleuropa aufgegriffen. Besonders ist hier Friedrich Naumann zu nennen, der sich für einen engen wirtschaftlichen und militärischen Zusammenschluss der mitteleuropäischen Länder unter deutscher Führung einsetzte. Nach dem 1. Weltkrieg waren die Verfechter der Europaidee in der Minderheit. Dennoch waren die Staaten Europas bestrebt vor allem wirtschaftlich enger zusammenzuarbeiten. In dieser Zeit entstand neben vielen anderen Konzepten die Idee der Paneuropa-Union, die für ein politisch und wirtschaftlich geeintes, demokratisches und friedliches Europa, basierend auf der gemeinsamen christlich-abendländischen Kultur, stand. Doch konnte die wirtschaftliche Zusammenarbeit der europäischen Staaten nach der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929 nicht aufrechterhalten werden. In dieser Zeit gelang es den Nationalsozialisten in Deutschland die Macht an sich zu reißen. Wie deren Vorstellungen Europas aussahen, soll in dieser Arbeit dargelegt werden. Dabei wird versucht durch die Betrachtung nationalsozialistischer Ideen bezüglich der Neuordnung des europäischen Kontinents ein Bild der NS - Europapolitik wieder zu geben.
2. Die NS - Ideologie
Um der Frage nachzugehen, welche Europavorstellungen die Nationalsozialisten im Dritten Reich hatten, ist es notwendig sich näher mit der Ideologie Adolf Hitlers und dessen Anhänger zu beschäftigen. Diese Weltanschauungen bildet die Grundlage für die Europapolitik Deutschlands in jener Zeit und fand erstmalig Ausdruck in dem von Hitler verfassten Buch „Mein Kampf“, in dem ausführlich dessen ideologischen Grundsätze und Ziele festgehalten wurden.
Der Nationalsozialismus war eine politische Bewegung, deren Ursprung sich auf die Zeit nach dem ersten Weltkrieg zurückverfolgen lässt. Er entstand aufgrund der Ablehnung der Weimarer Republik und der im Versailler Friedensvertrag gegen Deutschland beschlossenen Sanktionen. Hauptmerkmale waren neben dem Nationalismus insbesondere ein stark ausgeprägter Rassismus und Antisemitismus. Darüber hinaus wurde die Errichtung einer Diktatur und damit die Abschaffung des demokratischen Staates gefordert. 1
1 Vgl. Nationalsozialismus: Artikel auf Wikipedia [http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialismus]
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Bei der Betrachtung des inhaltlichen Kerns der NS- Politik des Dritten Reiches zeigt sich, dass die Ziele und Ansichten und auch die Strukturen des Nationalsozialismus bei Hitler selbst zu suchen sind, da dessen Person nahezu untrennbar mit der vorliegenden Ideologie verbunden und auch auf ihn zurück zu führen ist. Seine Weltanschauung stützt sich auf einige Theorien, die er wie bereits erwähnt, in seinem Werk „Mein Kampf“ nieder geschrieben hatte. Im Folgenden soll kurz auf diese Sichtweise eingegangen werden. Für Hitler spielte der „Kampf ums Dasein“ eine besonders große Rolle. Hierin bediente er sich des Sozialdarwinismus, der ausgehend von seinem biologischen Vorbild dem Darwinismus die Evolutionstheorie auf gesellschaftliche, wirtschaftliche sowie politische Verhältnisse überträgt. Danach sollte sich die stärkere Kultur oder Rasse gegenüber der Schwächeren durchsetzen und in der Selektion des Hochwertigen die Erhaltung, Vermehrung und Reinhaltung der eigenen Art sichern. 2 Somit entstand die Rassenlehre, in der Hitler die Menschheit in drei Rassengruppe unterschied. Diese waren die höchst- und hochwertige „Herrenrasse“, der die Deutschen und Skandinavier zugeordnet wurden, die minderwertigen „Sklavenrassen“, zu denen die slawischen Völker zählten und zuletzt die „Schädlingsrassen“, denen die Juden und Neger angehörten und die es zu beseitigen galt. Diese Einteilung geschah keines Falls zufällig oder aus irgendeiner Laune heraus. Vielmehr spiegelt sie milde gesagt die Ablehnung gegenüber den Juden und Slawen wieder und deutet auf den verpflichtenden Kampf der hochwertigen „Arier“ gegen die minderwertigeren Juden hin, die nach NS - Ideologie einen gewaltigen Gegensatz zueinander darstellten. 3 Eine weitere These die Hitler vertrat war die des Volkes ohne Raum. In dieser erklärte er, dass der beschriebene höherwertige Mensch entsprechend seinem Rassewert einen für ihn akzeptablen Lebensraum benötigt. Dieser Raum befand sich nach eigenen Angaben im Osten und galt noch erobert zu werden. In diesem Zusammenhang stellte sich Hitler die Bildung einer germanischen Kontinentalmacht vor, die dem deutschen Volk den nach seinen Angaben angemessenen Grund und Boden sichern sollte. Dafür war es nach seiner Auffassung nötig die bestehenden kontinentalen Mächte Frankreich und Russland zu besiegen. In Folge dieses Zeichens der Überlegenheit sollte sich einzig die „Arische Rasse“ in Europa und vor allem im Osten behaupten können. 4
2 Vgl. Altgeld, Wolfgang: Die Ideologie des Nationalsozialismus und ihre Vorläufer, in: Bracher, Karl Dietrich/
Valiani, Leo: Schriften des Italienisch-Deutschen Historischen Instituts in Trient, Bd. 1, Faschismus und
Nationalismus, Berlin 1991, S. 107-119.
3 Vgl. Noack, Winfried: Die NS - Ideologie, Frankfurt am Main 1996, S. 37-45.
4 Vgl. ebd., S. 34-37.
Arbeit zitieren:
Thomas Hallmann, 2006, Europaideen im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag GmbH
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