Inhaltsverzeichnis
Die Internetpräsenz afrikanischer Sprachen
1. Einleitung 3
2. Afrikanische Sprachen auf staatlichen Internetpräsenzen 4
2.1 Tansania 4
2.2 Südafrika 5
2.3 Äthiopien 6
2.4 Kamerun 7
2.5 Zentralafrikanische Republik 7
3. Präsenz bei großen nichtstaatlichen Projekten 7
3.1 Google 7
3.2 Wikipedia 8
3.3 Facebook 10
4. Fazit 10
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1. Einleitung
Das Internet hat in den letzten fünfzehn Jahren in fast allen Bereichen öffentlichen Lebens in der industrialisierten Welt Einzug gehalten und ist für die meisten Menschen in Deutschland und anderen Industrieländern schon längst zum unverzichtbaren Bestandteil des Lebens geworden. Leistungsfähige Internetverbindungen zählen bei uns heute ebenso zur nötigen Infrastruktur wie Eisen- und Autobahnstrecken.
In dieser Arbeit soll jedoch kein ökonomischer, sondern ein soziolinguistischer Punkt im Fokus stehen. Das Internet gilt als aufstrebendes, nützliches, effektives Werkzeug und verkörpert wie kein anderes Medium die Moderne und den Fortschritt. Demzufolge ist die Möglichkeit, es in einer bestimmten Sprache nutzen zu können, prestigefördernd für jene Sprache, da die positive Charakterisierung des Mediums Internet zumindest teilweise auch mit der Sprache assoziiert wird.
Meine Betrachtung setzt sich mit der Präsenz indigener afrikanischer Sprachen im Internet auseinander, genauer in drei verschiedenen Sektoren des Netzes: auf offiziellen Internetpräsenzen afrikanischer Staaten, die eine indigene Sprache als National- oder Amtssprache haben, in kommerziellen multinationalen Internetprojekten an den Beispielen Facebook und Google sowie in Wikipedia als Vertreterin des nicht-kommerziellen so genannten “Web 2.0”.
Die Situation ist im Zusammenhang mit den schwierigen Bedingungen für die Internetnutzung in Afrika zu betrachten. Der relative Anteil von Internetnutzern ist erheblich niedriger als in Westeuropa, was mehrere Gründe hat: die mangelhafte Vernetzung des Kontinents durch Hochgeschwindigkeitskabel mit dem Rest der Welt, die unzureichende Telekommunikations-Infrastruktur innerhalb des Kontinents, die verhältnismäßig hohen Anschaffungskosten für einen Computer, die lückenhafte Stromversorgung gerade in ländlichen
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Gebieten, um nur einige zu nennen. Zudem wurde mit dem gezielten Ausbau der notwendigen Infrastruktur erst kurz vor der Jahrtausendwende begonnen; im Jahr 2000 war Somalia das letzte afrikanische Land, welches an das Internet angeschlossen wurde.
Da die Betrachtung sich mit dem aktuellen Status des afrikanischsprachigen Internets anhand einiger Beispiele beschäftigt, wurde auf Buchquellen und Literaturangaben verzichtet.
2. Afrikanische Sprachen auf staatlichen Internetpräsenzen
Der Gebrauch bestimmter Sprachen im öffentlichen Leben, sei es auf der Straße, in der Universität, auf Arbeit, oder eben im Internet, hängt immer auch vom Prestige der jeweiligen Sprache ab. Hat eine Sprache ein tendenziell niedrigeres Prestige, wird es eher vorkommen, dass Sprecher auf ihren Gebrauch verzichten, und stattdessen eine Sprache nutzen, deren Prestige höher ist. Auswirkungen auf das Prestige einer Sprache haben neben ihrem historischen Hintergrund vor allem ihr offizieller Status, sowie der Grad ihrer Anwendung in Lebensbereichen und Umgebungen, die selbst als “prestigeträchtig” gelten (z.B. Universitäten, Medien, Industrie etc.). Die Faktoren “offizieller Status” und “Anwendung in Medien” kombiniert nun die Frage nach der Anwendung afrikanischer Sprachen, die offiziell als Amtssprachen anerkannt sind, auf den Internetpräsenzen ihrer Staaten.
2.1 Tansania
Als erstes Beispiel führe ich - aufgrund ihrer in vielen Beziehungen von den meisten anderen afrikanischen Staaten abweichenden Sprachpolitik in den letzten Jahrzehnten und der großen Verbreitung der dortigen Nationalsprache Swahili als Verkehrssprache im gesamten ostafrikanischen Raum - die Vereinigte Republik Tansania an. a Hier wurde schon unter deutscher
a Offizielle Internetpräsenz der Vereinigten Republik Tansania. Online: http://www.tanzania.go.tz/
[20.08.2009]
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Arbeit zitieren:
Julian Nitzsche, 2009, Die Internetpräsenz afrikanischer Sprachen, München, GRIN Verlag GmbH
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