Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Demografie und Immigration in Portugal 3- 6
3. Staatliche Angebote Portugiesisch als Fremdsprache 06-10
4. Demografie und Immigration in Deutschland 10- 11
5. Staatliche Angebote Deutsch als Fremdsprache 12-16
6. Fazit 16- 17
Anhang
Literaturverzeichnis 18- 21
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1. Einleitung
In der vorliegenden Hausarbeit, die im Rahmen des Seminars „Planung und Konzeption von Weiterbildungsangeboten unter besonderer Berücksichtigung von Qualitätsmanagementaspekten und interkultureller Öffnung” im Sommersemester 2011 an der Uni Hamburg bei Alisha Heinemann geschrieben wurde, wird sich vor allem mit den staatlichen Angeboten des Spracherwerbs für ImmigrantInnen in Portugal und Deutschland beschäftigt. Es werden neuere Artikel und Statistiken aus beiden Ländern herangezogen und kritisch hinterfragt, die sich mit dem Fremdsprachenerwerb und den angebotenen Kursen auseinandersetzen. Zudem wird ein allgemeiner Überblick der die Entwicklung der Demografie und Migration in beiden Staaten gegeben.
2. Demografie und Immigrantion in Portugal
Die Seefahrernation Portugal ist seit dem 15. Jahrhundert insbesondere für die Bereitschaft ihrer BürgerInnen bekannt ins Unbekannte aufzubrechen und sich in anderen Ländern, oder gar Kontinenten, anzusiedeln. Aus Abenteuerlust, im Wettlauf um die Eroberung der „neuen Welt” oder phasenweise aufgrund der schlechten ökonomischen Bedingungen in der Heimat, machten sich über Jahrhunderte die PortugiesInnen auf in die Ferne. Schon der Priester und Gelehrte António Vieira aus Lissabon schrieb im 17. Jahrhundert „Para nascer, Portugal; para morrer, o mundo.” - um geboren zu werden, Portugal; um zu sterben, die Welt (vgl. Vieira: 2001, 285).
Während der Diktatur, 1928- 1974, stieg der Strom der Auswanderer trotz strenger Kontrollen und Verbote stetig an. In den letzten Jahren der Herrschaft Salazars wanderten jedes Jahr um die 100.000 PortugiesInnen aus. Seit der Revolution ist die Emigration eher einer temporären Natur. Portugal ist aktuell eines der Länder der EU aus dem am meisten Bürger in einem anderen EU-Land leben- die Zahl beträgt rund eine Million. In Frankreich zum Beispiel ist die portugiesische die häufigste Staatsbürgerschaft unter den Ausländern (vgl. Bernecker/ Pietschmann 2001: 117-118).
Aus einem Auswanderungsland wurde seit den 80er Jahren ein Einwanderungsland. Bis 1980 überstieg die Gesamtzahl der ImmigrantInnen nie die 50.000 Personen. Zwischen 1968 und 1997 verdoppelte sich die Zahl der Einwanderer von 87.000 auf 175.000. Im Jahr 2010 waren mit 445.262 Personen 4,218 % der Population von 10.555.583 Ausländer. (vgl. Censos 2011)
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Tabelle 1. Eigene Darstellung, Quelle: Statistikportal der Behörde für Ausländer und Grenzen (SEFSTAT- Portal de Estatística do Serviço de Estrangeiros e Fronteiras)
Vor dem Eintritt der osteuropäischen Staaten, die heutzutage den größten Anteil der Einwanderer nicht portugiesischer Muttersprache stellen (Bulgarien, Rumänien, Moldavien), waren die zentralen Herkunftsländer der Immigranten aus der Europäischen Union aus Großbritannien, Deutschland und Spanien. Diese Immigration ist verbunden mit der Entwicklung ausländischer Investition in Portugal, die Etablierung multinationaler Firmen und die Beliebtheit des Landes als Alterswohnsitz. Die Berufstätigen aus den “alten EU-Ländern” waren und sind vor allem in wissenschaftlichen Bereichen tätig, in der Dienstleistung oder in selbstständigen Berufen. Die Immigranten aus den aus diesen Staaten sind also vorwiegend gut ausgebildete und finanziell abgesicherte Personen.
Bemerkenswert ist der explosionshafte Anstieg der Migration bestimmter Nationalitäten nach Portugal, hier in folgender Tabelle 2. dargestellt.
(SEFSTAT)
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Abb. 1. Quelle: Statistikportal der Behörde für Ausländer und Grenzen (SEFSTAT)
In Portugal leben Immigranten aus nahezu allen Nationen. Die Situation dieser Personen ist extrem unterschiedlich und vielschichtig, auch im Bezug auf die Sprache. Gerade die zahlreichen osteuropäischen Einwanderer haben sehr unterschiedliche Grundvoraussetzungen die Sprache zu erlernen. Während Ukraine, Russland und Bulgarien slawische Sprachwurzeln haben und ihre Muttersprache damit keinerlei Verwandtschaft zum Portugiesischen ausweist, haben die Immigranten aus Rumänien und Moldawien den Vorteil eine romanische Muttersprache zu haben, die ihnen positive Grundvoraussetzungen zum Erlernen gibt. Interessant in der Statistik der Migration nach Portugal dieser Nationen ist zudem die Dominanz männlicher Einwanderung, die vor allem für eine beschäftigungsmotivierte Entscheidung steht. Solche, oft als kurzfristig gedachte Aufenthalte, Immigrationen sind gerade im Bezug auf das Erlernen und Beherrschen der Sprache des Gastlandes schwierig, da häufig weder Zeit noch Geld einen Sprachkurs zu besuchen vorhanden sind und zudem die Notwendigkeit dieses Schrittes nicht deutlich ist, gerade wenn die ausgeführte Arbeit in einer unqulifizierten Arbeit besteht. Es leben zum Beispiel 27.165 männliche ukrainische Staatsbürger in Portugal, jedoch nur 22.340 Frauen. Aus Südamerika, hier der Sprache wegen vor allem Brasilien, leben jedoch wesentlich mehr Frauen als Männer in Portugal. Auf 52.478 Brasilianer kommen 66.885 Brasilianerinnen.
Traditionell kommt ein breiter und stetiger Strom von Migranten aus den ehemaligen Kolonien Portugals, neben Brasilien vor allem aus den PALOP Staaten (Afrikanische Länder in denen Portugiesisch Landesspache ist- Países Africanos do Língua Oficial Portuguesa). Hierbei handelt
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es sich generell um wenig oder garnicht qualifizierte Arbeiter, die sich vor allem im Bausektor und in staatlichen Bauprojekten wiederfinden. In diesen Bereichen werden aktuell, trotz der Finanzkrise, zahlreiche Arbeitskräfte benötigt, hauptsächlich aufgrund von EU Geldern zur Entwicklungsförderung des Landes, mit denen Autobahnen und Straßen gebaut werden, und ausländischen Investitionen in den Tourismussektor. Da keine Sprachbarriere besteht und die Einreise für Staatsbürger aus ehemaligen Kolonien vereinfacht ist, kommen viele um Geld zu verdienen, mit oder ohne ihre Familie, auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen. Auf der Internetpräsenz der staatlichen Arbeitsaufsichtsbehörde (Inspecção Geral do Trabalho) findet sich eine Aufteilung der Immigranten nach dem Sektor, in dem sie tätig sind. Die vier häufigsten Sektoren sind: 40,4% Einfache Arbeitskräfte
16,0% Banken, Versicherungen, Finanzmärkte und Dienstleistungen 14,5% Weiterverarbeitende Industrien 11,4% Hotelwesen und ähnliches.
Ersichtlich ist also, dass ein Grossteil in Sektoren tätig sind, die wenig Qualifikation- und damit auch nicht zwingend gute Sprachkenntnisse erfordern. Zur weiteren Analyse ist es zudem noch interessant die 40,4% der Arbeitskräfte näher zu betrachten. 44% von ihnen sind in der Industrie als Reinigungspersonal tätig, 38,3% sind als BauarbeiterInnen beschäftigt, 33,8% in der Landwirtschaft und 33,2% in Restauration und Hotelerie (vgl. staatliche Arbeitsaufsichtsbehörde Portugals).
3. Staatliche Angebote Portugiesisch als Fremdsprache
Alle Immigranten haben ein Anrecht auf eine Eingliederung in das System der Sozialversicherung, das Gesundheitssystem und verfügen über alle Rechte und Pflichten eines normalen Berufstätigen. Zudem besteht das Angebot an verschiedenen Bildungsprogrammen. Sie haben die Möglichkeit sich beruflich aus- und weiterzubilden und die Einschreibung in den staatlichen Arbeitsagenturen. Zudem existiert ein ebenfalls staatliches Integrationsprogramm, welches 2001 unter dem Namen “Acolhe” ins Leben gerufen wurde (“Acolher” bedeutet aufnehmen, empfangen oder auch Schutz suchen). 2008 wurde das Programm überarbeitet und besteht bis heute unter dem Namen Português Para Todos (Portugiesisch für alle)- kurz PPT weiter. Dieses Kursangebot ist das einzige und zentrale, staatliche und für die Teilnehmer kostenlose Erwachsenenbildungsangebot in Portugal für Einwanderer (vgl. Hochkommissariat für Imigration und interkulturellen Dialog [ACIDI- Alto Comissariado para a Imigração e Diálogo
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Arbeit zitieren:
Sara Anna Burmeister, 2011, Immigration und staatliche Sprachkursangebote im binationalen Vergleich - Portugal und Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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