Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Frühkindliche Bildung 3
2.1 Was ist frühkindliche Bildung 4
2.2 Geschichtlicher Überblick 5
2.3 Was sollte frühkindliche Bildung beinhalten 7
3. Die Bildungsstudie PISA 2000 9
3.1 Vorstellung der Bildungsstudie PISA 2000 9
3.2 Was sagt Pisa wirklich? 11
3.3 Frühkindliche Bildung in verschiedenen deutschen Bundesländern. 12
4. Auswertung 16
4.1 Beobachtete Effekte frühkindlicher Bildung nach Roßbach 16
4.2 Vergleich der Bundesländer mit den Ergebnissen von Roßbach 17
5. Fazit 18
6. Quellen 21
Literaturangaben : 21
Internetquellen: 21
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1. Einleitung
Warum wir uns für das Thema Frühkindliche Bildung entschieden haben, liegt daran, dass dieses gerade sehr aktuell in den Medien diskutiert wird. Die KiTas streiken, da sie neben ihrem Erziehungsauftrag nun in gewissem Maße auch den Bildungsauftrag übernehmen sollen, obwohl sich das Pädagogische Personal ohnehin schon unterbezahlt fühlt. Außerdem steht in diesem Jahr die Bundestagswahl an, bei der im Bereich Familienpolitik der Ausbau der Plätze in Kindertageseinrichtungen mit Sicherheit ein großes, umstrittenes Thema sein wird. Aufgrund dieser Aktualitäten haben wir uns die Frage gestellt, ob der Schulerfolg von der Frühkindlichen Bildung abhängig ist. Unsere daran angelehnte These lautet daher, ob Kinder die nicht in den Genuss Frühkindliche Bildung kamen, in ihrem späteren Bildungswerdegang benachteiligt sind.
Zuerst wollen wir eine Definition zur Frühkindlichen Bildung geben. Darin wird der Begriff Bildung näher definiert und anschließend speziell erklärt, was frühkindliche Bildung eigentlich ist. Vom 16. Jahrhundert bis Heute, folgt dann ein kurzer geschichtlicher Überblick und was frühkindliche Bildung alles beinhalten sollte. In 3. wird die Bildungsstudie PISA allgemein vorgestellt, mit der Begründung, warum ich mich für die Durchführung vom Jahr 2000 entschieden haben. Darauf folgt, was uns PISA eigentlich sagt und wie die Frühkindliche Bildung in unterschiedlichen Bundesländern Deutschlands aussieht und abschneidet. Um Aussagen über den Erfolg Frühkindlicher Bildung zu treffen, wird die Frühkindliche Bildungspolitik der Bundesländer und deren Ergebnisse bei PISA 2000 mit den Forschungsergebnissen von Roßbach (2005) verglichen. Bevor es zu diesem Vergleich kommt, werden allerdings noch die Forschungsergebnisse von Roßbach vorgestellt. Den Abschluss der Arbeit bildet das Fazit, zusammen mit der Beantwortung der vorher aufgestellten These.
2. Frühkindliche Bildung
Bevor die frühkindliche Bildung im Folgenden beschrieben wird, muss erst einmal der Begriff Bildung geklärt werden.
Bildung war ursprünglich die Entfaltung der geistigen Kräfte des Menschen durch Aneignung kultureller Werte der Umwelt und der Vergangenheit und ihre Verarbeitung zu einer persönlichen Ganzheit. Der Begriff Bildung wird häufig in dreifachem Sinn verwendet: Er umfasst den Vorgang der Entfaltung, das Bewirken dieser Entfaltung durch Erziehung und Unterricht und ihr Ergebnis. Bildungsziel ist in erster Linie die Entwicklung und Förderung geistig-seelischer Anlagen und Fähigkeiten, also logisches Denken, Ausdrucksfähigkeit, Tiefe
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der Empfindung und Willensstärke sollen im selbsttätigen Umgang mit den Bildungsgütern entwickelt werden. Hierbei spricht man dann von formaler Bildung. Bildung soll unabhängig von Zwecken einer allseitigen Entfaltung der Menschen dienen. Für W. von Humboldt standen neben der Welt des Griechentums auch die Sprache und Dichtung seiner Zeit als Bildungsgüter im Vordergrund. Dieser vorwiegend literarisch-ästhetische und philosophischspekulative Bildungsbegriff wurde zum Leitbild des 19. Jahrhunderts. Abgelöst wurde dieser Bildungsbegriff durch die Höher-Bewertung des Sachwissens, Vermehrung des Lehrstoffs und Intellektualisierung des Unterrichts. Bildung wurde immer mehr zur enzyklopädischen Wissensbildung und oft zum Merkmal einer gesellschaftlichen Schicht. Heute wird eine Verbindung gymnasialer, polytechnischer und sozialer (politischer) Bildung angestrebt, die verhindern soll, dass junge Menschen auf einseitige Lebensentwürfe festgelegt werden. 1
Bildung wird somit als Begriff benutzt, der eine bestimmte Qualität von Lernprozessen beschreibt. In diesem Bildungsbegriff soll das Lernen einen persönlichen Sinn ergeben.
2.1 Was ist frühkindliche Bildung
Gerd Schäfer beschreibt den Bildungsprozess, als das Lernen im Kontext. Man lernt nur, wenn man das Neue in einen bekannten Kontext setzen kann. Ein Kind wird dem Physikunterricht über schiefe Ebenen nicht folgen können, wenn es in seinem Leben noch keine Erfahrungen (beispielweise auf einer Rutsche) damit gemacht hat. Nicht-Verstehen und Nicht-Lernen hat sehr oft etwas damit zutun, ob jemand einen Kontext hat, der ihm verständlich macht, worum es bei der Sache geht. Wir brauchen später nicht mehr erklären was Hund, Katze oder haus bedeutet, da der Kontext klar ist. Wenn Kinder aber Verständnisschwierigkeiten haben, muss man sich die Frage stellen, ob man vielleicht zu ungenau erklärt hat. Damit man also sinnvolle Bildungsangebote machen kann, ist es wichtig die Vorerfahrungen, die die Kinder als Kontext mitbringen, zu kennen und zu berücksichtigen. Indem man es von anfang an tut, lernt man auch das Lernen. Dazu gehören auch sinnliche Erfahrungen, Vorstellungen, Phantasie, Imagination, Emotion, Spiel und Gestaltung sowie rationale Kontrolle und kritisches Nachdenken.
Ähnlich beschreibt Ahnert die kognitiven Anfänge von Kleinkindern. Die ersten Lebensjahre der Kleinkindzeit sind durch äußerst rasant ablaufende Entwicklungsprozesse gekennzeichnet, die auf eine besondere Weise durch soziale Interaktion vermittelt werden müssen. Die Frühphase der Kleinkindzeit beinhaltet die ersten drei Lebenshalbjahre, also von Geburt an
1 www.wissen.de\wde\generator\wissen\ressorts\bildung\index,page=1063064.html
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bis zum 18. Lebensmonat. Säuglinge haben in dieser Zeit eine hohe Empfindlichkeit für die Wahrnehmung von menschlichen Gesichtern, Stimmen und Bewegungsabläufen, auch wenn die Hirn- und Intelligenzleistung noch eine inhaltlich dosierte und zeitliche begrenzte Informationsverarbeitung reflektiert. Diese Intelligenzleistungen in der Frühphase erscheinen damit als Handlungswissen. Hierzu gehört auch der Prozess der Sprachentwicklung. Das Sprachverständnis des Kindes hängt eng mit der Zuwendung zusammen. Ist die Zuwendung mangelhaft, kann es ein Grund für Sprachverzögerungen des Kindes sein. Die kognitiven Entwicklungen in der Spätphase der Kleinkindzeit, also vom 19. Bis zum 36. Lebensmonat, ist durch eine effizientere mentale Struktur- und Gedächtnisbildung gekennzeichnet. Hierbei treten aber noch altersspezifische Denkfehler auf, da die mentalen Leistungen noch an anschauliches Wissen gebunden sind. 2 Um solche kognitiven Konflikte zu überwinden, braucht ein Kind eine anregungsreiche Umwelt, die viele intellektuelle Stimulationen bietet. Dabei lernt das Kind auch gleichzeitig sprachliche Mittel, um fragen, diskutieren und aufklären zu können. Dabei sollten die Kinder durch Betreuungspersonen unterstützt werden, um die Zone der nächsten Entwicklung (Vygotsky 1978) zu erreichen. Ohne diese Anregungen kann es zu Deprivationserscheinungen kommen, die sich später in Lernschwäche du mangelnder Sprach- und Intelligenzentwicklung zeigen kann. 3
2.2 Geschichtlicher Überblick
Diskussionen um eine angemessene Bildung und Erziehung von Kindern bis zu ihrem sechsten Lebensjahr ist nicht neu. Von Comenius (1592-1670) über Jean Paul (1763-1825), Pestalozzi (1746-1827) und Fröbel (1782-1852) wurde die Bedeutung der frühkindlichen Bildung immer wieder hervorgehoben. Im zwanzigsten Jahrhundert hat auf die Bedeutung frühen Lernens und die Stärkung kindlicher Kompetenzen vor allem Maria Montessori nachhaltig hingewiesen. Die Bildungsreform in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts hob als Teil des Bildungswesens die Bedeutung der frühen Kindheit hervor. Es wurde eine stärkere Betonung des Bildungsauftrags des Kindergartens gefordert. Ohne diese Diskussion vor über 30 Jahren wäre frühkindliche Bildung höchstwahrscheinlich in Deutschland nicht zustande gekommen. Seit Mitte der neunziger Jahre wurde in Deutschland erneut über frühkindliche Bildungsprozesse diskutiert. Die von deutschen Pädagogen eingeleitete Diskussion des Jahres 1995 wurde kurz darauf durch eine politische Debatte ergänzt, die in der Veröffentlichung der Berichte der beiden Delphi-Befragungen 1998 mündete. Als Folge
2 Die gleiche Flüssigkeit in einem hohen schlanken Glas wird in einem breiteren niedrigeren Glas als „mehr“ wahrgenommen, auch wenn die Flüssigkeit vor den Augen des Kindes umgefüllt wird. (Piaget 1966), aus Schäfer (2007)
3 Vgl. Ahnert (2005)
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davon entstand die Etablierung des „Forum Bildung“ durch die Bund-Länder-Kommission (BLK), das seine Ergebnisse im Januar 2002 präsentierte. Eine Neubewertung früher kindlicher Lernprozesse für Kinder unter sechs Jahren in den Tageseinrichtungen stand an erster Stelle der vorgelegten zwölf Empfehlungen. Diese Empfehlungen erfolgten auch unter dem Druck der Ergebnisse der PISA-Studie, die vier Wochen zuvor veröffentlicht wurden. 2003 beteiligte sich Deutschland an einer weiteren OECD-Studie mit dem Titel „Starting Strong“. Dabei wurden in zehn europäischen und zwei außereuropäischen Ländern (Australien und USA) frühkindliche Bildungs- und Erziehungssysteme miteinander verglichen. 2001 hatte sich Deutschland an dieser Studie noch nicht beteiligt. Ende 2002 entstand schließlich, auf der Basis dieser Befunde, eine neue Debatte über den Stellenwert frühkindlicher Bildung. Das „Neue“ an dieser Bildungsdebatte war die gewandelte Argumentation bei der Begründung. Im Gegensatz zu der Bildungsdebatte der siebziger Jahre haben nicht mehr die Pädagogen diese Debatte motiviert und inhaltlich gefüllt. Es gibt vielmehr unterschiedliche und teilweise auch voneinander unabhängige
Argumentationslinien, die die Notwendigkeit eine Neubewertung früher Bildungsprozesse unterstreichen sollen. Dabei wurden sechs Argumentationslinien hervorgehoben. Als erstes, das gesellschaftliche Argument. Hierbei sollen Bildungspläne für eine tief greifend veränderte Welt entwickelt werden, die Ungewissheit, Vielfalt, Komplexität, Multiperspektivität sowie eine räumliche und zeitliche Situationsbezogenheit nicht nur akzeptiert, sondern auch begrüßt. Als zweites, das nationale Argument. Dabei wird die Auffassung vertreten, dass bisherige Bildungskonzepte der Dominanz der Muttersprache und der ethnischen Identität entsprochen hätten. Gleichzeitig wurde aber die linguale Diversität und interkultureller Kompetenz vernachlässigt, was mit Blick auf die europäische politisch-wirtschaftliche Situation zu hinterfragen ist. Als drittes, das wirtschaftliche Argument. Festgestellt wurde hier die Veränderung in den Erwartungen der heutigen Wirtschaft an das Individuum und an das Bildungssystem. Anspruchsvoller gewordene Aufgaben erfordern eben auch ein höheres Maß an Kompetenzen, wie zum Beispiel Eigeninitiative, Lernbereitschaft und Verantwortungsübernahme. Als viertes, das kontextuelle Argument. Bisherige Bildungskonzepte nahmen zu wenig Rücksicht auf den kulturellen und ethnischen Hintergrund der Kinder. Außerdem reagierten sie kaum auf Belastungen wie Armut, soziale Ausgrenzung und Mobilität. Vielmehr begünstigten und ein hohes Maß an sozialer Ausgrenzung, wie die PISA-Studie gezeigt hat. Als fünftes, das familiale Argument. Dabei wird auf den sich vollziehenden Wandel familialer Beziehungen und Strukturen eingegangen. Daher sollte das Bildungssystem den Kindern auch die Kompetenz zur Bewältigung von Diskontinuitäten und Brüchen vermitteln. Als sechstes und letztes, das pädagogische
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Arbeit zitieren:
Jana Speh, 2009, Schulerfolg durch frühkindliche Bildung?, München, GRIN Verlag GmbH
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