Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 3
2. Die Bevölkerungsgröße in den Ländern Nordeuropas 4
im Mittelalter
3. Die Familien- und Bevölkerungsstruktur in den nordischen
L ändern 7
4. Ausbruch der Pest und ihre eventuellen Folgen
f ür die Bevölkerungsstruktur 10
5. Fazit 13
6. Literaturverzeichnis 14
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1. Einleitung
Zweck dieser vorliegenden Arbeit soll es sein die folgende Frage zu beantworten: „Hatte die Pest im Mittelalter auf die demographische Entwicklung, sowie auf die Familien- und Bevölkerungsstruktur in Skandinavien einen Einfluss?“.
Die Antwort werde ich versuchen mit Hilfe von Daten und Fakten, jeweils vor und nach dem „Schwarzen Tod“ herauszuarbeiten. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Darstellung der Bevölkerungsgröße in den einzelnen Ländern Nordeuropas zur Zeit des Mittelalters (14. Jh.). Anschließend wird die genaue Familien- und Bevölkerungsstruktur analysiert um letztendlich aufzuzeigen, welche eventuellen Folgen der Ausbruch der Pest für die Bevölkerung hatte.
Um eines vorweg zu nehmen, die Literatur- und Quellenlage ist zu diesem Thema eher mit Vorsicht zu genießen, denn es existieren oft nur ungenaue Angaben aus der Zeit oder es werden Vermutungen und Berechnungen angestellt, die niemals genau belegt werden können. Die ergiebigste Literatur war von Ole Jørgen Benedictow „The Medieval Demographie System of the Nordic Countries”. Dieses Buch verwendete ich hauptsächlich in meiner Arbeit, neben noch einem weiteren Buch und Text von ihm. Ergänzend nutzte ich noch ein Buch und Texte von Bergdolt, Kiaupa, Olesen und Vahtola. Alle Bücher und Texte sind im Literaturverzeichnis am Ende dieser Arbeit zu finden.
Als Ergebnis lässt sich vorweg festhalten, dass es nicht möglich war, eine klare Antwort auf die aufgeworfene Frage zu geben.
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2. Die Bevölkerungsgröße in den Ländern Nordeuropas im Mittelalter Mein Hauptaugenmerk werde ich folgenden Ländern widmen: Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland und Island.
Als erstes nordisches Land betrachte ich die mittelalterliche Bevölkerung Norwegens. Hier, so ist man sich einig, sei eine einigermaßen zuverlässige Schätzung möglich, weil erstens mindestens 90 Prozent der Bevölkerung auf dem Land lebte und zweitens die Topographie des Landes die Lage der Gehöfte, Farmen und des Anbaulandes eingrenzte. Hatte sich eine Familie einmal niedergelassen, so blieb sie mit großer Wahrscheinlichkeit an dessen Ort, weil sie dort alles aufbauten, was sie für ihr Leben brauchten. 1 Im Jahre 1330 ging man von einer ländlichen Bevölkerung von 270.000 Personen aus. Damit würden aber immer noch zehn Prozent der Bevölkerung fehlen, die in den Städten wohnten, zu Fischereigemeinschaften oder sogar zu den Armen (Bettlern) zählten. Somit würde die geschätzte Bevölkerung auf 343.000 ansteigen. 2 Jedoch konnte man sich dabei nicht so sicher sein, da die Durchschnittsgröße der Familien nicht ganz genau festlag. Mit den „Sklaven“ waren es meistens zwischen sechs bis sieben Personen 3 und die Kernfamilie bestand aus 4,5 Personen 4 . Deshalb geht Benedictow von der obigen Zahl aus und Jørn Sandnes von 400.000, während wiederum Kåre Lunden von ca. 460.000 Personen ausgeht 5 .Um 1500, nach der großen Pestwelle, sollen es letztendlich nur noch grob 125.000 Menschen gewesen sein, die diese schlimme Zeit überlebt haben.
Dänemarks genaue Bevölkerungsgröße zur damaligen Zeit ist bis heute nicht bekannt, aber sie war mit ziemlicher Sicherheit größer als die von Norwegen und Schweden, wenn nicht sogar von beiden zusammen. Um 1300 herum gab es bereits schon durch Urbanisierung siebzig Städte im Land, was auch dazu beitrug, dass sich Dänemark zur größten politischen Macht im Norden entwickelte. 6 1938 unternahm A.E. Christensen einen sehr durchdachten Versuch die dänische Bevölkerung des Mittelalters zu schätzen. Dabei wurden auch die Gebiete berücksichtigt, die seit dem 17. Jh. zu Schweden gehören.
1 Benedictow, The Medieval Demographie System of the Nordic Countries, S. 167
2 Benedictow, The Medieval Demographie System of the Nordic Countries, S. 168
3 Benedictow, The Medieval Demographie System of the Nordic Countries, S. 117
4 Benedictow, The Medieval Demographie System of the Nordic Countries, S. 168
5 Olesen, Die Verbreitung des Schwarzen Todes in Skandinavien und Finnland, S. 174
6 Benedictow, Black Death 1346-1353. The Complete History, S. 159
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Seine Schätzung stützte sich auf ein Steuerregister aus Halland (Anzahl erwachsener Männer), auf die Anzahl der Kirchen in Dänemark und die jeweiligen Anteile der dänischen Kirche in Halland. Damit soll es 290.000 erwachsene Männer gegeben haben und diese sollen sich zu nichterwachsenen Männern und Weiblichen so verhalten haben, wie 1 : 3,5. Folglich musste man jetzt nur noch die erwachsenen Männer mit 3,5 multiplizieren und man erhält eine mittelalterliche Bevölkerung Dänemarks um 1300 herum, die sich auf über knapp eine Million Menschen belief. Jedoch sollte dieser Zahl mit Vorsicht begegnet werden, denn wie bekannt ist, neigten die mittelalterlichen Steuerregister zur Ungenauigkeit. 7
Die Quellenlage für Schweden sieht eher schlecht aus. Es gibt kein zuverlässiges Material, welches uns ein hinreichend genaues Ergebnis der Bevölkerungsgröße liefern könnte. Aus der Geschichte Skandinaviens heraus wissen wir, dass sich die Länder höhere politische und militärische Stärke aneigneten, woraus sich wiederum schließen lässt, dass die schwedische Bevölkerung beachtlich kleiner war als die Dänische, aber bedeutend größer als die Norwegens. Damit liegt die Spanne zwischen 343.000 und 1.000.000 Einwohnern vor der Pestwelle. Aus den Steuerlisten von fünfzehn Kommunen in Norduppland vor der Epidemie und nationalen Grundbüchern nach ihr, ergab sich, dass es ca. um die fünfzig Prozent der Bevölkerung (zwischen 1312 und 1540) dahingerafft haben muss. Vorsicht sollte man jedoch auch hier wieder walten lassen, denn Steuerregister gaben nicht immer die gesamte Bevölkerung wieder. So umgingen sie oft Armut und sozialen Rang der einzelnen Personen. 8
Laut Vahtola soll die Bevölkerungszahl Schwedens vor dem Rückgang, im späten Mittelalter, um die 500.000 bis 650.000 betragen haben 9 . Damit käme die vorherige Schätzung ungefähr hin.
Auch heute noch gilt Finnland für uns als Land der vielen Seen und unzähligen Wälder. Auf der riesigen Fläche des Landes leben heute gerade mal rund 5 Millionen Menschen. Das Verhältnis der Einwohner auf das Gebiet Finnlands gerechnet war damals noch extremer. Leider liegen uns keine Quellen vor, die uns eine genaue Zahl der Bevölkerungsgröße liefern könnten, aber aller
7 Benedictow, The Medieval Demographie System of the Nordic Countries, S. 169
8 Benedictow, The Medieval Demographie System of the Nordic Countries, S. 172/173
9 Vahtola: Population and settlement, S. 566
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Arbeit zitieren:
Nadine Schibrowski, 2010, Der Einfluss der Pest im Mittelalter auf die demographische Entwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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