Gliederung
1. Einleitung 3
1. 3
2. Historischer Kontext 5
2.1. Einordnung des Schwedenkrieges und der Reichsstadt Augsburg 5
2.2. Die schwedische Deduktion 6
2.2. 6
3. Mediale Darstellung Gustav Adolfs am Beispiel zweier Flugblätter 9
3.1. Zur Person Gustav Adolfs 9
3.2. Publizistische Situation im Heiligen Römischen Reich 10
3.3. Analyse zweier Flugblätter von Seiten der Protestanten 10
3.3. 10
4. Historische Realität und publizistische Darstellung 14
4. 14
5. Fazit 16
5. 16
Quellen - und Literaturverzeichnis 18
2
1. Einleitung
In den Jahren 1619 bis 1621 und 1631/32 erreichte die Flugpublizistik der Frühen Neuzeit ihre Hö-‐ hepunkte. John Roger Paas 1 sammelte alle bekannten Flugblätter aus den Jahren 1600 bis 1700 und erreichte dabei einen Bestand von zehn Bänden. Betrachtet man dabei nur die Flugblätter, welche in den beiden eben genannten Zeiträumen entstanden, erhält man drei Bände. Fünf Jahre machen somit über 30 Prozent der Flugblätter eines Jahrhunderts aus. Betrachtet man sogar nur die Flug-‐ blätter des Dreißigjährigen Krieges, erreicht man sogar fünfzig Prozent. 2 Im Rahmen meines Geschichtsstudiums beschäftigte ich mich im Wintersemester 2010/2011 mit der europäischen Konfessionalisierung im 16. Und 17. Jahrhundert. Infolgedessen entstand inner-‐ halb meines Proseminars, welches den Titel „Staat, Kirche und Gesellschaft im konfessionellen Zeit-‐ alter“ trägt, eine wissenschaftliche Arbeit. Diese soll die dritte Phase des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648), den Schwedischen Krieg, thematisieren. Dieser umfasste den Zeitraum von 1630 bis 1635.
Der Schwedische Krieg ist vom wissenschaftlichen Standpunkt her besonders interessant, da in dieser Phase besonders viele Flugblätter gedruckt und publiziert wurden. Die Sammlung von Paas verdeutlichte bereits den Umfang dieser Publikationen. Vor allem die Flugblätter des Jahres 1632 sind von großer Bedeutung. Der Schwedenkönig erreicht seinen politischen und militärischen Hö-‐ hepunkt. Dabei spielte vor allem die Eroberung der Reichsstadt Augsburg im selben Jahr eine be-‐ deutende Rolle, welche durch zahlreiche Flugblätter dokumentiert wurde. Augsburg als einer der wichtigsten Zentren des Druckes begünstigte die Flugpublizistik enorm. Bei einer Analyse von Flug-‐ blättern stellt sich immer die Frage nach der historisch korrekten Darstellung von Grafiken. Mit diesem Thema soll sich diese Hausarbeit beschäftigen. Für eine kritische Auseinandersetzung sollen zwei Flugblätter anlässlich der Besetzung Augsburg durch die Schweden anhand des Schwedischen Kriegsmanifests verglichen werden. Das Thema dieser Arbeit lässt sich folgendermaßen benennen: „Historische Realität und publizistische Darstellung - Analyse anhand des Beispiel zweier Flugblät-‐ ter aus dem Jahr 1632 zur Eroberung der Reichsstadt Augsburg durch den Schwedenkönig.“ Dabei soll en detail die Frage nach der Erklärung für die kontroverse Darstellung von historischer Wirk-‐ lichkeit in der Flugpublizistik geklärt werden.
1 John Roger Paas ist ein Germanist aus den USA, welcher ebenfalls auf dem Gebiet der Geschichtswissen-‐ schaft forschte.
2 Vgl. Schilling, Michael: Medienspezifische Modellierung politischer Ereignisse auf Flugblättern des Dreißig-‐ jährigen Krieges, in: Harms, Wolfgang/ Schilling, Michael: Das illustrierte Flugblatt der frühen Neuzeit. Traditi-‐ on. Wirkungen. Kontexte, Stuttgart 2008, S. 284.
Flugblätter können von vielen Seiten betrachtet werden: Germanistik, Geschichtswissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Kunstwissenschaft. Doch trotzdem sind Flugblätter bisher recht we-‐ nig analysiert und erforscht. Aus diesem Grund gibt es kaum wissenschaftliche Befunde auf diesem Forschungsgebiet. Das größte Problem stellt dabei dar, dass es nur sehr wenige Kopien von Flug-‐ blättern gibt, was die Arbeit für Historiker erschwert und teilweise unmöglich macht. 3 Das For-‐ schungsfeld bietet somit ein immenses Potenzial, indes auch viele Lücken aufgrund fehlender In-‐ formationen.
Eine Reihe von Werken stelle die Grundlage dieser Arbeit dar. An dieser Stelle kann nur eine kleine Auswahl wiedergegeben werden. Zum einen bot der Sammelband von Wolfgang Harms die Mög-‐ lichkeit, einige Flugblätter aus der Zeit des Schwedischen Krieges zu betrachten. Oft wird in der Literatur eine Flugpublizistik erwähnt und beschrieben, doch erschwert das Fehlen einer gedruck-‐
ten Version in diesen Werken das Verständnis und eine eigene Analyse. Zum anderen gab das Buch „Der Dreißigjährige Krieg“ von Johannes Burkhardt einen sehr guten und verständlichen Überblick zur Geschichte des 17. Jahrhundert.
Zunächst soll der historische Kontext dieser Arbeit erläutert werden. Dazu gehören eine kurze Ein-‐ ordnung des Schwedischen Krieges in den Dreißigjährigen Krieg und eine Erläuterung, welche Ziele Schweden laut dem Schwedischen Kriegsmanifest (Deduktion) verfolgt hat. Der sich anschließende Hauptteil beschäftigt sich mit dem Thema der publizistischen Darstellungsform, dem Flugblatt. Nachdem zunächst unter dem Punkt 3.1. die Person Gustav Adolf beschrieben wird, erfolgt unter 3.2. eine Analyse von drei zeitgenössischen Flugblättern, welche die Eroberung der Reichsstadt Augsburg durch Gustav Adolf und sein Heer zeigen. Im nächsten Schritt sollen das Schwedische Kriegsmanifest und die vorgestellten Flugblätter verknüpft werden, um die historische Wirklichkeit mit der Realität, welche in der Publizistik dargestellt wurde, verglichen werden. Im letzten Teil folgt dann eine kurze Zusammenfassung und Auswertung.
3 Vgl. Tschopp, Silvia Serena: Heilsgeschichtliche Deutungsmuster in der Publizistik des Dreißigjährigen Krie-‐ ges. Pro-‐ und antischwedische Propaganda in Deutschland 1628 bis 1635, Frankfurt/ Main 1991, S.1ff.
2. Historischer Kontext
2.1. Einordnung des Schweden Krieges und der Reichsstadt Augsburg
In der ersten Hälfe des 17. Jahrhundert wurde Europa von einem Krieg, welcher dreißig Jahre dau-‐ erte, beherrscht - von 1618 bis 1648. In der Geschichtswissenschaft glaubte man lange Zeit, dass es sich beim den Auseinandersetzungen um einen Glaubenskrieg handelte. Heutige Historiker sind sich weitestgehend darüber einig, dass der Dreißigjährige Krieg noch viel mehr war. Auch wenn der Krieg die Frage nach dem ‚wahren‘ Christentum beantworten sollte, spielte dies nur sekundär eine Rolle, denn „zentral ging es um die Verteilung weltlicher politisch-‐ökonomischer Macht in Mitteleu-‐ ropa.“ 4 Hierbei standen sich der Kaiser Ferdinand II. (später Ferdinand III.) mit der katholischen Liga 5 und die protestantische Union 6 gegenüber.
Der Schwedische Krieg (1630 bis 1635), welcher die dritte Phase des Dreißigjährigen Krieges dar-‐ stellt, soll im Zentrum dieser Arbeit stehen. Dieser begann mit der Landung des Schwedenkönigs, Gustav Adolf II., an der deutschen Küste Pommern an der Ostsee. Nach einigen Rückschlägen be-‐ gann für das schwedische Heer 1631 mit der Schlacht bei Breitenfeld (nördlich von Leipzig) eine Reihe von Siegeszügen. Neben Eroberungen in Mecklenburg und Brandenburg wurden auch die Städte Mainz und Rain am Lech von den Schweden besetzt. 7 Die Anhänger der katholischen Liga mussten machtlos mit ansehen, wie die Hälfte des Heiligen Römischen Reichs erobert und für den Protestantismus gewonnen wurde.
Auch die Reichsstadt Augsburg wurde Mitte April des Jahres 1632 vom Schwedenkönig erobert. Die politische Situation in Augsburg vor dem Eingreifen Schwedens soll im Folgenden kurz skizziert werden.
Bis 1628 war die Reichsstadt Augsburg durch Bikonfessionalität gekennzeichnet, d.h. Protestanten und Katholiken existierten nebeneinander. Bedingt durch die Gegenreformation, welche zur Reka-‐ tholisierung der reformatorischen Lehre führen sollte, begann eine Phase zur stufenweisen Vertrei-‐ bung der Protestanten in Augsburg. Zunächst erfolgte eine Bevorzugung von katholischen Vertre-‐
4 Van Dülmen, Richard: Die Entstehung des frühneuzeitlichen Europa. 1550 - 1648, Frankfurt/Main 1982, S.
401.
5 Die Katholische Liga ist ein Zusammenschluss von adligen Vertretern des Heiligen Römischen Reichs. Sie kämpfte auf Seiten des deutschen Kaisers Ferdinand II., welcher zur Familie der Habsburger gehörte.
6 Die protestantische Union war ein Bündnis verschiedener politischen Vertreter, welcher sich der protestan-‐ tischen Kirche zugehörig fühlten.
7 Vgl. Tschopp: Heilsgeschichtliche Deutungsmuster, S. 17
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Anne Klein, 2011, Historische Realität und publizistische Darstellung – Am Beispiel zweier Flugblätter aus dem Jahr 1632 zur Eroberung der Reichsstadt Augsburg durch den Schwedenkönig, München, GRIN Verlag GmbH
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