L’ORÉAL - WEIL ICH ES MIR WERT BIN!
Die L’Oréal-Gruppe ist mit einem Umsatz von 15,8 Mrd. EUR und einem Marktanteil von 16% Weltmarktführer für kosmetische und dermatologische Produkte. Die Gruppe ist in 130 Ländern vertreten und beschäftigt über 50.000 Menschen. L’Oréal hat sich seit seiner Gründung im Jahre 1907 durch den französischen Chemiker Eugène Schueller von einer ausschließlich in Frankreich operierenden Werkstatt für Haarfärbemittel zu einem Global Player entwickelt. Heute steht die Gruppe ganz im Dienst der Schönheit und erfüllt täglich das Wellness-Bedürfnis der Frauen und Männer dieser Welt.
Die L’Oréal-Gruppe konzentriert sich nicht nur auf die Kosmetikherstellung, mit der mehr als 98% des Konzernumsatzes erzielt werden, sondern der Konzern besitzt auch Beteiligungen im Bereich Dermatologie (Galderma) und Pharmazie (Sanofi-Synthélabo). Unvermindertes Geschäftswachstum kombiniert mit steter Markterschließung sorgt für einen Jahr für Jahr gleich starken Ergebniszuwachs. Kontinuierlich betriebene Innovationen im Dienste des Verbrauchers gewährleisten Wirksamkeit, Qualität, Sicherheit und Innovation der Produkte. Intensive Forschung und Entwicklung sind der Schlüssel zum Erfolg L'Oréals und bilden seit der Konzerngründung das Herzstück der Unternehmensstrategie. Mit Investitionen von mehr als zwei Milliarden Euro in den vergangenen zehn Jahren baute L'Oréal einen herausragenden Forschungsbereich auf. Von L'Oréal werden jährlich mehr als 500 Patente angemeldet und die L’Oréal-Gruppe verfügt über mehr als 2000 Produkte, wobei sich L’Oréal als unternehmerisches Ziel gesetzt hat, jährlich mindestens ein oder zwei neue Produkte auf einem ihrer Märkte einzuführen bzw. ein bestehendes Produkt wiedereinzuführen. Der globale Anspruch von L'Oréal spiegelt sich schon in der diversifizierten Produktpalette wider, die auf unterschiedliche Zielgruppen und Märkte zugeschnitten ist: So wird im Produktportfolio bestehend aus 17 Weltmarken sehr wohl zwischen den verschiedenen Kulturkreisen und Konsumentenprofilen differenziert. Nicht nur den Verbrauchern sondern auch professionellen Abnehmern auf der ganzen Welt wird eine Vielfalt an Marken angeboten, die jeden Geschmack treffen. L’Oréal hat sich dabei auf vier Marken spezialisiert, nämlich auf Consumer Products, Professionelle Produkte,
Luxusprodukte und Apothekenkosmetik, welche unterschiedlichste Absatzmärkte und Preisklassen bedienen. Bemerkenswert ist, dass L’Oréal in Luxusgütermarken (wie Helena Rubinstein und Lancôme) im hochsegmentigen Preisbereich investiert und die Innovationen dann an seine Massenlabels (wie Ambre Solaire und Garnier) weiter reicht, weswegen auch die günstigeren Consumer Products über eine hochwertige Qualität verfügen.
Die Schwerpunkte des Produktportfolios liegen in den Bereichen Hautpflege, dekorative Kosmetik bzw. Make-up, Sonnenschutz und Haarkosmetik (Haarfarben, Pflege) und Parfums. Darunter befinden
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sich so bekannte Marken wie L’Oréal Paris, Garnier, Maybelline, L’Oréal Professionnel, Redken, Lancôme, Helena Rubinstein, Biotherm, Vichy, La Roche-Posay, Soft Sheen Carson, Matrix, Kiehl’s, Shu Uemura, Ralph Lauren, Giorgio Armani oder Cacharel.
Die Vermarktung der Produkte erfolgt sowohl über Verbrauchermärkte und Drogerien als auch über Friseursalons, Apotheken, Versandhandel und Internetshops. L’Oréal bleibt somit die einzige Gruppe weltweit, die ihre Produkte in fast allen Vertriebskanälen anbietet.
Die Stakeholder von L’Oréal stellen unterschiedlichste Ansprüche an das Unternehmen. Für die Mitarbeiter und Manager von L’Oréal steht die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze im Vordergrund, während L’Oréal für die Lieferanten ein zuverlässiger und finanzkräftiger Geschäftspartner sein soll. Die Kunden erwarten sich qualitativ hochwertige Produkte von L’Oréal. Von Steuergeldern und sicheren Arbeitsplätzen
für die Region profitieren wiederum der Staat und die Gesellschaft. Für die Gläubiger von L’Oréal spielen Liquiditätsaspekte und vernünftige Managementmaßnahmen eine wichtige Rolle, um sichere Investitionen tätigen zu können. Für die Eigentümer L’Oréals sind satte Gewinne und ein Florieren des Unternehmens schlussendlich von Bedeutung.
L’Oréal spricht mit seinen Produktkategorien Frauen im Alter von 20-40 Jahren als Zielgruppe an und hat auch Männer als Kunden entdeckt.
Jedoch nur aufgrund der Berücksichtigung von regionalen Unterschieden gelingt es dem Weltkonzern, seine erfolgreiche Präsenz vor Ort zu halten. Mit seinen „ethnischen Serien“ versucht L’Oréal nun auch den Markt für ethnische Kosmetikartikel zu erschließen. L’Oréal hat den dunkelhäutigen Mittelklasse-Konsumenten für sich entdeckt und auf ihn spezielle ethnische Kosmetikprodukte zugeschnitten. Die dunkelhäutige Bevölkerung macht etwa 85 Prozent der südafrikanischen Gesamtbevölkerung aus und verfügt zunehmend über eine immer größer werdende und äußerst kauffreudige Mittelschicht. Mit Softsheen Carson verfügt L'Oréal über die führende ethnische Haarprodukteserie auf dem südafrikanischen Markt. Auch für den weniger kaufkräftigen Teil der dunkelhäutigen Bevölkerung Südafrikas werden immer mehr Produkte auf den Markt gebracht. Vor allem lokal produzierte preiswerte Kosmetika sollen für diese Bevölkerungsgruppe attraktiv gemacht werden. Bei der Verfolgung der Werbestrategie für „ethnische Produkte“ sollten jedoch nicht die ideologischen Implikationen des Begriffs „ethnisch“ zur Zeit der Apartheid außer Acht gelassen, sondern mit den sensiblen Begriffen „ethnische“ Herkunft bzw. Rasse von Seiten L’Oréals vorsichtig umgegangen werden.
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Arbeit zitieren:
MMag. Dr. Sabine Picout, 2007, Fallstudie L'Oréal, München, GRIN Verlag GmbH
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