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Gliederung
1. Einleitung 1
2. Migration in der EU - Rückblick und Ausblick. 2
3. Das Migrationspotential im Zuge der EU-Osterweiterung 4
4. Konsequenzen für den Arbeitsmarkt 6
4.1 Ein einfaches Arbeitsmarktmodell 6
4.1.1 Modell mit homogener Arbeit 7
4.1.2 Modell mit heterogener Arbeit 8
4.2 Empirische Resultate 11
4.2.1 Entwicklung der Löhne und der Arbeitslosigkeit in
den USA 12
4.2.2 Entwicklung der Löhne und der Arbeitslosigkeit
in Israel 12
4.2.3 Entwicklung der Löhne und der Arbeitslosigkeit
in der EU 13
5. Fazit und Ausblick 14
6. Anhang 16
7. Literaturverzeichnis 19
ii
1. Einleitung
Die Mehrheit des Europäischen Parlaments verabschiedete am 19. März 2003 einen Bericht, der grünes Licht für den Beitritt von Zypern, Tschechien, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Malta, Polen, der Slowakei und Slowenien im Jahr 2004 in die Europäische Union (EU) gibt. Diese Erweiterung der EU um die Transformationsländer in Mittel- und Osteuropa (MOEL) bietet für alle Beteiligten große Chancen, wirft aber auch zahlreiche Fragen und Probleme auf. Mit der Vollmitgliedschaft erhalten die Beitrittskandidaten nach einer Übergangsfrist von maximal sieben Jahren uneingeschränkt die vier Grundfreiheiten des gemeinsamen Marktes: freier Verkehr von Waren, Kapital, Dienstleistungen und Personen. Der freie Personenverkehr wird dabei als besonders wichtiger Verhand-lungsgegenstand gesehen. Er umfasst laut EG-VERTRAG (1997, ART. 39) „…die Abschaffung jeder auf der Staatsangehörigkeit beruhenden unterschiedlichen Behandlung der Arbeitnehmer der Mitgliedstaaten in bezug auf Beschäftigung, Entlohnung und sonstige Arbeitsbedingungen.“
In den bisherigen EU-Ländern (EU-15) herrscht vereinzelt Angst darüber, dass ein Wegfall rechtlicher Migrationsschranken die Lage auf den heimischen Arbeitsmärkten weiter verschärft und die mögliche Magnetwirkung von deutlich höheren Löhnen, sowie das umfangreiche Angebot an staatlich bereitgestellten Gütern und Sozialleistungen zu einer Überflutung des Arbeitsmarktes mit billigen Arbeitskräften aus den Beitrittsländern führe.
Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob diese Ängste berechtigt sind. Dazu werde ich sowohl anhand von theoretischen Überlegungen, als auch mit Hilfe von empirischen Studien vergangener Migrationsbewegungen, insbesondere auch aus anderen Ländern, die möglichen Auswirkungen der EU-Osterweiterung auf den heimischen Arbeitsmarkt studieren. Die Arbeit ist wie folgt gegliedert: Im nächsten Kapitel werde ich zunächst einige Fakten der Migration in der EU präsentieren, sowie darlegen, wie die zukünftige Migration nach der EU-Osterweiterung institutionalisiert werden soll.
Da im Rahmen der EU-Osterweiterung insbesondere die Anzahl der möglichen Immigranten eine entscheidende Rolle spielt, werde ich in Kapitel drei kurz Schätzungen des Migrationspotentials für die EU vorstellen. Im vierten Kapitel werde ich dann die Auswirkungen der Migration auf den Arbeitsmarkt der EU-15 untersuchen. Zum einen werde ich anhand von zwei Modellen theoretische Ergebnisse ausarbeiten, zum anderen diese Ergebnisse aber auch mit empirischen Studien verifizieren. Dabei konzentriere ich mich auf die
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Auswirkungen auf die heimischen Löhne und auf die heimische Arbeitslosigkeit. Im abschließenden Kapitel werde ich die erzielten Ergebnisse zusammenfassen, sowie mögliche politische Handlungsempfehlungen geben.
2. Migration in der EU - Rückblick und Ausblick
Unter Migration wird im Allgemeinen eine besondere Form der internationalen Mobilität verstanden, die sich dadurch auszeichnet, dass die Herkunft und das Ziel der wandernden Personen in unterschiedlichen Ländern liegen. Wichtig dabei ist insbesondere, dass nur die Menschen als Migranten gelten, die ihren Wohnsitz dauerhaft oder für eine bestimmte Zeit in ein anderes Land verlagern. Migration ist für Europa kein neues Phänomen. Insbesondere seit dem zweiten Weltkrieg hat es immer wieder mehr oder weniger große Migrationswellen gegeben, wobei diese Migrationen hauptsächlich so genannte Binnenwanderungen waren, also Wanderungsbewegungen innerhalb Europas. Diese historischen Migrationen reichten von der Flüchtlingswelle in den ersten Nachkriegsjahren bis zum Mauerbau, über die Arbeitsmigration in den 1960er und 1970er Jahren. Nach MÜNZ (2002) lebten 1950 in der westlichen Hälfte Europas, der heutigen EU-15 plus Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz, nur 3,8 Millionen Ausländer. Bis 1970 stieg diese Zahl auf fast elf Millionen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts lebten rund 20 Millionen Ausländer in diesen 18 Staaten Europas. Hinzu kamen rund acht Millionen eingebürgerte oder bereits als Staatsbürger des Ziel-landes eingewanderte Personen.
Die Hauptgründe für diese Migrationswellen waren hauptsächlich die unterschiedlichen Verdienstmöglichkeiten, sowie der unterschiedliche Wohlstand zwischen Herkunfts- und Zielland. Nach dem Humankapitalansatz von SJASTAAD (1962) vergleicht jeder potentielle Migrant den Nutzen in seinem Herkunftsland mit dem Nutzen im potentiellen Zielland. Eine Migration findet dann in das Ziel-land statt, welches den höchsten Nutzenzuwachs verspricht. Dabei wird der Nutzen oftmals mit Einkommen gleichgesetzt und Einkommen wiederum mit Arbeitseinkommen. Der potentielle Migrant wird dann dorthin wandern, wo er das größte Arbeitseinkommen erzielen kann. Möglich wurde diese Form der Migration, die sog. Arbeitsmigration durch zwei entscheidende Faktoren: die Absenkung der Transaktionskosten durch Massenverkehrsmittel, sowie der große Be-
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Arbeit zitieren:
Thorsten Wilke, 2003, EU-Osterweiterung und Migration, München, GRIN Verlag GmbH
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