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111Einleitungg
Jeder Tag führt uns vor Augen, dass ein nicht hinehmbarer Riss durch unsere Welt geht. Millionen von Menschen leben in extremer Armut. Viele sind Ungerechtigkeiten, mangelnder Bildung, Kriegen, Folter und sogar der Todesstrafe ausgesetzt ebebso wie in ökonomischen und ökologischen Katastrophen. Das Projekt „Weltethos“ basiert auf einer Vision eines globalen Bewusstseinswandels im Ethos der Menschen, weltweit, national und lokal. Alle Menschen sind heute auf ein friedliches Zusammenleben, auf gemeinsame ethische Werte und deren Maßstäbe Haltungen und Handlungen angewiesen. In der vorliegenden Arbeit werde ich auf die großen Weltreligionen, ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten, auf den Wandel von den Religionskriegen zum Terrorismus und auf die Grundforderungen der Menschheit, auf ihrem Weg zu einem Weltethos eingehen. 22DassProjektt„Weltethos““
Wir haben es mit einer großen Idee zu Tun, der Entwicklung zur ethischen Globalisierung. Die Erklärung zum Weltethos wurde Anfang September 1993 in Chicago von Vertretern verschiedener Religionen erstellt. Insgesamt kamen etwa 6.500 Vertreter aus allen Religionen und Weltanschauungen zu dem Treffen. Deutlich geworden sind Konvergenzen und Divergenzen zwischen den Religionen. Es finden sich aber durchaus Gemeinsamkeiten, die einen Diskurs zu den Fragen der Religionen und Kulturen, erlauben. Dieser Diskurs muss fortgesetzt werden.. Warum muss er weitergehen? Um seine Mitmenschen besser zu verstehen, aber auch um uns besser zu verstehen, was nur auf dem Wege von Vergleich und Konfrontation geschehen kann. Es wurde deklariert, dass es ein Wertefundament für die Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens geben muss. Der interreligiöse Dialog ist alles andere als eine private, persönliche, lokale oder regionale Angelegenheit. Niemand wird heute bestreiten, wie sehr der Frieden der Welt vom Frieden unter den Religionen abhängt. Ethos, Menschenrechte und Globalisierung sind Teil unserer Alltagserfahrung und aus diesem Grund müssen wir die Weichen danach stellen.
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33DieegroßennWeltreligionennimmVergleichh
Vergleicht man Buddhismus, Hinduismus, Islam und Christentum, findet man in jeder Religion auch Weisheit und Gutes. Es gibt Parallelen, aber es gibt auch deutliche Unterschiede.
Die verbreiteste Weltreligion ist das Christentum mit 2 Milliarden Anhängern. An zweiter Stelle folgt der Islam mit 1,2 Milliarden. Dann folgt der Hinduismus mit 550 Millionen, der Buddhismus mit 300 Millionen und schließlich das Judentum mit 14 Millionen.
Das Judentum ist die älteste der Weltreligionen. Die Anfänge der jüdischen Religion gehen auf die Zeit der Patriarchen im 18. Jh. v. Chr. zurück. Dann folgt der Hinduismus, der seinen Ursprung im 12. Jh. v. Chr. hat. An dritter Stelle folgt der Buddhismus, der auf das 6. Jh. v. Chr., zurückgeht. Das Christentum entstand im 1. Jh. n. Chr. und der Islam im 7. Jh. n. Chr. Der Islam zählt heute (2000 n. Chr.) etwa 1,2 Milliarden Anhänger.Er ist von Nordafrika über Arabien, Syrien, die Türkei, den südlichen Balkan, Irak, Persien, Afghanistan, Pakistan, Malaysia bis nach Indonesien verbreitet. Islamisch sind aber auch verschiedene südliche Republiken der ehemaligen Sowjetunion. Im westlichen Europa gibt es derzeit durch die Zuwanderung etwa 40 Millionen Muslime. In den Vereinigten Staaten findet der Islam vor allem unter der schwarzen Bevölkerung immer mehr Anhänger (die sog. „Black Muslims“). Keine der großen religiösen Traditionen der Menschengeschichte, weder die semitischen noch die der indischen oder die der chinesischen Ursprungs haben ein einheitliches, uniformes Verständnis der letzten, höchsten Wirklichkeit, des Himmels, des Tao, des Absoluten, der Gottheit, Gottes. Schon die Verschiedenheit der Benennungen zeigt, eher ein Verwandtes, Analoges, immer ein Erstes oder Letztes, Höchstes oder Tiefstes, das alle Wirklichkeit bestimmt, sei es als beherrschende oder innewohnende Person, sei es als überragendes oder durchwaltendes Prinzip.
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3.1 Die Heiligen Schriften 1
Alle großen Weltreligionen haben bedeutende Heilige Schriften. Der Hinduismus gründet auf den Veden und den Upanischaden sowie der Bhagavadgita. Der Buddhismus auf den Lehrreden von Buddha und auf den kanonischen Schriften (Tripitaka). Das Judentum betrachtet die hebräische Bibel und den Talmud als seine heiligen Schriften. Das Christentum hat das Alte und das Neue Testament als seine schriftliche Grundlage und der Islam sieht im Koran sein heiliges Buch.
3.2 Unterschiedliche Glaubens-Gottheiten
Der Hinduismus verkündet mehrere Arten von Gottheiten. An der Spitze steht das Eine, unpersönliche Brahman. Im Brahman existieren die drei Hochgottheiten Brahma, Vischnu und Shiva. Um jeden dieser drei Hochgötter scharen sich viele niedere Götter, die für spezielle Bereiche zuständig sind. Schließlich gibt es noch die Avataras, die eine irdische Verkörperung der Hochgottheiten darstellen. Der bekannteste dieser Avataras ist Krishna. Die hinduistische Gottesvorstellung ist gleichzeitig monotheistisch und polytheistisch, unpersönlich und persönlich, transzendent und immanent.
Der Buddhismus verkündet je nach Richtung recht unterschiedliche Lehren von Gott. Die Richtung des Hinayana lehrt, dass Gott nebensächlich sei, da der
Mensch nach der Auslöschung im Nirwana 2 strebt. Die Richtung des Mahayana kennt ein unpersönliches Absolutes, persönliche Gottheiten und geschichtliche Erscheinungen von Gott bzw. Buddha (z. B. Gautama Siddhartha). Das Judentum lehrt die Existenz von einem einzigen Gott. Dieser Gott ist transzendent, geistig und personal. Er ist ein Schöpfergott, der den Kosmos, die Welt und den Menschen erschaffen hat. Er ist der Herr des Himmels und der Erde. Er ist der Vater der Menschen und greift in die Geschichte ein. Gott ist schließlich auch der Richter der Menschen, der das Gute belohnt und das Böse bestraft.
1 http://de.wikipedia.org/wiki/Weltreligion
2 http://evol-dei.ch/?mid=TVRneQ
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Das Christentum baut auf der jüdischen Lehre von Gott auf, geht aber noch über diese hinaus. Die christliche Lehre betont vor allem, dass Gott ein liebender und barmherziger Vater ist. Gott setzt sich auch in besonderer Weise für die Erlösung des Menschen ein und sendet seinen eigenen Sohn in die Welt. Gott ist aber auch ein gerechter Gott, der den unbußfertigen Menschen bestraft. Das Christentum verkündet schließlich auch die Lehre von einem dreifaltigen Gott, der aus drei Personen, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, besteht. Der Islam lehrt einen strengen Monotheismus und betont die Einzigkeit Gottes. Gott ist geistig und personal. Er thront erhaben über der Welt und bestimmt in seiner Allmacht das Schicksal der Menschen. Gleichzeitig ist er aber auch gütig und barmherzig und hat Verständnis für die Schwächen der Menschen. Er ist stets bereit, dem reuigen Menschen zu vergeben. Der Islam ist eine monotheistische Religion, die auf dem Koran gegründet ist. Muslime glauben, dass der Erzengel Gabriel dem Propheten Mohammed die Heilige Schrift eingegeben hat. Die fünf Grundsäulen des Islam sind: das Glaubensbekenntnis des alleinigen Gottes, fünfmal täglich Gebet, die Almosensteuer, das jährlich einmonatige Fasten und die Pilgerfahrt nach Mekka.
3.3 Die Schöpfung der Welt
Im Hinduismus wird die Welt nur als Schein und Illusion (Maya) betrachtet. Sie ist nicht die eigentliche Wirklichkeit und hat nur eine untergeordnete Bedeutung. Die Welt ist ein ewiger Kreislauf von Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung. Der Hinduismus hat eine abwertende Vorstellung von der Welt. Der Buddhismus sieht die Welt ebenfalls als Schein und Illusion. Die Welt fesselt die Begierden des Menschen, sie täuscht ihn mit ihren Illusionen und wird dadurch zu einer Stätte des Leidens. Der Mensch muss die Illusion der Welt durchschauen und darf sich von ihren Verlockungen nicht fesseln lassen. Das Judentum lehrt, dass die Welt eine Schöpfung Gottes und daher selbst nicht göttlich ist. Die Welt ist gut und zur Freude des Menschen da. Sie ist dem Menschen untertan und darf vom Menschen im Sinne Gottes genutzt werden. Das Judentum vertritt ein lineares Geschichtsbild und eröffnet damit das Fortschritts-
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denken. Die Welt ist aber nicht die endgültige Stätte des Menschen. Sie dient als Ort der Bewährung auf dem Weg zum Jenseits.
Das Christentum dagegen lehrt die Bejahung der Welt und öffnet die Augen für die Schönheiten der Welt. Es warnt vor einer Welt ohne Gott, Vor einer Welt in der der Mensch nach seinen eigenen Maßstäben lebt. Das Christentum sieht schließlich die Welt als Stätte der Bewährung, in der sich das ewige Schicksal des Menschen entscheidet.
Der Islam sieht in der Welt eine Schöpfung Gottes. Die Welt unterliegt aber nicht bestimmten Gesetzen, die Gott in die Welt hineingelegt hat. Das bedeutet, dass Gott in jedem Augenblick nach seiner willkürlichen Allmacht die Welt weiterschafft.
3.4 Leib und Seele
Der Hinduismus betrachtet den Menschen als ein Wesen aus Leib und Seele. Die Seele ist göttlichen Ursprungs und hat schon vor der Zeugung des Menschen existiert; der Körper ist die irdische Hülle der Seele. Die Seele des Menschen wird von zwei Grundgesetzen bestimmt: dem Gesetz des Dharma, welches die Ordnung aller Dinge bestimmt, und dem Gesetz des Kharma, welches die Vergeltung für begangene Taten festlegt. Der Mensch durchläuft in seinem Leben vier Stadien, nämlich das Stadium des Schülers, das Stadium der Familie und des Berufs sowie die Stadien des Rückzugs und des Einsiedlers. Der Buddhismus betont, dass der Mensch ein leidendes Wesen sei. Der Mensch ist auf verschiedene Weise an die Welt gekettet und wird so ständig von bestimmten Begierden heimgesucht. Die Begierden des Menschen können aber keine bleibende Erfüllung finden und sind somit eine ständige Quelle der Enttäuschung. Der Buddhismus weist auch nachdrücklich auf die Gleichheit aller Menschen hin.
Das Judentum sieht im Menschen ein geschöpfliches Wesen, das von seinem Schöpfer abhängig und auf den Schöpfer hingeordnet ist. Der Mensch ist ein
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Abbild Gottes und verfügt als solches über Geist, Freiheit und schöpferische Fähigkeiten. Im Gegensatz zu Gott der diese Eigenschaften in absoluter Weise aufweist, besitzt der Mensch diese Eigenschaften nur in relativer und beschränkter Weise. Der Mensch wird auch als ein körperliches, soziales und geschlechtliches Wesen beschrieben.
Das Christentum bezeichnet den Menschen als Kind Gottes, das zu Gott „Vater“sagen kann. Der Mensch ist aber auch ein Freund Gottes und zur Gemeinschaft mit Gott berufen. Das Christentum zeichnet das Bild vom wahren und vollkommenen Menschen, es weiß aber auch um die Schwächen und um die Bosheit des Menschen. Das Christentum ruft den Menschen auf, mit Hilfe Gottes und durch eine ständige Bekehrung zu einem heiligmäßigen Wesen zu werden. Der Islam definiert den Menschen als ein Geschöpf, das Gott unterworfen und dessen Schicksal ganz von Gott bestimmt ist. Gleichzeitig wird der Mensch auch als ein Wesen mit freiem Willen beschrieben. Die Freiheit des Willens beschränkt sich aber darauf, das von Gott bestimmte Schicksal freiwillig anzunehmen. Der Islam weist auch auf die vielen Schwächen des Menschen hin. Da Gott um die Schwächen des Menschen weiß, will er ihn nicht durch zu strenge Gebote überfordern.
3.5 Ethik und Glaube
Im Hinduismus soll sich der Mensch von verschiedenen Fehlhaltungen und Begierden lösen. So soll die Ethik zum Verzicht auf Gewalt, zur Überwindung der Lüge, des Materialismus und der sexuellen Begierde führen. Die hinduistische Ethik legt aber auch besonderen Wert auf die Sauberkeit und Genügsamkeit, auf das Ertragen von Widerwärtigkeiten und auf das Schweigen. Der Buddhismus entfaltet eine sehr umfassende Ethik. Im „Achtteiligen Pfad“ lehrt er die rechte Sicht, die rechte Gesinnung, rechtes Handeln, rechte Lebensführung, rechte Achtsamkeit und rechte Konzentration. In den „Fünf Geboten“ verbietet er jedes Töten, Diebstahl, Lüge, Ehebruch und Genuss von Alkohol. Er empfiehlt auch die Vier „wohlwollenden Haltungen“, nämlich Freundschaft, Mitleid, Mitfreude und Gleichmütigkeit.
Arbeit zitieren:
Dipl.Pflegewirtin Jenny Enssle, 2011, Vergleich der großen Weltreligionen im Hinblick auf das Projekt „Weltethos“ von Hans Küng, München, GRIN Verlag GmbH
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