Gliederung
1. Einleitung 2
2. Theoretisches Verständnis des Wissenstransfers zwischen
Wissenschaft und Wirtschaft 2
2.1. Wissen 3
2.2. Technologie 3
2.3. Wissenstransfer, Technologietransfer 4
3. Wege und Formen des Wissenstransfers
zwischen öffentlichen Forschungseinrichtungen und Wirtschaft. 5
3.1. Kooperative Forschung 6
3.2. Gemeinsame Forschungseinrichtungen. 8
3.3. Spin-offs 9
4. Hemmnisse für effektive Interaktion. 11
5. Handlungsempfehlungen für einen verbesserten Wissenstransfer 14
6. Literaturverzeichnis. 16
7. Interviewverzeichnis 17
1
1. Einleitung
Der Wissens- und Technologietransfer hat seit Ende der 1970er Jahre eine wachsende Bedeutsamkeit erlangt. Er ist nicht erst seitdem ein existierendes Konstrukt, denn bereits seit mehr als 130 Jahren wurde z.B. Gottlieb Daimler mit dem Auftrag nach Paris gesandt, sich eine neue Entwicklung des Gasmotors anzusehen. Diese Idee, welche er als überzeugend empfand, nahm er mit nach Hause und entwickelte daraus einen neuen Motor. Somit sieht man, dass der Wissens- und Technologietransfer schon in den vergangenen Jahrhunderten eine große Rolle spielte. Die Wirtschaft beschäftigt sich jedoch erst seit den letzten zwei Jahrzehnten mit den Problembereichen. In der vorliegenden Arbeit bildet der Transfer des Wissens und der Technologie zwischen Wissenschaft und Wirtschaft den Untersuchungsgegenstand.
Gerade in den letzten Jahren hat der Wissens- und Technologietransfer immer stärker an Bedeutung gewonnen. Von Seiten der Politik wird das Bedürfnis nach einer stärkeren Verwertung und Anwendung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse immer größer. In Deutschland und auch im Ruhrgebiet wurden, zur Stärkung des Wissens-, Forschungs-und Technologietransfers, in den letzten Jahren eine Vielzahl von Initiativen ins Leben gerufen. Doch der Wissens- und Technologietransfer kann nur so wirksam sein, wie die Rahmenbedingungen, in denen er eingesetzt wird. Daher ist es wichtig festzustellen, dass es nicht nur um die Häufigkeit der Nutzung der Instrumente Wissens- und Technologietransfer geht, sondern dass das Innovationssystem als Einheit betrachtet wird. In der Praxis erwies sich die Überführung von Wissen und Technologie von der Wissenschaft in die Wirtschaft und in umgekehrter Richtung als Kernproblem, welches es zu lösen gilt. In dieser Arbeit wird das Ziel verfolgt, einen Überblick über die verschiedenen Transferarten zu geben und auf die bisher bestehenden Probleme und Hemmnisse bei Unternehmen und Hochschulen einzugehen. Vor allem möchte ich aufzeigen, was jede Partei, die an einer solchen Kooperation beteiligt ist, zu seiner Verbesserung beitragen kann.
2. Theoretisches Verständnis des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
Nachfolgend werden die Begriffe Wissen, Technologie, Wissenstransfer und Technologietransfer erläutert.
2
2.1. Wissen
Die Definition des Begriffs „Wissen“ ist nicht einfach. Eine Sichtung der relevanten Literatur ergibt, dass es keinem Definitionsversuch gelingt, den Begriff eindeutig und unmissverständlich zu umreißen. Ein wesentliches Merkmal von Wissensdefinition unterschiedlicher Autoren ist, dass das Wissen eines Individuums in Beziehung zu seinen Handlungen gesetzt wird. 1 Ferner ist zur weiteren Bestimmung des Begriffs „Wissen“ zweckmäßig, ihn von dem der „Information“ zu trennen. Informationen sind objektive, zweckorientierte Nachrichten. Wissen entsteht erst, wenn die Informationen auf bereits vorhandenes, subjektives Vorwissen bezogen und mit diesem verknüpft werden Erst dadurch werden Handlungen gesteuert. Wissen entsteht somit durch Interaktion von Informationen mit individuellen Denk-, Handlungs- und Orientierungsmustern. Informationen können dementsprechend als Stromgrößen bezeichnet werden, die den Wissensbestand eines Individuums verändern. 2
Zur Kategorisierung von Wissen können unterschiedliche Dimensionen herangezogen werden. Die Differenzierung nach dem Explikationsgrad ist besonders interessant, da sie wichtige Schlussfolgerungen für den Umgang mit Wissen erlaubt. Dabei wird von folgender Unterscheidung ausgegangen:
- Explizites Wissen ist dokumentiert und übertragbar. Es kann in formale Sprache gefasst werden und ist nicht personengebunden.
- Implizites Wissen meint verborgenes Wissen. Es kann nicht in Worte gefasst werden, ist personengebunden und entsteht vor einem individuell, spezifischen Erfahrungshintergrund. 3
Die verschiedenen Arten von Wissen unterscheiden sich auch in Bezug auf ihre Transferierbarkeit. Explizites, also artikulierbares Wissen, ist leichter transferierbar als implizites Wissen. 4
2.2. Technologie
Üblicherweise wird in der Literatur unter dem Begriff „Technologie“ „die Gesamtheit des Wissens über naturwissenschaftlich/technische Zusammenhänge zur Lösung technischer Probleme verstanden.“ 5 Laut Tschirky umfassen Technologien spezifisches Wissen zur produkt-und prozessorientierten Nutzung von natur-, sozial-und
1 Vgl. Heppner, Karsten (1997), S.13.
2 Vgl. Heppner, Karsten (1997), S.14.
3 Vgl. Zahn, Erich / Foschiani, Stefan / Tilebein, Meike (2000), S.249.
4 Vgl. Zahn, Erich / Foschiani, Stefan / Tilebein, Meike (2000), S.261.
5 Fichtel, Roland (1997), S.5.
3
ingenieurwissenschaftlichen Erkenntnissen. 6 Im Vergleich mit den Erläuterungen zu dem Begriff „Wissen“ wird ersichtlich, dass die Technologie eine Teilmenge des Wissens bildet. Wissen ist ein weitgreifenderer Begriff als der der Technologie und schließt daher die Technologie mit ein.
2.3. Wissenstransfer, Technologietransfer
Da das Begriffselement „Transfer“ zumeist einheitlich als Übertragungsvorgang interpretiert wird, sind die unterschiedlichen Auffassungen der Literatur zum Teil auf verschiedene Festlegungen, sowohl des Wissens- als auch des Technologiebegriffs zurückzuführen. 7
Der Wissenstransfer deckt sämtliche Bereiche des Technologietransfers ab und ist daher als Oberbegriff zu bezeichnen, unter welchem z.B. der Begriff „Technologietransfer“ zu subsumieren ist. In diesem Sinne ist der Wissens- und Technologietransfer ganz allgemein als die Übertragung eines Transferobjekts (Wissen bzw. Technologie) von einem Geberzu einem Nehmersystem zu definieren. 8
Vereinfacht ist ein Transferprozess folgendermaßen zu skizzieren: Es werden zwei Organisationseinheiten S (Sender, Gebersystem) und E (Empfänger, Nehmersystem) betrachtet, die jeweils über eine eigene Wissensbasis verfügen. In der Ausgangssituation ist die Einheit E mit einer Problemstellung konfrontiert, die sie auf der Grundlage des ihr verfügbaren Wissens nur unbefriedigt lösen kann. Die Organisationseinheit S hingegen verfügt über das Wissen, das zur Lösung des Problems beitragen kann. Der Transferprozess umfasst all die Interaktionen zwischen den Organisationseinheiten die erforderlich sind, um das problemrelevante Wissen von S auf E zu übertragen. 9
Eine umfassende Ausprägung des Wissens- bzw. Technologietransfers stellt die Zusammenarbeit in einem Cluster dar. Ein Cluster ist ein Netzwerk, welches sich aus Unternehmen und Institutionen eines gemeinsamen Wirtschaftszweiges zusammensetzt. Dabei ist die räumliche Nähe für die wirtschaftliche Entwicklung und das Entstehen von Wissen, sowie die Sicherung langfristiger Wettbewerbsvorteile, ebenfalls förderlich. Beteiligte in einem Cluster können Hochschulen, öffentlich geförderte Forschungseinrichtungen sowie Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung sein.
6 Vgl. Tschirky, Hugo (1998), S.227.
7 Vgl. Fichtel, Roland (1997), S.7.; Müller, Ute (1988), S.2.
8 Vgl. Fichtel, Roland (1997), S.7.
9 Vgl. Heppner, Karsten (1997), S.187.
4
Arbeit zitieren:
Marlen Hollunder, 2011, Wissens- und Technologietransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Politik - Sonstige Themen: Wissens- und Technologietransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Politik - Sonstige Themen: neuer Titel erschienen: Wissens- und Technologietransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft
Marlen Hollunder hat einen neuen Text hochgeladen
Technologiebasierte Chancen und Wachstum akademischer Spin-offs
Eine Untersuchung des Einfluss...
Felix Riesenhuber
Wissen, Wissenschaft und Global Commons
Forschung zu Wissenschaft und ...
Melanie Morisse-Schilbach, Jost Halfmann
Marktbezogenes Lernen in Akademischen Spin-Offs
Gewinnung und Integration von ...
Petra Dickel
Vermarktung von Innovationen durch Spin-offs
Empirische Analyse von Unterne...
Oliver Mauroner
Spin-Offs: Wie Wissenschaftler zu Unternehmern werden
Anforderungen an den Gründer u...
Monika Nörr
Spin-offs: vom Brutkasten zum Marktschlager
Individuelle Erfolgsgeschichte...
Alexander Schicker, Kerstin Wagner, Katharina Becker, Frank Bau
Sti Review: Special Issue on 'Fostering High-Tech Spin-Offs: A Public ...
OECD Publishing, Publishing Oecd Publishing
Success Factors of Corporate Spin-Offs
Alexander Tubke, Alexander T]bke, Alexander Ta1/4bke
0 Kommentare