Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Leben von Egon Erwin Kisch 2
3. Kischs Reportagetheorie 4
4. Kritik an der Sensationspresse in der Weimarer Republik 6
5. Objektivität oder Sensationslust bei Kisch? 8
6. Schluss 9
7. Quellenverzeichnis 11
8. Literaturverzeichnis 11
1
1. Einleitung
Das Essay befasst sich mit dem Reporter Egon Erwin Kisch, der einen großen Teil seiner Arbeit in der Zeit der Weimarer Republik vollbrachte. In dieser Zeit kam dort ebenfalls die Sensationspresse mehr und mehr auf, so dass sich die Frage nach einem Zusammenhang stellt.
Die These des Essays lautet, dass man Kisch als Sensationsreporter bezeichnen kann, der sich nicht an die Objektivität hielt um sensationelle Geschichten zu generieren.
Zuerst wird in diesem Essay kurz das Leben von Egon Erwin Kisch skizziert. Anschließend wird Kischs persönliche Reportagetheorie geschildert, die eine Grundlage seiner Arbeit bildete. Danach wird in einem kurzen Abriss über die Sensationspresse der Weimarer Republik und die zeitgenössische Kritik daran berichtet.
Als nächstes wird der Frage nach Objektivität oder Sensationslust im Werk Kischs nachgegangen.
Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet die anfangs aufgeworfene Frage, ob Egon Erwin Kisch ein Sensationsreporter im eigentlichen Sinne war.
2. Leben von Egon Erwin Kisch
Egon Kisch wurde am 29. April 1885 in Prag als zweites Kind des Tuchhändlers Hermann Kisch und seiner Frau Ernestine geboren. Er besuchte zuerst eine Klosterschule und dann die I. deutsche Staatrealschule. 1901 starb sein Vater. Zwei Jahre später machte Kisch sein Abitur. Nachdem er seinen einjährigen Militärdienst abgeleistet hatte ging er 1905 an die Journalistenhochschule Richard Wrede in Berlin. Ein Jahr später trat Egon Kisch, der sich den zweiten Vornahmen als literarisches Pseudonym zulegte, in die Lokalredaktion der „Bohemia“ in Prag ein.
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Landesweit bekannt wurde Kisch durch die Affäre um Oberst Redl 1913. Alfred Redl arbeitete im österreichischen Nachrichtendienst und war gleichzeitig russischer Spion. Als sein Doppelleben enttarnt zu werden drohte, verübte er Selbstmord. Die Österreicher versuchten die Spionageaffäre geheim zu halten, Kisch deckte sie allerdings auf und veröffentlichte die Ergebnisse seiner Recherchen.
Direkt nach der Affäre siedelte Egon Erwin Kisch nach Berlin über, wo er bis zu seiner Einberufung direkt nach Beginn des 1. Weltkrieges lebte. Den Krieg erlebte er an der West- und Ostfront, bis er 1917 in das k.u.k. Kriegspressequartier nach Wien abkommandiert wurde. Kisch nahm im Herbst 1918 aktiv an allen wichtigen Ereignissen teil, die am 12. November zum Sturz der Monarchie führten. Im Folgenden arbeitete Kisch bei der linken Zeitung „Der neue Tag“ und engagierte sich in sozialistischen Kreisen, bis er 1920 nach Prag zurückkehrte und 1921 erneut Berlin aufsuchte. Dort wurde er Berliner Korrespondent der Brünner Zeitung „Lidové noviny“, publizierte allerdings auch in anderen Zeitungen 1 und gab Reportagebände heraus.
Die Reportagen bestanden zum größten Teil aus Berichten von seinen unzähligen Reisen. Von diesen sind vor allem die Besuche in der Sowjetunion 1925, Algerien und Tunesien 1927, ein mehrmonatiger Aufenthalt in den USA 1928-1929 und China 1932 zu nennen. Diese brachten ihm auch den Namen „rasender Reporter“ ein.
Seine politischen Ansichten schlugen sich besonders in der positiven Schilderung der Sowjetunion und der eher negativ gehaltenen Beschreibung Amerikas nieder. Nach dem Reichstagsbrand wurde er in Spandau interniert. Nach Protesten der tschechoslowakischen Botschaft wurde er aus Deutschland ausgewiesen. Er verlegte seinen Lebensmittelpunkt nach Paris, von wo aus er zu weiteren Reisen aufbrach. Seine bekannteste Reise führte ihn 1935 nach Australien. Die australischen Behörden wollten ihn aufgrund seiner bekannten sozialistischen Gesinnung nicht einreisen lassen. Er sprang vom Schiff auf die Kaimauer. Dabei brach er sich ein Bein. Nach großen Protesten der linken Öffentlichkeit wurde Kisch schließlich doch aufgenommen.
1 In der AIZ (1926 - 1931), in der Arbeiterstimme (1927 - 1932), in der Frankfurter Zeitung (1926 - 1932), in der Literarischen Welt (1926 - 1930), in Das Neue Rußland (1926 - 1932), im Prager Tagblatt (1919 - 1932), in der Roten Fahne in Berlin (1926 - 1932), in der Welt am Abend (1925 - 1932), in der Weltbühne (1928 - 1930) etc.
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Arbeit zitieren:
Fabian Hartl, 2010, Egon Erwin Kisch - ein Sensationsreporter?, München, GRIN Verlag GmbH
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