Inhalt
Einleitung und Fragestellung ... 1
1.
Begrifflichkeiten ... 2
1.1.
Berufliche Bildung ... 2
1.2.
Beruf ... 2
1.3.
Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung ... 3
2.
Bildungstheoretischer Hintergrund beruflicher Bildung ... 5
2.1.
Abriss ... 5
2.2.
Ausbildung im Dualen System ... 7
2.3.
Allgemeinbildung vs. Berufsbildung ... 9
3.
Berufliche Bildung für eine nachhaltige Entwicklung? ... 11
3.1.
Lebenslanges Lernen als Herausforderung ... 12
3.2.
Persönlichkeitsbildung und Handlungsorientierung ... 12
3.3.
Beständigkeit durch Wandel ... 13
4.
Ausblick ... 14
Literatur ... 16
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Einleitung und Fragestellung
Mit der beruflichen Ausbildung junger Menschen verfolgt unsere Gesellschaft das Ziel, die
Betriebe mit Fachkräften zu versorgen und das Innovationspotential innerhalb der Betriebe
zu fördern.
Bis zum Jahr 2020 werden Arbeitsprozesse wo immer es möglich ist automatisiert.
Übrig bleiben die Betriebe mit komplexen Arbeitsabläufen. Produktionsorientierte Tätigkeiten
und primäre Dienstleistungen werden immer mehr verschwinden. Dagegen wird die
Nachfrage nach sekundären Dienstleistungen wie zum Beispiel Beratung, Betreuung, Lehre,
Management, Forschung und Entwicklung weiter ansteigen.
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Die Anforderungen an das Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte werden also zukünftig
stetig steigen. Hierauf muss die berufliche Bildung reagieren, wenn sie ,,up to date" sein will.
Dazu gehört, dass sie sowohl selbst nachhaltig ist, als auch als Impulsgeber für eine nach-
haltige Entwicklung in unserem Land fungiert.
Doch wie kann sie diese Herausforderung meistern? Dieser Frage möchte ich in meiner
Arbeit nachgehen.
Dabei plane ich, wie folgt vorzugehen: Im ersten Teil werde ich die Begriffe meiner Arbeit
definieren. Zu den Begriffen gehören: ,,Berufliche Bildung" sowie ,,Beruf", ,,Nachhaltigkeit"
bzw. ,,nachhaltige Entwicklung".
Im Fokus des zweiten Teils stehen die bildungstheoretischen Hintergründe beruflicher
Bildung. Neben einem Abriss werden die Bereiche ,,Ausbildung im Dualen System" und
,,Allgemeinbildung versus Berufsausbildung" näher betrachtet.
Im dritten Teil meiner Arbeit möchte ich die Erkenntnisse aus den vorangegangenen Teilen
zusammenzuführen, um die Frage zu beantworten, ob die berufliche Bildung die Aufgabe
erfüllt, einen entscheidenden Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung zu leisten.
Dabei soll der Schwerpunkt auf den Aspekten: Lebenslanges Lernen, Persönlichkeitsbildung
und Handlungsorientierung der beruflichen Bildung liegen.
Angesichts der Komplexität und Vielschichtigkeit des Themas, erhebt die Arbeit nicht den
Anspruch auf Vollständigkeit. Im Gegenteil! Bei der Literaturrecherche wurde mir klar, dass
ich in meiner Arbeit das Thema nur bruchstückhaft beleuchten kann.
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Vgl. Vereinigung der Bay
Vgl. Vereinigung der Bay erischen Wirtschaft 2003.
erischen Wirtschaft 2003. S. 76.
S. 76. N
N a
a ch Arnold, R./Gonon,
ch Arnold, R./Gonon, Ph.
Ph. :
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Einführung in die Berufspädagogik. We
Einführung in die Berufspädagogik. We inheim/Basel: Budrich Verlag
inheim/Basel: Budrich Verlag 2006. S. 191.
2006. S. 191.
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2
Doch nun möchte ich Sie einladen, mich auf meinem Weg zu begleiten und meinen Gedan-
kengängen zu folgen.
1. Begrifflichkeiten
1.1.
1.1.
Berufliche Bildung
Berufliche Bildung
In Deutschland findet die berufliche Bildung im sog. ,,Dualem System" statt, d. h. das Auszu-
bildende abwechselnd im Betrieb und in der Berufsschule ausgebildet werden. Obwohl die
Qualifikationsanforderungen der Betriebe einem ständigen Wandel unterworfen sind hat sich
der Begriff des ,,Ausbildungsberufs" bis heute gehalten und ist gesellschaftlich anerkannt.
Das Berufsbildungsgesetz aus dem Jahre 1969 bildet den gesetzlichen Rahmen und
schreibt vor, dass jeder Beruf nach einer bestimmten Ausbildungsordnung ausgebildet
werden muss. Der schulische Teil der Berufsausbildung ist Ländersache und wird in Form
von Schulgesetzen festgelegt.
Der sog. ,,Ausschließlichkeitsgrundsatz" zementiert das deutsche Konzept der berufsorien-
tierten Ausbildung.
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Damit ist gewährleistet, dass Jugendliche bzw. junge Erwachsene
Berufe erlernen, in denen sie nicht auf die Kompetenzen beschränkt werden, die dem
aktuellen Bedarf ihrer Betriebe entsprechen, sondern darauf vertrauen können, dass sie
umfassende Handlungskompetenzen erwerben. Dazu kommt, dass jeder Beruf über ein
eigenes Qualifikationsprofil verfügt, sodass die Ausbildungsabschlüsse deutschlandweit
vergleichbar sind, weil sie einheitlichen Qualitätsansprüchen genügen müssen. So können
Betriebe sicher sein, dass alle Bewerber mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung über
die nötigen Kenntnisse verfügen. Andererseits eröffnet sich dem Arbeitnehmer mit einer
abgeschlossenen Berufsausbildung eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten. Dies verschafft
ihm ein erhebliches Maß an beruflicher Unabhängigkeit.
Das skizzierte Ausbildungssystem hat sich in Deutschland etabliert und ist in der Gesell-
schaft fest verankert. Die Ursprünge dieses Systems reichen bis in die Zeit der Industrialisie-
rung zurück.
1.2.
1.2.
Beruf
Beruf
Umgangssprachlich ist der Berufsbegriff vielschichtig. Dieser
2
2
Vgl. Arnold, R./Münch, J.: 120 Fragen und Antworten zum Dualen System der deutschen
Vgl. Arnold, R./Münch, J.: 120 Fragen und Antworten zum Dualen System der deutschen
Berufsausbildung. Baltmannsweiler 2000. S. 60.
Berufsausbildung. Baltmannsweiler 2000. S. 60.
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3
,,umfasst alle für die Erledigung einer vorgegeben Arbeitsaufgabe notwendigen
Merkmale (...) in einer aufeinander abgestimmten Kombination. (...). Verfassungs-
rechtlich ist ein Beruf 'jede auf Dauer berechnete und nicht nur vorübergehende, der
Schaffung und Erhaltung einer Lebensgrundlage dienenden Betätigung`."
3
Wolfgang Lempert definiert den Beruf
,,als Inbegriff spezialisierter Tätigkeiten, deren Ausübung die Ausbildung besonderer
(sensomotorischer und intellektueller) Fähigkeiten und allgemeiner sozialer Orien-
tierungen (z.B. Kooperationsbereitschaft) voraussetzt und langfristig, wenn auch nicht
immer lebenslänglich, durch Einkommen vergütet wird."
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Der Beruf bzw. die Berufstätigkeit erfüllt eine Vielzahl von Funktionen, die von Arnold,
Lipsmeier und Ott wie folgt beschrieben werden
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:
1. Erwerbsfunktion: Berufliche Tätigkeit ist in der Regel auf materiellen Erwerb ge-
richtet, um mindestens sich selbst versorgen zu können.
2. Sozialisationsfunktion: Diese Funktion bezieht sich auf den Beitrag der Aus-
übung (auch Erlernung) eines Berufes zur Einführung eines Menschen in Gesell-
schaft und Kultur.
3. Ganzheitlichkeitsaspekt: Gemeint ist der Aspekt von Ganzheit und Ganzheitlich-
keit sowohl des Werkstückes, das im Rahmen der Berufstätigkeit hergestellt wird, wie
auch des Arbeitsprozesses, in dem das geschieht.
4. Kontinuitätsaspekt: Ausübung einer Tätigkeit wird nur dann als Beruf angesehen,
wenn diese Tätigkeit von längerer Dauer, ja bei manchen Berufsideen gar von
Lebenslänglichkeit ist.
5. Erbauungsfunktion: Ausübung der beruflichen Tätigkeit soll einen Beitrag zur
Erbauung und Bildung des Menschen leisten: Voraussetzung: innerliche Bejahung,
Freiwilligkeit; Ergebnis: Berufsethos, d.h. Sittlichkeit im Beruf und durch den Beruf.
6. Qualifikationsaspekt: Als Bedingung für die Ausübung eines Berufes wird der
Erwerb und Besitz von Qualifikationen (Fertigkeiten, Kenntnissen, Haltungen) ange-
sehen.
7. Allokationsfunktion: Diese Funktion bezieht sich darauf, dass der Beruf hilft,
Arbeitskräfte mit bestimmten Qualifikationen auf die richtigen Positionen des Arbeits-
marktes zu verteilen.
8. Selektionsfunktion: Zuweisung von beruflichen und gesellschaftlichen Positionen
nach Tüchtigkeit, Leistung und Begabung.
Auf einige dieser Funktionen werde ich im Verlauf meiner Arbeit noch näher
einge-
hen.
1.3.
1.3.
Nachhaltigkeit und n
Nachhaltigkeit und n achhaltige Entwicklung
achhaltige Entwicklung
Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt aus der Forst- und Fischereiwirtschaft. Er wurde von
Hans Karl von Carlowitz 1713 erstmals erwähnt, der eine ,,kontinuierliche, beständige und
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3
Dostal, W.: Der Berufsbegriff in de
Dostal, W.: Der Berufsbegriff in de r Berufsforschung des IAB. In: Gerhard Kleinhenz (Hrsg.):
r Berufsforschung des IAB. In: Gerhard Kleinhenz (Hrsg.):
IAB
IAB --Kompendium Arbeitsmarkt
Kompendium Arbeitsmarkt -- und Berufsforschung. Beiträge zur Ar
und Berufsforschung. Beiträge zur Ar beitsmarkt
beitsmarkt -- und
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Berufsforschung.
Berufsforschung. BeitrAB 250
BeitrAB 250 .. Nürnberg 2002. S. 463.
Nürnberg 2002. S. 463.
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Lempert, W.: Berufliche Sozialisation u
Lempert, W.: Berufliche Sozialisation u nd berufliches Lernen.
nd berufliches Lernen. In:
In: Arnold
Arnold , R./
, R./ Lipsmeier
Lipsmeier , A.
, A.
(Hrsg.)
(Hrsg.) : Handbuch der Berufsbildung.
: Handbuch der Berufsbildung. Vs Verlag:
Vs Verlag: Opladen
Opladen 1995
1995 .. S.
S. 343
343 ..
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5
Arno
Arno ld, R./Lipsmeier, A./
ld, R./Lipsmeier, A./ Ott, B.
Ott, B. : Berufspädagogik kompakt. B
: Berufspädagogik kompakt. B erlin
erlin 1998. Zit.: Arnold,
1998. Zit.: Arnold,
R./Gonon, P:
R./Gonon, P: Einführung in die Berufspädagogik. Verlag Barbara Budric
Einführung in die Berufspädagogik. Verlag Barbara Budric h
h : Opladen &
: Opladen &
Bloomfield Hills 2006
Bloomfield Hills 2006 . S.75
. S.75 ..
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nachhaltende Nutzung" des Waldes forderte. Sein Grundsatz lautete, dass jährlich nur so
viel Holz geschlagen werden sollte, wie auch nachwachsen konnte, um den Wald für die
nächste Generation zu erhalten.
Angelehnt an diese Begriffsdefinition aus der Forstwirtschaft definierte die Weltkommission
für Umwelt und Entwicklung den Begriff der Nachhaltigkeit 1987 als eine Entwicklung, ,,die
den Bedürfnissen der heutigen Generationen entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger
Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu
wählen".
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Diese Definition dient als Basis der weltweiten Diskussion über nachhaltige
Entwicklung (Sustainable Development).
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen lud 1992 zum Weltgipfel nach Rio de
Janeiro ein. Diese UNO-Konferenz fand unter der Überschrift ,,Umwelt und Entwicklung"
statt. Das Thema ,,Nachhaltigkeit" wurde zum Aktionsplan für die Zukunft. Da man erkannt
hatte, dass das ökologische Gleichgewicht nur erhalten werden kann, wenn gleichzeitig
ökonomische Sicherheit und soziale Gerechtigkeit angestrebt werden, wurde der Aktions-
plan um die wirtschaftliche und soziale Komponente erweitert. Er wurde als Agenda 21 von
mehr als 170 Staaten unterzeichnet.
Die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages ,,Zum Schutz des Menschen und der
Umwelt" hielt in ihrem Abschlussbericht fest:
,,In Deutschland reift allmählich die Erkenntnis, dass mit dem Leitbild der nachhaltig
zukunftsverträglichen Entwicklung wichtige Entwicklungslinien auch jenseits der öko-
logischen Dimension angesprochen werden. Aufgrund der komplexen Zusammen-
hänge zwischen den drei Dimensionen bzw. Sichtweisen von Ökologie, Ökonomie
und Sozialem müssen sie integrativ behandelt werden. Dabei geht es bildhaft ge-
sprochen nicht um die Zusammenführung dreier nebeneinander stehender Säulen,
sondern um die Entwicklung einer dreidimensionalen Perspektive aus der Erfah-
rungswirklichkeit. Die Diskussion tendiert dahin, Nachhaltigkeitspolitik als Gesell-
schaftspolitik zu interpretieren, die im Prinzip und auf lange Sicht alle genannten Di-
mensionen gleichberechtigt und gleichwertig behandelt."
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Dies ist leichter gesagt als getan. Manfred Kremer, der Präsident des Bundesinstituts für
Berufsbildung in Bonn unterstrich diesen Umstand bereits mit der aussagekräftigen Artikel-
überschrift seines einführenden Kommentars: ,,Der lange Weg der Nachhaltigkeit". Kremer
betonte nachdrücklich:
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Hauff, V.: Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland Bericht der Weltkommission für
Hauff, V.: Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland Bericht der Weltkommission für
Umwelt und Entwicklung. Greven: Eggenkamp 1987. S. 46.
Umwelt und Entwicklung. Greven: Eggenkamp 1987. S. 46.
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Enquete
Enquete --Kommission ,,
Kommission ,, Zum
Zum Schutz des Menschen und der Umwelt" des Deutsc
Schutz des Menschen und der Umwelt" des Deutsc hen
hen
Bundestages: Konzept Nachhaltigkeit. Vo
Bundestages: Konzept Nachhaltigkeit. Vo m Leitbild zur Umsetzung.
m Leitbild zur Umsetzung. Deutscher Bundestag
Deutscher Bundestag :
:
Bonn 1998. S. 31f. Zit.
Bonn 1998. S. 31f. Zit. : Seeber, G. und Krämer, J.: Zum Begriffsverständnis von
: Seeber, G. und Krämer, J.: Zum Begriffsverständnis von
Nachhaltigkeit. In: Fischer, A./Seeber, G.
Nachhaltigkeit. In: Fischer, A./Seeber, G. (Hrsg.): Nachhaltigkeit und ökonomische Bil
(Hrsg.): Nachhaltigkeit und ökonomische Bil dung.
dung. S.
S.
52.
52.
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,,Nachhaltige Entwicklung ist ein langwieriger, komplexer und in sich widersprüchli-
cher Prozess. Er kann nicht einfach nachvollzogen oder gestaltet werden, sind doch
divergierende Interessen wie Wirtschaftlichkeit und soziale oder ökologische Ansprü-
che unter einen Hut zu bringen."
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Da stellt sich die Frage, was brauchen Jugendliche und junge Erwachsene konkret, um für
ihre berufliche Zukunft gerüstet zu sein und eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben?
Doch zunächst lassen Sie mich im folgenden Kapitel den bildungstheoretischen Hintergrund
der beruflichen Bildung kurz beleuchten.
2. Bildungstheoretischer Hintergrund beruflicher Bildung
2.1.
2.1.
Abriss
Abriss
Der Pädagoge Georg Kerschensteiner (1854 1932) verfolgte mit seiner Berufsbildungs-
theorie zwei Ziele: Berufliche Bildung sollte die Jugendlichen erziehen, indem er ihre prakti-
schen Neigungen aufgriff und förderte. Zugleich sollte die berufliche Bildung aber auch zur
Integration des jungen Menschen in die Gesellschaft beitragen und ihn zur Wahrnehmung
seiner staatsbürgerlichen Pflichten befähigen. Die Ausbildung in einem Beruf diente also
nicht nur der persönlichen Entwicklung und dem individuellen Aufstieg, sondern auch der
sozialpolitischen Einbindung.
Das berufsorientierte Ausbildungssystem ist ein kultureller Bestandteil in Deutschland, auf
den schon der Soziologe Max Weber (1864 1920) in seiner Schrift: ,,Asketischer Protes-
tantismus und kapitalistischer Geist"
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verwiesen hat. Weber machte deutlich, dass der Beruf
ursprünglich als ,,Be-Rufung" und ,,Dienst vor Gott" verstanden wurde. Diese Ansichten
bildeten die Grundlage für die klassischen Berufsbildungstheorien von Georg
Kerschensteiner, Eduard Spranger (1882 1903), Aloys Fischer (1880 -1937) und Theodor
Litt (1880 1962).
Fleiß im Beruf und die Erfüllung beruflicher Pflichten hatten ursprünglich eine religiöse,
ethische und soziale Komponente und deckten damit mehr als nur die bloße Sicherung der
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Kremer, M.
Kremer, M. : Der lange Weg der Nachhaltigkeit. Zeitschrift des Bundesinstituts für
: Der lange Weg der Nachhaltigkeit. Zeitschrift des Bundesinstituts für
Berufsbildung. Ausgabe 05/07. S. 3
Berufsbildung. Ausgabe 05/07. S. 3 ..
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Weber,
Weber, M.
M. : Asketischer Protestantismus und kapitalistisch
: Asketischer Protestantismus und kapitalistisch er Geist. In: ders.
er Geist. In: ders. :: Soziologie.
Soziologie.
Universalge
Universalge --schichtliche Analys
schichtliche Analys en.
en. Stuttgart
Stuttgart 1973.
1973. S. 357
S. 357
381.
381. In:
In: Arnold, R./Gonon, Ph.:
Arnold, R./Gonon, Ph.:
Ei
Ei nführung in die Berufspädagogik, a.a.O.
nführung in die Berufspädagogik, a.a.O. .. S. 73
S. 73 ..
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