Carl Theodor Ottmer und das Braunschweiger Schloss
Warum ein eigentlich klassizistischer Architekt
ein Schloss mit so vielen barocken Elementen baut
Andrea Deutsch
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ottmer
2.1 Ottmers Leben
2.2 Ottmers Bauwerke
2.3 Die Zeit des Klassizismus und des Historismus
2.4 Ottmer als Architekt seiner Zeit
3. Das Braunschweiger Schloss
3.1.1 Geschichtliche Vorbedingungen
3.1.2 Der Bauauftrag
3.1.3 Beschreibung des Schlosses von außen
3.2 Baugeschichtliche Vorbilder des Schlosses
3.3 Barocke Elemente des Schlosses und warum Ottmer diese verwendet
4. Schlusswort
5. Literaturverzeichnis
6. Anhang
1. Einleitung
Fast 130 Jahre beherrscht das letzte Braunschweiger Residenzschloss die Stadtmitte am Bohlweg und ist Schauplatz einschneidender Ereignisse der Braunschweiger Landesgeschichte. In seiner hohen baukünstlerischen Qualität vielfach unterschätzt, wird es 1960 unwiederbringlich abgerissen. In dieser Arbeit soll nicht nur das Braunschweiger Residenzschloss, sondern auch sein Erbauer Carl Theodor Ottmer näher untersucht werden. Ottmer, in Braunschweig ein bekannter Mann, außerhalb der Stadt jedoch wenig beachtet soll hier, in einem ersten wesentlichen Teil der Arbeit, sowohl als Mensch, wie auch als Architekt mit seinen Bauwerken vorgestellt werden. Unter zu Hilfenahme des historischen Kontextes und der Epoche, in welcher Ottmer wirkt, soll seine Formensprache und Arbeitsweise aufgezeigt werden. In einem zweiten, dem Hauptteil der Arbeit wird das Braunschweiger Schloss untersucht. Nach einer kurzen zeitgeschichtlichen Einordnung folgt eine knappe Beschreibung des Schlosses von außen. In den letzten beiden Kapiteln werden die baugeschichtlichen Vorbilder des Schlosses aus der Zeit des Barocks aufgezeigt, sowie die barocken Elemente des Braunschweiger Schlosses herausgestellt und deren Verwendung analysiert.
2. Carl Theodor Ottmer
2.1 Ottmers Leben
Carl Theodor Ottmer wird am 19. Januar 1800 als Sohn des Mediziners Gottfried Ottmer und Elisabeth Sophie Friederike Ottmer in Braunschweig geboren. Auch zum Studium bleibt er in seiner Geburtsstadt am Collegium Carolinum. Er beginnt 1817 eine Ausbildung im Baudepartement bei Peter Joseph Krahe, dem Kammer und Klosterrat und Leiter des Bauwesens im Herzogtum Braunschweig1. 1822 führt er auf Anraten seines Lehrers, der ihn während seiner ganzen Ausbildungszeit immer uneingeschränkt unterstützt2, seine Studien in Berlin weiter, wo er sich erfolgreich an mehreren Projekten beteiligt. Zwei Jahre darauf wird er zum Hofbaumeister in Braunschweig ernannt. Nach einer fünfjährigen Zeit der Bildung und mit einem großen Schatz an fachlichem und gesellschaftlichem Wissen, verlässt Ottmer Berlin und tritt endlich seine lange geplanten Reisen nach Frankreich und Italien an. Sechseinhalb Jahre nachdem er Braunschweig verlassen hat, kehrt er als anerkannter Architekt zurück in seine Heimatstadt.3 Nach dem Brand des sogenannten „Grauen Hofes“, des alten Braunschweiger Schlosses, beginnen 1830 die Planungen für ein neues Residenzschloss4, mit denen Ottmer betraut wird. In den folgenden Jahren ist Ottmer in Braunschweig aktiv etwa bei der Planung von Neu-Richmond oder der Fertigstellung der Herzoglichen Villa. 1837 beginnen die Bauarbeiten am Braunschweiger Bahnhof. Ein Jahr darauf, nach einer Planungs- und Bauzeit von etwa sieben Jahren, ist das Schloss fertig. Ottmer wird daraufhin das Ritterkreuz Heinrichs des Löwen verliehen. Auch in den folgenden Jahren 1839/40 wirkt Ottmer an verschiedensten Bauten in Braunschweig mit. 1841 wird er zum Hofbaurat ernannt und er wird Dozent für Ästhetik und Baukunst am Collegium Carolinum5 bis er 1842 an einem schweren Magenleiden erkrankt. Ottmer arbeitet jedoch weiter, hält Vorlesungen und arbeitet mit aller Kraft von seinem Bett aus an seinem Bahnhofsprojekt, bis er im Jahr darauf wiederum erkrankt und sich nicht mehr vollständig erholt. Ottmer stirbt im Alter von 43 Jahren am 22. August 1843 in Berlin, wo er noch kurz zuvor zum Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste ernannt wurde. Er wird fünf Tage später in seiner Heimatstadt Braunschweig unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Domfriedhof beerdigt6. Seine Mitarbeiter und Schüler beenden seine begonnen Werke und zeigen sich auch in ihren späteren Bauwerken ihrem Meister verpflichtet.
2.2 Ottmers Bauwerke
[...]
1 GEBAUHR, Udo (Herausgeber): Wege zu Ottmer- 60 Stationen von Ahlum bis Zorge. Braunschweig: Johann Heinrich Meyer Verlag, 2000, S. 10 (Sigle: GEBAUHR, Wege)
2 GIESAU, Peter: Carl Theodor Ottmer (1800- 1843): Braunschweiger Hofbaurat zwischen Klassizismus und Historismus. München/Berlin: Deutscher Kunstverlag 1997. S. 15 (Sigle: GIESAU, Ottmer)
3 GIESAU, Ottmer. S.18
4 Vgl. GEBAUHR: Wege, S. 11
5 Braunschweiger Zeitung, Ausgabe vom 18.3.2000: Der Baumeister Carl Theodor Ottmer: Ausbreitung eines reichen Lebenswerkes- Innovativ und auf der Höhe der Zeit. Verfasser: DUIN, Harald
6 Vgl. GEBAUHR: Wege, S. 28
7 Vgl. www.braunscwheig.de/d/veranst/blickpunkt/archiv/2000-03- 14_ottmer/blickpunkt_ottmer2.html
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Andrea Deutsch, 2003, Carl Theodor Ottmer und das Braunschweiger Schloss - Warum ein eigentlich klassizistischer Architekt ein Schloss mit so vielen barocken Elementen baut, Munich, GRIN Publishing GmbH
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