Hamburger Fern-Hochschule
Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen (WI)
Stuttgart
Studienfach Betriebssoziologie/-psychologie
WI-BSP-P12
Hausarbeit zum Thema
Motivation zur Elternarbeit
Frühjahrsemester 2009
von
Linda Boumediane
18.08.2009
Linda Boumediane, 1082135
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...
Seite
Abbildungsverzeichnis ... 3
1 Kurzexposé ... 4
1.1 Gegenstand/Abgrenzung/Ziel... 4
1.2 Aufbau ... 4
2 Begriffsbestimmungen ... 5
2.1 Eltern ... 5
2.2 Arbeit ... 5
2.3 Elternarbeit ... 5
3 Motivation ... 6
3.1 Grundlagen ... 6
3.2 Die Motivationstheorie von M
ASLOW
... 7
3.2.1 Kritik ... 9
3.2.2 Stellungnahme ... 9
3.3 Die Zwei-Faktoren-Theorie von H
ERZBERG
... 10
3.3.1 Kritik ... 11
3.3.2 Stellungnahme ... 12
3.4 Die Motivation freiwillig Engagierter ... 13
4 Das Praxisgeschehen ... 15
4.1 Beschreibung ... 16
4.2 Analyse ... 18
5 Lösungsmöglichkeiten/Fazit ... 19
5.1 Kommunikation/Identifikation ... 20
5.2 Integration/Sozialisation in die Elternarbeit... 22
5.3. Arbeitsgestaltung ... 22
Literaturverzeichnis ... 24
Internetquellenverzeichnis ... 25
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Seite
Abb. 1: ,,Die beiden entscheidenden Übergänge auf dem Weg
von der Motiv-von
von der Motivation zum Handeln" ... 7
Abb. 2: ,,Bedingungen des Verhaltens" ... 7
Abb. 3: ,,M
ASLOW
's Hierarchie of Needs". ... 8
Abb. 4: ,,Was die Einstellung zur Arbeit beeinflusst" ... 11
Abb. 5: ,,Motive für das freiwillige Engagement (2004)" ... 14
Abb. 6: ,,Erwartungen an die freiwillige Tätigkeit (1999 und 2004)"...14
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Die Weltwirtschaftskrise ist auch in Baden-Württembergs Ersatzschulen in freier
Trägerschaft, wie es etwa reformpädagogische Schulen sind, angekommen.
Diese müssen einen beträchtlichen Anteil ihrer Gesamtkosten durch Schulgeld
von den Eltern decken, welches sich in seiner Höhe einkommensabhängig
bemisst. Angesichts veränderter Familienstrukturen, steigender Familienarmut
und drohender Arbeitslosigkeit gerät nun zunehmend der Finanzhaushalt vieler
dieser Bildungseinrichtungen erheblich unter Druck. Auch sind viele Familien
wohl nicht mehr in der Lage das vereinbarte Schulgeld aufzubringen. Vor diesem
Hintergrund gewinnt das Thema Elternarbeit verstärkt an Bedeutung. Welche
Möglichkeiten hat dabei die Schule, die Motivation der Eltern zu beeinflussen?
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Die vorliegende Arbeit möchte diese Frage schwerpunkmäßig aus arbeits- und
organisationspsychologischer Sicht beleuchten. Dabei wird weder Anspruch auf
eine umfassende Berücksichtigung sämtlicher bedeutsamer Einflussgrößen und
Interdependenzen, noch auf Allgemeingültigkeit erhoben, sondern lediglich
Bezug genommen auf eine Situation, die aus einer individuellen und somit
subjektiv wahrgenommenen Perspektive erfolgt. Ziel der Ausführungen ist es
dennoch gleichermaßen, mögliche Ursachen für den bisherigen Mangel an
Engagement aufzuzeigen, daraus einige Lösungsansätze abzuleiten sowie zu
einer weiterführenden Auseinandersetzung mit dieser vielschichtigen Thematik
anzuregen.
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Im folgenden Kapitel 2 werden Schlüsselbegriffe im Sinne einer einheitlichen
Verständigungsbasis erläutert. Kapitel 3 gewährt Einblick in die
Motivationstheorie. Es erfolgt darin eine Auseinandersetzung mit den beiden
bekanntesten inhaltstheoretischen Motivationsmodellen. Im Anschluss finden
spezielle Aspekte der Motivation in Hinblick auf Freiwilligenarbeit Beachtung.
Danach beschreibt und analysiert Kapitel 4 den Praxisfall. Schlussfolgerungen
aus den vorangegangenen Ausführungen sind in Kapitel 5 dargestellt. Adäquat
und praktikabel erscheinende Lösungsmöglichkeiten schließen die
Betrachtungen ab.
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Es erfolgt zunächst eine Erläuterung der zentralen Begriffe.
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Unter ,,Eltern" werden im Folgenden allgemein die Erziehungsberechtigten der
Schülerinnen und Schüler verstanden.
Eltern nehmen im vorliegenden Kontext gleich mehrere Schlüsselrollen ein: sie
sind gleichermaßen ,,Kunden" wie auch freiwillige Mitarbeiter. Neben dem
Lehrerkollegium und dem Geschäftsführer (worunter sich auch Eltern befinden)
können sie überdies als Mitunternehmer in einer sich selbstverwaltenden
Schulorganisation angesehen werden. Dies nicht zuletzt wegen ihres
Stimmrechts in der Mitgliederversammlung des Schulvereins. Je nach Anzahl der
Kinder und nach deren angestrebtem Schulabschluss, kann die elterliche
Bindung an die Schule u.U. über dreizehn Jahre lang bestehen.
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Der Begriff Elternarbeit beinhaltet das Wort ,,Arbeit", das gemeinhin individuell
verschiedene Assoziationen auslösen dürfte. Deshalb soll es hier näher
betrachtet werden: der Begriff Arbeit stammt aus dem Althochdeutschen ,,arebit"
und wurde früher als ,,etwas Notwendiges, mit Pein und Mühsal behaftetes und
für freie Menschen Unwürdiges" aufgefasst (vgl. M
ERKEL
/W
ÜNSCH
2004, 11).
Heute hingegen gilt Arbeit als gesellschaftliche Norm. Wer nicht arbeitet, fällt in
seinem sozialen Umfeld oft in Misskredit oder wird gar mit Verachtung bestraft
(vgl. R
OSENSTIEL
2001, 53). Im Kontext der Arbeitspsychologie wird u.a. auf
folgende Definitionen von W
LADIMIR
E
LIASBERG
aus dem Jahr 1926 hingewiesen.
,,In der Arbeit wird beabsichtigt, einen die Zeit der Tätigkeit überdauernden,
objektiven Wert hervorzubringen. Motivation ... Werk und Wert zusammen
ergeben die Arbeit. Die Absicht ist ein psychologischer Vorgang" E
LIASBERG
1926, 253 (zitiert nach U
LICH
2001, 29).
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Je nach Sichtweise und Themengebiet gibt es mehr oder weniger klare
Auffassungen über den Begriff der Elternarbeit. Während sich in der schulischen
Praxis Elternarbeit häufig auf Randbereiche wie Spenden- bzw. Hilfeleistungen
begrenzt (o.V. 08.2005) soll im vorliegenden Kontext eine Auffassung zugrunde
gelegt werden, die das Elternengagement als längerfristig angelegte,
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systematische und partizipative Arbeit zur Erreichung primär wirtschaftlich-
organisatorischer Ziele versteht. Pädagogische Aspekte der Elternarbeit werden
in dieser Abhandlung bewusst ausgeklammert, da sie aufgrund ihrer besonderen
Bedeutung einer umfassenden und separaten Betrachtung bedürfen.
Die Begriffe Elternarbeit, Freiwilligenarbeit und frei-gemeinnützige Arbeit werden
im vorliegenden Rahmen synonym verwendet.
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Die Arbeits- und Organisationspsychologie hat in den vergangenen Jahren
zunehmend die Notwendigkeit erkannt, neben der Erwerbsarbeit auch die
Freiwilligenarbeit in ihre Untersuchungen aufzunehmen (vgl. U
LICH
2001, 167ff).
Ein Transfer der Forschungsergebnisse aus dem Bereich der erwerbsmäßigen
Arbeit auf die Freiwilligenarbeit erscheint innerhalb des gegebenen
Zusammenhangs berechtigt und angebracht.
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Der Begriff ,,Motivation" stammt aus dem Lateinischen ,,movere" und bedeutet
,,bewegen". ,,Motivation ist in der Psychologie eine Sammelbezeichnung für
vielerlei Prozesse und Effekte, deren gemeinsamer Kern darin besteht, daß [!] ein
Lebewesen sein Verhalten um der erwarteten Folgen willen auswählt und
hinsichtlich Richtung und Energieaufwand steuert" (vgl. H
ECKHAUSEN
1998, 10).
Organisationspsychologisch wird Motivation u.a. betrachtet als: ,,Bereitschaft,
eine besondere Anstrengung zur Erfüllung der Organisationsziele auszuüben,
wobei die Anstrengung die Befriedigung individueller Bedürfnisse ermöglicht."
(vgl. S
TRUNZ
o.Jg., 53). Die Begriffsauffassungen der Sozialpsychologie und der
kognitiven Psychologie heben die persönliche Wahrnehmung, die Interpretation
einer Situation und die Reaktion auf sie hervor (vgl. Z
IMBARDO
2008, 450). Aus
anderen Blickwinkeln lassen sich etliche weitere Interpretationen finden.
Von extrinsischer Motivation ist die Rede, wenn das Handeln auf ein äußeres
Ergebnis abzielt. Sie hat also nur mittelbar etwas mit der Arbeit zu tun. So ist sie
etwa darauf ausgerichtet, Belohnung zu erhalten oder Bestrafung zu vermeiden.
Intrinsische Motivation liegt hingegen vor, wenn in der Handlung selbst
Tätigkeitsanreize gesehen werden, beispielsweise weil diese eine gewisse
Herausforderung oder neue Erkenntnisse beinhaltet. (vgl. S
CHEFFLER
/K
UHL
2006,
13). Eine ausführliche Differenzierung zwischen intrinsischer und extrinsischer
Motivation findet in H
ECKHAUSEN
1998, S. 455-466 statt.
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Wie ist aber Motivation in Bezug auf Handeln einzuordnen? Ist Motivation die
einzige Bedingung für Verhalten? Der Prozess von der Motivation zum Handeln
vollzieht sich schrittweise, wie die folgende Abb. 1 darstellt:
Abb. 1: ,,Die beiden entscheidenden Übergänge auf dem Weg von der Motivation
zum Handeln"- nach H
ECKHAUSEN
1989, 13
Dabei gilt zu beachten, dass nicht jede Motivation in einer entsprechenden
Handlung resultiert. Der Prozess kann etwa durch intra- bzw. interpersonale oder
situationsbedingte Variablen an jeder Stelle abgebrochen oder verändert werden.
Eine Handlungsabsicht kann im Zeitverlauf an Attraktivität verlieren und dadurch
nicht zu der anfänglich intendierten Handlung führen. (vgl. H
ECKHAUSEN
1989,
209f).
Abb. 2 veranschaulicht die verschiedenen Bedingungen des Verhaltens:
Abb. 2: ,,Bedingungen des Verhaltens" - nach C
OMELLI
/R
OSENSTIEL
2003, 4
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$6/2:
A
BRAHAM
M
ASLOW
(1908-1970) war US-amerikanischer Psychologe und u.a.
einer der wesentlichen Gründer der Humanistischen Psychologie. M
ASLOW
s
Motivationstheorie liegt ein positives Menschenbild zugrunde, das dem jeweiligen
Individuum Potentiale zuschreibt, die nach Entfaltung drängen und als höchstes
Ziel des irdischen Daseins die Selbstverwirklichung sieht. Sie basiert auf der
Annahme, dass die menschlichen Bedürfnisse gemäß Ihrer existenziellen
Relevanz hierarchisch organisiert sind und ein Bedürfnis erst nach einer als
ausreichend empfundenen Befriedigung der vorgelagerten Bedürfnisse in den
Fokus der Wahrnehmung rückt und als Handlungsimpuls wirken kann. Die
persönliches
Wollen
soziales
Dürfen
individuelles
Können
Verhalten
situative
Ermöglichung
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