Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Gedanken zur Brisanz des ausgewählten Forschungsgegenstandes 3
2. Die wichtigsten Ausgangspunkte für die geplante Forschung 3
2.1 Der Forschungsgegenstand 4
2.2 Die Formulierung der Forschungsfrage 5
2.3 Das Erkenntnisinteresse 5
2.4 Das Forschungsfeld 6
2.5 Ressourcen und Rahmenbedingungen 7
3. Methodologischer Rahmen 7
3.1 Die zur Verwendung kommenden Forschungsmethoden 7
3.2 Gründe für die Wahl der Forschungsmethoden 9
4. Der Weg zur Datenerhebung 10
4.1 Der Eintritt ins Feld 10
4.2 Die ausgewählte Auswertungsmethode 11
5. Abschließende Gedanken
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1. Einleitende Gedanken zur Brisanz des ausgewählten Forschungsgegenstandes
Seit 1972 werden in der Bundesrepublik Deutschland weniger Kinder geboren, als Menschen sterben. Die Geburtenrate liegt unter dem Reproduktionsniveau der Bevölkerung und ohne Zuwanderung würde die deutsche Bevölkerung zunehmend schrumpfen. Seit Beginn der 80er Jahre ist die wachsende Kinderlosigkeit ein Grund für die niedrigen Geburtenzahlen. Während vom Geburtsjahrgang 1950 nur lediglich 15% aller Frauen zeitlebens kinderlos blieben, wird für den Geburtsjahrgang 1965 prognostiziert, das jede dritte Frau kinderlos bleibt. Insbesondere Akademikerinnen sind von diesem Trend mit deutlich steigender Tendenz betroffen. „40% der Akademikerinnen haben und wollen auch keine Kinder “(Lehmann 2003, S. 10). Der Anteil der dauerhaft kinderlosen Frauen ist im Bereich der sehr gut gebildeten Akademikerinnen also deutlich höher als in sämtlichen anderen Berufsgruppen.
Es stellt sich deshalb die Frage, warum gerade diese Gruppe von Frauen von einer derartig hohen Rate an Kinderlosigkeit betroffen ist. Wirtschaftliche Gründe kommen dafür eher nicht in Betracht, da Akademikerinnen in der Regel zu den deutlich besser verdienenden Bevölkerungsschichten zählen. Die Ursachen müssen folglich anders gelagert sein und bedürfen einer genaueren Untersuchung und Ergründung. Anhand einer qualitativen Fallstudie an der Universität Erlangen-Nürnberg im Auftrag des Lehrstuhls für Organisationspädagogik soll den Ursachen für dieses Phänomen auf den Grund gegangen werden. Dabei steht im Mittelpunkt der Untersuchung die Frage, ob organisationelle Barrieren seitens der Universität vorliegen, die die Verwirklichung des Kinderwunsches beeinträchtigen oder sogar verhindern.
2. Die wichtigsten Ausgangspunkte für die geplante Forschung
Um die Kinderlosigkeit von Akademikerinnen an der Universität Erlangen-Nürnberg qualitativ erforschen zu können, müssen als wichtige Ausgangspunkte zunächst der For-schungsgegenstand und die Forschungsfrage genau formuliert und abgegrenzt werden. Außerdem muss das zugrundeliegende Erkenntnisinteresse sowie das Forschungsfeld abgesteckt werden. Zudem werden die vorhandenen Ressourcen für die geplante Forschungsarbeit offen gelegt.
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2.1 Der Forschungsgegenstand
Der Forschungsgegenstand ist, wie bereits angesprochen, der Personenkreis der Akademikerinnen. Damit sind zunächst sämtliche weibliche Hochschulabsolventinnen der vergangenen 60 Jahre im Bundesgebiet gemeint. Aus forschungspraktischer Sicht ist dieser Forschungsgegenstand jedoch noch zu weit gefasst, weshalb er auf die Gruppe der Dozentinnen an Hochschulen eingeschränkt wird. Diese Dozentinnen sind als Teil des Lehrkörpers nicht nur Expertinnen in ihrem Fachgebiet sondern auch als Pädagoginnen tätig. Zudem ist eine Hochschule eine Bildungseinrichtung und damit ein pädagogisches Wirkungsfeld. Als solches sind die Hochschule und ihre Lehrkörperschaft von gesondertem Interesse für eine qualitative pädagogische Forschungsarbeit. Da diese Einschränkung auf die weiblichen Dozenten an deutschen Hochschulen allein immer noch sehr weit gefasst ist, wird der Kreis auf die Dozentinnen der Universität Erlangen Nürnberg, die als ehemalige Hochschulabsolventinnen aus ganz Deutschland nach Erlangen und Nürnberg gekommen sind, um dort zu unterrichten, eingegrenzt. Mit dem Begriff Dozentinnen sind dabei sämtliche Hochschulprofessorinnen und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen der Universität gemeint. Von ihnen werden für die Untersuchung der verbreiteten Kinderlosigkeit neun herausgegriffen. Diese ausgewählten Akademikerinnen sollen sich durch folgende Merkmale von einander absetzen:
o drei der zu untersuchenden Dozentinnen sollen noch am Anfang ihrer akademischen Laufbahn stehen und derzeit noch keine Kinder haben;
o drei von ihnen sollen bereits Kinder haben, dabei ist das Alter und die berufliche Position an der Hochschule unerheblich;
o drei der zu Untersuchenden sollen kinderlos und in einem Alter außerhalb der reproduktiven Phase von Frauen, die bis zum Alter von 45 Jahren festgesetzt ist, sein.
Durch diese Auswahl der zu untersuchenden Frauen soll es im weiteren Verlauf der Untersuchung möglich sein, Vergleiche anzustellen, deren Ziel im Erkenntnisinteresse, das später noch genauer ausgeführt wird, begründet liegt. Zudem würde eine ausschließliche Untersuchung von kinderlosen Dozentinnen ein sehr einseitiges Untersuchungsergebnis liefern. Ihre Einschätzungen und Beweggründe sind nur durch die Betrachtung der Gegenseite, der Akademikerinnen mit Kindern ins rechte Licht zu rücken, denn sie haben gegebenenfalls ganz andere Erfahrungen gemacht.
Durch diese Auswahl von Dozentinnen an der Universität Erlangen-Nürnberg ist ein homogenes Forschungsmilieu abgesteckt.
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2.2 Die Formulierung der Forschungsfrage
Wie bereits eingangs festgehalten, weisen Akademikerinnen den höchsten Anteil an dauerhaft kinderlosen Frauen unter allen Erwerbsgruppen auf. In der freien Wirtschaft könnte man auf Grund der strukturellen Rücksichtslosigkeit des gegebenen Arbeitsmarktes jedoch davon ausgehen, dass eben darin der Grund für die dauerhafte Kinderlosigkeit vieler sehr gut gebildeter Frauen zu suchen ist. Doch beschränkt sich dieses Phänomen nicht nur auf die freie Wirtschaft. Auch der öffentliche Dienst und seine Einrichtungen, wozu auch sämtliche Hochschulen zählen, sind von diesem Trend betroffen. Es stellt sich die Frage, warum sich dieser Trend auch hier ausbreitet? Schließlich sollten Universitäten, die seitens ihrer Studenten eine Hochschulpolitik zur besseren Vereinbarkeit von Studium und Familie praktizieren, diese Politik auch gegenüber ihrem Personal zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie betreiben. Gegebenenfalls liegt die Ursache für die Kinderlosigkeit jedoch gar nicht in der praktizierten Hochschulpolitik sondern in anderen Bereichen. Um genau diese noch unbekannten Bereiche aber auch Barrieren, die sich in der Hochschulpolitik verbergen und somit die Verwirklichung eines Kinderwunsches seitens der Dozentinnen behindern, aufzudecken, soll diese Forschungsarbeit erstellt werden. Die Forschungsfrage lautet deshalb:
Wie sind die Ursachen für die weitverbreitete Kinderlosigkeit von Akademikerinnen der Universität Erlangen-Nürnberg gelagert? Gibt es dafür organisationelle Gründe oder sind persönliche Beweggründe dafür ausschlaggebend? Woraus sich der Forschungstitel ableitet:
Ursachenforschung für die weitverbreitete Kinderlosigkeit von Akademikerinnen - eine Fallstudie an der Universität Erlangen-Nürnberg.
Der Fokus der Forschung soll dabei auf den individuellen Beweggründen und den Entscheidungsfindungsprozess für oder gegen die Verwirklichung des Kinderwunsches der untersuchten Dozentinnen ausgerichtet sein.
2.3 Das Erkenntnisinteresse
Das Erkenntnisinteresse dieser Forschungsarbeit liegt in der Ergründung der individuellen Beweggründe der Dozentinnen für oder gegen ein Kind. Von gesondertem Interesse ist, ob diese Entscheidung auf Grund von äußeren Umständen, insbesondere Umständen die sich aus der Organisation der Hochschule oder ihren Strukturen ergeben, gefallen ist oder auf Grund von anderen eventuell persönlichen Beweggründen, wie dem Umstand das nie der Wunsch nach einem Kind bestanden hat.
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Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Julia Erdmann, 2010, Ursachenforschung für die weitverbreitete Kinderlosigkeit von Akademikerinnen – eine Fallstudie, München, GRIN Verlag GmbH
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