Westfälische Wilhelms Universität
Wintersemester 2002/2003
Hauptseminar
„Korea-Krieg und seine Folgen“
Hausarbeit
Nordkoreas Motive Nuklearmacht zu werden
Nils Fischer
Inhaltsverzeichnis:
Einleitung S. 1
1. Nordkorea S. 3
1.1 Land und Leute S. 3
1.2 Politisches System S. 3
1.3 Wirtschaftliche Lage S. 4
1.4 Zustand der Nuklear- und Raketentechnologie S. 5
1.4.1 Chronik des Raketenprogramms S. 6
1.4.2 Chronik des Nuklearprogramms S. 7
2. Motive für Nordkoreas Nuklear- und Raketenprogramm S. 9
2.1 Stärkung der internationalen Position S.10
2.2 Raketen- und Nukleartechnologie als „Verkaufsschlager“ S.12
2.3 Nuklear- und Raketentechnik als Ausweg aus der ideologischen Krise S.13
2.4 Abschreckung S. 15
2.4.1 Bedrohung durch den Nachbarstaat Südkorea S. 15
2.4.2 Bedrohung durch die USA S. 17
Schluss S. 20
Im Anhang: Literaturliste
Einleitung:
Trotz aller Bestrebungen der internationalen Gemeinschaft, Massenvernichtungswaffen zu verbannen, besteht heute für viele Staaten zunehmend die Möglichkeit, Waffen dieser Art zu erwerben oder sogar selbst herzustellen. Ebenso hat sich der Zugang zu Trägersystemen für diese Waffen stark vereinfacht. Internationale sicherheitspolitische Vereinbarungen, die diese Verbreitung verhindern sollen, werden in wachsendem Maße von möglichen Proliferationskandidaten unterlaufen.
Nordkorea ist einer der Hauptakteure, die in diese Proliferationsvorgänge involviert sind, und gehört gleichzeitig zu den Staaten, die selbst Massenvernichtungswaffen, insbesondere die Atombombe, besitzen wollen oder sie vielleicht schon besitzen. Die Fragestellung die in der folgenden Hausarbeit bearbeitet werden soll, ist die, worin die Motivation Nordkoreas besteht, in die Riege der Atommächte aufzusteigen. Um dies zu beantworten, soll eine systematische Analyse von möglichen Beweggründen durchgeführt werden.
Diese erscheinen mitunter vielleicht nicht immer plausibel, wenn man bedenkt, dass Nordkorea trotz fundamentaler sozialer, wirtschaftlicher und politischer Probleme an seinem kostspieligen Nuklear- und Raketenprogramm festhält. Gerade die aktuellen Geschehnisse im Irak führen jedoch vielleicht dazu, die Position Nordkoreas, von der amerikanischen Regierung jüngst als Mitglied einer „Achse des Bösen“1 deklariert, differenzierter zu bewerten.
Nachdem zu Beginn ein kurzer Überblick über das Land Nordkorea selbst gegeben wird, soll zunächst einmal festgestellt werden in welchem Zustand sich das nordkoreanische Nuklear- und Raketenprogramm befindet.
In den folgenden Kapiteln werden dann besonders die Vorteile für Nordkorea untersucht, die sich aus einer Forcierung des Nuklear- und Raketenprogramms ergeben. Ebenso wird ermittelt, welche Gründe es für Nordkorea gibt, Proliferation zu unterstützen. Dabei wird besonders auf die wirtschaftlichen Hintergründe eingegangen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse im Irak und dem Planungsbericht „Nuclear Posture Review“2 der USA, in dem unter anderem Nordkorea als Ziel eines atomaren Angriffes genannt wird, soll schließlich untersucht werden, inwieweit Nordkorea ein Bedürfnis hat, sich vor ausländischen Akteuren zu schützen. Gestützt habe ich mich bei meiner Arbeit hauptsächlich auf politische Aufsätze und Artikel auf Internetseiten, die sich mit Nordkorea im Hinblick auf Raketen und Nuklearpolitik beschäftigen. Der Vorteil lag darin, dass aktuelle Ereignisse dort eher dokumentiert sind. Verschiedene Bücher, die sich im allgemeinen mit Nuklearwaffen, Dritte Welt Staaten und Proliferation beschäftigen, wurden aber ebenfalls berücksichtigt.
1. Nordkorea
1.1 Land und Leute
Die demokratische Volksrepublik Korea (DVRK), deren offizieller Name Choson Minjujuui In′min Konghwaguk lautet, liegt auf dem nördlichen Teil der koreanischen Halbinsel. Im Süden der Halbinsel liegt die Republik Korea bzw. Südkorea. Beide Länder sind durch die sogenannte Demarkationslinie entlang des 38. Breitengrades zuletzt seit Ende des Koreakrieges am 27. Juli 1953 getrennt. Die nördlichen Nachbarn sind die Volksrepublik China und die russische Föderation. Im Südosten liegt, getrennt durch die japanische See, Japan.
Die Größe Nordkoreas beträgt 122.762 qkm, die gesamte Halbinsel umfasst 222.209 qkm. Die Hauptstadt ist Pjöngjang mit etwa 2 Millionen Einwohnern. Die Gesamtbevölkerung umfasst etwa 22 Millionen Menschen, wobei das Bevölkerungswachstum vermutlich negativ ist. Die Landessprache ist koreanisch. Das Land ist gegenüber dem Ausland so gut wie abgeschottet, das heisst, durch konsequente Überwachung durch den Staatsapparat sowie einem absoluten Informationsmonopol seitens der Regierung ist es so gut wie unmöglich für das Ausland Kontakte mit der Bevölkerung am Staat vorbei zu führen. 3
„In Nordkorea existiert eine Gesellschaft, deren Lebensgrundlagen konsequente innere Unterdrückung, weitesgehende Isolation und Abgrenzung gegenüber allem Fremden und Andersartigen sind.“ 4
1.2 Politisches System
[....]
1 Vgl. Bush, George W., „State of the Union“, Januar 2002, aufgerufen am 15. März. 2003, http://www.whitehouse.gov/news/releases/2002/01/20020129-11.html „Staaten wie diese und ihre terroristischen Verbündeten bilden eine Achse des Bösen, und zielen darauf ab, den Weltfrieden zu bedrohen. Diese Länder stellen eine ernste und wachsende Gefahr dar (...) Und alle Länder sollten wissen: Amerika wird tun, was für die Sicherheit des Landes nötig ist. ".
2 Vgl. „Nuclear Posture Review“, Übergabe an den Kongress Dezember 2001, aufgerufen:15. März 2003 http://www.globalsecurity.org/wmd/library/policy/dod/npr.htm.
3 Vgl. nordkorea-online-Redaktion, Allgemeines, http://www.nordkorea-online.de/land.htm, aufgerufen: 7. März 2003.
4Schaller, Peter, Nordkorea – Ein Land im Banne der Kims, Kapitel 1 Sonderfall Nordkorea S. 3f., Böblingen 1994
Quote paper:
Nils Fischer, 2003, Nordkoreas Motive Nuklearmacht zu werden, Munich, GRIN Publishing GmbH
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