Gliederung:
Seite :
1. Einleitung 3
2. Interesse der Rheinbundstaaten an Reformen 4
3. Die Reformen
3.1. Verwaltungsreform 5
3.2. verfassungspolitische Reformen 6
3.3. Code Napoleon 7
3.4. Agrarreform 8
4. Entwicklungen in den Rheinbundstaaten 9
5. Fazit 12
6. Literaturverzeichnis 14
2
1. Einleitung
Die napoleonisch - rheinbündischen Reformen, die 1806 mit der Gründung des Staatenbundes unter der Vorherrschaft Frankreichs begannen, sind das Thema dieser Hausarbeit. In einigen Ländern dauerten die Reformen auch nach dem Zusammenbruch des Rheinbundes an. In der älteren Geschichtsschreibung wurden diese Aspekte der deutschen Geschichte oftmals „[…]zugunsten preußischer organischer Reformen“ 1 ignoriert. Diese Darstellungen sprachen von Fremdherrschaft und Unterdrückung 2 . In der neueren Forschung ist dies nun nicht mehr der Fall. Es wird jetzt die „[…] gleichrangige Bedeutung“ 3 der rheinbündischen Reformen gegenüber denen in Preußen anerkannt und unter diesem Aspekt erforscht. Hierin soll untersucht werden, ob die an den Reformen beteiligten deutschen Staaten ein eigenes Interesse an diesen politischen Veränderungen hatten oder ob sie ihnen von Napoleon aufgezwungen wurden. Im Hauptteil dieser Arbeit werden die Reformen an sich betrachtet. Welche Ziele hatten sie und wie werden sie in der heutigen Forschung beurteilt? Verliefen die Reformen in den einzelnen Ländern unterschiedlich? Gibt es regionale Besonderheiten oder geschah alles gleichmäßig? Für wichtig erachte ich in diesem Zusammenhang die Frage nach der Umsetzung der Reformen. Gab es Schwierigkeiten und wenn ja, wie wurden diese behoben?
Die Literatursituation für diese Arbeit ist als gut zu bewerten. Neben den üblichen Standardwerken ist auch spezielle Literatur vorhanden, die verwendet werden konnte. Besonders hervorzuheben ist, im Zusammenhang mit dem Thema dieser Arbeit, Elisabeth Fehrenbach, die eine große Zahl von Aufsätzen zu den Problemen der rheinbündischen Reformen veröffentlicht hat und mit deren Texten in dieser Arbeit hauptsächlich gearbeitet wurde.
1 Fehrenbach, Elisabeth: Verfassungs- und sozialpolitische Reformen und Reformprojekte in Deutschland unter dem Einfluss des napoleonischen Frankreichs, in Hahn, Hans-Werner; Müller, Jürgen(Hrsg.): Politischer Umbruch und gesellschaftliche Bewegung. Ausgewählte Aufsätze zur Geschichte Frankreichs und Deutschlands im 19. Jahrhundert, München 1997, S. 73
2 vgl. Dumont, Franz: Befreiung oder Fremdherrschaft?. Zur französischen Besatzungspolitik am Rhein im Zeitalter der Revolution, in: Hüttenberger, Peter; Molitor, Hansgeorg(Hrsg.): Franzosen und Deutsche am Rhein 1789 - 1918 - 1945, Düsseldorf 1989, S. 91
3 Fehrenbach, Elisabeth: Verfassungs- und sozialpolitische Reformen und Reformprojekte in Deutschland unter dem Einfluss des napoleonischen Frankreichs, S. 73
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2. Interesse der Rheinbundstaaten an den Reformen
Für die Einführung der Reformen in den Rheinbundstaaten gab es eine Vielzahl von Problemen, die diese Schritte unausweichlich machten. Welche dies im Einzelnen sind ist in diesem Kapitel zu klären.
Einerseits war es die Verbindung zu Napoleon, die die Reformen als einen logischen Anpassungsprozess darstellen. Dies wurde durch das Einsetzen von treuen Anhängern oder Verwandten, wie z.B. seines Bruders Jerome als König von Westfalen, forciert. Weiterhin deutet die Politik Napoleons daraufhin, dass dieser sich stark einmischte. Durch die permanente Machterweiterung, war es nötig neue Gebiete in das Reich einzuordnen. Dies bedingte Reformen, die so als Instrumente der Herrschaftssicherung zu bezeichnen wären 4 .
Andererseits kam der Modernisierungsimpuls nicht nur von außen 5 . Es gab Probleme bei der Integration der neu hinzugewonnenen Territorien. Durch die Eingliederung der Länder in die Kernländer war es nicht möglich, die alten Ordnungen einfach zu übernehmen 6 . Die Gebiete hatten unterschiedliche Traditionen, Verwaltungs- und Rechtsgewohnheiten 7 . Wenn versucht worden wäre, die bestehenden Ordnungen auf das hinzugewonnene Gebiet auszudehnen, hätte man mit großem Widerstand rechnen müssen. Deshalb war die „[…] Übernahme des französischen Systems mit seinen allgemein verbindlichen, rationalen Prinzipien …“ 8 die optimale Lösung für dieses Problem. Also kam es zur Herausbildung von neuen Staatsordnungen, mit dem Ziel die neuen Gebiete zu integrieren. Wehler bezeichnet diesen Prozess als eine „[…] planmäßige Staats- und Nationsbildung.“ 9 Ein weiterer Grund für das Interesse der Rheinbundstaaten an den Reformen ist laut Wehler, dass die Modernisierung der Länder nicht länger aufgeschoben werden konnte, da sonst ihre Existenz und ihre Konkurrenzfähigkeit gefährdet worden wäre 10 . Auch für Thomas Nipperdey waren die Reformen eine logische Konsequenz aus den
4 vgl. Schieder, Wolfgang: Napoleon im Rheinland. Gesellschaftsreform durch Enteignung von katholischer Kirche und Adel 1803 - 1814, in: Speitkamp, Wilfried; Ullmann, Hans-Peter: Konflikt und Reform, Göttingen 1995, S. 100
5 vgl. Fehrenbach, Elisabeth: Vom Ancien Regime zum Wiener Kongress, München 1986, S. 81
6 vgl. Niperdey, Thomas: Deutsche Geschichte: 1800 - 1866, München 1983, S. 69 ff.
7 vgl. Fehrenbach, Elisabeth: Vom Ancien Regime zum Wiener Kongress, S. 81 f.
8 ebd. S. 82
9 Wehler, Hans-Ulrich: Vom Feudalismus des alten Reiches bis zur Defensiven Modernisierung der Reformära 1700 - 1815, Frankfurt am Main 1987, S. 370
10 vgl. ebd.
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Arbeit zitieren:
Marko Schulz, 2003, Die napoleonisch-rheinbündischen Reformen 1806 - 1813, München, GRIN Verlag GmbH
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