Die vorliegende Bachelorthesis beschreibt die Entwicklung und Konzeption eines E-Learning-Moduls zum Thema „Feuerwehrschutzanzüge“ und soll den Dozenten und Studierenden an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg(HAW Hamburg) einen Eindruck von den vielfältigen Möglichkeiten und Potenzialen geben, die der Einsatz von E-Learning-Medien eröffnet. Ziel ist es, die aktive Nutzung der neuen Lernmedien an der Hochschule voranzutreiben.
Da die Thematik der Feuerwehrschutzkleidung während des Studiengangs
Bekleidung – Technik und Management nicht behandelt wird, bietet es den Studierenden die Möglichkeit, ihr Fachwissen im Bereich technischer Textilien zu vertiefen und einen weiteren interessanten Berufszweig zu entdecken.
Bei der Konzeption des Moduls wird besonderer Wert auf die Interaktivität und Dynamik der Lerneinheit gelegt, denn Texte und Bilder, auch wenn sie auf eine grafisch sehr ansprechende Weise angeboten werden, stellen am Ende doch nur Texte und Bilder dar. Mit diesen kann ein Student ebenso gut oder schlecht lernen wie durch Bücher oder ausgedruckte Vorlesungsskripte. Durch die Interaktivitätskomponente kann das Lernen hingegen unterhaltsamer, interessanter und auch effektiver gestaltet werden.
Die Nutzer des Moduls „Feuerwehrschutzanzüge“ sollen folglich nicht nur Kenntnisse auf dem Gebiet technischer Textilien erlangen, sondern auch eine neue Art des Lernens erleben. Durch die Integration von Multimedia in den Hochschulbetrieb soll die Qualität des Lehrens und Lernens gesteigert und so das Studium an der HAW Hamburg weiterentwickelt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau der Thesis
2 E-Learning
2.1 Ein Beispiel zu Beginn
2.2 Potenziale von E-Learning
2.3 Grenzen von E-Learning
2.4 E-Learning an der HAW Hamburg
2.4.1 Lernmanagementsystem Moodle
2.4.2 Status quo und Ausblicke
2.5 Konzeption des interaktiven E-Learning-Moduls
2.5.1 Lerntheoretische Grundlagen
2.5.2 Zielgruppenanalyse
2.5.3 Lernziele
2.5.4 Lerninhalte und Lernmethoden
2.6 Umsetzung des interaktiven E-Learning-Moduls
2.6.1 Auswahl des Autorentools
2.6.2 Programmoberfläche von eXeLearning
2.6.3 Gestaltung
3 Feuerwehrschutzanzüge
3.1 Mensch und Klima
3.1.1 Wärmehaushalt des Körpers
3.1.2 Leistungsfähigkeit des Menschen
3.1.3 Wechselwirkungen zwischen Körper, Klima und Kleidung
3.2 Feuerwehrkleidung
3.3 Feuerwehrschutzanzüge
3.3.1 Anforderungen an Feuerwehrschutzanzüge
3.3.2 Problematik bei der Auswahl geeigneter Feuerwehrschutzanzüge
3.4 Normen und Richtlinien
3.5 Prüfmethoden
3.5.1 Wärmedurchgang – Strahlung und Flammen
3.5.2 Thermo-Man – Beflammungstest (Flashover)
3.6 Verwendete Materialien für Feuerwehrschutzanzüge
3.6.1 Oberstoff
3.6.2 Nässesperre
3.6.3 Thermoisolation
3.7 Maßnahmen zur Verbesserung von Feuerwehrschutzanzügen
3.7.1 Schutzwirkung
3.7.2 Tragekomfort
3.7.3 Haltbarkeit – Wirtschaftlichkeit
4 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der Bachelorthesis ist die Entwicklung und Konzeption eines interaktiven E-Learning-Moduls für die Lernplattform EMIL der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, um den Einsatz moderner Lernmedien in der akademischen Lehre zu fördern. Die Forschungsarbeit untersucht dabei die technische Umsetzung, didaktische Aufbereitung und die spezifischen Anforderungen an Schutzausrüstung für Feuerwehrleute.
- Konzeption interaktiver E-Learning-Module
- Einsatz des Autorentools eXeLearning
- Physiologische Grundlagen der Wärmeregulierung
- Normen, Prüfmethoden und Materialien für Schutzkleidung
Auszug aus dem Buch
3.6 Verwendete Materialien für Feuerwehrschutzanzüge
Ein Feuerwehrschutzanzug besteht aus mehreren Schichten, die alle eine bestimmte Funktion erfüllen:
- Der Oberstoff ist feuerfest und weist eine hohe mechanische Beständigkeit auf.
- Die Nässesperre verhindert das Eindringen von Flüssigkeiten und ermöglicht den Wasserdampftransport von innen nach außen.
- Die Thermoisolationsschicht verhindert einen zu hohen Hitzetransfer. Ein hautfreundliches Innenfutter schützt die Thermoschicht vor mechanischem Abrieb.
Nun gibt es verschiedene Ausführungsmöglichkeiten, wobei jede ihre eigenen Vor und Nachteile besitzt. Ein 2-Lagen-Laminat beispielsweise, bei dem Oberstoff und Nässesperre rasterpunktförmig miteinander verschweißt sind und das Isolationsfutter lose eingenäht ist, zeichnet sich u. a. durch sein geringes Gewicht, eine gute Atmungsaktivität und die geringe Wasseraufnahme des Oberstoffs aus. Jedoch müssen alle Nähte mit einem speziellen Nahtversiegelungsband wasserdicht verarbeitet werden, was den Anzug steifer und teurer werden lässt. Bei einem 3-Lagen-Laminat sind alle Schichten miteinander verbunden, wodurch das Material sehr strapazierfähig ist. Auch bei dieser Verarbeitungsvariante müssen alle Nähte mit einem Band versiegelt werden. Außerdem wird die Atmungsaktivität beeinträchtigt und der Verbund ist steifer als das 2-Lagen-Laminat. Das sogenannte Insertlaminat (vgl. Abbildung 14), bei dem die Nässesperre lose zwischen Obermaterial und Innenfutter eingenäht wird, ist weich und bietet eine zusätzliche thermische Isolation durch den Lufteinschluss zwischen den Lagen. Die höhere Wasseraufnahme des Oberstoffs macht jedoch eine regelmäßige Imprägnierung (z. B. mit HYDROB FC) notwendig.
Nachfolgend werden die einzelnen Lagen des Schutzanzuges näher beschrieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung von E-Learning an Hochschulen und formuliert das Ziel der Arbeit, ein interaktives Lernmodul zur Schutzkleidung der Feuerwehr zu entwickeln.
2 E-Learning: Dieses Kapitel behandelt die Potenziale und Grenzen von E-Learning sowie die konkrete Konzeption und Umsetzung mittels Moodle und eXeLearning an der HAW Hamburg.
3 Feuerwehrschutzanzüge: Dieser Hauptteil analysiert die physiologischen Anforderungen an den Menschen, Normen, Prüfmethoden und Materialien für Feuerwehrschutzkleidung sowie technische Optimierungsmaßnahmen.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit evaluiert die erreichten Projektziele und betont die Relevanz des entwickelten Moduls als Basis für zukünftige E-Learning-Angebote im Studiengang.
Schlüsselwörter
E-Learning, Feuerwehrschutzanzüge, HAW Hamburg, Moodle, eXeLearning, Didaktik, Bekleidungsphysiologie, Wärmeregulierung, Schutzkleidung, Normen, PSA, Tragekomfort, Interaktivität, Technische Textilien, Blended Learning.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Konzeption und praktischen Entwicklung eines interaktiven E-Learning-Moduls für den Studiengang „Bekleidung – Technik und Management“ an der HAW Hamburg.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder sind die didaktische Gestaltung von E-Learning, die Anwendung von Autorentools sowie die fachspezifischen Grundlagen der Feuerwehrschutzkleidung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, den Einsatz von E-Learning-Medien an der HAW Hamburg durch ein praxisnahes Beispiel zum Thema Feuerwehrschutzanzüge voranzutreiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Normenrecherche sowie der didaktischen Konzeption und technischen Umsetzung eines interaktiven Lernmoduls.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erarbeitet die theoretischen Grundlagen des E-Learnings sowie die komplexe Fachmaterie der Schutzkleidung, einschließlich Klimaphysiologie und relevanter Prüfmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind E-Learning, Feuerwehrschutzanzüge, Didaktik, PSA (Persönliche Schutzausrüstung) und interaktive Lernmedien.
Wie unterscheidet sich der Thermo-Man-Test von anderen Prüfmethoden?
Der Thermo-Man-Test verwendet eine lebensgroße, mit Sensoren ausgestattete Testpuppe unter realistischen Flashover-Bedingungen, um das Ausmaß potenzieller Brandverletzungen vorauszuberechnen.
Warum ist die Wahl des Autorentools für dieses Projekt entscheidend?
Das Tool eXeLearning wurde aufgrund seiner einfachen Bedienbarkeit und der Fähigkeit gewählt, interaktive Lerneinheiten für Lernmanagementsysteme wie EMIL flexibel und plattformunabhängig zu exportieren.
Welche Rolle spielt die Klimaregulierung des Körpers bei der Entwicklung der Anzüge?
Sie ist grundlegend, da Feuerwehrschutzanzüge einen Kompromiss zwischen notwendiger Wärme- und Flammenisolation bei gleichzeitigem Feuchtigkeitstransport für den Tragekomfort bieten müssen.
- Quote paper
- Sina Geisler (Author), 2011, Entwicklung eines interaktiven E-Learning-Moduls mit dem Autorentool eXeLearning für die E-Learning- Plattform EMIL am Beispiel Feuerwehrschutzanzüge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194344