II
Abkürzungsverzeichnis
CB Cornerback DB Defense Back DE Defense End FS Free Safety ILB Inside-Linebacker LB Linebacker NFL National Football League NG Nose Guard OLB Outside-Linebacker SS Strong Safety
III
American Football-spezische Ausdrücke Spielzug der -> Defense um Druck auf den à Quarterback Blitz auszuüben Breakaway Raumgewinn über 20 yards durch einen einzelnen Spielzug Laufweg der à Outside-Linebacker oder à Defense Ends, um Contain
einen Laufspielzug in die Mitte zu drängen à Defense Back, auf der Außenseite des Spielfeldes, meist Cornerback
direkter Gegenspieler des à Wide Receivers Spielzug der à Defense Cover Cut Richtungswechsel eines Läufers Spieler der à Defense Defender Defense Verteidigungsmannschaft
defensiver Rückraum; setzt sich zusammen aus à Strong Defense Backfield Safety, à Free Safety und à Cornerbacks Defense End Defense-Linespieler, der bei einer 4 -Mann-Line die Außenpositionen besetzt à Linespieler Defense Tackle Defense-Linespieler (in einer 3-Mann-Line links und rechts des Noseguards, in einer 4 -Mann-Line, die beiden mittleren Positionen der Line) à Linespieler Defensive Back Defense Back; defensiver Rückraumspieler, hauptsächlich für die Paßverteidigung zuständig Down Versuch; Zeitspanne vom Spielzugbeginn, bis zu dessen Abpfiff Down on contact Spielzug endet an dem Punkt, an dem der Spieler getackelt worden ist (à Tackle)
Down-Yardage-Verhältnis Verhältnis von Nummer des Versuchs und noch zu überbrückenden Raumes zur Erlangung eines neuen First Downs, bzw. dem Erreichen der Endzone Fake Finte, Täuschungsmanöver Feldtorversuch (Schuß durch die à Goalposts) Fieldgoalversuch First Down Erster Versuch (Start einer Angriffsreihe mit 4 Versuchen 10 Yards zu überbrücken) à Wi de Receiver auf der à Strong Side Flanker
à Defensive Back meist ohne direkten Gegenspieler Free Safety
IV
Goalpost Torpfosten Huddle Spielerbesprechung (dient der Absprache des Spielzugs) innerer à Linebacker Insidelinebacker Interception Abfangen des Passes durch einen Defensespieler Line of scrimmage Linie an dem der Spielzug beginnt Linebacker Spielposition der zweiten Abwehrreihe mit der Aufgabe, das gegnerische Laufspiel zu stoppen und bei einem kurzen Paßspiel auch in der Paßverteidigung zu helfen Linespieler Offense- oder Defensespieler, der an der Anspiellinie steht Long-Yardage-Situation Situation in der die Offense größere Distanzen in wenigen Versuchen überbrücken muß Man-To-Man-Coverage Manndeckung Noseguard Defense-Linespieler der bei einer 3-Mann-Line in der Mitte steht à Linespieler Offense Angriffsmannschaft à Linebacker auf der Außenposition Outsidelinebacker Pass coverage Paßverteidigung Pass interference Paßbehinderung; regelwidrige Behinderung des Gegenspielers, der versucht, den Ball anzunehmen (sowohl à Defense als auch à Offense)
Schnellangriff der Defense auf den à Quarterback mit dem Passrush
Ziel, ihn zu tackeln (àTackle), bevor er den Vorwärtspaß spielt, bzw. Versuch den Paß zu behindern Spielzug der à Defense Pinch Play Spielzug Point of exchange Stelle, an der die Offense den Ball ihrem Gegner überlassen muß Quarterback Spielgestalter; offensiver Rückraumspieler, der die Spielzüge bekanntgibt, die Signale bei allen Formationen gibt und i.d.R. den Ball paßt
à Passrush-Technik für Defensespieler um an einem Rib Gegenspieler vorbeizukommen Runningback Angriffsspieler im Offense Backfield, Ballträger Spielzug der à Defense Slant
V
Specialteams Sondereinheiten für spezielle Situationen (z.B. à Fieldgoalversuch, Anstoß etc.) à Passrush-Technik für Defensespieler um an einem Spin Gegenspieler vorbeizukommen à Wide Receiver auf der --> Weak Side der Offense Split End
à Defensive Back auf der Seite des gegnerischen à Tight Ends Strong Safety
Seite der Offense auf der sich der à Tight End befindet Strong Side 1. à Linespieler Tackle
2. Tackling: abgepfiffenes Festhalten oder Zu-Boden-Bringen des Ballträgers Tight End einziger Spieler der Offense Line, der den Ball fangen darf; wird wahlweise als zusätzlicher Blockspieler oder als dritter Paßempfänger eingesetzt
Seite der à Offense auf der sich kein à Tight End befindet Weak Side
Paßempfänger; Spieler der à Offense Wide Receiver
1
1 Einleitung
In der modernen Sportwelt taucht der Begriff der Taktik immer häufiger auf. Trainer ehemals erfolgreicher Fußballnationen werden vor dem Hintergrund mangelnder taktischer Fähigkeiten der eigenen Mannschaft zurückgetreten und müssen in Folge dessen als Nebendarsteller in deutschen Krimiserien ihren Unterhalt verdienen. Spieler und Trainer werden vor einem Spiel gefragt, mit welcher Taktik sie versuchen wollen, den Gegner zu bezwingen. Nach einer Niederlage taucht die Frage auf, warum denn das „taktische Konzept“ nicht aufgegangen sei.
Diese Arbeit versucht im ersten Teil zu klären, was im allgemeinen unter Taktik zu verstehen ist. Im zweiten Teil soll dem Leser ein kurzer Überblick über den American Football gegeben werden, bevor im dritten Teil die Frage geklärt werden soll, welche Rolle die Taktik in der Lieblingsballsportart der Amerikaner spielt, in welchem Umfang sie entscheidend für den Ausgang eines Spieles ist und ob Football seinem Ruf des „Rasen-Schachs“ gerecht wird.
2
2 Theoretischer Ansatz
2.1 Vorbemerkung
Bereits im Theorieteil werden praktische Beispiele aus dem American Football zur Erläuterung verwendet. Die Erläuterungen zu einzelnen Fachbegriffen und Positionen finden sich im Teil „American Football-spezifische Ausdrücke“. Die Beispiele sind so gewählt, daß der Leser nicht verstehen muß, was genau passiert, sondern das Prinzip erkennt, daß den jeweiligen Aspekten zugrunde liegt.
2.2 Taktik und Strategie
Der Begriff der Taktik findet Anwendung in Bereichen straffer Planung von Maßnahmen einzelner Gruppen und Verbände z ur Durchsetzung anvisierter Ziele. Dazu zählen z.B. wirtschaftliche, politische und militärische Organisationen (HAGEDORN 1992, 493). In der sportwissenschaftlichen Literatur ist es schwierig eine allgemeingültige Definition von Taktik und Strategie zu finden. Oftmals findet sich keine strenge Trennung der beiden Begriffe, sie werden häufig gar als Synonyme verwendet. Erst in neueren Veröffentlichungen werden verstärkt Unterschiede herausgestellt, die sich entweder aus inhaltlichen oder zeitlichen Kriterien begründen. Dabei wird die Strategie als der umfassende Komplex betrachtet, aus dem die Taktik abgeleitet wird. BARTH (1994, 5) beschreibt die Beziehung von Strategie und Taktik als ein „Verhältnis von Programm und Unterprogramm [...] wobei Taktik meist mit Realisierungsschritten gleichgesetzt wird“. Auf die zeitliche Ebene bezogen, gilt die Strategie als das längerfristigere und die Taktik als das kürzerfristigere Handlungskonzept. Beiden Begriffen gemein ist der Umstand, daß eine Festlegung immer unter Berücksichtigung der Spielregeln und der Bezugs- und Bestimmungsgrößen eines Wettkampfes erfolgt. Als weiteres Unterscheidungsmerkmal führt BARTH an, daß Strategie sich nicht notwendigerweise auf einen bestimmten Gegner bezieht, Taktik jedoch immer auf einen konkreten Gegner abgestimmt ist (1994, 5).
2.2.1 Festlegung einer Arbeitsdefintion
Für diese Arbeit übernehme ich die Definition von MARTIN/CARL/LEHNERTZ, die Taktik definieren, als „den Einsatz eines Systems von Handlungsplänen und
Entscheidungsalternativen, das Handlungen so zu regeln gestattet, daß ein optimaler sportlicher Erfolg möglich wird“ (1991, 229).
3
2.2.2 Taktik in Mannschaftssportarten
HOHMANN (1996) unterteilt die Taktik in drei verschiedene Bereiche (vgl. Abb. 1): • Taktische Kenntnisse • Taktische Fähigkeiten und • Taktische Fertigkeiten
Als taktische Kenntnisse bezeichnet er Wettkampfregeln und taktische Regeln. Wettkampfregeln sind die Regeln, in denen die Rahmenbedingungen einer Sportart festgesetzt werden (Spielfeldgröße, Spieldauer, Anzahl der Spieler etc.). Die Kenntnis der Regeln ist erforderlich, da sie den Rahmen der Zielerreichung, bei der Entscheidungsfindung in einer sportlichen Situation, einschränken bzw. festsetzen. TURNER/MARTINEK folgern daraus, daß je mehr ein Sportler über seinen Sport „weiß“, umso eher wird er die „richtige“ Entscheidung treffen (1995, 47-48).
Ein Vergleich von erfahrenen und unerfahrenen Sportlern zeigt, daß die Erfahrenen nicht nur „wenn-dann“-Beziehungen (if-then productions) im Kopf haben, sondern darüber hinaus auch noch die genaue Umsetzung (if-then-do productions).
Konkret bedeutet dies, daß ein unerfahrener Defense Tackle sagen würde: „Wenn ich einen Passrush durchführen soll, versuche ich an meinem Gegenspieler vorbeizukommen und attackiere dann den Quarterback.“ Ein erfahrener Spieler würde hingegen sagen: „Wenn ich einen Passrush durchführen soll, wende ich einen Rib an, um an meinem Gegenspieler vorbeizukommen und attackiere dann den Quarterback. Falls der Rib mißlingt, wende ich einen Spin an.“
Taktische Regeln werden unterteilt in elementare, allgemeine und spezielle taktische Regeln und gelten „als sog. Leit- und Erfolgssätze“ (HOHMANN 1996, 68). Sie stellen die effektivsten Lösungen für bestimmte Situationen dar und sollten dem Spieler bewußt gemacht werden. Die getroffene Unterteilung betrifft die Komplexität der sportlichen Situation. Zu den taktischen Fähigkeiten zählen in erster Linie Wahrnehmung, Antizipation sowie motivationale und volitive Fähigkeiten.
Die taktischen Fertigkeiten setzen sich aus Individual-, Gruppen- und Mannschaftstaktik zusammen. Diese werden ausführlich in Kapitel 4 behandelt. Alle drei Komponenten der Taktik bilden die Grundlage für taktisches Handeln.
Abb.1: Die Struktur der sportlichen Taktik (nach HOHMANN 1996, 65)
2.3 Sportliche Leistung
In der Trainingswissenschaft wird die sportliche Leistung als das Ergebnis einer sportlichen Handlung definiert. Sie wird im Wettkampfsport in Form einer Maßzahl ausgedrückt, die den Bewegungshandlungen in den einzelnen Sportarten nach festgelegten Regeln zugeordnet wird.
Die Maßzahl drückt aus, in welchem Umfang das in den Wettkampfregeln einer Sportart festgelegte Leistungsziel erreicht wurde. Im American Football w ird die Leistung als Verhältnis von Punkten der beiden Mannschaften ausgedrückt (z.B. 27:10) (vgl. CARL 1992, 274-276).
Arbeit zitieren:
Jörg Bahl, 1997, Taktik als leistungsbestimmender Faktor im Wettkampf - Eine theoretische und praxisorientierte Erörterung am Beispiel American Football, München, GRIN Verlag GmbH
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