Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 1
2. Definition von Gewa lt 1
3. Modelle zur Wirkung der Massenmedien 2
3.1 Die Katharsisthese 2
3.2 Die Inhibitionsthese 2
3.3 Die Stimulationsthese 3
3.4 Die Lerntheorie 3
3.5 Die Suggestionsthese 4
3.6 Die These der allgemeinen Erregung 4
3.7 Die Habitualisierungsthese 4
3.8 Die Hypothese der Rechtfertigung von Verbrechen 5
3.9 Die These der Wirkungslosigkeit 5
4. Massenmediale Auswirkungen auf die Gesellschaft 6
4.1 Die Kontroll- und Reflexionsthese 6
4.2 Die Eskapismustheorie 6
4.3 Strukturelle Gewalt (indirekte Gewalt) 7
5. Sexuelle Gewalt 7
6. Kommerzialisierung des Fernsehens 8
7. Reality TV 8
8. Methoden der Wirkungsforschung 9
8.1 Felduntersuchungen versus Laborstudien 9
8.2 Die Vielseherforschung 9
8.3 Die Inhaltsanalyse 9
8.4 Expertenbefragung/Problemgruppenanalyse 10
8.4.1 Psychiater und Psychologen 10
8.4.2 Richter und Staatsanwälte 11
9. Nachrichten und Gewalt 12
10. Schlußanmerkungen 12
2
Literaturverzeichnis:
· Kunczik, Michael: Gewalt und Medien; Köln 1996
· Merten, Klaus/Schmidt, Siegfried/Weischenberg, Siegfried (Hrsg.): Die Wirklichkeit der Medien; Opladen 1994
· Meyn, Hermann: Massenmedien in der Bundesrepublik Deutschland; Berlin 1994
· Moser, Heinz: Einführung in die Medienpädagogik; Opladen 1995
· Rathmayr, Bernhard: Die Rückkehr der Gewalt; Wiesbaden 1996
· Spiegel Special 8/1995: Fernsehen; "Ey, boah, Rambo" (S.130-132)
3
1. Einleitung
Die Diskussion um die Wirkung von Gewaltdarstellungen in den Massenmedien ist ein in der Öffentlichkeit immer wieder auftauchendes Thema: Von den einen wird das Fernsehen als Ausgeburt des Teufels betrachtet, die unsere Kultur zerstört und eine Bedrohung für die Menschheit darstellt, während die anderen all diese Vorwürfe abstreiten und keine gefährlichen Auswirkungen befürchten. Vor kurzem ist durch einen vierzehnjährigen Jungen, der mit einer Axt auf seine Cousine und eine Nachbarin einhackte nach dem er sich den Film „Freitag de 13.“ ansah. In dieser Arbeit wird vor allem auf das Fernsehen eingegangen, da es wohl das wichtigste Medium hinsichtlich Gewaltdarstellungen und deren Effekte verkörpert, aber auch andere Medien, wie beispielsweise Comics, Computerspiele oder Bücher, können hier eine Rolle spielen (z.B. wurde in Norwegen ein Kriminaldelikt der Panzerknackerbande eines Micky-Maus-Hefts imitiert 1 ). Die Diskussion über die Wirkungen von Gewaltdarstellungen ist schon sehr lange existent: z.B. wurde schon im antiken Griechenland diskutiert, ob Märchenerzählern den Kindern durch Geschichten über Greueltaten falsche Gedanken zuführen, die sie eigentlich nicht haben sollten.
Um die Wirkung von Gewaltdarstellungen zu analysieren, ist es vor allem wichtig, zu betrachten, welche Inhalte unter welchen Umständen auf welche Individuen wie wirken, eine Verallgemeinerung der Auswirkungen auf die breite Masse ist nahezu unmöglich.
Zum Thema „Massenmedien und Gewalt“ sind unzählige Studien durchgeführt worden und es gibt eine Unmenge von Theorien und Modellen, jedoch ist die Interpretation der Untersuchungsergebnisse sehr problematisch, da beinahe jeder Wissenschaftler seine Studien auf irgendeine Weise so auslegen kann, daß seine eigene Meinung bestätigt wird. Auch sind viele Studien von vornherein schon so ausgelegt, daß sie eine bestimmte Theorie untermauern. Hier soll vor allem auf die wichtigsten Theorien und Thesen eingegangen werden, aber auch auf gesellschaftliche Aspekte und Expertenbefragung, den Gewaltbegriff an sich und die Berichterstattung über Gewaltverbrechen.
2. Definition von Gewalt
Der Begriff “Gewalt” ist aufgrund seiner vielfältigen Erscheinungsformen schwer zu definieren, es ist daher nicht eindeutig klar, wann man von Gewalt spricht. Hieraus folgt, daß bei Forschungsarbeiten der zweifelsfreie Nachweis von z.B. Gewaltwellen oder der Tendenz zur Verrohung der Gesellschaft grundsätzlich nicht möglich ist. Durch die große Breite von Operationalisierungen, die aus der mangelnden Begrifflichkeit hervorging, wurde Gewalt mit Hilfe von vielen verschiedenen Verfahren gemessen (z.B. Bobo-Doll, Elektroschocks austeilen lassen, Luftballons zerplatzen lassen, Fragebögen, usw.). Aus diesen Tests gingen viele verschiedene und oft sogar gegensätzliche Ergebnisse hervor.
1 Die Täter versahen den über dem Nachtsafe einer Bank hängenden Briefkasten mit dem Hinweis, daß der Safe kaputt sei. Die Kunden sollten den Briefkasten benutzen, um ihr Geld zu deponieren - Die Täter konnten den Briefkasten leicht aufbrechen und erbeuteten 200.000 Norwegische Kronen
4
Daraus ergab sich die Notwendigkeit der Eingrenzung des Gewaltbegriffes mit der Zielsetzung, ihn auf eine klare und eindeutige Definition festzulegen.
Unter personaler Gewalt wird die “beabsichtigte physische und/oder psychische Schädigung einer Person, von Lebewesen und Sachen durch eine andere Person” 2 verstanden.
Doch auch bei dieser auf den ersten Blick griffigen Definition stößt man auf Probleme: Wie definiert man die Absicht? Wie klassifiziert man unbeabsichtigte Verhaltensweisen, die vom Rezipienten als aggressiv wahrgenommen werden?
Zudem muß gesagt werden, daß bei Experimenten das Alter der Versuchspersonen von entscheidender Wichtigkeit ist. Nach Kohlberg 3 können z.B. Kinder erst mit sieben oder acht Jahren zwischen Gut und Böse unterscheiden; d.h., daß Versuche mit Kindern nicht übertragbar sind auf die erwachsene Bevölkerung.
3. Modelle zur Wirkung der Massenmedien
Die ersten Theorien gehen davon aus, daß ein omnipotentes Medium die wehrlosen Rezipienten nach Belieben beeinflussen kann (vgl. Stimulus-Response Modell); das soziale Umfeld und die Persönlichkeit wurden hierbei vernachlässigt, die breite Masse wurde als leicht manipulierbar eingeschätzt, bei je dem wurde die gleiche Wirkung erwartet. Doch sobald man individuelle Unterschiede berücksichtigte (Intelligenz, Wahrnehmung, Persönlichkeit...), wurde dieses Modell widerlegt, es folgte das S-O-R Modell: Der Organismus wurde jetzt als Filter verstanden, der die Wirkung individuell modifiziert; es wurde jetzt auch die selektive Aufmerksamkeit und Wahrnehmung beachtet, die bei jeder Person variiert. Abgesehen von der sogenannten Publikumsforschung (Wirkung von Massenmedien auf Individuen) werden von der Forschung andere ebenso wichtige Bereiche noch weitgehend vernachlässigt, wie z.B. die Wirkung von Massenmedien auf Gesamtsysteme (z.B. Gesamtgesellschaften).
3.1 Die Katharsisthese
Die Katharsisthese besagt, daß die Bereitschaft des Rezipienten, selbst aggressives Verhalten zu zeigen, zurückgeht, wenn er Gewaltakte an fiktiven Modellen beobachtet und sie dynamisch „miterlebt“/verarbeitet. Die Phantasiemodelle wirken nach dieser These so, als ob der Rezipient selbst gehandelt hätte. Katharsis bedeutet: die Vollziehung jeder aggressiven Tat führt zur Verminderung des Stimulus zu weiterer Aggression. Die Massenmedien werden hier als „Triebventil“ angesehen, das zur Reduktion des Aggressionstriebes führt. Die Katharsisthese kann jedoch als empirisch widerlegt angesehen werden.
3.2 Die Inhibitionsthese
2 Kunczik, 1996, 12
3 1969, in: Kunczik 1996
5
Quote paper:
Patrick Hammer, 1997, Massenmedien und Gewalt, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Gegenüberstellung der Einzelmethode "Beobachtung" zu der Met...
Sociology - Methodology and Methods
Termpaper, 41 Pages
Experten-Interviews in der politikwissenschaftlichen Forschung - Theor...
Termpaper, 16 Pages
Verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie - Eine Diskussion im ...
Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 15 Pages
Funktionen von Familie in einer sich wandelnden Gesellschaft
Pedagogy - Pedagogic Sociology
Presentation (Elaboration), 14 Pages
Auffälligkeiten im Sprecherwechselverhalten in politischen Fernsehdisk...
Scholary Paper (Seminar), 30 Pages
Brandstifter Tagesschau? Eine wissenschaftliche Untersuchung zur Wirku...
Scholary Paper (Seminar), 30 Pages
Gegenstandsbezogene Theoriebildung - Der Ansatz der Grounded Theory
Pedagogy - Science, Theory, Anthropology
Scholarly Research Paper, 24 Pages
Ist Europa auf dem Weg zu einer gemeinsamen Identität?
Sociology - Culture, Technology, Peoples / Nations
Termpaper, 14 Pages
Arbeitsmarkteffekte der Globalisierung
Business economics - Economic Policy
Scholary Paper (Seminar), 40 Pages
Forschungsdesign - Was muss bei Experteninterviews beachtet werden?
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 17 Pages
Die mögliche Integration der Türkei in die EU
Economics - International Economic Relations
Termpaper, 37 Pages
Sozioökonomische Folgen von HIV/AIDS im südlichen Afrika
Eine Betrachtung des Gesundhei...
Diploma Thesis, 134 Pages
Patrick Hammer likes Massenmedien und Gewalt
Patrick Hammer likes Massenmedien und Gewalt
Arbeiten des GRIN-Team: new text Massenmedien und Gewalt was added
Theorien, Modelle und Methoden der Entwicklungspsychologie
Wolfgang Schneider, Friedrich Wilkening
Theorien und Modelle der Pflegedidaktik
Ein Einführung
Roswitha Ertl-Schmuck, Franziska Fichtmüller
Ergotherapie - Theorien und Modelle
Die Praxis begründen
Rosemary Hagedorn, Barbara Dehnhardt, Jürgen Dehnhardt
Persönlichkeitsschutz gegenüber Massenmedien
The Protection of Personality ...
Helmut Koziol, Alexander Warzilek
Neue Gewalt oder neue Wahrnehmung? / Nouvelle violence ou nouvelle per...
Kriminologie - Criminologie - ...
Cornelia Bessler, Benjamin Brägger, Volker Dittmann, Daniel Fink, Silvia Steiner, Fabienne Vogler
Nach Krieg, Gewalt und Repression
Vom schwierigen Umgang mit der...
Susanne Buckley-Zistel, Thomas Kater
0 comments