Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis................................................................................................................II
I Gegenstand der Arbeit 1
II Die Thesen der Globalisierungskritiker 2
2.1 Portfoliokapital Spekulation und Stabilität 2
2.1.1 Die strukturelle Veränderung der Finanzmärkte 2
2.1.2 Die Spekulanten und ihre Instrumente................................................................3
2.1.3 Die Instabilität der Märkte 3
2.2 Liberalisierung und das Diktat der Finanzmärkte 4
2.2.1 Die Liberalisierung der Finanzmärkte 4
2.2.2 Das Diktat der Finanzmärkte 4
2.3 Die Folge: Währungs- und Finanzkrisen 5
2.3.1 Währungskrisen und ihre Ursachen 5
2.3.2 Finanzkrisen durch Instabilitätsimport...............................................................6
III Die theoretische Kritik der Kritik 6
3.1 Portfoliokapital Spekulation und Stabilität 7
3.1.1 Die Struktur der Finanzmärkte 7
3.1.2 Stabilisierende vs destabilisierende Spekulation 7
3.1.3 Schlussfolgerung 8
3.2 Liberalisierung und das Diktat der Finanzmärkte 8
3.2.1 Das Trilemma der offenen Volkswirtschaft........................................................8
3.2.2 Schlussfolgerung 9
3.3 Die Folge: Währungs- und Finanzkrisen 10
3.3.1 Erklärungsansätze für Währungskrisen 10
a) Modelle der ersten Generation Makroökonomische Ungleichgewichte 10
b) Modelle der zweiten Generation Die Rolle von Erwartungen 11
c) Finanzkrisen und der mikroökonomische Ansatz 11
d) Die Ausbreitung von Währungskrisen 12
3.3.2 Schlussfolgerung 12
IV: Die empirische Kritik der Kritik 12
4.1 Die Mexiko-Krise 13
4.2 Die Asien-Krise 13
4.3 Weitere Krisen der 90er Jahre 14
4.4 Schlussfolgerung 14
V: Schlussbemerkung 15
Literaturverzeichnis.....................................................................................................................III
Abkürzungsverzeichnis
I
Abkürzungsverzeichnis
IWF - Internationaler Währungsfond
USD - US-Dollar
BIP - Bruttoinlandsprodukt
II
I Gegenstand der Arbeit
Als sich die thailändische Zentralbank am 2.Juli 1997 entschloss, den Wechselkurs der Landeswährung Bath freizugeben, setzte sie damit den Anfangspunkt für eine der schwersten Wirtschaftkrisen seit der großen Depression der 30er Jahre. Innerhalb kürzester Zeit weitete sich die Krise auf andere asiatische Staaten aus, griff dann auf den südamerikanischen Raum über und zog sogar die US-amerikanischen Aktien- märkte in Mitleidenschaft.
Auch wenn die Asienkrise eine der schwersten Währungskrisen der letzten Jahre darstellt, so war sie doch nicht die einzige. Beispielhaft seien hier die Mexiko- Krise von 1995, die Russlandkrise 1998 oder die brasilianische Krise von 1999 ge- nannt. Auch wenn Krisen dieser Art schon seit langer Zeit bekannt sind, haben in den letzten Jahren sowohl die Häufigkeit ihres Auftretens als auch ihr Ausmaß zu- genommen. Angesichts dieser Häufung von Krisen begann eine fieberhafte Suche nach den Schuldigen. Für viele waren die vermeintlichen Übeltäter auch schnell ge- funden. So sprach der malaysische Premierminister Mahathir mit Blick auf die A- sienkrise von einer Verschwörung des Spekulanten George Soros und der amerikani- schen Regierung. Auch die in den letzten Jahren verstärkt in Erscheinung tretenden globalisierungskritischen Gruppen sehen in den Spekulanten und der spekulations- fördernden Struktur der globalen Finanzmärkten die eigentlichen Ursachen für die Finanz- und Währungskrisen der letzten Jahre.
Ob diese Sichtweise gerechtfertigt ist oder ob andere Faktoren wie bspw. makroökonomische Ungleichgewichte für die Krisen verantwortlich sind, soll in der vorliegenden Arbeit untersucht werden. Zu diesem Zweck werden zunächst die The- sen der Globalisierungskritiker dargestellt. Dies geschieht anhand von drei Themen- komplexen, die von einer allgemeinen Kritik an der aktuellen Struktur der Finanz- märkte über eine Darstellung von speziellen Problemen der Entwicklungsländer bis zu einer darauf aufbauenden theoretischen Erklärung für die Entstehung von Finanz- und Währungskrisen führen. In einem zweiten Teil wird dann die theoretische Fun- dierung dieser Thesen kritisch untersucht. Die Gliederung dieses Hauptteils ent- spricht zwecks einer besseren Übersicht der des ersten Hauptteils. In einem dritten Teil wird dann überprüft, inwieweit sich der Ansatz der Globalisierungskritiker auf die Krisen der 90er Jahre anwenden lässt.
1
II Die Thesen der Globalisierungskritiker
Die Globalisierungskritiker sehen in den internationalen Finanzmärkten sowohl das Kernstück als auch den Katalysator der Globalisierung [vgl. Osterhaus/Waldow (2000), S.1]. Aus diesem Gedanken heraus führen Unzulänglichkeiten auf den Fi- nanzmärkten unweigerlich zu Problemen im Globalisierungsprozess. Welche Unzu- länglichkeiten das internationale Finanzsystem in den Augen der Globalisierungskri- tiker aufweist und welche Folgen sich daraus besonders für die Entwicklungsländer ergeben, soll im Folgenden dargestellt werden.
2.1 Portfoliokapital, Spekulation und Stabilität Nach Ansicht der Globalisierungskritiker ist während der letzten dreißig Jahre ein äußerst negativ zu beurteilender Strukturwandel auf den internationalen Finanzmärk- ten zu beobachten gewesen. Besonderes Merkmal dieser neuen Struktur des Weltfi- nanzsystems sei ihre inhärente Instabilität.
2.1.1 Die strukturelle Veränderung der Finanzmärkte
Als Grund für den Strukturwandel der Finanzmärkte wird die Zunahme des Spar- vermögens in den Industrieländern gesehen, dem aufgrund der Verlangsamung des weltwirtschaftlichen Wachstums jedoch kaum noch reale Investitionsmöglichkeiten gegenüberstehen. Das überschüssige Kapital wandert daher in den finanzwirtschaftli- chen Bereich, wo es als Portfoliokapital für kurzfristige, spekulative Geschäfte ver- wendet wird [vgl. Huffschmid (1999), S.14ff]. Die Folgen sind ein Bedeutungsver- lust des konventionellen Kreditmarktes sowie ein unverhältnismäßiges Wachstum der Wertpapiermärkte. Am deutlichsten zeigt sich der Strukturwandel jedoch auf den Devisenmärkten.
Die ursprüngliche Bedeutung dieser Märkte lag in der Finanzierung des weltweiten Handels. Vergleicht man jedoch die Entwicklung des Devisenverkehrs seit den 70er Jahren mit der des Güterhandels, so wird deutlich, dass die Devisen- märkte sich von ihrer eigentlichen Aufgabe gelöst haben. Betrug das Volumen der täglichen Devisentransaktionen Anfang der 70er Jahre noch 70 Mrd. US-Dollar (USD), so werden heute mehr als 1.100 Mrd. USD täglich gehandelt. Von dieser Summe stehen nur noch etwa 5% mit realwirtschaftlichen Transaktionen in Zusam- menhang. Weiterhin weisen 80% aller Auslandsinvestitionen auf den Finanzmärkten einen Anlagehorizont von weniger als einer Woche auf, 40% sogar nur von zwei Tagen [vgl. O.V. (2001), S.1].
2
2.1.2 Die Spekulanten und ihre Instrumente Diese kurzfristigen, spekulativen Investitionen werden vor allem von institutionellen Anlegern, wie Investmentfonds, Pensionsfonds oder Versicherungen abgewickelt. Das Finanzvolumen dieser Anleger beläuft sich mittlerweile auf über 21 Billionen USD [vgl. Waldow, 2001, S.25ff]. Besonders Hedgefonds verwenden das Geld ihrer zumeist wohlhabenden Kunden für hochspekulative Finanzgeschäfte, die sie von unregulierten Finanzplätzen, so genannten Offshore-Zentren, aus tätigen.
Bei ihren Geschäften verwenden Spekulanten in der Regel Derivate. Ein De- rivat ist eine Finanzanlage, deren Wert von der Wertentwicklung eines anderen Ver- mögensgegenstandes abhängt. Die Grundform aller Derivate ist das Termingeschäft, bei dem die Parteien vereinbaren, zwei Güter in der Zukunft zu einem festgelegten Preis zu tauschen. Der Wert des Termingeschäftes hängt also von der Preisentwick- lung der zugrunde liegenden Güter ab. Während Derivate ursprünglich als Siche- rungsgeschäfte konzipiert waren, werden sie heute in der Mehrzahl aller Fälle für spekulative Geschäfte verwendet.
2.1.3 Die Instabilität der Märkte
Die Instabilität des globalen Finanzsystems entsteht nun durch das Zusammenwirken der oben genannten Faktoren. Durch ihr Übergewicht auf den Finanzmärkten sind es vor allem die spekulativen Investitionen, die die Preisbildung beeinflussen. Da sich Spekulanten jedoch weniger für langfristige Renditen oder Dividenden als vielmehr für kurzfristige Preisänderungen interessieren, kommt es zu einer erwartungsgetrie- benen Beliebigkeit der Finanzströme und einer entsprechenden Volatilität der Preise. Da sich das spekulative Kapital darüber hinaus in den Händen weniger großer Anle- ger konzentriert, können die kurzfristigen Kapitalströme enorme Ausmaße anneh- men. Verschärft wird das Problem noch dadurch, dass sich viele Anleger an den Stra- tegien der großen Spekulanten orientieren und es so zu Mitläuferschaft und Herden- verhalten kommen kann [vgl. Huffschmid (2000), S.1 ff].
Ein weiterer Risikofaktor liegt in der Verwendung von Derivaten als Spekula- tionsinstrumente. In Kombination mit Bankkrediten weisen Derivate einen enormen Hebeleffekt auf, der es den Investmentfonds ermöglicht, mit Summen zu spekulieren, die ihr Eigenkapital bis zum 250fachen übersteigen. Eventuelle Verluste können die Fonds dann selber nicht verkraften, die Kredite werden nicht zurückgezahlt und die Krise so ins Bankensystem getragen [vgl. Fritz/Hersel (2001), S.16].
3
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Sebastian Ahlfeld, 2003, Entwicklungsländer als Opfer der Spekulanten?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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