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Freud als Leser von W. Jensens "Gradiva"

Titel: Freud als Leser von W. Jensens "Gradiva"

Hausarbeit , 2002 , 16 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Nora Pröfrock (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die folgende Arbeit beschäftigt sich im wesentlichen mit der Leseweise des Menschen und Psychoanalytikers Sigmund Freud in Bezug auf Wilhelm Jensens Novelle Gradiva (Ein pompejanisches Phantasiestück). Sowohl als Vorkämpfer der Psychoanalyse als auch als individuelle Persönlichkeit hatte Sigmund Freud einen ganz bestimmten Hintergrund für seine Leseweise und Auffassung der Novelle, die sich dann auch in seiner Studie Der Wahn und die Träume in W. Jensens „Gradiva“ niederschlug. Dieser Hintergrund, vor allem die Frage, worin für Freud das Interesse an der Novelle und die Motivationsgründe für eine psychoanalytische Interpretation dergleichen lagen, soll im Folgenden beleuchtet werden. Was sprach den Leser Freud persönlich an, und welche Möglichkeiten sah er durch die Arbeit mit der Novelle für die Psychoanalyse?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Leser Freud als Privatperson

2. Der Leser Freud als Vorkämpfer der Psychoanalyse

3. Der Leser Freud als Teilnehmer in der Diskussion um Psychiatrie und Dichtung

Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und Motive, die Sigmund Freud dazu veranlassten, Wilhelm Jensens Novelle „Gradiva“ einer psychoanalytischen Interpretation zu unterziehen. Dabei wird analysiert, wie persönliche Affinitäten, der fachliche Kampf um die Anerkennung der Psychoanalyse und zeitgenössische Diskurse über Psychiatrie und Literatur Freuds spezifische Leseweise prägten.

  • Persönliche Parallelen zwischen Freud und der Romanfigur Norbert Hanold (Archäologie und Romsehnsucht)
  • Die Suche nach Bestätigung für die psychoanalytische Traumlehre außerhalb der medizinischen Fachwelt
  • Die Auseinandersetzung mit der akademischen Psychologie und ihrer methodischen Ablehnung der Psychoanalyse
  • Die Positionierung zur Frage der Darstellung von Geisteskrankheiten in der Literatur

Auszug aus dem Buch

1. Der Leser Freud als Privatperson

In verschiedener Hinsicht kann angenommen werden, dass W. Jensens Novelle einen persönlichen Wiedererkennungswert für den Leser Sigmund Freud hatte. In der Hauptperson, dem Archäologen Norbert Hanold, ist beispielsweise Freuds eigenes Interesse für Archäologie wiederzufinden. In einem Brief an Stefan Zweig schrieb Freud, er habe „mehr Archäologie als Psychologie gelesen“, außerdem besaß er eine umfangreiche Antiquitätensammlung, die von Heinz und Carina Weiß für einen Artikel im Jahrbuch der Psychoanalyse im einzelnen untersucht und als der „Spiegel seiner Vorliebe für alles Prähistorische im Menschen“ bezeichnet wurde. Sein archäologisches Interesse war sogar so groß, dass es bedeutenden Einfluss auf seinen schriftlichen Sprachgebrauch hatte.

Wie Walter Schönau feststellt, wird in Freuds wissenschaftlicher Prosa „die Bilderwelt der Archäologie [...], verglichen mit allen anderen Bildsphären, am reichsten entfaltet.“ Vor dem Hintergrund, dass Freud mit Metaphern und Symbolen aus dem Bereich der Archäologie sehr gut vertraut war, da er solche selbst aufgrund eines starken persönlichen Interesses an Archäologie oft in seiner eigenen Prosa verwendete, wird also auch sein Interesse an der Gradiva und an einer Deutung der Novelle, die hauptsächlich in Pompeji, dem „Mekka der Altertumsforscher“ spielt, verständlich.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Leseweise Sigmund Freuds im Hinblick auf die Novelle Gradiva ein und stellt die leitenden Forschungsfragen vor.

1. Der Leser Freud als Privatperson: Dieses Kapitel beleuchtet die persönlichen Übereinstimmungen zwischen Freud und der Hauptfigur Norbert Hanold, insbesondere hinsichtlich ihrer archäologischen Interessen und der ambivalente Romsehnsucht.

2. Der Leser Freud als Vorkämpfer der Psychoanalyse: Hier wird analysiert, wie Freud die Novelle als Bestätigungsmöglichkeit für seine Traumlehre nutzte, um sich gegen die negative Kritik der medizinischen Fachwelt zu behaupten.

3. Der Leser Freud als Teilnehmer in der Diskussion um Psychiatrie und Dichtung: Das Kapitel untersucht Freuds Positionierung in der zeitgenössischen Debatte darüber, ob psychiatrische Themen in der Literatur „korrekt“ abgebildet werden sollten.

Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die persönlichen und fachlichen Motive Freuds, die ihn zur psychoanalytischen Interpretation der Novelle bewegten.

Schlüsselwörter

Sigmund Freud, Gradiva, Wilhelm Jensen, Psychoanalyse, Archäologie, Romsehnsucht, Traumdeutung, Literaturwissenschaft, Psychiatrie, Dichtung, Norbert Hanold, Psychologie, Fallstudie, wissenschaftliche Kontroverse, Wahnsinn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Beweggründe Sigmund Freuds, Wilhelm Jensens Novelle „Gradiva“ einer psychoanalytischen Untersuchung zu unterziehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen Freuds persönliches Interesse an Archäologie, seine fachliche Isolation durch die akademische Medizin und seinen Standpunkt in der Debatte um Psychiatrie in der Literatur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, was den Leser Freud persönlich an der Novelle faszinierte und welche strategischen Vorteile er sich für die Psychoanalyse durch die Deutung versprach.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche und biografische Analyse, indem sie Freuds eigene Schriften, Briefe und zeitgenössische Rezensionen heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Freuds persönlicher Identifikation mit der Romanfigur, seine Suche nach Bestätigung für seine Theorien und seine Abgrenzung zu zeitgenössischen psychiatrischen Forderungen an Dichter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Objekt „Gradiva“ sind „Psychoanalyse“, „Archäologie“, „Traumdeutung“ und „Rom-Komplex“ maßgebliche Begriffe.

Wie spielt der „Rom-Komplex“ eine Rolle in Freuds Leseweise?

Der Rom-Komplex dient als verbindendes Element, da Freud darin sowohl persönliche Sehnsüchte als auch psychologische Ambivalenzen sah, die er wiederum in der Pompeji-Reise der Romanfigur Hanold gespiegelt sah.

Warum war für Freud die Debatte um „Psychiatrie und Dichtung“ so relevant?

Freud wollte beweisen, dass eine korrekte Darstellung psychischer Zustände in der Literatur künstlerischen Wert besitzen kann, entgegen der Meinung der zeitgenössischen Psychiatrie, die dies als „schlechtes Stück“ abtat.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Freud als Leser von W. Jensens "Gradiva"
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Proseminar "Freud und die Literatur"
Note
sehr gut
Autor
Nora Pröfrock (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
16
Katalognummer
V20290
ISBN (eBook)
9783638242158
ISBN (Buch)
9783638759205
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freud Leser Jensens Gradiva Proseminar Freud Literatur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nora Pröfrock (Autor:in), 2002, Freud als Leser von W. Jensens "Gradiva", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20290
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Leseprobe aus  16  Seiten
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