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Inhaltsverzeichnis
Seite
I. Einleitung 3
II. Vorbetrachtungen zu dieser Allianz 5
1. Österreichische Vorstellungen
2. Russische Vorstellungen
III. Die Entstehung des Bündnisses 7
IV. Erhoffte Wirkung des Bündnisses 8
V. Probleme des Bündnisses und Ursachen für sein Scheitern 9
1. Allgemeine Bündnisprobleme und ihre
Wirkung auf dieses Bündnis
2. Spezifische Probleme dieses Bündnisses
3. Spezifisch österreichische Probleme
4. Spezifisch russische Probleme
VI. Zusammenfassung 19
VII. Literaturverzeichnis
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I. Einleitung:
„ Nicht das preußische Heer hat sieben Jahre lang Preußen gegen die drei größten Mächte Europas verteidigt, sondern Friedrich der Große.“ 1 ,
äußerte Napoleon als Ursache für den von den Zeitgenossen nicht erwarteten Erfolg der preußischen Waffen im Siebenjährigen Krieg. Viele Arbeiten sind erschienen, die diesen Konflikt, seinen Ausgang und die Ursachen für selbigen untersuchten. Lange Zeit herrschte in der Literatur bei der Betrachtung des Siebenjährigen Krieges eine starke Einschränkung auf die preußische Seite vor. Diese Arbeit soll dazu dienen, einen kleinen Perspektivenwechsel weg von der auf Preußen zentrierten Sichtweise durchzuführen. Ich werde versuchen, das russisch - österreichische Bündnis, als elementarstes Teilbündnis des gegen Friedrich II. gerichteten Verbundes von Staaten , in dieser Arbeit näher zu beleuchten. Ein weiterer Bestandteil wird die Frage nach den Ursachen für diesen Krieg bilden. Wie die Geschichte gezeigt hat, gelang es dieser überwältigenden Macht an Ressourcen und Menschen nicht, das in ihren Relationen betrachtet, unbedeutende Preußen zu besiegen. Worin lagen die Gründe dafür? Welche Ursachen liegen diesem von den Zeitgenossen nicht für möglich gehaltenen Sieg zu Grunde ? Läßt sich alles auf die o.g. Aussage Napoleons zurückführen? War es einzig und allein das Genie Friedrichs II. und /oder die Unfähigkeit der Koalition ? Oder existierten noch weitere Ursachen, die struktureller und damit grundlegenderer Natur waren ? Bei der Betrachtung werde ich die militärischen Aktionen, die überall nachlesbar sind, außen vor lassen und mich auf die strukturellen Gründe für das Scheitern konzentrieren.
Im Verlauf der Ausarbeitung des Themas wurde mir bewußt, daß die Literaturlage sehr eingeschränkt ist. Es besteht ein starkes Ungleichgewicht in der Betrachtung des Siebenjährigen Krieges. Während die Regale auf preußischer Seite gefüllt sind, kann dies von russischer und österreichischer Seite nicht gesagt werden. In der Brandenburger Bibliothekenlandschaft herrscht ein klarer Mangel an Werken, die sich mit der österreichischen bzw. russischen Sichtweise der Dinge beschäftigen. Dies korrespondiert zum einen mit der Ausstattungslage unserer Bibliotheken, die doch, nicht zuletzt aufgrund der geographischen Lage, stark auf Preußen zentriert ist und resultiert zum anderen aus der Tatsache, daß auch nur relativ wenige Werke, die sich mit der österreichischen bzw. russischen Sichtweise zu diesem Thema auseinandersetzen, erschienen sind. Dies muß
1 Napoleon zit. Nach: „Der König“ S.254
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zweifelsohne in Verbindung mit dem Ausgang des Krieges gesehen werden. Die preußische Seite, die im Verlauf der Zeit zur in Deutschland bestimmenden Kraft wurde, feierte ihren Sieg und allem voran ihren Herrscher und die österreichische und russische Seite mieden das Thema aufgrund der Niederlage. Meist existieren nur allgemeine Nachschlagewerke, die sich mit der Geschichte Rußlands bzw. Österreichs auseinandersetzen und somit auch nur in kurzen Abschnitten zu diesem Punkt Stellung beziehen. Die Arbeit und Wirkung dieser Koalition innerhalb des Krieges wird, aus meiner Sicht, in zwei Werken in adäquater Art und Weise behandelt. Dabei handelt es sich zum einen um das von vielen Historikern als maßgebend angesehene Werk von Johannes Kunisch „ Das Mirakel des Hauses Brandenburg . Studien zum Verhältnis von Kabinettspolitik und Kriegführung im Zeitalter des Siebenjährigen Krieges.“ und zum anderen um die Aufsatzsammlung „Europa im Zeitalter Friedrich des Großen“, die im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes von Bernhard R. Kroener herausgegeben wurde. Diese Werke wurden somit auch zur Grundlage meiner Seminararbeit.
Anmerkend möchte ich noch hinzufügen, daß diese Arbeit nach den Regeln der alten Rechtschreibung verfaßt wurde.
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II. Vorbetrachtungen zu dieser Allianz
Preußen hatte sich durch die Ereignisse des Ersten und Zweiten Schlesischen Krieges zu einem ernst zu nehmendem Faktor in der europäischen Politik entwickelt. Durch die, den Konventionen des Ancien Regime nur bedingt entsprechenden, Handlungen Friedrich II. hatte Preußen nicht nur sein Staatsgebiet um die bedeutende Provinz Schlesien erweitert, sondern auch für Verunsicherung und Wandel innerhalb der Beziehungen der großen Mächte gesorgt.
1. Österreichische Vorstellungen
Die Maxime österreichischer Außenpolitik im Vorfeld des Siebenjährigen Krieges lag nach anfänglicher Betrachtung fast ausschließlich auf der Wiedergewinnung Schlesiens, doch wird nach eingehenderer Auseinandersetzung mit der Materie ein tieferer Sinn erkennbar. Dieser weiterführende Sinn wurde auch von einigen Zeitgenossen erkannt und niedergeschrieben. So ist es möglich, bei dem, nicht unmittelbar in den Konflikt involvierten, dänischen Minister Johann Hartwig Graf Bernstorff folgendes nachzulesen. Er urteilte über die Ursachen des Siebenjährigen Krieges:
„ Dieser Krieg ist entbrannt, nicht um ein mittelmäßiges oder vorübergehendes Interesse, nicht um ein paar Waffenplätze oder kleine Provinzen mehr oder weniger, sondern um Sein oder Nichtsein der neuen Monarchie , [...]; ob das Reich zwei Häupter und der Norden Deutschlands einen Fürsten behalten soll, der [...] als Schiedsrichter der großen europäischen Angelegenheiten dastehen und für das Gleichgewicht zwischen den Mächten den Ausschlag geben sollte.“ 2
Diese Aussage revidiert die häufig vertretene These, daß die Provinz Schlesien der alleinig ausschlaggebende Grund für die Auseinandersetzung war. Wie zu erkennen ist, war sie nur der Anlaß, die Ursachen waren viel elementarer Natur. Die Großmächte wollten sich eines Emporkömmlings in ihren Reihen entledigen. Preußen war nach Perzeption Österreichs aus seinen natürlichen Grenzen herausgewachsen. Um dies zu revidieren sollte, der preußische Staat unter den Siegern aufgeteilt werden.
2 Graf Bernstorff zitiert nach : Mendelssohn Bartholdy, Gustav , Der König. Friedrich der Große in seinen Briefen und Erlassen, sowie in zeitgenössischen Breifen, Berichten und Anekdoten., Wilhelm Langewiesche - Brandt, Ebenhausen bei München, 1912 S. 254
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Dieses Programm der „ la destruction totale de la Prusse“ 3 , wie es 1756 im 1. Versailler Bündnis benannt wird, darf aber nicht mit den Vorstellungen nachfolgender Kriege, insbesondere des 20. Jahrhunderts , betrachtet werden. Als Ziel war eine Herabsetzung preußischer Macht und eine Aufteilung der preußischen Randprovinzen geplant, doch sollte der preußische König weiter , wenn auch mit eingeschränkter Macht, als Markgraf von Brandenburg über ein Kerngebiet seiner alten Provinzen gebieten können. Dennoch gilt es diese neue Qualität, dieses Novum innerhalb der zwischenstaatlichen Beziehungen des Ancien Regime, festzuhalten. Wie schon erwähnt, tritt auf der darunter liegenden Abstraktionsebene die Bedeutung der Provinz Schlesien klar heraus. Sie war der „casus belli“ zwischen Preußen und Österreich. Schlesiens außergewöhnliche Bedeutung resultierte aus zwei Faktoren . Zum einen besaß es, als das in Handel und Industrie am weitesten entwickelte Kronland, enorme wirtschaftliche Bedeutung. Der wirtschaftliche Wert dieser Provinz war so bedeutend, daß Friedrich II. davon sprach, daß die schlesischen Leinmanufakturen ihm fast ebensoviel einbrächten wie die Silberminen Perus dem König von Spanien. 4 Zum anderen verfügte es über eine enorme geo- strategische Bedeutung. Diese ist ein Resultat der äußerst günstigen Lage der Provinz. Sie diente nämlich einerseits als Nahtstelle zwischen der nördlichen Reichshälfte und den habsburgischen Erblanden und andererseits als Nahtstelle zu den östlichen Nachbarn 5 . Durch die preußische Kontrolle Schlesiens als Folge des Zweiten Schlesischen Krieges waren die österreichischen Erblande, ja sogar die Hauptstadt Wien, von einer permanenten Gefahr bedroht. Dieser doch sehr pragmatische Aspekt und der oben erwähnte ideelle Aspekt stellen die Haupttriebfedern der österreichischen Politik dar.
2. Russische Vorstellungen
Grundsätzlich war ein Gegensatz zwischen Preußen und Rußland nicht vorprogrammiert. Dieser resultierte vielmehr aus der französischen Bündnispolitik. Rußland und Österreich waren schon seit längerem Verbündete im Kampf gegen die Osmanen, die wiederum bedingt durch den Gegensatz zwischen Österreich und Frankreich mit Frankreich im Bündnis standen. Frankreich hatte, um Rußland zu „bändigen“ Bündnisverträge mit Schweden und Preußen abgeschlossen. 6 Dieser Gegensatz war solange nicht von Bedeutung gewesen, wie Rußland
4 Vgl. ebd. S.30
5 Vgl. ebd. S. 29 f
6 Vgl. Ranke, Leopold von , Der Ursprung des Siebenjährigen Krieges, Verlag von Duncker und Humblot, Leipzig, 1871,S.127
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Patrick Schweitzer, 2001, Koalitionskriegführung: Rußland und Österreich im Siebenjährigen Krieg. Eine Betrachtung über die Intention, die Entstehung und die Gründe für das Scheitern dieses Bündnisses, Munich, GRIN Publishing GmbH
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