1.
Einleitung
3 2.
Zu meiner Arbeit
4 3.
Begriffsdefinitionen
4 3.1. Arbeit
3.2. Globalisierung 3.3. Flexible Arbeitsformen 3.4. Globalisierung - Verlust des Politischen
3.5. Konsequenz für die Politik 4. Sennetts: Der flexible Mensch
15 5. Einfluß der Politik auf die Globalisierung 18 6. Grundsicherung 19
6.2. Was ist das Grundeinkommen 6.3. Motive, Zugänge für ein Grundeinkommen 21
7. Resümee 22 8. Literatur 23
3
1. Einleitung
Seit mehr als zwei Jahrzehnten befindet sich die Arbeit und die gesamte Wirtschaft in allen industrialisierten Ländern der Erde in einem Umbruch, der in unserem Jahrhundert ohne Vergleich ist. Der ökonomische Modernisierungsprozeß, der in den 70er Jahren begonnen hat und in den 80er Jahren durch strukturelle Wirtschaftskrisen verstärkt wurde, hat durch die Globalisierung in den 90er Jahren eine zusätzliche Dynamik gewonnen.
Mit dem Ende des Kalten Krieges begann in raschem Tempo der Wandel von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft. So stellt heute nur eine Minderheit von Erwerbstätigen tatsächlich noch Produkte her. Und diese Minderheit nimmt weiter ab. Die meisten Erwerbstätigen sind - in der einen oder anderen Form - mit dem Erbringen von Dienstleistungen befaßt. Im Zeitalter der Globalisierung fand ein Prozeß der Entstofflichung von Arbeit statt. Arbeit verlor seine Bindung an Ort und Raum. In der Ideenökonomie bemißt sich der Wert von Produkten immer weniger am Einsatz von Kapital und Arbeit, sondern an einer sich freilich rasch verändernden Position von Anbietern am Markt. Digitalisierung ermöglicht eine neue Mobilität von Dienstleistungen.
Heute wird zentral gesteuert, aber dezentral, nahe den Absatzmärkten in quasitransnationalen Unternehmen produziert. Aus weltweit agierenden Konzernen werden Netzwerke.
Die Frage nach der Zukunft der Arbeit und der Arbeit der Zukunft ist eine zentrale Frage der gesellschaftlichen Entwicklung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts geworden. Einerseits wird die Arbeit immer weniger; dieser Umstand wird durch Statistiken (z.B. sind in Deutschland derzeit über 4 Millionen Menschen arbeitslos) ausgedrückt. Andererseits wird Arbeit immer mehr, weil sie selbst ein universeller Ausdruck für Lebenstätigkeit geworden ist. Denn wer immer für eine Tätigkeit Geld bekommt, auch wenn er nicht unmittelbar produktiv ist, arbeitet selbstverständlich. Arbeit ist längst zur einzig relevanten Quelle und zum einzig gültigen Maßstab für die Wertschätzung unserer Tätigkeiten geworden.
Jedoch regiert in einer Welt, wo professionell über die Welt von morgen nachgedacht wird, längst der Zweifel an der Fähigkeit moderner Gesellschaften, nämlich heute und in Zukunft jene elementaren politischen Steuerungsleistungen überhaupt noch erbringen zu können, die Voraussetzung für die Bewahrung des sozialen Zusammenhangs sind. So zeigt sich, daß immer mehr Menschen keiner Politik mehr zutrauen, Lösungen für unsere Gesellschaft, wie zum Beispiel die vermehrte Flexibilisierung am Arbeitsmarkt, zu finden.
4
2. Zu meiner Arbeit:
Ausgangspunkt meiner Arbeit war das Buch „Der flexible Mensch - Die Kultur des neuen Kapitalismus“ von Richard Sennett. Anhand Sennetts Ausführungen möchte ich der Frage nachgehen, welche Handlungsmöglichkeiten die Politik heute noch hat, um auf Fehlentwicklungen des Marktes eingreifen zu können. Als politische Handlungsmöglichkeit der Politik habe ich mir die Thematik der Grundsicherung näher angeschaut und habe analysiert, ob diese Maßnahme geeignet wäre, die Problematik der flexiblen Arbeitszeit zu mildern.
Zu Beginn meiner Arbeit war es wichtig, die Begriffe „Arbeit“, „Globalisierung“ sowie „flexible Arbeitsformen“ mit Hilfe von Sekundärliteratur zu definieren. Anschließend habe ich mich mit Sennetts Ausführungen der Konsequenzen der Globalisierung für den Arbeitsmarkt in seinem Buch „Der flexible Mensch - Die Kultur des neuen Kapitalismus“ auseinandergesetzt.
3. Begriffsdefinition:
3.1 Arbeit:
In der griechischen Klassik galt Arbeit als Mühe und Plage, die eines freien (männlichen) Bürgers nicht würdig war und von SklavInnen und später im Mittelalter von Leibeigenen zu verrichten war. Bis in die Neuzeit hinein erfolgten Haushaltstätigkeit und das Herstellung von Gütern im gemeinsamen Haushalt (oikos). Diese Tätigkeiten waren in die übrigen Lebensvollzüge eingebunden; die Lebens- und Arbeitsgemeinschaften boten Versorgung und Sicherheit im Rahmen von Sicherheit im Rahmen von Leibeigenschaft und Knechtschacht. Durch die Etablierung von Arbeitsmärkten Ende der 2. Hälfte des 18. Jhdts wurden Arbeitszeit und Lebenszeit voneinander getrennt. Die produzierende Tätigkeit wurde aus dem Haushalt ausgelagert, die Menschen begannen, aus dem Haus „zur Arbeit” zu gehen. Arbeit wurde zunehmend salonfähig und gewann immer mehr an Ansehen. Hegel geht der Rolle von Produktion, Tausch, Arbeit und Anerkennung nach. Arbeit ist ein „Aufheben des Triebes”, ein „Sich zum Ding machen”. Durch die Vergegenständlichung des inneren Triebes im Produkt der Arbeit erhält dieser äußere Existenz und Dauer. Das Werk ist eine „List”, mit deren Hilfe es dem Arbeitenden gelingt, die Natur zu unterwerfen. Er bringt die Wirtschaftsgesellschaft auf ihren Begriff: „Arbeit aller und für Alle und Genuß - Genuß aller. Jeder dient dem Anderen und leistet Hilfe, oder das Individium hat hier erst als einzelnes Dasein, vorher ist es nur abstraktes oder unwahres”. Das Arbeiten wird zu einem „abstrakten”, weil es sich nicht mehr auf das eigene, konkrete Bedürfnis, sondern auf das „aller” bezieht. Hegel leitet hieraus die Arbeitsteilung ab: „Jeder befriedigt also die Bedürfnisse Vieler und die Befriedigung seiner vielen Bedürfnisse ist die Arbeit vieler Anderer” 1
1 aus Kreisky, Eva (April 1997), S 197
5
Klassische Ökonomen wie Adam Smith und später Karl Marx beschrieben „Arbeit als Quelle von Wert, Mehrwert und Reichtum” 2 Die positive Umwertung bezieht sich bis heute einseitig auf produktive abhängige Erwerbsarbeit, also jene Arbeit, die Mehrwert produziert. Die „unproduktive” reproduktive Arbeit der Hege und Pflege, wie der Kinder- und Altenbetreuung verblieb in den Häusern und bei den Frauen. Daß jedoch diese „unproduktive” Arbeit Voraussetzung und Basis für die freigesetzte produktive männliche Kraft der Gesellschaft wurde, wird zum Teil bis heute nicht wahrgenommen. Die arbeitenden Menschen waren zwar frei von Sklaverei, mußten jedoch auf den entstehenden Arbeitsmärkten einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit unter die Verfügungsgewalt der Arbeitgeber abtreten und gegen einen Arbeitslohn verkaufen, der so bemessen wurde, daß er gerade ihre Arbeitskraft erhielt. Arbeit nahm die fiktive Gestaltung einer Ware an, der man sich, wenn sie nicht mehr benötigt oder zu kostenspielig geworden ist, einfach entledigt.
Für den heutigen Charakter der Arbeit ist entscheidend, daß der Mehrwert im wesentlichen wiederum für die weitere Produktion investiert und kapitalisiert wird, dies führt zur fortgesetzten Steigerung der Arbeitsproduktivitäten. Immer weniger Menschen produzieren immer mehr Güter mit Hilfe von hochtechnologischen Maschinen und Computern. Ende 2001 waren in Österreich über 300.000 Menschen arbeitslos, in Deutschland und Frankreich gingen mehrere Hunderttausende Menschen auf die Straßen, um für Arbeit zu plädieren.
3.2. Globalisierung:
Die Globalisierung setzt heute eine Entwicklung zur Internationalisierung des Kapitals fort, die schon vor Jahrhunderten ihren Anfang genommen hat. Sie ist daher nicht in allen Aspekten etwas historisch Neues, sondern entwickelt bekannte Trends auf neuer Stufenleiter weiter. Sie ist zugleich doch etwas historisch Neues, weil sie weit mehr umfaßt als den Prozeß der Ausdehnung von Exportmärkten, des Welthandels und internationaler Unternehmensstrategien.
1983 hat Theodore Levitt in einem Artikel den Standpunkt vertreten, daß sich die Welt aufgrund des technologischen Fortschritts im Prozeß der Homogenisierung befände. Demnach würden nationale und regionale Unterschiede verschwinden, durch Angleichung der Geschmäcker würden sich Güter und Dienstleistungen standardisieren. Die Unternehmung der Zukunft werde eine globale sein, weltweit in identischer Weise und Art aktiv. Eine multinationale Unternehmung mit ihrer nationalen Differenzierung ist obsolet 3 .
Ralf Dahrendorf schrieb in der Zeit, „wenn einmal die Geschichte der Globalisierung geschrieben wird, könnte man sie mit dem 20. Juli 1969 beginnen lassen, dem Tag der ersten Mondladung. Dahrendorf meinte dies als Metapher: Das Bild der Erde zum
2 Newsletter der Katholischen Sozialakademie Österreichs (KSÖ) 10/1996, S 4
3 vgl.Levitt, Theodore (1987), S 92 ff
6
ersten Mal in der Geschichte der Menschheit vom Mond aus gesehen, auf den Fernsehschirmen der ganzen Welt; der Planet Erde war plötzlich um einiges „kleiner“ geworden. Das Bild, das Ralf Dahrendorf mit seiner Beschreibung herbeischwören will, zeigt gerade jene Assoziation mit Globalisierung: Die klein gewordene Welt. 4 Die Informationstechnologie in den 90er Jahren hat unter anderem dazu beigetragen, daß räumliche Distanzen keine bedeutenden Rollen mehr spielen. Entscheidungen und Prozesse, die an irgendeinem Punkt der Erde stattfinden, können schwerwiegende Konsequenzen an fast jedem anderen Ort haben. Diese Tatsache ist zwar nichts Neues, da schon immer Ereignisse an einem Ort der Welt auch Konsequenzen an anderen Orten gehabt haben. Neu hinzukommt jedoch die Geschwindigkeit und das Ausmaß, mit der diese Konsequenzen zu spüren sind. Der Politologe Yehezkel Dror bemerkt zum Thema Globalisierung, daß es eines der Schlagworte unserer Zeit sei. Denn das Wort Globalisierung wird für die Beschreibung einer Vielzahl von gegenwärtig ablaufenden Prozessen des Wandels verwendet und manchmal auch mißbraucht. 5
4
Dahrendorf, Ralf (1997), S 14f
5 Dror, Yehezkel, Demokratie unter Globalisierungsdruck, Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft, in: Weidenfeld Werner (1996), S 372 f
Arbeit zitieren:
Christa Bernert, 2002, Protest und Anpassung, Initiativen und politische Kampagnen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Alfred Müller-Armack und Ludwig Erhard: Das Konzept der Sozialen Markt...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Christa Bernert hat den Text Protest und Anpassung, Initiativen und politische Kampagnen veröffentlicht
Christa Bernert hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare