1. Vorwort
„Freiwillige Abhängigkeit ist der schönste Zustand - und wie wäre der möglich ohne Liebe?“ 1
„Eine Ehe ist ein Bauwerk, das jeden Tag neu errichtet werden muss.“ 2 „Die Ehe ist und bleibt die wichtigste Entdeckungsreise, die der Mensch erleben kann.“ 3
Der Brauch des Heiratens hat seinen Ursprung in der heidnischen Zeit. Hochzeit war früher die Bezeichnung für jedes hohe Fest. Heute ist es jedoch nur noch die Bezeichnung für die Eheschließung. Früher war die Hochzeit eine Möglichkeit gewesen, Macht, Ansehen und Reichtum zu dokumentieren. Es wurde nur aus wirtschaftlichen und politischen Gründen eine Ehe geschlossen.
Im religiösen Bereich war die Hochzeit schon immer nur auf die eigentliche Trauung beschränkt. Hochzeitsbräuche und Rituale entwickelten sich vorwiegend im ländlichen Bereich. In dieser Arbeit sollen Hochzeitsrituale, bedeutungsvolle
Hochzeitsutensilien und einige Hochzeitsbräuche genannt und beschrieben werden. Diese Arbeit stellt eine Verschriftlichung meines Vortrages dar.
1 www.hochzeitsseite.de/hochspruch.html - von Goethe, Johann Wolfgang.
2 www.wirwollenheiraten.ch/sprueche.htm - Maurois, Andre.
3 www.wirwollenheiraten.ch/sprueche.htm - Kierkegaard, Sören.
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2. Hochzeitsritual
Rituale entstehen nicht aus sich selbst heraus. Sie werden von Menschen gestaltet, weil diese ein Bedürfnis nach Verbundenheit, Unterstützung und Ausdruck haben. Rituale haben eine wichtige Funktion. Sie markieren einen kritischen Übergangsmoment und sie helfen den Menschen bewusst von einer Lebensphase in die nächsten zu wechseln. Weiterhin begleiten oder tragen Rituale wichtige Lebensübergänge.
Jedes Ritual entspricht der Erfahrung der Menschen, die in einer bestimmten Kultur und Zeit leben.
Des Weiteren unterstützt ein Ritual die Identitätsfindung eines Menschen an besonderen Stationen des Lebens - z.B. Geburt, Konfirmation, Hochzeit, Tod - wenn sich ein Mensch aus einer alten Rolle löst und in eine neue Identität hineingeht.
Ein Hochzeitsritual ist zum Beispiel das Eheversprechen, welches sich das Ehepaar während der Trauungszeremonie gibt. Dieses Eheversprechen kommt bei der kirchlichen Trauung sowie auch bei der standesamtlichen Trauung vor. Ein Eheversprechen bei der kirchlichen Trauung könnte wie folgt aussehen: „Vor Gottes Angesicht nehme ich dich an als meine Frau / meinen Mann. Ich verspreche dir die Treue in guten wie in bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet. Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens.“ 4
Ein zweites Hochzeitsritual bei der kirchlichen Trauung ist, dass der Vater der Braut sie in der Kirche zum Altar führt, den Schleier kurz lüftet, um sich zu verabschieden und sein Kind in einen neuen Lebensabschnitt zu entlassen. Anschließend übergibt er die Braut dem Bräutigam vor dem Altar.
4 www.rituale-reden.de/hochzeit/bild1/hochzeit1956.html
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Ein standesamtliches Ritual ist die Traurede des Standesbeamten. Diese fällt sehr unterschiedlich aus, da diese Rede individuell mit dem Brautpaar gestaltet wird und auf das Brautpaar bezogen ist.
Bei der kirchliche Traurede spielt die Bibel eine große Rolle. Die Traurede enthält vorwiegend Teile aus der Bibel, welche wiederum das Brautpaar mitbestimmen kann.
Ein viertes Hochzeitsritual ist der Kuss nach der Trauung. Dieser symbolisiert den Abschluss der Zeremonie und den Eintritt in ein neues gemeinsames Leben. Dieses Ritual kommt bei der kirchlichen und bei der standesamtliche Trauung vor.
Ein weiteres Hochzeitsritual ist der Ringwechsel. Dieses Ritual erfolgt nach der Traurede, nach dem Eheversprechen und vor dem Kuss. Hierbei legen sich Bräutigam und Braut gegenseitig den Ring an. Dieser Ehering symbolisiert die Verbundenheit der Ehe leute und macht sie jedem äußerlich sichtbar.
3. Wichtige Hochzeitsutensilien
Es gibt einige wichtige Hochzeitsutensilien, die bei einer Hochzeit nicht fehlen sollten, da sie, vor allem in früheren Zeiten, eine wichtige Bedeutung hatten. Drei wichtige Utensilien möchte ich vorstellen.
3.1 Der Ring
Der Ring, welcher am Ende der Trauungszeremonie getauscht wird, ist ein Utensil von wichtiger Bedeutung. Er stellt das geschlossene Band zwischen den Eheleuten dar. Der Ring sollte glatt und ohne Nähte und Ris se sein (ohne Anfang und ohne Ende), denn er symbolisiert die Liebe der Eheleute zueinander und diese sollte möglichst auch keine Nähte und Risse bekommen.
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Der Ehering gilt als ein lebenslanges Treue- und Schutzversprechen. Ursprünglich sollte der Ring aus reinem Gold sein, da Gold vor Armut schützen sollte und rein ist, wie es die Liebe der Eheleute auch sein sollte. Es sollte sich auch kein Schmuckstein im Ring befinden, da dieser von der Hauptsache, nämlich der Liebe zueinander, ablenken könnte. Die ersten Eheringe bestanden aus Gras und waren nicht von Dauer, die ersten haltbaren Ringe gab es zur Zeit des Hochmittelalters. In Deutschland wurde der Ringtausch seit dem dreizehnten Jahrhundert mit in die Trauungszeremonie einbezogen, um vor allem die Treuepflicht des Mannes stärker ins Bewusstsein zu stellen. Ursprünglich wurde durch das Tauschen der Ringe der Ehevertrag besiegelt. Heute sind die Ringe Symbol für Treue und Partnerschaft.
3.2 Das Hochzeitskleid
Das Hochzeitskleid, war früher das Gewand für die Hochzeit und für den Tod. Es wurde nach der Hochzeit in einer besonderen Truhe aufgehoben, um es am Sterbetag dem Leichnam der Frau als Totengewand noch einmal anzulegen. Das Hochzeitsgewand sollte die Frau immer an ihre eigene Vergänglichkeit erinnern. Früher war die Farbe des Hochzeitskleides schwarz oder in anderen dunklen Farbtönen. Seit ca. hundertfünfzig Jahren ist die Farbe des Kleides meistens weiß. Weiß symbolisiert die Reinheit und Jungfräulichkeit, Vollkommenheit und Freude, Festlichkeit und Leben. Wichtig ist, dass der Bräutigam das Kleid nicht vor dem Hochzeitstag sieht, das brächte sonst Unglück mit sich.
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Arbeit zitieren:
Dana Rothe, 2003, Hochzeitsbrauch und Hochzeitsritual, München, GRIN Verlag GmbH
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