Das englische Südafrika
von: Mathias Antusch
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das englische Südafrika 3
2.1 Südafrika bis zur englischen Besetzung 3
2.2 Die Anglisierung Südafrikas 6
2.2.1 Hottentotten- Gesetzgebung 7
2.2.2 Sklavengesetzgebung 9
2.2.3 Weitere Anglisierungsmaßnahmen 11
2.2.4 Der Große Trek 12
2.3 Die Kapkolonie und die Anfänge der drei Republiken 12
2.3.1 Natal 12
2.3.2 Oranje Freistaat und Transvaal 13
2.3.3 Die Kapkolonie 14
2.4 Die Entwicklung bis zum Burenkrieg 15
2.5 Der Burenkrieg und seine Folgen 18
2.6 Vom British Empire zum Commonwealth of Nations 20
3. Fazit und Ausblick 21
4. Literaturverzeichnis 23
1. Einleitung
„Freie Staaten können, wie alle anderen, abhängige Gebiete besitzen, die entweder durch Eroberung oder durch Besiedlung erworben worden sind; unser eigener Staat ist das hervorragendste Beispiel dieser Art in der neueren Geschichte. Es ist eine höchst wichtige Frage, wie solche abhängigen Gebiete regiert werden sollen.“1
Das Gebiet, um das es sich in dieser Arbeit handelt, heißt heute Südafrika. Großbritannien besetzte das Land 1795 und behielt es, mit Ausnahme des Zeitraumes zwischen 1803 bis 1806, schließlich bis 1961. In der vorliegenden Seminararbeit soll der Zeitraum zwischen der Machtübernahme der Briten bis zur Gründung der Südafrikanischen Union betrachtet werden. Zu Beginn wird kurz die Situation des Kapgebietes vor der englischen Besetzung beschrieben. Im nächsten Teil der Arbeit sollen die verschiedenen Anglisierungsmaßnahmen erläutert werden. Die Geschichte der Kapkolonie kann nicht getrennt von der Geschichte der Buren betrachtet werden. Die Ursachen und Gründe für den Britenhass der Buren sowie das Verhalten der Engländer können so nicht erklärt werden. Daher wird im folgenden Kapitel auf die Entstehung der Burenrepubliken und deren Beziehung zur Kapkolonie eingegangen. Anschließend folgt eine Erläuterung des Burenkrieges und seiner Folgen. Letztendlich wird der Übergang vom British Empire zum Commonwealth of Nations dargestellt. Für die Seminararbeit wurde hauptsächlich das umfassende Werk von Harald Bilger mit dem Titel „Südafrika in Geschichte und Gegenwart“ benutzt. Einen guten Überblick bietet auch das Buch „Geschichte Südafrikas“ von Jörg Fisch. Zum besseren Verständnis der geographischen Bezeichnungen sind im Anhang zwei Karten Südafrikas eingefügt.
2. Das englische Südafrika
2.1 Südafrika bis zur britischen Besetzung
Um die Probleme zwischen Engländern, Buren und Einheimischen zu verstehen, ist eine Betrachtung Südafrikas vor der britischen Besetzung notwendig. Vor unserer Zeitrechnung lebten im südlichen Afrika vorwiegend Nomadenvölker, die sogenannten San.2 Etwa 200 Jahre v. u. Z. wanderten aus dem Norden die Khoi- Khoi ein. Diese gehörten zur schwarzen Rasse und hatten die Viehzucht von noch weiter nördlichen Völkern gelernt. Diese beiden Gruppen lebten nebeneinander und vermischten sich zum Teil. Die Holländer übernahmen die Einteilung in Nomaden und Viehzüchter, die Khoi- Khoi nannten sie Hottentotten, die San wurden als Buschmänner bezeichnet.3 1488 wurde das Kap von Bartolomeu Diaz umrundet, zehn Jahre später erreichte Vasco de Gama über Ostafrika Indien. Die Portugiesen errichteten an den Küsten Afrikas und Asiens eine Vielzahl an Stützpunkten, am Kap ließen sie sich allerdings nie nieder. Die ersten europäischen Siedler waren Holländer, sie gründeten 1652 unter der Führung von Jan van Riebeeck die erste Niederlassung. Das Verhalten der Siedler unterschied sich stark von denen in Amerika oder Australien. Das Ziel der Niederländischen Ostindischen Kompanie war nicht die Gebietsherrschaft, sondern der Handel. Da das Kap wirtschaftlich uninteressant war, betrachtete man es als Versorgungsstützpunkt für die nach Asien reisenden Schiffe. Um die erste Niederlassung wurde ein Zaun errichtet, um den Kontakt zur einheimischen Bevölkerung zu unterdrücken. Diese zurückhaltende Einstellung der Europäer blieb bis auf wenige Ausnahmen bis in das 19. Jahrhundert bestehen. Die Holländer bemühten sich wenig darum, Siedler für die Kapkolonie anzuwerben. Die bislang Angesiedelten sollten ausschließlich der Produktion von Lebensmitteln dienen. Nur einmal erfolgte eine organisierte Einwanderung, als 1687 etwa 225 Hugenotten eintrafen, die nach der Aufhebung des Edikts von Nantes von Frankreich nach Holland geflohen waren. Vergleicht man diese Zahl mit der von insgesamt 80.000 Hugenotten, die in die Niederlande kamen, so zeigt sich einmal mehr, dass Holland kein Auswanderungs-, und die Kapkolonie kein Einwanderungsland war. Die Bevölkerung war bis in die 1790er Jahre auf nur ca. 14.000 angewachsen, die USA zählten zu dieser Zeit schon rund 3 Millionen (weiße) Einwohner. Der Anteil der Holländer und der Deutschen an der eingewanderten Bevölkerung war ungefähr gleich, beide etwa 35%. Hinzu kamen ca. 14% Franzosen und etwa 7% andere Nichtweiße. Da sich Hugenotten, Deutsche und Holländer schnell vermischten, entstand eine homogene Bevölkerung. Seit 1700 wurden die meisten Weißen am Kap geboren und betrachteten es auch als ihre Heimat.
[...]
1 John Stuart Mill, Representative Government (zit. nach: Mansergh, Nicholas: Das britische Commonwealth. München 1983. (aus dem Englischen, Originaltitel: The Commonwealth Experience)), S. 18
2 Die San gehören nicht zur schwarzen Rasse, sondern unterscheiden sich von dieser durch hellere Haut und kleineren Wuchs. Ein weiteres bekanntes Merkmal sind die Klicklaute in der Sprache, welche später von anderen Gruppen übernommen wurden. (vgl.: Fisch, Jörg: Geschichte Südafrikas. Nördlingen 1990, S. 30ff)
3 Heute werden beide Gruppen zusammenfassend als Khoisan bezeichnet.
Arbeit zitieren:
Mathias Antusch, 2003, Das englische Südafrika, München, GRIN Verlag GmbH
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