Gliederung Seite
0. Einleitung 3
1. Kennzeichen der Architektur im Dritten Reich 4
2. Erste Phase des Stadtumbaus (1933 34) Von Berlin nach Germania 5
3. Zweite Phase des Stadtumbaus (1934 36) Installation des Parteiapparates 6
4. Dritte Phase des Stadtumbaus (1936 38) Der Neugestaltungsplan 7
5. Vierte Phase des Stadtumbaus (ab 1938) Konseque nzen der Durchführung 9
5.1. Abriß 10
5.2. Judenwohnungen 10
5.3. Arbeitskräfte 11
6. Schlußbetrachtung 12
Literatur 14
2
0. Einleitung
Die Bedeutung und der Zusammenhang von Architektur und Macht kann nicht klarer ausgedrückt werden als mit den Worten von Hitler persönlich am 25. Juni 1940, direkt in dem nach der Kapitulation Frankreichs ergangenen Erlaß, in dem er anordnete, Berlin müsse durch bauliche Neugestaltung „den ihm durch die Größe unseres Sieges zukommenden Ausdruck“ erhielten. Die Verwirklichung dieser „wichtigsten Bauaufgabe des Reiches“ sei der „bedeutendste Beitrag zur Sicherstellung unseres Sieges“. 1
In meiner Seminararbeit „Von Berlin nach Germania“ möchte ich einleitend die allgemeinen Kennzeichen der Architektur im Dritten Reich vorstellen. Dadurch wird klar, welchen außergewöhnlichen Stellenwert man der Architektur im Dritten Reich einräumen muß.
In den Abschnitten des Stadtumbaus von Berlin nach Germania stelle ich die vier Phasen der Entwicklung zur Neugestaltung der Reichshauptstadt vor in Ahnlehnung an die Phaseneinteilung von Christiane Wolf in „Gauforen-Zentren der Macht“ 2 , welche mir besonders sinnvoll erscheint.
Dabei versuche ich die bereits im Seminar als relevant eingestuften Punkte der Menschen in der Stadt, die materiellen Strukturen, die Urbanität sowie den Stadtdiskurs miteinander verbunden darzustellen und nicht als getrennte Einteilungen.
1 Vgl. Nerdinger, Winfried, Architektur und Massenmord. Die Außen- und Innenansicht des NS-
Reiches, in: 1945, Krieg-Zerstörung-Aufbau. Henschel Verlag, Berlin 1995. S. 122
2 Wolf, Christiane, Gauforen-Zentren der Macht: zur nationalsozialistischen Architektur und
Stadtplanung. Verlag Bauwesen. Berlin 1999.
3
1. Kennzeichen der Architektur im Dritten Reich
„In den Bauten des Dritten Reiches will der Nationalsozialismus zur deutschen Seele sprechen und in alle Zukunft künden von dem Durchbruch des großen heroischen Geistes, der unsere Zeit beseelt. (...) Wir greifen zum Meißel, weil der Pinsel und die Farbe zu schwach sind, um das Erlebnis des Nationalsozialismus zu schildern. Wir fügen die Steine aneinander und ineinander, so wie die Hände und die He rzen unserer Gemeinschaft sich zusammenfügen. So ist das Bauen uns ein Sinnbild für die Gemeinschaft.“ 3
Die Architektur im Dritten Reich nahm von der sogenannten „Machtergreifung“ 1933 an eine herausragenden Stellenwert ein, denn sie genoß als öffentlichste und damit sichtbarste der Künste eindeutige Priorität.
Die ersten Hinweise für eine Beschäftigung Hitlers mit Bauplanungen für Berlin finden sich schon in „Mein Kampf“ 4 , in Speers Erinnerungen werden Hitlers erste Entwürfe der Kuppelhalle und des Triumphbogens, die für Speer feste Anhaltspunkte seiner Planungen darstellten, auf die Jahre um 1925 datiert. 5 Als besondere Kennzeichen und Ausprägungen der Architektur im Dritten Reich läßt sich die Reduktion auf den Repräsentationsbau benennen. Einfach gesagt: Der Nationalismus verlangte nach ihm adäquaten architektonischen Rahmen und so reduzierte sich die „Neue Deutsch Baukunst“ auf „Das Wort aus Stein“. Die Wirkung auf den Beschauer wurde kalkuliert, die Architektur sollte die Kulisse des öffentlichen Raumes bilden, der zur permanenten Inszenierung des Macht- und Herrschaftsanspruches notwendig schien.
Trotzdem gab es außer diesen Städtebau- und Architekturvorstellungen keine eigenständige nationalsozialistische Theoriebildung, so „verfügten die Nationalsozialisten denn auch zu keinem Zeitpunkt über ein geschlossenes homogenes Bauprogramm“. 6 Vielmehr zeigt die „in den Architekturzeitschriften bis 1936 geführte Debatte über die mögliche Erscheinungsform der „Neuen deutschen
3 Architekt Hermann Giesler 1937 „ Der Platz Adolf Hitler in Weimar.“ In: Baugilde. H. 26. 1937.
Gefunden in: Wolf, Christiane, Gauforen - Zentren der Macht: zur nationalsozialistischen Architektur
und Stadtplanung. Verlag Bauwesen. Berlin 1999. S. 11.
4 Larsson, Lars Olof, Die Neugestaltung der Reichshauptstadt. Albert Speers Genralbebauungsplan
für Berlin. Stockholm/Stuttgart 1978.
5 Dülffer, Jost/Thies, Jochen/Henke, Josef, Hitlers Städte-Baupolitik im Dritten Reich – Eine
Dokumentation. Köln/Wien 1978. S.85
4
Arbeit zitieren:
Kati Greiffenberg, 2003, Von Berlin nach Germania, München, GRIN Verlag GmbH
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