Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis. III
1 Einleitung 1
2 Die Lage im Nachkriegsdeutschland und die Politik der Alliierten 1
2.1 Die politische Lage in der frühen Nachkriegszeit. 2
2.2 Der Wandel in der amerikanischen Deutschlandpolitik. 3
3 Die Entstehung des deutschen Bankwesens 4
3.1 Ziele der Alliierten 4
3.2 Entflechtung der Großbanken. 4
3.3 Gründung der Landeszentralbanken 5
3.4 Errichtung der Bank deutscher Länder. 6
3.5 Die Umwandlung in die Bundesbank 8
4 Die Währungsreform von 1948 8
4.1 Definition Typologien. 8
4.2 Pläne zur Reform 9
4.3 Gesetze und Verordnungen 10
4.4 Folgen. 12
5 Fazit und Ausblick 13
Abbildungsverzeichnis. IV
Zeittafel. VI
Literaturverzeichnis VII
II
Abkürzungsverzeichnis
Abb. -Abbildung Anm. -Anmerkung BdL -Bank deutscher Länder CDG -Colm - Dodge - Goldsmith (Plan) d. h. -dass heißt DM -Deutsche Mark EZB -Europäische Zentralbank LZB -Landeszentralbank (en) Mrd. -Milliarden o. g. -oben genannt (en) RM -Reichsmark S. -Seite u. a. -unter anderem vgl. -Vergleiche z. B. -zum Beispiel
III
1 Einleitung
Wie bereits nach dem 1. Weltkrieg war die Reichsmark, welche nach den Worten Hitlers stärkste Währung der Welt werden sollte, erneut durch exzessive Defizitfinanzierung ruiniert (Vgl. Abb. 1 im Anhang). Die Reichsbank als Gesamtinstitut war mit der Einnahme Berlins
durch sowjetische Truppen faktisch handlungsunfähig geworden. 1 Ohne eine tiefgehende Re-form der Geldordnung war ein Wiederaufbau fast undenkbar, da sich wirtschaftliches Handeln durch festgesetzte Preise und den Wertverlust der Reichsmark nicht mehr lohnte. Der Begriff Geldordnung wird in dieser Arbeit als der Teil der Wirtschaftsordnung definiert, der alle Regeln und Institutionen des Geldwesens umfasst. Hauptaufgabe der Geldordnung, die rechtlich durch die Währungsverfassung kodiert wird, ist die Sicherstellung der Geldfunktionen, um auf Wettbewerb beruhende Wirtschaftsaktivitäten ausführen zu können. 2 In dieser Arbeit soll zunächst die wirtschaftliche und politische Lage im Nachkriegsdeutsch-land dargestellt werden. Darauf aufbauend erfolgt eine Beurteilung der Geschehnisse und Konzepte, die zur Entstehung des deutschen Bankwesens und daraus resultierend zur Wäh-rungsreform führten, welche den Wiederaufbau erst ermöglichte. Auf die Entwicklung in der sowjetischen Besatzungszone wird im Verlauf dieser Arbeit, soweit nicht für die Entstehung der westdeutschen Geldordnung nötig, nicht weiter eingegangen.
2 Die Lage im Nachkriegsdeutschland und die Politik der
Alliierten
Auch wenn die Schäden, die Deutschland durch den Krieg erlitten hatte, erheblich waren, ist doch festzustellen, dass ein großer Anteil an Maschinen und Fertigungsstätten unbeschädigt geblieben war. Zusätzlich war ein großer Vorrat an Rohstoffen vorhanden. 3 Trotz dessen fiel die Industrieproduktion und die Arbeitsproduktivität 1946 auf die Hälfte des Vorkriegsniveaus zurück, obwohl dieses in den meisten anderen vom Krieg betroffenen Län-
dern zu diesem Zeitpunkt bereits wieder erreicht war. 4 Da die Preise seit 1936 eingefroren waren und durch die gestoppte Inflation teilweise in keiner Relation zu den Kosten standen, war die Produktion aus unternehmerischer Sicht wenig lohnend. 5 Die Reichsmark hatte ihre Zahlungsfunktion fast gänzlich verloren, daher war es sinnvoll, nur noch zwei bis drei Tage in der Woche zu arbeiten, weil dies ausreichte, um die rationierten Güter zu beziehen (weitere
1 vgl. Marsh (1992), S. 43 und Prost (1972), S. 50ff.
2 vgl. Woll (1993), S. 246.
3 vgl. Buchheim (1998), S. 93.
4 vgl. Marsh (1992), S. 189.
5 vgl. Fritzsche (1970), S. 26.
1
Produkte waren mit der Reichsmark kaum noch zu kaufen). 6 An die Stelle der Reichsmark trat der Kompensationshandel. Das Haupttauschmittel war die Zigarette, deren Anteil am Han-
delsgeschehen auf ca. 50% geschätzt wurde. 7
2.1 Die politische Lage in der frühen Nachkriegszeit
Die Amerikaner begannen bereits 1941, sich auf Ihre Aufgaben im Nachkriegsdeutschland vorzubereiten. Dies gipfelte in dem 1944 veröffentlichten amerikanischen Morgenthau Plan, welcher die komplette Zerstörung der Wirtschaft und die Umwandlung Deutschlands in ein Agrarland forderte. Obwohl die Ideen Morgenthaus offiziell schon 1945 auf der Konferenz von Yalta verworfen worden waren prägte der Morgenthau Plan die Deutschlandpolitik der Amerikaner bis 1947.
Die Briten hingegen wollten Deutschland möglichst bald den Weg zu einer stabilen Demokratie ebnen um dem Nationalismus entgegenzuwirken; die Sowjetunion begann recht zügig mit der Zentralisierung innerhalb ihrer Besatzungszone. Frankreich dagegen beabsichtigte Deutschland in mehrere Teile aufzuspalten, um zu erreichen, dass Deutschland nie wieder eine Bedrohung darstellen könnte. 8
Im Juli 1945 einigten sich die Besatzer mit dem Potsdamer Abkommen darauf, Deutschland wirtschaftlich als eine Einheit zu behandeln, das Kriegspotential zu reduzieren, sowie Demokratie und Frieden in Deutschland wieder herzustellen. Allerdings wurde die Industrieproduktion auf 50 % des Vorkriegsniveaus begrenzt. 9 Die wirtschaftliche Einheit wurde aufgrund der stark unterschiedlichen Besatzungspolitik der Alliierten allerdings nie vollzogen. Daraus ent-standen innerdeutsche Grenzen, die vor allem durch die starke wirtschaftliche Abhängigkeit
der Zonen untereinander problematisch waren. 10
Die USA planten durch vielfältige Maßnahmen, wie der Entflechtung und Dezentralisierung
der Wirtschaft, die Entstehung einer Planwirtschaft zu verhindern. 11 Zudem strebten die Amerikaner eine deutsche Einheit an, dies gestaltete sich wegen den divergierenden Zielen der Alliierten jedoch problematisch, da insbesondere die Sowjets und Franzosen sich häufig nach anderen Zielen richteten.
Als eine der ersten Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation wurde am 20.10.1945 der Einkommensteuerhöchstsatz auf 95 % angehoben, der Hebesatz der Körperschaftssteuer stieg auf
6 vgl. Wandel (1980), S. 118.
7 vgl. Buchheim (1998), S. 97 und Schüller (1992), S. 317f.
8 vgl. Brackmann (1993), S. 202 und Wandel (1980), S. 42ff.
9 vgl. Erhard (1957), S. 18.
10 vgl. Fritzsche (1970), S. 29.
11 vgl. Sprenger (1991), S. 19.
2
65%. 12 Allerdings wurde der größte Teil der erhöhten Steuereinnahmen nicht wie geplant zur Inflationsbekämpfung, sondern zur Finanzierung der Haushalte und Besatzungskosten eingesetzt. Von den Alliierten wurde die Reform der Währungs- und Geldordnung aufgrund von Unstimmigkeiten immer wieder aufgeschoben, obwohl dies in den meisten vom Krieg betroffenen Ländern die erste Maßnahme zur Unterstützung des Wiederaufbaus nach Ende des Krieges gewesen war. 13
2.2 Der Wandel in der amerikanischen Deutschlandpolitik
Im Frühjahr 1947 erkannten die Amerikaner die katastrophale deutsche Wirtschaftslage. Zudem reifte der Gedanke, dass für den Fortbestand der westlichen Demokratien in Europa ein
starkes Deutschland, unter anderem zur Kontrolle der Sowjetunion, notwendig sei. 14 Die Sowjets waren, insbesondere bei der Frage der Reparationen, zu keinem Konsens bereit. Daher kam es zu dem Abbruch der Verhandlungen im Alliierten Kontrollrat - welcher die Regierungsgewalt über die Fragen innehatte, die alle Besatzungszonen betrafen und zur Abstimmung der vier Militärkommandeure dienen sollte - und die Amerikaner beschlossen sich in ihren Ländern 15 dem Wiederaufbau zu widmen, mit dem Ziel, Deutschland bis 1949 in die politische und wirtschaftliche Selbständigkeit zu führen. 16
Um die hohen britischen Kosten der Besatzung zu senken schlossen sich die Briten 1947 der amerikanischen Zone an, die Bizone war entstanden. Zusammen versuchten beide die wirtschaftliche Rehabilitation voranzutreiben, ohne das stark verschuldete Frankreich zu brüskie-
ren. 17 Die Lösung war der amerikanische Marshall Plan vom Juni 1947, der allen Staaten Europas finanzielle Hilfe gewähren sollte. Als Gegenleitung mussten diese auf deutsche Reparationen verzichten. Um Leistungen des Marshall Plans zu erhalten waren die Franzosen zu einigen Zugeständnissen gegenüber den USA bereit. Dies führte 1949 zum Anschluss der
französisch besetzten Gebiete an die Bizone. 18 Vorraussetzung, um die Leistungen des Marshall Planes auch für die Deutschen zur Verfügung zu stellen, war die Errichtung eines
funktionsfähigen Zentralbanksystems. 19 Daher wandten die Amerikaner sich verstärkt diesem Thema zu und gaben im Juli 1947 die Ideen des Morgenthau Planes völlig auf. Die Aufgaben der deutschen Länderregierungen in der Bizone wurden ausgeweitet und die wirtschaftliche
12 vgl. Bickerich (1998), S. 111 und Marsh (1992), S. 123.
13 vgl. Buchheim (1998), S. 123f und Wandel (1980), S. 118.
14 vgl. Fritzsche (1970), S. 26ff.
15 Anm.: Der Begriff „Land“ soll in diesem Zusammenhang als Bundesland verstanden werden.
16 vgl. Wandel (1980), S. 33.
17 vgl. Wandel (1980), S. 20 und S. 44f.
18 vgl. Fritzsche (1970), S. 22ff.
19 vgl. Wandel (1980), S. 135.
3
Arbeit zitieren:
Benjamin Krischer, 2001, Die Entstehung der deutschen Geldordnung nach dem 2. Weltkrieg - Ordnende Kräfte, Konzepte und Ergebnisse, München, GRIN Verlag GmbH
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