Inhaltsverzeichnis
1. Definitionen von Männlichkeit 3
1.1 Partriarchale traditionelle Männlichkeit 3
1.2 Hegemoniale Männlichkeit 3
1.3 Exkurs: Die drei Formen der Gewalt 3
1.4 Marginalisierte Männlichkeit 5
1.5 Moderne Männlichkeit 5
1.6 Gegenüberstellung (Tabelle) 5
2. Quellen der Männlichkeitskrisen Eine Zusammenfassung der Veränderungen 6
3. Probleme und Belastungen in der männlichen Rolle 9
3.1 Die individuumszentrierte Perspektive der Geschlechtsrollenidentität 9
3.2 Die sozialkulturelle Perspektive der Geschlechtsrollenidentität 10
3.3 Gegensätzliche Erwartungen führen zu Rollenspannungen 10
3.4 Exkurs: Jungen auf dem Irrweg zur Männlichkeit 11
3.5 Inhärente Rollenspannungen 11
3.6 Exkurs: Die Aufteilung des Körpers 12
4. Neue Männer braucht das Land 13
Literaturverzeichnis 15
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Männlichkeit im Umbruch?
1. Definitionen von Männlichkeit
1.1 Partriarchale / traditionelle Männlichkeit
Die partriarchale bzw. traditionelle Männlichkeit zeichnet sich vor allem durch physische Stärke. Dominanz und emotionale Kontrolle aus. Der Mann sieht sich als Beschützer seiner Familie, durch seine Berufstätigkeit übt er die alleinige Ernährerfunktion aus. Er sichert also das Überleben seiner Familie und befindet sich damit in einer Überlegenheitsstellung (vgl. Pleck 1996, S.27-28).
1.2 Hegemoniale Männlichkeit
Hegemonie bedeutet, in der Lage sein anderen Arten von Männlichkeit eine Definition auf- zuzwingen (vgl. Carrigan, Conell und Lee 1998, S.62-65). Diese ,Männlichkeit definiert sich vor allem über Abwertung und Unterwerfung von Frauen und anderen Männlichkeiten. In unserem Kulturkreis ist diese Form am weitesten verbreitet. Nur heterosexuelle Männer entsprechen dieser Definition (vgl. Brandes und Bullinger 1996, S.35). Es ist möglich zu sagen, dass hegemoniale Männlichkeit eine erfolgreiche Strategie in Bezug auf Frauen verkörpert. Zudem bezieht sich die Hegemonie auf historische Situationen, in denen Macht gewonnen und bewahrt wurde. Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass Hegemonie eng mit der Arbeitsteilung Mann / Frau verbunden ist.
Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass selbst der Staat in die Aushandlung und Durchführung von Hegemonie involviert war und es teilweise noch ist. Ein gutes Beispiel dafür stellt die in früherer Zeit veranlasste Kriminalisierung der Schwulen dar (vgl. Carrigan, Conell und Lee 1998, S.62-65). Eines haben der hegemoniale und der partriarchale Mann gemeinsam, die Tendenz zur Gewalt.
1.3 Die drei Formen mä nnlicher Gewalt
Es gibt keinen biologischen Beweis dafür, dass Menschen zur Gewalt neigen. Es gibt aber auch keinen dagegen. Sicherlich gibt es auch gewalttätige Frauen, doch ist das Negativem Gewalt eher in der Welt der Männer zu Hause, gerade bei partriarchalen bzw. hegemonialen Männern (vgl. Kaufmann 1996, S.141).
Es gibt verschiedene Formen männlicher Gewalt. Diese reichen von der sexuellen Belästig- -3-
ung und sexuellem Missbrauch und Misshandlung bis hin zur Vergewaltigung. Bereits por- nographische Bilder werden als Gewalt angesehen, meist im visuellen Sinn. Für Frauen ist es z.B. nicht leicht, wenn sie in einer Autowerkstatt mit einem Angestellten reden und die Wän- de sind mit Pin- up-Girls gepflastert. Gewalt ist der Ausdruck der Zerbrechlichkeit der Männerwelt. Es ist der Versuch der Aufrechterhaltung von Männ- lichkeit und Dominanz (vgl. Kaufmann 1996, S.154-155). Selbstzweifel, negative Selbstbilder und das tägliche Gefühl der Machtlosigkeit führen die Männer zur Gewalt. Sie versuchen dadurch ihr Selbstvertrauen zu steigern. Sie sagen sich selbst: „ich bin doch der Stärkere, ich habe mehr Macht als du“ (vgl. Kaufmann 1996, S.157). Das Weltbild dieser Männlichkeiten macht folgende Aussage: Aktiv (männlich, Täter) <=> Passiv (weiblich Opfer) (vgl. Kaufmann 1996, S.160). In der Welt des Vergewaltigers ist die Unterlegenheit, Macht- losigkeit und Wut gegenüber seiner Umwelt die Triebkraft seiner Gewalt. Er denkt: „Ich suche mir jemand Schwächeren als mich“ (vgl. Kaufmann 1996, S.155). Ursachen für die Gewalt sind teilweise Aggressionen und teilweise Angst oder fehlendes Selbstbewusstsein, um mit Frauen in Kontakt treten zu können. Doch neigen schon „normale“ Familienväter zur Gewalt an dem Ort, an dem sie sich sicher fühlen, nämlich zu Hause (vgl. Kaufmann 1996, S.156). Ärger in der Arbeit, sei es mit Vorgesetzten oder mit Kollegen werden zu Hause an Ehefrau oder Kindern ausgelassen, entweder rhetorisch, durch Anschreien, oder durch körper- liche Gewalt. Die genannten Punkte lassen sich vor allem in die Kategorie Gewalt gegen Frauen einreihen. Die nun folgenden gehören zum Punkt Gewalt gegen andere Männer. Ag- gression und Feindseligkeiten sind das Zeigen von Macht. Schon der Psychoanalytiker Freud sagte, dass Passivität erforderlich sei, um Männerbindungen einzugehen (vgl. Kaufmann 1996, S.159). Nun entsteht folgendes Problem: passives Verhalten ist weiblich, dies würde Machtverlust bedeuten. Um keine Schwäche zu zeigen ist jedoch eher Imponiergehabe gefragt. Dies zeigt sich durch Ellenbogen einsetzen, seine Meinung durchsetzen, wenn es sein muss mit Gewalt, ja bis hin zum Krieg. Das gesellschaftliche Gedankengut dieser Männer beinhaltet, dass alle anderen Männer potentielle Feinde sind (vgl. Kaufmann 1996, S.158). Die Abneigung gegen Schwule lässt sich an Hand des Gesellschaftsbildes aktiv – passiv erklären. Homosexualität wird als passiv- weiblich angesehen. Den Schwulen wird unmissver- ständlich klar gemacht, dass sie in der „normalen“ männlichen Welt nichts zu suchen haben, obwohl festgestellt wurde, dass heterosexuelle Männer sich nicht entschieden haben „Heteros“ zu werden, sondern dazu von der Gesellschaft und besonders von anderen Männern gedrängt wurden (vgl. Kaufmann 1996, S.159). Die letzte Form der Gewalt, mit der wir uns -4-
beschäftigt haben ist die Gewalt von Männern gegen sich selbst. Dazu führt fortwährendes Blockieren und Verleugnen jeglicher Passivität, einschließlich aller Gefühle. Emotionen bau- schen sich auf, denn diese existieren ja trotz der Verdrängung weiter. Die Entladung lässt sich mit der Explosion eines Dampfkochtopfes vergleichen. Die Formen der Gewalt zeigen sich in Schuldgefühlen, Selbsthass usw. jedoch auch wieder gegen Frauen und andere Männer (vgl. Kaufmann 1996, S.163).
„Die drei Dimensionen der Männergewalt und die Gesellscha ft in der sie gedeihen, reprodu- zieren sich gegenseitig. Und nur zusammen, so ist es zu vermuten, werden sie untergehen“ (Kaufmann 1996, S.139). Das heißt, nur wenn sich die Gesellschaft verändert, dann haben wir die Chance, dass Männergewalt ein Thema von gestern werden kann. Dazu muss Gewalt definitiv als negativ, schlecht und völlig nutzlos angesehen werden und gegen alle drei Formen gleichzeitig vorangegangen werden.
1.4 Marginalisierte Männlichkeit
Marginalisierte Männlichkeit ist eine der untergeordneten Männlichkeiten. Es ist möglich, dass diese Art von Männlichkeit auf einen Mann nur vorübergehend zutrifft. Oftmals ist das bei Lehrlingen im Bezug auf ihre Lehrmeister der Fall. Unter die Rubrik marginalisierte Männlichkeit fallen meistens Minderheiten und Randgruppen unserer Gesellschaft wie z.B. die Homosexuellen, die sogenannten Frauenversteher, „Weicheier“ und Muttersöhnchen (vgl. Carrigan, Conell und Lee 1998, S.61).
1.5 Moderne Männlichkeit
Die moderne Männlichkeit meint vor allem Männer mit intellektuellen, zwischenmensch- lichen, sozialen, kommunikativen und kooperativen Fähigkeiten. Zärtliche Gefühle sich erlaubt, jedoch nur in der heterosexuellen Partnerschaft. Sie haben immer noch Angst vor Homosexualität (vgl. Pleck 1996, S.28-29).
1.6 Gegenüberstellung
Traditionelle männl. Rolle Moderne männl. Rolle
- emotionale Kompetenzen - zwischenmenschliche
sind unterentwickelt Kompetenz wird erwartet
- Gefühle von Zärtlichkeit und - Zärtlichkeit, emotionale
Verletzlichkeit sind untersagt Nähe werden erwünscht,
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Ruth Moser, 2003, Männlichkeit im Umbruch?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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