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Privatheit in Notunterkünften? Die Lebenssituation ihrer Bewohner und die Folgen

Titel: Privatheit in Notunterkünften? Die Lebenssituation ihrer Bewohner und die Folgen

Hausarbeit , 2002 , 24 Seiten , Note: 2

Autor:in: Yasmin Stiwitz (Autor:in)

Psychologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die meisten Menschen haben eine Notunterkunft noch nie von innen gesehen.
Als Verfasserin dieser Arbeit muss ich gestehen, auch ich war nur einmal, zu Zeiten
des Jugoslawienkrieges, in einer Wohncontainersiedlung. Die bedrückende
Atmosphäre dort habe ich nie vergessen.
Auf Grundlage dieser Erfahrung und in Zusammenhang mit der Bearbeitung der
Studienbriefe 3230 „Räumliches Verhalten“ von Dr. Jürgen Schultz-Gambard (1985)
und 3240 „Psychologische Aspekte des Wohnens“ von Dr. Antje Flade (1985)
entstand die Idee zu dieser Arbeit.
Thematische Grundlage ist die Frage, ob es für Menschen, die in Notunterkünften
leben, überhaupt so etwas wie Privatheit gibt.
Hierzu werden die Privatheitsmodelle von Altman (1975) und Westin (1970) als
analytische Leitfäden zugrunde gelegt und in Kapitel 2 zunächst kurz vorgestellt.
In Anlehnung an Altman wird der Begriff der Privatheit als eine Art konzeptioneller
Überbau für die Konzepte Persönlicher Raum, Territorialität und Crowding dienen
und als Thematik im Vordergrund stehen. Auf diese Weise wird sowohl ein Bezug
zum Studienbrief 3230 als auch zum Studienbrief 3240 hergestellt.
Die Kapitel 3 und 4 bilden den Hauptteil der Arbeit und befassen sich mit der
Lebenssituation von Notunterkunftsbewohnern und ihren Folgen.
Den Abschluss der Arbeit bildet eine kurze Zusammenfassung, innerhalb welcher die
Ergebnisse aus Kapitel 3 und 4 in Hinsicht auf die Fragestellung der Arbeit mit den
vorgestellten Privatheitsmodellen in Zusammenhang gebracht und kurz resümiert
werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Privatheit

2.1 Definition

2.2 Privatheitskonzept nach Altman (1975) – strukturelle Aspekte

2.2.1 Privatheit als Zugangskontrolle

2.2.2 Privatheit als Optimierungsprozess und Mechanismen der Privatheitsregulation

2.2.3 Privatheit als dialektischer Prozess

2.3 Privatheitskonzept nach Westin (1967) – strukturelle Aspekte

2.4 Funktionen von Privatheit

2.4.1 Funktionen von Privatheit nach Altman (1975) – funktionale Aspekte

2.4.2 Funktionen von Privatheit nach Westin (1970) – funktionale Aspekte

3. Leben in Notunterkünften

3.1 Unterscheidung zwischen Wohnung und Notunterkunft

3.2 Wer lebt in Notunterkünften?

3.3 Die Wohnsituation in Notunterkünften

3.4 Wohnrecht in Notunterkünften?

4. Folgen des Lebens in Notunterkünften

4.1 Fehlende Privatheit und Engeerleben (Crowding)

4.2 Ausgrenzung durch Vertreibung

4.3 Soziale und räumliche Isolation

4.4 Fehlende Autonomie

4.5 Fehlendes Territorium

4.6 Bewältigungsstrategien

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen und räumlichen Bedingungen von Menschen in Notunterkünften und geht der Forschungsfrage nach, ob für diese Personen ein Mindestmaß an Privatheit existiert. Unter Heranziehung der Modelle von Altman und Westin wird analysiert, wie sich die prekäre Lebenssituation auf Identität, Autonomie und soziale Teilhabe auswirkt.

  • Privatheitsmodelle nach Altman und Westin
  • Differenzierung zwischen regulärem Wohnraum und Notunterkunft
  • Auswirkungen von räumlicher Enge (Crowding) und Isolation
  • Stigmatisierung und soziale Ausgrenzung von Wohnungslosen
  • Kompensations- und Bewältigungsstrategien in prekären Wohnverhältnissen

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Privatheit als Zugangskontrolle

Privatheit wird bei Altman bipolar betrachtet. Es können die Pole „Input“ und „Output“ unterschieden werden. „Input“ steht für das, was durch andere, von außen an das Selbst herangetragen wird, „Output“ für das, was das Selbst nach außen über sich preisgibt. Der Zugang des Selbst zu anderen unterliegt dabei einer selektiven Kontrolle - Altman spricht von „interpersonal boundary-control process“ (1975, S. 10) - , die je nach Situation individuell variieren kann (vgl. Altman, 1975, S. 18).

Von Zugangskontrolle kann aber nur dann die Rede sein, wenn dass Individuum tatsächlich selbst Einfluss darauf hat, zu entscheiden, ob es in einer beliebigen Situation Zugang zu sich selbst gewähren möchte oder nicht (vgl. Kruse, 1980, S. 141).

Hat es diese Freiheit nicht, liegt ein Kontrollverlust vor. Es geht nicht mehr um Privatheit, sondern um einen Übergriff auf das Selbst, dem es mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Verfasserin motiviert die Arbeit durch eigene Erfahrungen in Notunterkünften und legt die theoretische Basis durch die Privatheitsmodelle von Altman und Westin.

2. Privatheit: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen und die strukturellen sowie funktionalen Privatheitskonzepte von Altman und Westin wissenschaftlich erarbeitet.

3. Leben in Notunterkünften: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Lebensbedingungen in verschiedenen Unterbringungsformen für Wohnungslose unter Berücksichtigung rechtlicher und sozialer Aspekte.

4. Folgen des Lebens in Notunterkünften: Dieses Kapitel beleuchtet die gravierenden psychologischen und sozialen Konsequenzen, die sich aus dem Mangel an Privatheit, Autonomie und Territorium für die Betroffenen ergeben.

5. Zusammenfassung: Die Ergebnisse aus dem Hauptteil werden zusammengeführt und belegen, dass die Lebensumstände in Notunterkünften das Erreichen eines Privatheits-Optimums unmöglich machen.

Schlüsselwörter

Privatheit, Notunterkunft, Wohnungslosigkeit, Altman, Westin, Crowding, soziale Isolation, Zugangskontrolle, Identität, Stigmatisierung, territoriale Kontrolle, psychische Belastung, Wohnqualität, Autonomie, Bewältigungsstrategien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die psychologischen Aspekte von Privatheit im Kontext von Menschen, die in Notunterkünften leben.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind Privatheitsmodelle, die Lebenssituation von Wohnungslosen, räumliches Verhalten und die Folgen sozialer Ausgrenzung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu prüfen, ob für Menschen in Notunterkünften aufgrund ihrer eingeschränkten Lebensbedingungen überhaupt noch Privatheit möglich ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der die Privatheitsmodelle von Altman (1975) und Westin (1970) als analytische Leitfäden für die Betrachtung der Lebensrealität in Notunterkünften genutzt werden.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Wohnsituation, den rechtlichen Rahmenbedingungen und den psychologischen Folgen, wie dem Mangel an Autonomie und dem Phänomen des Crowding.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Privatheit, Notunterkunft, Crowding, soziale Isolation und Wohnungslosigkeit.

Warum ist laut Altman der Verlust der Zugangskontrolle kritisch?

Der Verlust der Zugangskontrolle bedeutet laut Altman, dass das Individuum nicht mehr selbst bestimmen kann, wer Zugang zu ihm hat, was zu einem schutzlosen Übergriff auf das Selbst führt.

Welchen Einfluss hat die isolierte Lage von Notunterkünften?

Die isolierte Lage in Stadtrandlagen erschwert den sozialen Austausch, die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen sowie die ärztliche Versorgung und verstärkt die Stigmatisierung der Bewohner.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Privatheit in Notunterkünften? Die Lebenssituation ihrer Bewohner und die Folgen
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Ökologische Psychologie)
Note
2
Autor
Yasmin Stiwitz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
24
Katalognummer
V22568
ISBN (eBook)
9783638258630
ISBN (Buch)
9783656523017
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Privatheit Notunterkünften
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yasmin Stiwitz (Autor:in), 2002, Privatheit in Notunterkünften? Die Lebenssituation ihrer Bewohner und die Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22568
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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