Gestaltung
Hochschule für Technik und
Wirtschaft
1. WAS IST FACILITY MANAGEMENT 3
1.1. WOHER KOMMT FACILITY MANAGEMENT 4
1.2. GRÜNDE FÜR FACILITY MANAGEMENT 5
2. TECHNISCHES FACILITY MANAGEMENT 7
2.1. ANLAGENBEWIRTSCHAFTUNG 7
2.1.1. Verwaltung 7
2.1.2. Technische Betriebssicherung 7
2.1.3. Schutz der Anlagen 8
2.1.4. Stoffewirtschaft und Umweltschutz 8
2.2. AUFGABEN DER INSTANDHALTUNG 8
2.3. INSTANDHALTUNGSSTRATEGIEN 9
2.4. INSTANDHALTUNGSKENNZAHLEN 10
2.5. ENERGIEMANAGEMENT 12
2.6. TECHNISCHES GEBÄUDEMANAGEMENT 14
3. INFRASTRUKTURELLES FACILITY MANAGEMENT 15
3.1. FLÄCHENMANAGEMENT 15
3.1.1. Flächenarten 15
3.1.2. Flächenkennzahlen 16
3.2. MITARBEITERBELEGUNGS- UND UMZUGSPLANUNG 17
3.3. INFRASTRUKTURELLES GEBÄUDEMANAGEMENT 17
3.3.1. Reinigungsdienst 18
3.3.2. Revisionspläne 18
4. KAUFMÄNNISCHES FACILITY MANAGEMENT 19
4.1. CONTROLLING 19
4.2. INVENTARVERWALTUNG 19
5. COMPUTER AIDED FACILITY MANAGEMENT 20
5.1. SYSTEMVARIANTEN 20
5.2. SYSTEMVERGLEICH 21
6. AUSBLICK 25
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Facility Management
1. Was ist Facility Management?
In vielen Unternehmen wird häufig der Begriff Facility Management (FM) verwendet ohne jedoch eine genaue Begriffsdefinition hierfür zu haben. Der Begriff "Facilities" bedeutet zunächst wörtlich übersetzt technische Einrichtungen oder Anlagen. Hierzu zählen Sachressourcen wie Grundstücke, Gebäude, Infrastrukturanlagen sowie Kommunikations- und Energieversorgungsnetze aber auch Maschinen und Arbeitsplätze.
Die GEFMA (German Facility Management Association), der Deutsche Verband für Facility Management, definiert Facility Management als:
„Facility Management ist ein unternehmerischer Prozeß, der durch die Integration von Planung, Kontrolle und Bewirtschaftung bei Gebäuden, Anlagen und Einrichtungen (Facilities) und unter Berücksichtigung von Arbeitsplatz und Arbeitsumfeld eine verbesserte Nutzungsflexibilität, Arbeitsproduktivität und Kapitalrentabilität zum Ziel hat. Facilities werden als strategische Ressourcen in den unternehmerischen Gesamtprozeß integriert.“ 1
FM umfasst somit Sachmittel und Dienste, die erforderlich sind, um Mitarbeiter in
ihrem Kerngeschäft zu unterstützen. Hieraus wird schon ersichtlich, dass sich FM nicht nur auf die Verwaltung von Gebäuden und Anlagen beschränkt, sondern die Aufgabenbereiche viel umfangreicher sind.
Abbildung 1: Die Aufgaben des FM 2
1 Quelle: GEFMA Homepage
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Facility Management
FM basiert auf drei Kernelementen, den drei Säulen des FM. Diese sind die
Ganzheitlichkeit, der Lebenszyklus der betrachteten Sachressourcen sowie die Transparenz innerhalb des Unternehmens.
Ganzheitlichkeit bezeichnet die Betrachtung der Sachressourcen über die Bereichsgrenzen hinaus. Die einzelnen Sachressourcen werden in den jeweiligen Bereichen aus verschiedenen Blickwinkeln gesehen. Eine isolierte Sichtweise wird dadurch vermieden.
FM wirkt über den gesamten Lebenszyklus eines Objektes hinweg - angefangen mit
der integrierten Planung und Erstellung, über das technische, kaufmännische und infrastrukturelle FM - bis zur Umnutzung oder zum Abriß. Die Objektnutzungsphase bildet den Schwerpunkt, da hier anteilsmäßig die höchsten Kosten entstehen. Transparenz ist die dritte Säule des FM. Ziel ist ein transparentes Unternehmen, in dem alle Informationen über Sachressourcen und deren Bewirtschaftung, Organisation und Verwaltung bei Bedarf zur Verfügung stehen.
1.1. Woher kommt Facility Management?
Die Entwicklung des FM begann Ende der 70er Jahre in den USA. Zu dieser Zeit bekam der damals weltgrößte Möbelhersteller, die Herman Miller Corperation, Schwierigkeiten mit seinen Kunden. Seine Büromöbelsysteme waren zu schwerfällig geworden um sie den Kundenanforderungen entsprechend schnell und unkompliziert einsetzen zu können. Aus diesem Grund wurden von der Herman Miller Coperation 1978 die bedeutendsten Kunden zu einer Konferenz eingeladen um diese Problematik zu überdenken.
Diese Konferenz legte den Grundstein zur Gründung des Facility Management Institutes (FMI) in Ann Arbor, Michigan, im Juni 1979. Im Oktober 1980 ging hieraus die International Facility Management Association (IFMA) als unabhängiger Verband hervor. Dieser Verband hat sich bis heute weltweit etabliert und besitzt mittlerweile mehrere Unterverbände auf der ganzen Welt, wie die GEFMA in Deutschland.
2 Quelle: Praxis des Objektmanagements, Henzler/Heidbreder
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Facility Management
1.2. Gründe für Facility Management
Durch eine zunehmende Globalisierung und Internationalisierung der Märkte in den
letzten Jahren steigen auch in hohem Maße die Anforderungen an Unternehmen
neue Kosteneinsparungspotentiale zu erschließen. Ein härter werdender
Wettbewerb, zunehmende Markttransparenz, Ressourcenknappheit usw. führen zu
einem immer stärker werdenden Kostendruck. Eine wichtige Maßnahme zur
Rentabilitätssteigerung ist es daher die Ausgaben zu minimieren um auf den
umkämpften Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben.
In vielen Unternehmen sind die Strukturen und Verantwortungsbereiche historisch
gewachsen. Daher werden Ausgabenposten heute oft dezentral in den einzelnen
Bereiche betrachtet und für sich optimiert. Solche Unternehmen sind heute oft nicht
in der Lage konkrete Betriebskosten für ihre Gebäude inklusive technischer Anlagen
und Büroausstattung zu nennen. Durch eine umfassende Beurteilung von
Infrastrukturen in Gebäuden, Werken und auf Arealen lassen sich aber
Optimierungspotentiale ermitteln, die bei punktueller Betrachtung häufig nicht zu
erkennen sind.
Der Großteil der Gebäudekosten entsteht nicht beim Bau sondern durch die
Unterhaltskosten. Bei einer angenommenen Nutzungsdauer eines Bürogebäudes
von 50 Jahren entsteht z.B. ein Verhältnis der Gebäudekosten von 10 % Baukosten
gegenüber 90 % Unterhaltskosten 3 . Diese Kosten fließen über den Betriebsabrechnungsbogen in die Gemeinkosten mit ein, die wiederum durch die
Gemeinkostenzuschlagssätze Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens
belasten.
Hier liegt der Ansatzpunkt für FM in Unternehmen. Durch ein zentrales
Managementsystem lassen sich jederzeit Informationen zu den im gesamten
Unternehmen eingesetzten Ressourcen liefern. Diese Informationen werden nun
über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes zentral verwaltet.
Abbildung 2, auf der folgenden Seite, zeigt den möglichen Verlauf des
Informationsgehaltes eines Gebäudes mit und ohne FM über den gesamten
Lebenszyklus hinweg.
3 Quelle: b.i.g.- Homepage
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Abbildung 2: Informationsstand über die Objektnutzungsphase hinweg 4
Im Laufe der Objektnutzung wird die Datenhaltung durch mehrere Faktoren beeinflußt. Solche Faktoren können z.B. Umbauten, Kompetenzverlagerungen oder auch Mitarbeiterfluktuation sein. Durch all diese Vorgänge können während der Objektnutzung Informationen verloren gehen, die für das ökonomische Bewirtschaften eines Gebäudes nötig sind.
Der Grundgedanke des FM liegt also darin, durch eine kontinuierliche Informationsauswertung Schwachstellen aufzudecken und diesbezügliche Änderungen einzuleiten. Hierbei werden auch solche Informationen betrachtet, die im Augenblick vielleicht unwichtig erscheinen, sich im nachhinein aber als durchaus wichtig herausstellen.
Z.B. ist ein gutes Flächenmanagement bei einer ausgewogenen Raumsituation von untergeordnetem Interesse. Bedeutend wird es erst, wenn so viel Raum zur Verfügung steht, das man diesen vermieten könnte, oder wenn der Raum knapp wird
und die Arbeitsbedingungen darunter zu leiden drohen. Der Belegungsgrad 5 ( m² / Mitarbeiter ), der vom FM zu jedem Zeitpunkt abgerufen werden kann, zeigt hier zukünftige Trends auf und sorgt für eine gleichmäßige und wirtschaftliche Flächenverteilung, innerhalb einzelner Abteilungen und Bereiche. Er kann aber auch ein frühes Warnsignal sein, dass Fläche fehlt und angemietet werden muß bzw., dass mit Flächen zu großzügig umgegangen wird und Kosten eingespart werden können.
4 Quelle: Facility Management, Braun/Oesterle
5 siehe dazu Kapitel 3.1.2. Flächenkennzahlen Seite 6 von 27
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2. Technisches Facility Management
In diesem Kapitel erfolgt zunächst eine Abgrenzung der einzelnen Teilbereiche des FM, wobei der Schwerpunkt jedoch auf der Betreuung und Bewirtschaftung der Anlagen liegt.
2.1. Anlagenbewirtschaftung
Die Kosten für das Bewirtschaften (Bedienen und Instandhalten) und der Energienutzung von Anlagen rücken immer stärker ins Blickfeld. Eine schonende Betriebsführung der Anlagen vermindert den Verschleiß und verlängert deren Lebensdauer über die betriebsgewöhnliche Nutzungszeit hinaus. Hieraus verringert sich der Bedarf an Ersatzinvestitionen im Betrieb.
2.1.1. Verwaltung
Die Verwaltung betrifft das administrative Ordnen und Zuordnen aller Anlagen nach vorgegebenen einheitlichen Richtlinien. Anlagenverwaltung bezeichnet das verursachungsgerechte Zuordnen der entstehenden Kosten zu den betreffenden Kostenträgern und Kostenarten sowie Zuordnung der Maschinen zu den jeweiligen Kostenstellen. Da sich die Gebäudefläche auf einzelne Maschinen aufteilen lässt ist es möglich die gesamten Gebäudekosten auf die entsprechenden Kostenstellen zu verteilen. Dadurch ist eine komplett verursachungsgerechte Zuordnung aller Anlagenkosten möglich.
2.1.2. Technische Betriebssicherung
Zu den Aufgaben der Betriebssicherung gehören die Störungsverhütung durch Inspektion, Zustandserhaltung und Schwachstellenbeseitigung. Die Betriebssicherung soll bedarfsgerecht zu möglichst geringen Kosten stattfinden. Kostensenkungen ergeben sich aus der Anwendung rationeller Verfahren, vermeiden von Leerlauf, gute Organisation und Arbeitsvorbereitung sowie Bevorratung der kritischen Teile und Abbau unwirtschaftlicher Vorräte. Der Instandhaltung kommt hierbei eine wichtige Rolle zu, daher wird auf dieses Thema in den folgenden Kapiteln näher eingegangen.
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Facility Management
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Christian Thurnbauer, 2001, Facility Management, Munich, GRIN Publishing GmbH
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