Notwendigkeit einer wertorientierten Unternehmensführung
Die zunehmende Globalisierung der Märkte und die Liberalisierung der Kapitalmärkte zwingt international handelnde Unternehmen dazu, auch die Kapitalbeschaffungsseite als einen Wettbewerbsfaktor anzusehen. Dies erfordert eine Unternehmensbewertung aus der Sicht der Anteilseigner. Hierbei dient die wertorientierte Unternehmensführung, das Value Based Management, der Ermittlung des Eigentümerwertes der Unternehmung als Ausgangspunkt für unternehme-rische Entscheidungen(1). Auf Basis der Veränderung des Unternehmenswertes soll die Ergebniswirksamkeit von Strategien beurteilt werden(2). "Es geht dabei darum, alle Aktivitäten der Unternehmung auf die Steigerung des Unternehmenswertes auszurichten"(3). Dabei spielt das Konzept des Shareholder Value eine wesentliche Rolle, der nach außen hin den Wert des Unternehmens widerspiegeln soll und nach innen der "Planung, Kontrolle und Steuerung von Strategien, Unternehmensbereichen und Maßnahmen"(4) dienen soll.
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1 Vgl. Michel, U.: Wertorientiertes Management strategischer Allianzen, München 1996, S. 60.
2 Vgl. Horváth, P.: Controlling, 6. Aufl., München 1996, S. 486.
3 Horváth, P.: Controlling, 6. Aufl., München 1996, S. 486.
4 Männel, W.: Wertorientiertes Controlling, Editorial, in: krp, Sonderheft 1/2001, Wiesbaden 2001, S. 1.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Notwendigkeit einer wertorientierten Unternehmensführung
1.2 Einordnung des wertorientierten Controlling in die wertorientierte Unternehmensführung
2. Der Shareholder Value Ansatz
2.1 Berechnung des Shareholder Value
2.1.1 Cash Flow
2.1.2 WACC
2.1.3 CAPM
2.1.4 Shareholder Value
2.2 Funktionen des Shareholder Value
2.3 Kritik am Shareholder Value Ansatz
3. Weitere Ansätze des wertorientierten Controlling
3.1 Unternehmensbewertung
3.1.1 Das Discounted Cash Flow-Verfahren
3.1.2 Andere Verfahren der Unternehmensbewertung
3.2 Performance Measurements
3.2.1 Tobin's Q-Faktor
3.2.2 Cash Flow Return on Investment (CFROI) und Cash Value Added (CVA)
3.2.3 Economic Value Added (EVA) und Market Value Added (MVA)
3.3 Balanced Scorecard
4. Schlussbetrachtung
4.1 Zusammenfassung
4.2 Kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Darstellung und methodischen Einordnung wertorientierter Controlling-Instrumente. Das Hauptziel besteht darin, die verschiedenen Ansätze zur Messung des Unternehmenswertes zu erläutern, ihre Anwendungsmöglichkeiten aufzuzeigen und kritisch hinsichtlich ihrer Eignung zur Unternehmenssteuerung zu bewerten.
- Grundlagen der wertorientierten Unternehmensführung
- Methodische Konzeption des Shareholder Value Ansatzes
- Verfahren der Unternehmensbewertung (insb. DCF-Methode)
- Performance-Messgrößen wie CFROI, CVA, EVA und MVA
- Integration in ein ganzheitliches Führungssystem durch die Balanced Scorecard
Auszug aus dem Buch
2.1.2 WACC
"Ökonomischer Gewinn im Sinne von "geschaffenem Unternehmenswert" liegt allerdings erst dann vor, wenn der Free Cash Flow größer ist als die in diesem Zeitraum zu berücksichtigenden Kapitalkosten." Deshalb werden beide Größen, der Cash Flow und der Residualwert, mit den gewichteten Durchschnittskosten des Kapitals, dem sogenannten Weighted Average Cost of Capital (WACC), auf den Tag der Unternehmensbewertung diskontiert. Dieser Kalkulationszinssatz soll die zukünftigen, im Rahmen des Prognosezeitraums erwarteten Gesamtkapitalkosten widerspiegeln.
Die Gesamtkapitalkosten ergeben sich als gewichteter Durchschnitt des Marktwerts der Eigenkapital- (kEK) und der Fremdkapitalkosten (kFK):
WACC = kEK * MW EK/MW GK + kFK * MW FK/MW GK
Dieses Verfahren wird auch als "Discounted Cash Flow (DCF)-Methode" bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Es wird die Notwendigkeit einer wertorientierten Unternehmensführung vor dem Hintergrund globalisierter Märkte dargelegt und das wertorientierte Controlling als zentrales Instrument für das Management definiert.
2. Der Shareholder Value Ansatz: Dieses Kapitel erläutert die Berechnung und Funktionen des Shareholder Value als grundlegendes Konzept der Wertorientierung sowie die damit verbundene Kritik hinsichtlich einer zu starken einseitigen Finanzfokussierung.
3. Weitere Ansätze des wertorientierten Controlling: Hier werden ergänzende Methoden zur Unternehmensbewertung wie das DCF-Verfahren sowie diverse Performance-Kennzahlen wie CFROI, CVA, EVA und die Balanced Scorecard detailliert vorgestellt.
4. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Einsatzmöglichkeiten der behandelten Instrumente zusammen und würdigt kritisch den Stellenwert einer ganzheitlichen Wertorientierung innerhalb der Unternehmensphilosophie.
Schlüsselwörter
Wertorientiertes Controlling, Unternehmensführung, Shareholder Value, Unternehmensbewertung, Cash Flow, WACC, CAPM, Discounted Cash Flow, CFROI, Cash Value Added, Economic Value Added, Market Value Added, Balanced Scorecard, Stakeholder Value, Performance-Messung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung und den Instrumenten des wertorientierten Controllings zur Steuerung international agierender Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen zählen die Unternehmensbewertung, die Messung des Unternehmenserfolgs aus Eigentümersicht sowie der Vergleich verschiedener Kennzahlensysteme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, dem Leser einen Überblick über wertorientierte Erfolgsgrößen zu geben und aufzuzeigen, wie diese Instrumente bei der Bewertung und Steuerung von Unternehmensstrategien unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert und die verschiedenen Controlling-Methoden methodisch-kritisch gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert primär den Shareholder Value Ansatz, verschiedene DCF-Verfahren sowie spezifische Performancemaße wie den EVA und die Balanced Scorecard.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Schlüsselbegriffe sind Shareholder Value, wertorientierte Unternehmensführung, Unternehmensbewertung, Kapitalkosten (WACC) und Performance-Controlling.
Warum ist der WACC für die Unternehmensbewertung so wichtig?
Der WACC stellt die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten dar und dient als Diskontierungszins, um zukünftige Zahlungsströme auf den heutigen Wert (Unternehmenswert) umzurechnen.
Wie unterscheidet sich die Balanced Scorecard von rein finanzorientierten Ansätzen?
Im Gegensatz zu Modellen wie dem Shareholder Value integriert die Balanced Scorecard neben finanziellen auch nicht-finanzielle Aspekte wie Kundenperspektive, interne Prozesse sowie Lern- und Entwicklungsperspektiven.
- Quote paper
- Sandra Bührle (Author), 2001, Darstellung des wertorientierten Controlling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2296