Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Thema: Entwicklungspolitik

Technologie und Nord-Süd-Beziehungen

Titel: Technologie und Nord-Süd-Beziehungen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 34 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Katja Noch (Autor:in)

Politik - Thema: Entwicklungspolitik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] So eine weit verbreitete Meinung. Während aber die Industrieländer
immer reicher werden, profitieren auch die Entwicklungsländer von diesen
technologischen Innovationen. Die Lebenserwartung in den Entwicklungsländern hat
sich nach historischen Schätzung von 26 Jahren zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf
durchschnittlich 64 Jahre erhöht. Die Gründe dafür sind bessere Ernährung,
sauberes Wasser und vor allem: Der rasante Fortschritt der Medizin. Die
technologische Innovation, die einer Impfung für wenige Cent zugrunde liegt, kann
Millionen von Menschenleben retten, ein einfaches Antibiotikum bekämpft
Krankheiten, die vor wenigen Jahrzehnten mit Sicherheit tödlich geendet hätten. Die
grüne Revolution hat seit den 1960er Jahren die weltweiten Getreide-Erträge
verdoppelt und beispielsweise die Unternährungsquote in Südasien seit den 1970er
Jahren halbiert.
Neue Technologien können diese Wirkung aber nur entfalten, wenn sie in die
Entwicklungsländer gelangen und dort auch richtig angewendet werden. Länder wie
der Kongo oder Angola liegen weit unter dem Durchschnitt der Entwicklungsländer,
sei es bezüglich der Lebenserwartung oder des Einkommens der Bewohner. Der
Grund sind blutige Konflikte und eine faktisch nicht existierende Staatsmacht; eine
Umgebung also, die Investitionen oder Innovationen fast unmöglich macht.
In dieser Hausarbeit werde ich unter anderem einen Überblick über die Bedingungen
geben, die nötig sind, um Technologie erfolgreich in Entwicklungsländer zu
transferieren. Nicht jede Technologie ist für Transfers geeignet, und das Neueste ist
oft nicht das Beste für die Bedingungen in der südlichen Hemisphäre. Eine
sorgfältige Abwägung zwischen Kosten, Nutzen und Risiken einer Technologie ist
nötig, um beispielsweise Fehlinvestitionen oder Umweltschäden zu vermeiden.
Nachhaltige Entwicklung ist nur möglich, wenn die Technologien im Empfängerland
assimiliert werden. Dazu ist der Aufbau eigener Forschungseinrichtungen nötig, die
sich im Idealfall nach und nach von der Entschlüsselung und Anwendung
bestehender Technologien eigenen Innovationen zuwenden, wie es zum Beispiel in
Südkorea und Taiwan erfolgreich geschehen ist. In einer Fallstudie werde ich
Südkorea als Beispiel für gelungenen Technologietransfer genauer untersuchen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formen von Technologietransfer

2.1 Was ist Technologietransfer?

2.2 Die Akteure auf Angebots- und Nachfrageseite

2.3 Formen des Transfers

3. Voraussetzungen für erfolgreichen Technologietransfer

3.1 Voraussetzungen in den Empfängerländern

3.2 Was beim Transfer beachtet werden muss

3.3 Welche Technologien sind für Entwicklungsländer geeignet?

4. Nutzen und Risiken von Technologie

4.1 Warum Entwicklungsländer Technologie importieren müssen

4.2 Gefahren durch unpassende Technologien

4.3 Interessenkonflikte zwischen Nord und Süd beim Technologietransfer

5. Fallstudie Südkorea: Die Rolle von Technologie im Entwicklungsprozess

6. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Dynamiken des Technologietransfers zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Dabei wird analysiert, unter welchen Bedingungen Technologie erfolgreich absorbiert werden kann, welche Risiken bei unangepassten Technologien bestehen und wie Staaten wie Südkorea durch strategische Bildungs- und Industriepolitik den technologischen Aufstieg meistern konnten.

  • Grundlagen und Akteure des internationalen Technologietransfers
  • Notwendige institutionelle Voraussetzungen in den Empfängerländern
  • Bewertung von Nutzen, Risiken und Interessenkonflikten (Nord-Süd-Kontext)
  • Fallstudie Südkorea als Modell für erfolgreichen technologischen Aufholprozess
  • Empfehlungen für eine zukunftsorientierte Technologiepolitik

Auszug aus dem Buch

2.1 Was ist Technologietransfer?

Der hier zugrunde liegende Technologie-Begriff soll weit über die einfache Produktions-Hardware und das Wissen darüber hinausgehen. „All the skills, knowledge and procedures for making, using and doing useful things,“ so definiert Frances Stewart Technologie. Nicht nur Hightech, sondern jegliche Verbesserung auch von einfachen Prozessen fällt unter diese Definition.

„Technology thus includes methods used in non-marketed activities as well as marketed ones. It includes the nature and specification of what is produced – the product design – as well as how it is produced. It encompasses managerial and marketing techniques as well as techniques directly involved in production. Technology extends to services – administration, education, banking and the law – as well as to manufacturing and agriculture. A complete description of the technology in use in a country would include the organization of productive units in terms of scale and ownership.”

Eine so umfassende Definition von Technologie impliziert bereits, dass der Transfer solcher Technologien ebenfalls sehr komplex sein muss. Richard Robinson gibt in seinem Buch “The International Transfer of Technology: Theory, Issues, and Practice” folgende Definition für internationalen Technologietransfer:

“The development by people in one country of the capacity on the part of nationals of another country to use, adopt, replicate, modify, or further expand the knowledge and skills associated either with a different manner of consumption or product use, or a different method of manufacture or performance of either a product or service.”

Er kommt weiterhin zu dem Schluss, dass „es akkurater ist, Technologietransfer als eine Beziehung anzusehen, denn als einen Akt.“ Je besser diese Beziehung funktioniert und je länger sie hält, desto erfolgreicher ist der Transfer. Mit der puren Übergabe eines Artefakts oder einer Anleitung ist es nicht getan, zahlreiche weitere Elemente sind nötig, um eine Technologie tatsächlich zu transferieren. Die Bestimmung der nötigen Komponenten stellt sich als eine der Hauptschwierigkeiten heraus, sobald nicht nur ein Stück Hardware für den fertigen Gebrauch übergeben werden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Kluft bei technologischen Innovationen und definiert das Ziel, die Bedingungen für einen erfolgreichen Technologietransfer zu identifizieren.

2. Formen von Technologietransfer: Dieses Kapitel definiert Technologietransfer als komplexen, beziehungsorientierten Prozess und analysiert die verschiedenen Akteure sowie Transferformen.

3. Voraussetzungen für erfolgreichen Technologietransfer: Es wird erörtert, welche strukturellen Rahmenbedingungen und technologischen Kriterien (wie Absorptionskapazität) für eine erfolgreiche Implementierung in Entwicklungsländern notwendig sind.

4. Nutzen und Risiken von Technologie: Das Kapitel untersucht, warum Technologieimporte für Entwicklung notwendig sind, beleuchtet aber auch Gefahren durch unpassende Technologien sowie Konflikte um Patente und geistiges Eigentum.

5. Fallstudie Südkorea: Die Rolle von Technologie im Entwicklungsprozess: Die Fallstudie analysiert Südkoreas Erfolg als Modell, das insbesondere auf Bildung, privatem Sektor und exportorientierter Industrialisierung beruht.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer veränderten technologischen Agenda zusammen, die insbesondere die Gesundheit und Vernetzung unterentwickelter Regionen priorisiert.

Schlüsselwörter

Technologietransfer, Entwicklungsländer, Südkorea, Innovationssysteme, Nord-Süd-Beziehungen, Know-how, Absorptionskapazität, Industriepolitik, Patente, geistiges Eigentum, Entwicklungsstrategien, Globalisierung, Technologiepaket, Bildungsstandard.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen und Bedingungen des Technologietransfers von Industrieländern in Entwicklungsländer sowie die Rolle, die Technologie bei der wirtschaftlichen Entwicklung spielt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Definition von Technologietransfer, die notwendigen Voraussetzungen in Empfängerländern, die Abwägung von Nutzen und Risiken und die Analyse erfolgreicher Aufholprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, einen Überblick über die Bedingungen für einen erfolgreichen Technologietransfer zu geben und Strategien aufzuzeigen, wie Entwicklungsländer technologisch aufholen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Definitionen mit einer Fallstudie (Südkorea) sowie einer Auswertung internationaler Berichte kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Akteure des Transfers, die Bedeutung von Absorptionskapazitäten, Kriterien für geeignete Technologien und die politischen Interessenkonflikte zwischen Nord und Süd.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Technologietransfer, Absorptionskapazität, nationale Innovationssysteme, Nord-Süd-Beziehungen und exportorientierte Industrialisierung.

Warum ist Südkorea als Fallstudie besonders relevant?

Südkorea dient als Paradebeispiel, da es innerhalb weniger Jahrzehnte durch gezielte Bildungs- und Industriepolitik den Sprung von einem armen Agrarstaat zur führenden Industrienation geschafft hat.

Welche Rolle spielt der private Sektor in der Arbeit?

Der private Sektor wird als entscheidender Motor für Innovation und technologische Absorption dargestellt, dessen Zusammenspiel mit staatlicher Förderung für nachhaltiges Wachstum essenziell ist.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Technologie und Nord-Süd-Beziehungen
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Technik und Weltpolitik
Note
1,3
Autor
Katja Noch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
34
Katalognummer
V23013
ISBN (eBook)
9783638262224
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Technologie Nord-Süd-Beziehungen Technik Weltpolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katja Noch (Autor:in), 2003, Technologie und Nord-Süd-Beziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23013
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  34  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum