INHALTLICHE GLIEDERUNG
1. Einleitung 1
1.1 Aufgabenstellung. 1
1.2 Untersuchungsmethode 2
2. Markenallianzen: Begriff und Formen. 2
2.1 Co-Promotions 3
2.2 Co-Branding 5
2.3 Ingredient Branding 7
2.4 Mega Brands 11
2.5 Sonstige 11
3. Ziele, Chancen und Risiken von Markenallianzen 12
3.1 Ziele 12
3.2 Chancen und Risiken 14
4. Erfolgsfaktoren 15
4.1 Kompatibilität der Marken. 15
4.2 Komplementarität der Marken 15
4.3 Zielgruppenüberschneidung 16
4.4 Positive Spill-Over-Effects 17
5. Die Bedeutung von Markenallianzen anhand empirischer Studien 17
6. Fazit 18
Anhang 20
Literaturverzeichnis 31
Die Bedeutung von Markenallianzen im Internationalen Marketing 1
1. Einleitung
1.1 Aufgabenstellung
Unternehmen müssen in der heutigen Zeit ihre internationalen Marketingmaßnahmen immer wieder an veränderte Rahmenbedingungen anpassen. Die Globalisierung der Märkte und die damit einhergehende steigende Marktsättigung, sowie die zunehmende Angleichung der Produktqualitäten sorgen dafür, dass die Wettbewerbsintensität in fast allen Branchen stetig zunimmt. 1
Vor diesem Hintergrund versuchen Markenhersteller verstärkt, sich über Präferenzen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen. Hierbei bildet die Markenpolitik im Konsumgüterbereich eines der wichtigsten Konzepte zur Präferenzschaffung und Differenzierung. 2 Deren Ziel ist im Allgemeinen, aus einem weitgehend austauschbaren Produkt eine allein stehende Marke zu formen, um sich dadurch die Möglichkeiten der Kundenbindung zu sichern. 3
Eine Marke dient bekanntermaßen der Kennzeichnung und Individualisierung von Waren und Dienstleistungen im Wettbewerb. 4 Auf der Suche nach Möglichkeiten die Absatzchancen der eigenen Produkte durch Differenzierung und Präferenzbildung zu verbessern, bieten sich dementsprechend auch Markenallianzen als geeignetes Instrument an. 5
Ich werde im Folgenden die einzelnen Formen von Markenallianzen vorstellen und auf deren Ziele, Chancen und Risiken, sowie Erfolgsfaktoren eingehen. Obwohl die Bedeutung von Markenallianzen im Internationalen Marketing in den Punkten 2 bis 4 anhand der aufgeführten Beispiele bereits ersichtlich wird, werde ich unter Kapitel 5 nochmals speziell auf einzelne Studien und Befragungen eingehen, welche die Bedeutung von Markenallianzen noch mehr verdeutlichen.
1 Vgl. Baumgarth, C., Markenpolitik, 2001, S. 10
2 Vgl. Freter, H., Baumgarth, C., Ingredient Branding, 1999, S. 291 und
Meffert, H., Marketing, 2000, S. 848
3 Vgl. Pepels, W., Produktmanagement, 2001, S. 155
4 Vgl. Decker, R., Schlifter, J. M., Dynamische Allianzen, 2001, S. 38 - 45
5 Vgl. Meffert, H., a.a.O., S. 848 und Heinbockel, M., Marken rücken näher zusammen, 2003, S. 19
Die Bedeutung von Markenallianzen im Internationalen Marketing 2
1.2 Untersuchungsmethode
Die Arbeit an diesem Seminar habe ich mit einer ausführlichen Literatursuche an zahlreichen Bibliotheken und im Internet begonnen. Die wichtigsten Bücher hierbei waren „Die Strategie und Technik der Markenführung“ und „Moderne Markenführung“ von Franz-Rudolf Esch. Zahlreiche informative Artikel zu diesem Thema habe ich in den Zeitschriften „Markenartikel“, „Absatzwirtschaft“ sowie „HORIZONT“ gefunden.
Auf Unternehmensbefragungen habe ich verzichtet, da es in den Literaturquellen zum Thema bereits ausreichend Praxisbeispiele und auch Interviews mit Unternehmen und Werbeagenturen gab. Außerdem ist es meiner Meinung nach sinnvoller mehrere kleine Beispiele zu diesem Thema anzubringen, als nur ein oder zwei große. Alle fremden Ausführungen, die in dieser Arbeit verwendet wurden sind daher nur aus Literaturquellen oder dem Internet entnommen worden.
2. Markenallianzen: Begriff und Formen
Eine Markenallianz stellt die gleichzeitige, Konsumentenorientierte Präsentation von zwei oder mehr Marken dar, deren Ziel es ist wünschenswerte oder bereits bestehende Assoziationen zwischen den betreffenden Markenbildern aufzubauen bzw. zu beeinflussen. 6 Einordnen kann man Markenallianzen als Option zur Anreicherung bereits bestehender Marken (S. Anhang 1). 7
Problematisch ist jedoch, dass der Begriff der Markenallianz, hierbei insbesondere der des Co-Branding in der Literatur und Praxis keineswegs einheitlich verwendet wird. 8 Für Markenallianzen werden vielmals die Begriffe „Co-Branding“, „Symbiotic Marketing" und "Co-Marketing“ synonym verwendet. 9 Außerdem ist oftmals auch von Co-Branding im weiteren oder engeren Sinne die Rede. 10 Im Anhang 2 befindet sich zur Verdeutlichung eine Abbildung der Formen des Co-Branding im weiteren Sinne, wobei der Begriff Co-Branding für Markenallianzen im Allgemeinen steht.
.
6 Vgl. Decker, R., Schlifter, J. M., Dynamische Allianzen, 2001, S. 38
7 Vgl. Baumgarth, C., Markenpolitik, 2001, S. 163
8 Vgl. Ahlert, D., Integriertes Markenmanagement in Distributionsnetzen, 2001, S. 447
9 Vgl. Decker, R., Schlifter, J. M., a.a.O., S. 38
Die Bedeutung von Markenallianzen im Internationalen Marketing 3
Auf diese Unterscheidung werde ich im Folgenden jedoch nicht weiter eingehen, da es den Rahmen dieser Arbeit bei weitem sprengen würde.
Institutionelle Verflechtungen zwischen den Allianzpartnern sind für gewöhnlich nicht erforderlich. Ebenso sind auch in den meisten Fällen keine besonders hohen spezifischen Investitionen von Nöten, die nach Beendigung der Zusammenarbeit verloren gingen. Die Palette der möglichen Kooperationen reicht von der bloßen Nennung des Allianzpartners im Markennamen bis hin zu einer umfassenden gemeinsamen Produktentwicklung. Anhand der Intensität der Zusammenarbeit und der durch die Konsumenten wahrgenommenen Neuartigkeit des Allianzgegenstandes kann man verschiedene Formen von Markenallianzen unterscheiden. Eine weitere mögliche Typologisierung von Markenallianzen kann nach dem Produkt und dessen Marktsituation erfolgen (siehe Anhang 3). 11
Des Weiteren kann die Zusammenarbeit in verschiedenen Kombinationen auftreten: Zwischen Herstellern untereinander, zwischen Herstellern und Handel, sowie horizontal oder vertikal. 12 Auf letzteres werde ich bei den einzelnen Formen von Markenallianzen nochmals zurückkommen.
Die folgende Gliederung der einzelnen Erscheinungsformen von Markenallianzen habe ich nach meiner subjektiven Beurteilung der Intensität der jeweiligen Kooperationen vorgenommen.
2.1 Co-Promotions
Bei kurzfristigen Aktionen zweier etablierten Marken, die sich lediglich auf den gemeinsamen Werbeauftritt oder Promotions beschränken, spricht man von Co-Promotions. 13 Weitere Begriffe die in diesem Zusammenhang in der internationalen Literatur fallen sind „Co-Advertising“, „horizontale Markenallianzen“ oder „Joint Sales Promotions“. 14
10 Vgl. Ahlert, D., a.a.O., S. 447
11 Vgl. Decker, R., Schlifter, J. M., Dynamische Allianzen, 2001, S. 39f.
12 Vgl. Bugdahl, V., Marken machen Märkte, 1998, S. 207
13 Vgl. Esch, F.-R., Strategie und Technik der Markenführung, 2003, S. 340
14 Vgl. Decker, R., Schlifter, J. M., a.a.O., S. 38f.
Die Bedeutung von Markenallianzen im Internationalen Marketing 4
Ein gutes Beispiel für Co-Promotions sind die Ford Ka-Sondermodelle (Lufthansa, K2, Mannesmann Callya), die gemeinsam in einer Promotion beworben wurden (S. Abb. 1). 15
Der Konsumgüter-Riese Procter & Gamble verwendet ebenfalls bereits seit Jahren Co-Promotions in seinem Marketing-Mix: Das Waschmittel Ariel wird zusammen mit einer Bauknecht Waschmaschine promotet, Braun Bügeleisen in Verbindung mit Dash (S. Abb. 2). 16
Abb. 2 Braun und Dash Co-Promotion
Ein wesentlicher Punkt bei Co-Promotions ist, dass die beiden Marken, die gemeinsam beworben oder in einer Verkaufsförderung vermarktet werden, auch wirklich zueinander passen. 17 Auf diesen Punkt werde ich jedoch in Kapitel 4.1 noch näher eingehen.
Ein witziges Beispiel, bei dem dieser ‚Markenfit’ nicht auf den ersten Blick deutlich wird ist die Co-Advertising Aktion von Warsteiner und Zewa Wisch & Weg im Jahr 2001. Zuerst sieht man einen Warsteiner-Spot in bekannter Bildsprache, direkt im Anschluss erscheint der Zewa-Film. Die inhaltliche Verknüpfung der Fernsehspots gelingt durch einen Bier-Schaumfleck, der auf der Kameralinse zurückbleibt und von Zewa weggewischt wird (Siehe Anhang 4). 18
15 Vgl. Baumgarth, C., Markenpolitik, 2001, S. 165
16 Vgl. Voegele, C., Lutteroth, J., Markenartikel: Gleich und Gleich gesellt sich gern, 2002, S. 29
17 Vgl. Esch, F.-R., Strategie und Technik der Markenführung, 2003, S. 342
18 Vgl. Mattgey, A., Einigkeit macht stark, 2001, S. 40
Die Bedeutung von Markenallianzen im Internationalen Marketing 5
Ein internationales Beispiel für Co-Promotions ist der gemeinsame Werbeauftritt von Greenpeace und The Body Shop aus Umweltschutzgründen (S. Anhang 5). Dass das Konzept der Co-Werbung nicht gerade neu ist, kann man an der Dexters Automatics und Tide Werbung aus dem Jahre 1956 erkennen (S. Anhang 6). 19
2.2 Co-Branding
Demnach zeichnet sich Co-Branding dadurch aus, dass ein Anbieter eine Leistung (Produkt oder Dienstleistung), die bereits eine eigenständige Marke darstellt, zusätzlich mit einer Markierung versieht, deren Rechte ein anderes Unternehmen besitzt. Nach der Richtung kann man Co-Branding in horizontale und vertikale Formen unterteilen. Bei der horizontalen Form kooperieren zwei oder mehr Hersteller auf einer Stufe miteinander. Betrifft die Markenallianz Unternehmen auf jeweils unterschiedlichen Produktionsstufen, ist es ein vertikales Co-Branding. 21
Wird ein Produkt oder eine Dienstleistung durch zwei oder mehrere unternehmensinterne Marken gekennzeichnet, so spricht man von „Dual Branding“. Die Erfolgsvoraussetzungen einer solchen Markenkombination entsprechen im Allgemeinen denen des Co-Branding. 22
Besonders in der Lebensmittelbranche findet Co-Branding bereits seit Jahren schon zahlreich Verwendung. 23 Man versucht damit dem Preisverhau im Handel, Platzmangel in den Regalen und dem Vormarsch der Discountprodukte entgegenzuwirken. 24
19 Vgl. o.V., http://www.dengler.net/esic/s2o1/, 2003
20 Baumgarth, C., Fit- und Anordnungseffekte beim Co-Branding, 2000
21 Vgl. Freter, H., Baumgarth, C., Ingredient Branding, 1999, S. 297
22 Vgl. Esch, F.-R., Strategie und Technik der Markenführung, 2003, S. 342
23 Vgl. Heinbockel, M., Marken rücken näher zusammen, 2003, S. 19
24 Vgl. Kolbrück, O., Co-Branding, 2003, S. 17
Arbeit zitieren:
Ines Michi, 2003, Die Bedeutung von Markenallianzen im Internationalen Marketing, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Co-Branding - Konzept, Umsetzung, Chancen und Risiken
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 26 Seiten
Die Methode City-Bound im Fokus der Kommunikationsoptimierung
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 178 Seiten
Es ist eine Illusion Analyse einer Szene aus David Lynchs Mulholland ...
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Seminararbeit, 14 Seiten
Unterrichtseinheit "Balladen" in Klasse 8 - Stunde "Der...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 14 Seiten
Die Marktpositionierung von M-Budget Mobile
Marktanalyse und Vergleich mit...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 14 Seiten
Das Gesundheitswesen im Wandel - Ärzte und Patienten unter dem Einflus...
Hausarbeit, 17 Seiten
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 36 Seiten
Variable Entlohnung - Instrument zur Steigerung des Unternehmenswertes
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 30 Seiten
Eine Übersicht der wichtigsten Kreativitätstechniken und deren Einsatz...
BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Studienarbeit, 34 Seiten
Unterrichtseinheit: Reim und Metrum
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 22 Seiten
Jules Verne - Ein dystopischer Rezeptionsansatz der Sozialutopien
Romanistik - Französisch - Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Unterrichtsversuch zu Goethes 'Prometheus'
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 23 Seiten
Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 28 Seiten
Ines Michi hat den Text Die Bedeutung von Markenallianzen im Internationalen Marketing veröffentlicht
Ines Michi hat einen neuen Text hochgeladen
Internationales Marketing-Management
Ein markenorientierter Ansatz
Heribert Meffert, Christoph Burmann, Christian Becker
Internationales Marketing-Management
Ralph Berndt, Claudia Fantapié Altobelli, Matthias Sander
Auf dem Weg zur globalen Hochschule - Internationales Marketing für mo...
Tagungsband zum 5. GATE-German...
Angela Borgwardt
How to Develop and Promote Successful Seminars and Workshops: The Defi...
Howard L. Shenson, Shenson
0 Kommentare