Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Der Begriff des Regierens 2
3. Zwei theoretische Grundpositionen zum
regieren jenseits des Nationalstaates 3
3.1. Kooperationstheorie 3
3.2. Governance-Theorie 4
4. Die drei zentralen Formen des Regierens 6
4.1. Governance by government 7
4.2. Governance with government 7
4.3. Governance without government 8
4.4. Genese 8
5. Internationale Institutionen 9
5.1. Organisationen 9
5.2. Regime 10
5.3. Netzwerke 11
6. Resümee 12
7. Literaturangabe 14
II
1. Einleitung
Die Frage „Wer regiert jenseits des Nationalstaates?“ ist nicht durch eine einfache Nennung der entsprechenden Akteure zu beantworten. Vielmehr steht diese Frage in einem engen Zusammenhang mit dem Thema der Sitzung - Wandel von Staatlichkeit: Internationalisierung des Staates und Mehrebenenpolitik. Zu diesem Themenkomplex besteht mittlerweile eine Fülle an Literatur, die zum überwiegenden Teil seit den 90`er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstand (Jachtenfuchs 2003:495). Bei der Beschäftigung mit diesem Thema stellte sich uns als erstes die Frage, wie eine mögliche Definition von Regieren lautet, oder besser: Welche möglichen Formen eines Regierens jenseits des Nationalstaates bestehen? Eine weitere Frage bestand darin, welche theoretischen Grundpositionen in den Internationalen Beziehungen zu diesem Thema maßgeblich sind. Bei der Beantwortung dieser Frage zeigte sich, dass dies zwei, aus der Regimetheorie entstandene, Strömungen sind. Zum einen die Kooperationstheorie und zum anderen die Governance-Theorie. Letztere ist wiederum entscheidend für die Frage nach den möglichen Regierungsformen jenseits des Nationalstaates.
Weitere Fragen die sich während der Bearbeitung des Themas stellten, waren: Welche Akteure sind es, die jenseits des Nationalstaates regieren? Warum kommt es zu einer Entstehung von Internationalen Institutionen und sind diese in der Lage jenseits des Nationalstaates zu regieren? Der nächste Punkt dieser Arbeit beschäftigt sich zunächst mit einer möglichen Begriffsdefinition des Regierens. Diesem folgt in Punkt drei eine Gegenüberstellung der zwei konkurrierenden theoretischen Strömungen, die sich mit dem Regieren jenseits des Nationalstaates befassen. Punkt vier erläutert eingehend die Formen des Regierens, bevor sich Punkt fünf mit der Frage nach den Akteuren auseinandersetzt. In Punkt sechs erfolgt schließlich zum Schluss der Arbeit das Resümee.
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2. Der Begriff des Regierens
Der Begriff des Regierens ist in der Wissenschaft nicht eindeutig definiert. Bereits auf der Ebene des Nationalstaates existieren verschiedene Definitionen. Eine wesentliche Unterscheidung besteht hier zwischen der angelsächsischen Literatur und der deutschen Rechtswissenschaft. Für letztere ist entscheidend, dass die Tätigkeit des Regierens alleine dem Staat mit Hilfe der Rechtssetzung vorbehalten bleibt (Zürn 1998: 12) und der Begriff eng verbunden mit der Existenz von Regierung und Staat ist (Kohler-Koch 1993:113). Die angelsächsische Literatur hingegen unterscheidet bei dem Begriff des Regierens zwischen „governance“, d.h. einer zielgerichteten Regelung von Gesellschaftsprozessen und „government,“ den von oben klassisch agierenden Staat.
Diese grundsätzliche Unterscheidung aufgreifend definiert Zürn den Begriff des Regierens als die „zielgerichtete Regelung gesellschaftlicher Beziehungen und der ihnen zugrundeliegenden Konflikte mittels verlässlicher und dauerhafter Maßnahmen und Institutionen statt durch unvermittelte Macht- und Gewaltanwendung.“ 1 Demzufolge ist eine auf ein Ziel ausgerichtete Regelung von Gesellschaftsprozessen auch ohne den von oben agierenden Staat denkbar (Zürn 1998:12) und erlaubt eine Übertragung auf Gesellschaften deren Merkmal eine nicht-staatliche, bzw. nichthierarchische Verfasstheit ist (Kohler-Koch 1993:114). Aus dieser Definition heraus ergeben sich drei mögliche Formen des Regierens: 1. governance by government 2. governance with government und 3. governance without government (Zürn 1998:169ff.). Bevor eine nähere Erklärung dieser drei Regierungsformen erfolgt, erläutern wir im nächsten Punkt zwei theoretische Positionen der internationalen Beziehungen. Dies wäre zum einen die Kooperationstheorie und zum anderen die Governance-Theorie.
1 Zürn, Michael 1998: Regieren jenseits des Nationalstaates, S. 12
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3. Regierens jenseits des Nationalstaates - Zwei theoretische Grundpositionen
Die Kooperationstheorie und die Governance-Theorie entwickelten sich, bezüglich ihres Forschungsinteresses unterscheidbar, aus der Regimetheorie.
Die kooperationstheoretische Sichtweise untersucht eine mögliche internationale Zusammenarbeit unter den strukturellen Bedingungen des anarchischen Systems, während hingegen die Governance-Theorie mehr an dem Problem der politischen Steuerung im internationalen System interessiert ist (Jachtenfuchs 2003:497f.). Die Governance-Theorie entwickelte sich in den vergangenen zehn Jahren stark und umfasst das Regieren innerhalb eines Staates wie auch das im internationalen System (Jachtenfuchs 2003:495).
3.1 Kooperationstheorie
Ausgehend von dem Modell des anarchischen internationalen Systems bedingt die staatliche Souveränität Anarchie als ordnendes Prinzip, d.h. Staaten sind gleiche unter gleichen (Kohler-Koch 1993:118). Interdependenz und Globalisierung rufen keine entscheidende Veränderung des bestehenden internationalen Systems in diesem Modell hervor. Aufgrund der weltweit zunehmenden Vernetzung sind Staaten nur noch begrenzt dazu in der Lage, ihre vielfältigen Aufgaben zu erfüllen. Diese Voraussetzung ist ursächlich für die Kooperation mit anderen Staaten, denn durch sie erhoffen sich die Akteure eine Verbesserung ihrer Problemlösungsfähigkeit aus innenpolitischer Sicht. Diese Fähigkeit sichert die Legitimität eines Staates und somit auch das politische überleben (Jachtenfuchs 2003:498). Schließen sich Staaten in politischen Bündnissen, bzw. internationalen Organisationen zusammen, „um ihren Bürgern Sicherheit, Freiheit und Wohlfahrt bieten zu können, so werden diese lediglich als zwischenstaatliche Zweckverbände betrachtet, deren Existenz ausschließlich vom Interessenkalkül der
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Arbeit zitieren:
Thomas Zimmermann, 2004, Wandel von Staatlichkeit: Internationalisierung des Staates & Mehrebenenpolitik. Wer regiert jenseits des Nationalstaates?, München, GRIN Verlag GmbH
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