Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Didaktik - Germanistik

Geschlechtsdifferenzierende Leseförderung. Bedingungen - Voraussetzungen - Dimensionen

Titel: Geschlechtsdifferenzierende Leseförderung. Bedingungen - Voraussetzungen - Dimensionen

Seminararbeit , 2003 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christian Apfelbacher (Autor:in)

Didaktik - Germanistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn man Dimensionen geschlechtsspezifischer Leseförderung eruieren will, so ist
meines Erachtens in zwei Richtungen zu fragen. Einerseits ist eine genaue Kenntnis der
Genese von Leseverhalten bei Mädchen und Jungen nötig. Die Entwicklung von
Leseverhaltensmustern zu beleuchten ist Sache der Lesesozialisations- und
Lektürebiografieforschung. Darüber hinaus muss jede Konzeption von Leseförderung
notwendig einen bestimmten Begriff von Lesekompetenz zu Grunde legen, weil die
Lesekompetenz den Zielhorizont von Leseförderung markiert. In der vorliegenden
Seminararbeit möchte ich deshalb nach der Darstellung empirischer Ergebnisse zu
Unterschieden im Leseverhalten der Geschlechter (Kapitel 2) zunächst mit der
Darstellung geschlechtsspezifischer Lesesozialisationsverläufe (Kapitel 3) Bedingungen
und mit der Diskussion des Lesekompetenzbegriffs (Kapitel 4) Voraussetzungen
geschlechtsdifferenzierender Leseförderung deutlich machen. Aus dem Spannungsfeld
von Lesesozialisationsstruktur und Lesekompetenzkonstrukt lassen sich dann
Dimensionen geschlechtsdifferenzierender Leseförderung ableiten, die in Kapitel 5
angesprochen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Problemaufriss

2 Unterschiede im Leseverhalten der Geschlechter

2.1 Die Studien der Bertelsmann Stiftung

2.2 Geschlechtsspezifische Leseunterschiede in der PISA-Studie

2.3 Zusammenfassung der Unterschiede

3 Lesesozialisation

3.1 Der Begriff der Lesesozialisation und der literararischen Sozialisation

3.2 Lektürebiografien

3.3 Die psychoanalytische Perspektive: Lesen als Austragungsort der Pubertät

3.4 Die Rolle der Familie als Instanz der Lesesozialisation

4 Lesekompetenz

5 Dimensionen geschlechtsdifferenzierender Leseförderung

6 Schlussbemerkung: Offene Fragen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen, Voraussetzungen und Dimensionen einer geschlechtsdifferenzierenden Leseförderung, um bestehenden Unterschieden im Leseverhalten und in der Lesekompetenz von Mädchen und Jungen entgegenzuwirken. Dabei wird analysiert, wie Lesesozialisationsprozesse, motivationale Faktoren und die Einbindung in mediale Kontexte gestaltet werden müssen, um eine umfassende Förderung für beide Geschlechter zu ermöglichen.

  • Analyse empirischer Ergebnisse zum geschlechtsspezifischen Leseverhalten (u.a. PISA-Studie).
  • Untersuchung der Bedeutung von Lesesozialisation und Lektürebiografien.
  • Diskussion psychoanalytischer Aspekte und der Rolle der Familie bei der Lesesozialisation.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Lesekompetenz und deren Erweiterung.
  • Ableitung konkreter Dimensionen für eine geschlechtsdifferenzierende Leseförderpraxis.

Auszug aus dem Buch

Die psychoanalytische Perspektive: Lesen als Austragungsort der Pubertät

Wie kann diese unterschiedliche Art der Transformation von Leseinteresse bei Mädchen und Jungen erklärt werden? Christine Garbe sieht das Lesen als „Austragungsort der Pubertät“ (Garbe 1996, 96) und den Umgang mit Fiktionen als „Terrain der Überwindung der eigenen Kindheit“ (ebd.). Sie spricht in diesem Kontext bei Jungen von einer Trennung von Realitätsbezug und Fiktion, bei Mädchen dagegen von einer Integration. Im Laufe der weiblichen Pubertät werde „die literarische Fiktion (...) als Modus der Welterfahrung zum integralen Bestandteil der eigenen Selbstverständigung“ (Garbe 1996, 94). Bei jungen Männern sei dagegen eine Abwertung des Fiktiven als irreal oder unrealistisch zu beobachten. Für Jungen sei, so Garbe, in ihrer Reifung zum Mann offenbar die „Rolle des Entmystifizierers“ (Garbe 1996, 95) wichtig, die sie auch im Entlarven fiktionaler Literatur als unrealistisch erleben. Psychologisch kann diese Abwehrhaltung gegen Fiktionales als Abgrenzung insbesondere von der Mutter betrachtet werden. Dies hängt damit zusammen, dass die familiäre Lesesozialisation in den meisten Fällen über die Mütter läuft: „Literatur ist tendenziell mütterlich codiert.“ (ebd.). Lesen und Schreiben wird daher „als eine weiblich konnotierte kulturelle Praxis erlebt.“ (Garbe 2003, 23)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Problemaufriss: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Genese des Leseverhaltens sowie den Lesekompetenzbegriff zu beleuchten, um daraus Dimensionen für eine geschlechtsdifferenzierende Leseförderung abzuleiten.

2 Unterschiede im Leseverhalten der Geschlechter: Dieses Kapitel stellt empirische Ergebnisse dar, die signifikante Unterschiede in Leseinteresse, Lesefreude und Leseleistung zwischen Jungen und Mädchen belegen.

3 Lesesozialisation: Hier werden die Grundlagen der Lesesozialisation, der Einfluss von Lektürebiografien, die psychoanalytische Perspektive auf die Pubertät sowie die zentrale Rolle der Familie erörtert.

4 Lesekompetenz: Das Kapitel diskutiert verschiedene Lesekompetenzkonstrukte, insbesondere den kognitionspsychologischen Ansatz der PISA-Studie im Kontrast zu einem erweiterten, deutschdidaktischen Verständnis.

5 Dimensionen geschlechtsdifferenzierender Leseförderung: Es werden konkrete Ansatzpunkte wie die Fokussierung auf Lesemotivation, Medienverbund und die Öffnung der Schule für eine differenzierte Leseförderung entwickelt.

6 Schlussbemerkung: Offene Fragen: Die Schlussbemerkung reflektiert die Plausibilität der diskutierten Theorien und weist auf weiterführenden Forschungsbedarf hin.

Schlüsselwörter

Leseförderung, Geschlechtsdifferenz, Lesesozialisation, PISA-Studie, Lesekompetenz, Lesemotivation, Lektürebiografien, Leseverhalten, Mediensozialisation, Männlichkeit, Weiblichkeit, Deutschunterricht, literarische Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Leseverhalten von Kindern und Jugendlichen und leitet daraus notwendige Ansätze für eine differenzierte Leseförderung im Deutschunterricht ab.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die empirischen Belege für unterschiedliche Lesegewohnheiten, die Mechanismen der Lesesozialisation, der Einfluss von Medien auf die Identitätsbildung sowie die didaktische Konzeption von Lesekompetenz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, aus dem Spannungsfeld von Lesesozialisationsstruktur und Lesekompetenzkonstrukt Dimensionen abzuleiten, die Mädchen und Jungen gleichermaßen beim Erwerb umfassender Lesekompetenzen unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachwissenschaftlicher und empirischer Literatur, insbesondere der Lesesozialisationsforschung, Studien wie PISA sowie psychoanalytischen Ansätzen zur Identitätsentwicklung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die empirische Bestandsaufnahme, die theoretischen Grundlagen der Lesesozialisation, die kritische Diskussion des Lesekompetenzbegriffs und die Entwicklung von Förderdimensionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Leseförderung, Geschlechtsdifferenz, Lesesozialisation, Lesekompetenz, Lesemotivation und Mediensozialisation.

Warum wird Lesen bei Jungen oft als weiblich konnotierte Praxis erlebt?

Da die familiäre Lesesozialisation in den meisten Fällen über die Mutter läuft, wird Literatur als „mütterlich codiert“ wahrgenommen. Jungen grenzen sich im Zuge ihrer Identitätsentwicklung oft von diesem Mütterlichen ab und lehnen daher fiktionale Literatur als unrealistisch ab.

Welche Rolle spielen Bildschirmmedien für Jungen laut der Arbeit?

Bildschirmmedien wie Computer- und Videospiele bieten Jungen oft ein adäquates Medium zur Ausübung von Kontrolle und Macht, was ihrem Abgrenzungsinteresse entgegenkommt und sie stärker anspricht als fiktionale Lektüre.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Geschlechtsdifferenzierende Leseförderung. Bedingungen - Voraussetzungen - Dimensionen
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Deutsche Philologie)
Note
1,0
Autor
Christian Apfelbacher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V23787
ISBN (eBook)
9783638268356
ISBN (Buch)
9783656644392
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschlechtsdifferenzierende Leseförderung Bedingungen Voraussetzungen Dimensionen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Apfelbacher (Autor:in), 2003, Geschlechtsdifferenzierende Leseförderung. Bedingungen - Voraussetzungen - Dimensionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23787
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  19  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum