Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 1
2. Visuelle Medien im Englischunterricht 2
2.1 Phasen des Medieneinsatzes im Englischunterricht 2
2.2 Verschiedene Medienarten 2
2.3 Didaktische Funktionen des Bildes 3
2.4 Tafel und Overheadprojektor: Spezifische Vor- und Nachteile 4
2.5 Arbeitstechniken mit dem Overheadprojektor 5
2.6 Grundregeln und häufige Fehler beim Tafelzeichnen 6
3. Das Einführen neuer Vokabeln mit dem Overheadprojektor 7
4. Persönliche Evaluation 9
5. Bibliographie 10
1. Einleitung
Während vor noch nicht allzu langer Zeit der Englischunterricht hauptsächlich durch die Lehrersprache und das Lehrbuch bestritten wurde, gehört heute der Einsatz visueller Medien zum festen Repertoire eines modernen Englischlehrers. Das bedeutet einmal ein Zugeständnis an die lernpsychologische Erkenntnis, daß die meisten Schüler durch die Verbindung von Hören und Sehen eine echte Lernverstärkung erfahren, zum anderen beinhalten visuelle Medien zugleich eine große Motivationskraft zur sprachlichen Äußerung. (Macht / Schloßbauer 1975: 67)
Was die Fachdidaktiker Macht / Schlossbauer bereits 1975 postulierten, ist heute immer noch maßgebend: Visuelle Medien sind auch nach 30 Jahren wichtiger und fester Bestandteil eines erfolgreichen Englischunterrichts. Die Autoren stellen vor allem zwei Funktionen visueller Medien heraus: Die lernverstärkende Wirkung der Kombination Hören und Sehen sowie die Motivationskraft, welche von Bildern ausgeht. Wie wir später sehen werden, gibt es aber noch einige weitere wichtige Gründe für den Einsatz visueller Medien.
Diese Arbeit ist in drei Hauptteile untergliedert. Der erste Teil beinhaltet eine detaillierte schriftliche Zusammenfassung des Referates „Visual Media in the Classroom“ vom 2. Februar 2004. Nach einer Synopse der verschiedenen Phasen des Medieneinsatzes in der Geschichte des Englischunterrichts wird ein kurzer Abriss über die verschiedenen Arten von Medien gegeben. Danach werden weitere didaktische Funktionen von Bildern aufgezeigt. Detailliert werden die beiden wichtigsten visuellen Medien, die Tafel und der Overheadprojektor (OHP), beleuchtet. Beide Medien haben ihre Vor- und Nachteile, sowie verschiedene Arbeitstechniken und Einsatzbereiche. Diese werde ich in Kurzform darstellen. Im zweiten Teil der Arbeit möchte ich die Grundlagen aus Teil eins auf ein praktisches Problem des Englischunterrichts anwenden. Hierzu soll an einem Beispiel eine der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des OHP, das Einführen neuer Vokabeln zu einem Text, sowie einige Arbeitstechniken mit dem OHP vorgeführt werden. Im letzten Teil werde ich meine eigene Position nach dem Besuch des Einführungskurses darlegen und eine Bewertung des Kurses aufstellen. Weiterhin werde ich darauf eingehen, in wieweit meine Sicht durch das Seminar verändert beziehungsweise erweitert worden ist.
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2. Visuelle Medien im Englischunterricht
2.1 Phasen des Medieneinsatzes im Englischunterricht
Wenn man die Geschichte der Fachdidaktik Englisch betrachtet, lassen sich im wesentlichen drei Phasen des Medieneinsatzes feststellen.
In der ersten Periode, die bis etwa Mitte / Ende der 1960er Jahre geht, kamen unterschiedliche Medien nur sehr sporadisch zum Einsatz. Aus diesem Grund könnte man sie deshalb schlagwortartig als Phase des optionalen Medieneinsatzes bezeichnen. Die Person des Lehrerenden sowie die Wandtafel waren die bestimmenden Elemente dieser Zeit. Zusätzlich kamen in seltenen Fällen, je nach Ausstattung der Schulen, Schallplattenspieler sowie später auch Tonbandgeräte zum Einsatz. Beide Medien waren aber nicht elementarer Bestandteil des Unterrichts, sondern mehr oder weniger ein zusätzlicher Bonus. In der nächsten Phase, die etwa Ende der 1960er Jahre beginnt, wurden unterschiedliche Medien bereits als wichtiger Teil in die Unterrichtsplanung mit einbezogen. Seit dieser Periode des „multimedia approach“ produzieren die Verlage Lehrwerke in Koordination mit Schallplatten / Kassetten / CDs, OHP-Folien, Wandbildern sowie Übungsbändern. In neuester Zeit, seit den 1990er Jahren, beschäftigen sich Fachdidaktiker vor allem mit dem prozessorientierten Einsatz von Unterrichtsmedien. Hauptziel des prozessorientierten Einsatzes ist es, weg von den traditionellen, didaktisch aufbereiteten Unterrichtsmaterialien und dafür hin zu authentischen, anspruchsvollen Inhalten zu gelangen. Der Inhalt wird für besonders wichtig erachtet. Themen können zum Beispiel anspruchsvolle Literatur oder sonstige authentische Texte, aber auch moderne Kunst oder Musik sein.
2.2 Verschiedene Medienarten
Medien lassen sich in auditive, visuelle, audiovisuelle und neue Medien unterscheiden. Da sich diese Arbeit mit visuellen Medien beschäftigt, werde ich auf die anderen Arten von Medien nur kurz eingehen.
Die wichtigsten auditiven Medien im Unterricht sind Kassetten/CDs (früher: Schallplatten, Tonbänder) und das Sprachlabor. Zu den Vorteilen von auditiven Medien gehört, dass das Material von einem Muttersprachler besprochen wurde. So hören die Schüler neben der Stimme des Lehrers (und der Stimmen der Schüler selbst) auch andere Sprecher, mit denen
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sie ihre eigene Aussprache vergleichen können. Weiterhin ist es möglich, die Texte zu wiederholen, was das Lernen wesentlich erleichtert. Bei CDs/Kassetten besteht gegenüber dem Sprachlabor allerdings ein strukturelles Problem: Es spricht immer nur ein Schüler. So wird es für die anderen Schüler schnell langweilig. Auch das Sprechen im Chor ist für das Lernen nicht ideal. (vgl. Macht/Schloßbauer 1975: 41) Auch besteht unter Umständen eine gewisse Sprachhemmung, da ein einzelner Schüler vor der ganzen Klasse vorsprechen muss. Diese Probleme bestehen beim Sprachlabor nicht, dafür ist dessen Anschaffungspreis sehr hoch und kann nur von wenigen Schulen bezahlt werden. Allen auditiven Medien ist gemeinsam, dass normalerweise keine wirkliche Kommunikationssituation besteht, sondern eher ein Nachsprechen. Trotzdem liefern diese manipulativen Übungen „erst das Rüstzeug für kommunikative Tätigkeit“ (Macht/Schloßbauer 1975: 42) und sind deshalb besonders zu Beginn des Englischunterrichts von besonderer Wichtigkeit.
Zu den audiovisuellen Medien gehören neben dem (Schul-)fernsehen noch das Video und die DVD. Neue Medien sind Computer mit entsprechenden Lernprogrammen sowie das Internet.
2.3 Didaktische Funktionen des Bildes
Neben den eingangs geschilderten Funktionen Motivationssteigerung sowie Lernverbesserung (s. S. 1) gibt es noch einige weitere Gründe, visuelle Medien im Englischunterricht einzusetzen. Kessling/Mac Devitt (1986: 3-4) führen hierzu auf:
a) Der Inhalt von Bildern wird auf einen Blick erfaßt und in die eigene Erfahrungswelt integriert.
b) Bilder lösen Assoziationen aus, die offener sind als die durch Sprache hervorgerufenen.
c) Mit Hilfe von Bildern lassen sich schnell und ohne Verstehensschwierigkeiten einzeln, in Partner- oder Gruppenarbeit Sinn herstellen, narrative Entwürfe fertigen und Gedankenskizzen erläuternd oder schildernd mitteilen.
d) Bilder lösen bei jedem Betrachter und jeder Betrachterin subjektiv gültige Interpretationen aus. So entstehen in einer Lerngruppe Interpretationsmöglichkeiten, die gerade durch ihre Unterschiedlichkeit für einen Meinungsaustausch interessant sind.
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Hinzufügen lässt sich noch, dass der Einsatz visueller Medien dem Lehrer das Verbleiben in der Zielsprache wesentlich erleichtert. Durch den Einsatz von Bildern lässt sich ein Übersetzen von Vokabeln oft vermeiden und der Grundsatz der Monolingualität bleibt gewahrt. Weiterhin eignen sich visuelle Medien neben audiovisuellen Medien besonders gut für den Bereich Landeskunde. Ebenso kann durch einen solchen Mediensatz eine wirklichkeitsnahe Situation geschaffen werden.
2.4 Tafel und Overheadprojektor: Spezifische Vor- und Nachteile
Die Tafel ist traditionell das visuelle Medium im Unterricht schlechthin. Aus verschiedenen Gründen bleibt die Tafel aus meiner Sicht das wichtigste Medium überhaupt in der Schule. Jeder Raum in der Schule ist mit einer Tafel ausgestattet. Dieser Umstand gibt der Tafel im Vergleich zu anderen visuellen Medien einen entscheidenden Vorteil: Sie ist da, wenn man sie braucht. An der Tafel kann der Lehrer besonders flexibel auf eine Vielzahl von Situationen im Unterricht reagieren und Sachverhalte veranschaulichen, festhalten, etc. Jeder Lehrer kann seinen eigenen individuellen Stil an die Tafel bringen. Das Zeichnen an der Tafel bei gleichzeitigem Erklären trägt besonders zur Verbesserung des Lernens bei, da dem Schüler ein visueller und ein auditiver Input gegeben wird. Weiterhin ist die Tafel ein „focus of interest“. Wenn der Lehrer an der Tafel etwas erklärt, gibt es für die Schüler keine ablenkenden Nebenimpulse, wie das etwa bei einem Lehrbuch durch weitere Bilder der Fall wäre. Die Dinge an der Tafel entstehen nacheinander. Dies gibt den Schülern Zeit, den Sachverhalt zu überdenken und gegebenenfalls das Tafelbild in ihr Heft zu übertragen. Dieser Punkt wird oft bei anderen Medien (etwa häufiger Einsatz von OHP-Folien, PowerPoint-Vorträge) vernachlässigt. Schließlich kann die Tafel als Sprechanreiz dienen, indem der Lehrer auf bestimmte Teile der Tafel zeigt oder die Schüler auffordert, Überschriften zu finden.
Doch lassen sich bei all diesen Vorteilen auch einige Nachteile beim Tafeleinsatz ausmachen. Besonders für Lehrer ist zu beachten, dass man die an der Tafel zusammengetragenen Ergebnisse nicht aufbewahren kann. Spätestens in der nächsten Stunde werden sie abgewischt, da der Platz für ein anderes Fach benötigt wird. Wie bei allen Medien wirkt sich ein einseitiger Einsatz der Tafel negativ auf die Motivation und Disziplin der Klasse aus. An der Tafel kommt erschwerend noch hinzu, dass der Lehrer mit dem Rücken zur Klasse steht. Dies kann sich negativ auf die Disziplin der Schüler auswirken. Manche Lehrer behaupten, sie
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wären nicht talentiert genug für das Ausschöpfen aller Möglichkeiten der Tafel. Stimmt allerdings nur bedingt, da meiner Ansicht nach (fast) jeder unter Befolgung einiger Grundregeln Bilder an die Tafel bringen kann.
Für den Overheadprojektor gelten bei richtigem Einsatz alle für die Tafel genannten Vorteile ebenfalls, außer das Kriterium der Verfügbarkeit. Nicht jeder Raum hat einen OHP, die wenigen Geräte müssen unter vielen Kollegen aufgeteilt werden, was zu Problemen führen kann. Ebenso gilt auch für den OHP, dass ein zu häufiger Einsatz nicht empfehlenswert ist, da er sich negativ auf die Motivation auswirkt. Wer viele Folien pro Unterrichtseinheit benutzt, hat zwar Unterrichtszeit gespart, es ist aber noch lange nicht gesagt, dass die Schüler die Inhalte auch alle verstanden haben.
Gegenüber der Tafel hat der OHP noch einige weitere Vorteile. Bestimmte OHP-Folien können zu Hause angefertigt werden. Auf diese Weise lässt sich bei geeignetem Einsatz Unterrichtszeit sparen und das mühsame, zeitraubende Zeichnen in der Klasse entfällt. Auch kann man Zuhause vielfältige Quellen zur Anfertigung einer Folie einsetzen: Z.B. das Internet, Bücher oder Kopien. Ein weiterer Vorteil des OHP ist, dass man die Ergebnisse archivieren und wiederverwenden kann. Durch die Benutzung von Overlay-Folien bleibt die Grundfolie unversehrt und die Lehrkraft spart beim nächsten Mal viel Vorbereitungszeit. Wenn gewünscht, können außerdem von der Folie Kopien für die Schüler erstellt werden. Beim OHP-Einsatz in der Klasse schaut der Lehrer die Schüler an und dreht ihnen nicht wie an der Tafel den Rücken zu.
2.5 Arbeitstechniken mit dem Overheadprojektor
Durch die Anwendung verschiedener Arbeitstechniken lässt sich der OHP-Einsatz optimieren. An dieser Stelle sollen die wichtigsten dieser Techniken kurz erläutert werden. Das Einschalten des Gerätes kann die Aufmerksamkeit der Schüler wirksam auf das Transparent lenken. Mit einem Stift kann man auf einen bestimmten Teil der Folie zeigen, was den Schülern die Orientierung erleichtert. Damit das Interesse erhalten bleibt, sollte die Projektion nicht zu lange andauern. Ebenso kann das Abschalten des Gerätes einen positiven Effekt auf die Aufmerksamkeit haben, wenn gleichzeitig ein neuer Impuls gegeben wird. Besonders häufig wenden Lehrkräfte die so genannte Abdecktechnik an. Hierbei ist nur ein Teil der Folie für die Lerner sichtbar, der Rest der Folie ist mit einem Blatt Papier o.ä. abgedeckt. Dadurch wird die Aufmerksamkeit der Schüler auf den Teil der Folie gelenkt, der
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gerade besprochen wird. Ein Zuviel an Informationen / Reizen kann so wirksam vermieden werden. Hilfreich für den Lehrer ist es ein dünnes Blatt zum Abdecken zu verwenden, da er auf diese Weise den abgedeckten Teil durch das von unten angestrahlte Blatt hindurch noch erkennen kann.
Wenn man eine Folie wiederverwenden möchte, eignet sich besonders das Overlay-Verfahren. Hierzu wird auf die Grundfolie eine weitere leere Folie aufgelegt, auf welche dann Zusätze oder Erläuterungen geschrieben werden. Ebenso kann man bestimmte Teile/Wörter unterstreichen, markieren oder umranden, um die Aufmerksamkeit auf sie zu lenken oder ihre Wichtigkeit hervorzuheben. So bleibt die Grundfolie unversehrt und kann gegebenenfalls nochmals verwendet werden.
Schließlich hat sich bei der Arbeit mit dem OHP die Figurinen-Technik als sehr nützlich erwiesen. Statt eines Bildes des Gegenstandes wird ein schattenhafter Umriss aufgelegt, so dass nur die wesentlichen Merkmale des Gegenstandes erkennbar sind. Auf diese Weise wird eine Ablenkung der Schüler, wie sie etwa bei einem detaillierten Bild durch dessen nicht so zentrale Teile möglich ist, vermieden.
2.6 Grundregeln und häufige Fehler beim Tafelzeichnen
Einige Lehrer behaupten, sie hätten kein Talent zum (Tafel-)Zeichnen. Doch mit einigen Grundregeln und dem Wissen um häufige Fehlerquellen ist das Tafelzeichnen für jedermann zu meistern.
Zu allererst sollte sich der Zeichner im Klaren darüber sein, was genau an die Tafel gebracht werden soll. Wer gleich nach dem ersten Strich wieder absetzt und ihn dann abwischt, wird von der Klasse als unsicher wahrgenommen. Deshalb ist es ratsam, die Zeichnung mit einem gewissen Schwung zu zeichnen, ohne abzusetzen oder zu zögern. Durch einen breiten Strich fällt das Tafelzeichnen wesentlich leichter und die Zeichnung ist auch in der letzten Reihe noch gut erkennbar. Ein detailliertes Bild ist an der Tafel oft unnötig und vergeudet wertvolle Unterrichtszeit. Da der Tafelzeichner von der Klasse abgewandt steht, sollte es vermieden werden lange am Bild zu zeichnen. Ein Haus ist auch ohne Rauch aus dem Schornstein und Gardinen an den Fenstern als Haus zu erkennen. Wenn Details wichtig werden, kann man getrost auf andere visuelle Medien zurückgreifen.
Bei komplizierteren Zeichnungen, wie zum Beispiel einer Karte von Großbritannien, ist es leichter mit einem schematisierten Umriss zu beginnen. Ausgehend davon können die
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Arbeit zitieren:
Martin Lehmannn, 2004, Der Einsatz von visuellen Medien im Unterricht - Geschichte des Medieneinsatzes in der Schule, sowie Gründe und Anwendungsbereiche, München, GRIN Verlag GmbH
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