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Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Feministische Theologie. 4
2. Das Jeremiabuch in feministischer Auslegung. 6
2.1 Jeremia. 6
2.2 Weiblichkeitsmetaphorik. 7
2.3 Frauenwirklichkeit. 10
3. Schlussbetrachtung. 12
Literaturverzeichnis 14
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Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit Feministischer Theologie und ihrer Auslegung am Be ispiel des Jeremiabuches.
Die Arbeit ist aufgeteilt in 2 Hauptkomplexe.
Der erste Teil befasst sich mit der Feministischen Theologie. Hier werden deren Aufgaben und Ziele sowie ihre Entstehung kurz erläutert. Bei der Entstehungsgeschichte wurde von einer Differenzierung zwischen BRD und DDR abgesehen, außerdem ist kein Vergleich zu anderen Ländern vorhanden. Der zweite Teil bildet nach einem kurzen Überblick über das Leben Jeremias mit einer Darstellung der Weiblichkeitsmetaphorik und Frauenwirklichkeit im Jeremiabuch den Schwerpunkt. Unter diesen beiden Aspekten werden einzelne Verse des Jeremiabuches chronologisch angeführt und erläutert.
Vergleiche von Frauen in den Wehen mit dem Schicksal der Völker werden nicht berücksichtigt.
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1. Feministische Theologie
Die Texte der Bibel sind über einen Zeitraum von knapp einem Jahrtausend hinweg entstanden. Es lagen zwar jeweils unterschiedliche historische, kulturelle und politische Situationen vor, dennoch ist allen eines gemeinsam: Die Gesellscha ften, in denen diese Texte entstanden sind, waren patriarchalisch geprägt. Auch die Weiterüberlieferung der Texte geschah hauptsächlich durch Männer, sie entschieden, welche Texte in den Kanon der Heiligen Schrift aufgenommen wurden und welche nicht. Zudem sind es bis heute vor allem Männer, die in Kirche und Universitäten die Übersetzung und Auslegung der Texte vornehmen.
Feministische Theologie setzt sich zum Ziel, Theologie anders zu sehen und zu betreiben. Die Erfahrungen und die Religiosität von Frauen, die vorher außer Acht gelassen wurden, sollen nun transparent gemacht werden und Einfluss bekommen. Dazu gehört biblische Spurensuche, d.h. die Suche nach Frauen in der Bibel, die theologisch gearbeitet haben oder auch einfach nur in Erzählungen vorkommen. Die Absicht feministischer Theologie ist es nicht, eine exklusive Theologie von Frauen für Frauen zu sein, sondern sie strebt die Gleichheit zwischen den Geschlechtern an und will aufmerksam machen auf das Patriarchat in Gesellschaft, Kirche und Zusammenleben und es schließlich überwinden.
Man kann nicht von „der“ feministischen Theologie sprechen, denn feministische Theologie versteht sich als ein ständig andauernder Prozess in Bewegung und nicht als ein abgeschlossenes Produkt.
Über die Herkunft und Entstehung der feministischen Theologie ist man sich nicht einig. Es gibt mehrere Entstehungskontexte, doch meist wird die Feministische Theologie im Zusammenhang mit der zweiten, also der „Neuen Frauenbewegung“ gesehen. Da die Frauen sowohl während des 2. Weltkrieges als auch in der unmittelbaren Nachkriegszeit das Überleben der Familie und der Gesellschaft sicherten, lag es nun nahe, dass die Frauen durch diese persönliche und auch kollektive Erfahrung
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nach 1945 weiterhin versuchten, die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zu beseitigen.
Mitte der 60er bis Mitte der 70er fand eine tiefgreifende Veränderung der in der BRD verankerten Werte statt. Die Überlebenswertorientierung und Zwangsaskese, die die vorhergehende Phase dominiert hatten, traten immer mehr in den Hintergrund. Es verschoben sich die Pflicht- und Akzeptanzwerte zugunsten von Selbstentfaltungswerten. Es kam zu einer Enttraditionalisierung der gesellschaftlichen Leitbilder.
Verantwortlich für diesen Wandel sind mehrere Faktoren.
Zum einen ist die Bildungsexpansion dafür verantwortlich. Sie setzte zwar schon in den 50er Jahren ein, der richtige Antrieb erfolgte dann allerdings doch erst im Zusammenhang mit den bildungspolitischen Debatten der 60er. In den frühen 60er Jahren wurden sodann zunehmend Universitäten und Abendschulen errichtet und es begannen fortan vermehrt Frauen zu studieren.
Daraus folgte, dass Frauen nun auch die Chance auf eine bessere Bildung hatten und es somit zu einer Verringerung der sozialen Ungleichheit zwischen Männern und Frauen kam.
Die Frauen wurden Teil der Studentenbewegung, aus der sich die „neue Frauenbewegung“ entwickelte. Mit „neu“ war gemeint, dass es im Unterschied zur „alten Frauenbewegung“ nicht bloß um Gleichberechtigung ging, sondern die Frauen vielmehr eine tiefgreifende Veränderung auf der Bewusstseinsebene und in den Verhaltensweisen anstrebten. Dorothee Sölle bezeichnete diese beiden Bewegungen mit jeweils unterschiedlichem Schwerpunkt als „das große Auch“ (Rechte) und „das große Anders“ (Kritik). 1
Die Arbeit in der Neuen Frauenbewegung war gekennzeichnet durch ihr Theorie-Praxis-Verständnis: Erfahrung von Unterdrückung und subjektive Betroffenheit bildeten den Ausgangspunkt, welcher in der Praxis verändert und verbessert werden soll.
1 Vgl. Frauenlexikon. Hrsg. von Anneliese Lissner, Rita Süssmuth, Karin Walter. Freiburg u.a.: Herder
1988 S.1101
Arbeit zitieren:
Annika Freise, 2003, Das Jeremiabuch in feministischer Auslegung, München, GRIN Verlag GmbH
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