Seite 3
1) Einleitung......................................................................................................... 3 2) Theoretische Grundlagen................................................................................. 3 3) Ansätze zur Erklärung der Entwicklung der transatlantischen Beziehungen.. 4
1. Strukturelle Erklärungsansätze ......................................................................... 5 2. Akteursbezogene Ansätze ................................................................................ 6 3. Orientierung der Öffentlichkeiten.................................................................... 8 4) Zustand der transatlantischen Beziehungen..................................................... 9 5) Prognosen und Handlungsempfehlungen ........................................................ 9
6) Fazit................................................................................................................ 10 7) Literatur .......................................................................................................... 11
1) Einleitung
Thema dieser Ausarbeitung ist die Frage nach dem Beitrag der Theorieschule des liberalen Internationalismus in den Internationalen B eziehungen zur Erklärung der Entwicklung der transatlantischen Beziehungen. Nach einer kurzen Erläuterung der theoretischen Grundlagen dieser Schule werden als Schwerpunkt dieser Ausarbeitung die wesentlichen Erklärungsansätze dargelegt. Danach interessiert die Frage, wie liberale Theoretiker der Internationalen Beziehungen den aktuellen Zustand sowie die zukünftige Entwicklung der transatlantischen Beziehungen einschätzen und welche Handlungsempfehlungen sie der Politik geben.
2) Theoretische Grundlagen
Der liberale Internationalismus ist eine stark normativ geprägte Schule der Internationalen Beziehungen, die an den grundlegenden Werten Freiheit, Selbstbestimmung, Wohlstand und Frieden orientiert ist. Grundlage dieser Theorieschule ist die Anna hme, dass Staaten nicht die wichtigsten - und überdies keine homogenen - Akteure in den internationalen Beziehungen sind. Der Fokus richtet sich vielmehr auf die in sozialen Gruppen organisierten Individuen, da das Außenverhalten der Staaten als von den innerstaatlichen Strukturen und gesellschaftlichen Interessen bestimmt angenommen wird. Daraus folgt eine Pluralität der Akteure im internationalen System, zu denen neben den Nationalstaaten Individuen, gesellschaftliche Gruppen, transnatio- nale Konzerne und internationa le Organisationen gerechnet werden. Das internatio-
Seite 4
nale System ist gekennzeichnet durch vielfältige Interdependenzen und Abhängigkeiten zwischen diesen Akteuren. Eine fundamentale liberale Grundannahme ist ferner der Grundsatz „war does not pay“, mit dem darauf hingewiesen wird, dass Akteure von Kooperation profitieren und die internationalen Beziehungen also als ein posit ives Summenspiel beschrieben werden können.
Die Zielperspektive des liberalen Internationalismus besteht in der Friedensgemeinschaft liberaler, demokratischer Staaten und Gesellschaften. Mittel zur Verwirklichung sind Multilateralismus, also institutionelle Verfestigung und rechtliche Absicherung dauerhafter Kooperation, Demokratisierung und (besonders ökonomische) Liberalisierung. (Vgl. hierzu Meyers 2000).
Dies verweist auf die Wurzeln des liberalen Internationalismus, die im 18. Jahrhundert liegen. Der republikanische Liberalismus basiert auf der Idee des demokratischen Friedens, der zufolge es zwischen Demokratien keinen Krieg gibt. Dies geht zurück auf Immanuel Kants Schrift „Vom Ewigen Frieden“ (1795). Daneben ist der liberale Internationalismus vor allem vom ökonomischen Liberalismus geprägt worden, der die friedensstiftende Wirkung marktwirtschaftlicher Systeme und des Frei-handels betont und auf die englischen Nationalökonomen Adam Smith, David Ricardo) zurückgeht.
In den letzten Jahren versuchte vor allem Andrew Moravcsik, die Ansätze des liberalen Internationalismus von normativen Orientierungen zu lösen und den Liberalismus als posit ive Theorie zur Analyse der internationalen Beziehungen zu entwickeln, worauf hier nicht weiter eingegangen werden kann. (Siehe dazu Moravcsik 1997 und Schieder 2003.)
3) Ansätze zur Erklärung der Entwicklung der transatlantischen Beziehungen
Liberale Erklärungsansätze nehmen zwei verschiedene Erklärungsebenen in den Blick: Zum einen gibt es strukturell argumentierende Ansätze, die Struktur und Wandel des internationalen Systems betonen, zum anderen akteursbezogene Erklärungsansätze, die auf innergesellscha ftliche Strukturen und insbesondere Akteurskonstellationen abzielen. Entsprechend der liberalen Prämisse des Primats der gesellschaftlichen Akteure dominieren dabei akteursbezogene Ansätze, die in strukturellen Faktoren lediglich die Rahmenbedingungen des Akteurshandelns gegeben sehen.
Seite 5
1. Strukturelle Erklärungsansätze
Die sich nach dem zweiten Weltkrieg entwickelnde bipolare Struktur des internationalen Systems wird als wesentliche Determinante der Entwicklung der transatlant ischen Beziehungen gesehen. Den Staaten in Westeuropa und den USA wird ein hohes Maß an gemeinsamen Werten und übereinstimmenden Interessen sowohl politisch als auch gesellschaftlich und ökonomisch zugeschrieben. Diese weitgehende Interessenkongruenz ließ enge Kooperation lohnenswert erscheinen und führte zu einer intensiven Institutionalisierung dieser Kooperation. Möglich wurde die Institutionalisierung diesen Ansätzen zufolge dadurch, dass die USA die Rolle des wohlmeinenden Hegemons einnahmen und ihre Ressourcen massiv für Gründung und Aufbau internationaler Organisationen und institutionellen Kooperationsformen einsetzten. Das zentrale Thema und zugleich das wichtigste, einigende gemeinsame Interesse war dabei der Schutz Europas. Somit bildete sich eine pluralistische Sicherheitsgeme inschaft heraus, die auf kollektiver Identität, stabiler und interdependenten Interaktionen der Gesellschaften und starker Institutionalisierung der Beziehungen beruht. (Vgl. Risse 2003: 6-10.)
Durch das Ende des Kalten Krieges kam es zu einem Umbruch des internationalen Systems, der auch die Änderung wichtiger Determinanten der transatlantischen Gemeinschaft bedeutete: Resultat dieses Umbruchs ist zum einen der deutlich erweiterte Handlungsspielraum der USA als einzig verbleibende militärische Supermacht, zum anderen die Verschiebung des Fokus vor allem der Wahrnehmung der USA auf neue, vorwiegend außereuropäische Bedrohungen. (Vgl. Moravcsik 2003: 77-76.) Neorealistischen Charakterisierungen des internationalen Systems als unipolar strukturiert stimmen liberale Theoretiker insoweit zu, als sie dies für die militärische Machtkomponente aufgrund der enormen militärischen Asymmetrie als richtig ansehen. Zugleich weisen sie aber darauf hin, dass das internationale System ökonomisch multipolar strukturiert ist und die EU als ökonomische und zivile Supermacht mit großen Kompetenzen im Handel, der Entwicklungshilfe und der Friedenssicherheit gelten könne. Zudem betonen sie, dass die Struktur des internationalen Systems nicht die wesentliche Determinante der Außenpolitik eines Staates ist: „Unipolarity as a structural condition of the international system does not tell us whether we live in a hegemonic or an imperial order“ (Risse 2003: 5), wobei der Unterschied zwischen beiden Verhaltensweisen darin zu sehen ist, dass hegemoniale Macht eine Weltord- nung mit Einbindung der schwächeren Staaten anstrebt und sich selbst an deren Re-
Arbeit zitieren:
Diplom-Politologe Florian Wanke, 2004, Perspektiven des liberalen Internationalismus, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Liberalismus in den Internationalen Beziehungen
Politik - Internationale Politik - Allgemeines und Theorien
Seminararbeit, 19 Seiten
Der georgisch-südossetische Konflikt: kleine Völker, große Mächte und ...
Politik - Internationale Politik - Region: Sonstige Staaten
Hausarbeit (Hauptseminar), 48 Seiten
Die Kompetenzen des Hohen Vertreters der Union für Außen- und Sicherhe...
Programm und Wirklichkeit
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Seminararbeit, 15 Seiten
Erzählzeit und erzählte Zeit in James Joyces "Ulysses"
Analyse der Kapitel "Aiol...
Seminararbeit, 20 Seiten
Politischer Liberalismus - Andrew Moravcsik auf dem Prüfstand
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 16 Seiten
Die Machtdelegation innerhalb der EU – eine Defiziterscheinung?
Inwiefern ist in diesem Zusamm...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Hausarbeit, 13 Seiten
Die konstruktivistische Perspektive der Weltpolitik
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Der Konstruktivismus - eine Denkschule in der Wissenschaft von den Int...
Politik - Internationale Politik - Allgemeines und Theorien
Seminararbeit, 16 Seiten
Der innere Monolog in Hermann Brochs Roman
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 21 Seiten
Die medinensischen Suren im Koran
Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft
Seminararbeit, 26 Seiten
Der Weg Spaniens zur Demokratie
Politik - Internationale Politik - Region: Westeuropa
Seminararbeit, 23 Seiten
Neo-Institutionalismus als Erklärungsansatz des Wandels von Organisati...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Die muslimische Frau - die gesellschaftliche Stellung und Rolle der F...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 19 Seiten
Die Organisation der Außen- und Sicherheitspolitik in Deutschland - En...
Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Kapital und Sozialisation nach Pierre Bourdieu
Eine Darstellung der Grundlage...
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hausarbeit, 23 Seiten
Florian Wanke hat den Text Perspektiven des liberalen Internationalismus veröffentlicht
Florian Wanke hat einen neuen Text hochgeladen
Europäische Integration und Globalisierung
Festschrift zum 60-jährigen Be...
Werner Meng, Georg Ress, Torsten Stein
Jahrbuch der Europäischen Integration 2009
David John Allen, Franz-Lothar Altmann, Heinz-Jürgen Axt, Esther Barbé, Florian Baumann, Peter Becker, Werner Weidenfeld, Wolfgang Wessels
Politische Theorien der Europäischen Integration
Ein Text- und Lehrbuch
Andreas Grimmel, Cord Jakobeit
0 Kommentare