Gliederung
1. Über die Autoren 01
2. Personenkreis 01
3. Möglichkeiten und Ziele dieser Förderdiagnostik 03
4. Die fünf Niveaustufen 03
5. Grundlagen des Diagnoseverfahren 03
6. Das Diagnoseverfahren nach Fröhlich und Haupt 05
6.1. Beziehung zwischen Mutter (Hauptbezugsperson) und dem Kind
6.2. Die Reaktion des Kindes auf Stimme und Sprache
6.3. Die lautlichen Äußerungen des Kindes
6.4. Die Reaktion des Kindes auf sensorische Angebote
6.5. Die Hände (Handbewegungen)
6.6. Bewegung des ganzen Körpers
6.7. Räumliches Erleben
6.8. Trinken und Essen
6.9. Umgang mit dem Kind
7. Durchführung 07
7.1. Zeitaufwand
7.2. Äußere Bedingungen
7.3. Elternmitarbeit
8. Auswertung 08
8.1. Fördervorschläge
9. Kritik zu diesem Diagnoseverfahren 09
10. Beschreibung meines Beobachtungskindes und
Fördervorschläge 09
11. Bibliographie 13
II
Förderdiagnostik mit schwerstbehinderten Kindern
„Eine praktische Anleitung zur pädagogisch-therapeutischen Einschätzung“
1. Über die Autoren
Prof. Dr. Andreas Fröhlich (Sonderpädagoge) und Prof. Dr. Ursula Haupt (Psychologin) haben mehrere Jahre gemeinsam einen „Schulversuch zur Förderung schwerstbehinderter Kinder“ in Rheinland-Pfalz durchgeführt. Darüber hinaus haben beide langjährige Berufserfahrungen an Schulen für Körper- und Schwerstbehinderte und außerdem gemeinsame Seminare zur Förderung schwerstbehinderter Menschen angeboten.
2. Personenkreis
Die Beschreibungen des Personenkreises von Menschen mit schwerster Behinderung gehen weit auseinander. Dies hat seine Ursache zum Teil darin, dass in unterschiedlichen Bereichen verschiedene Schwerpunkte gesetzt werden. So sind z.B. Ärzte, Psychiater, Therapeuten und Sonderpädagogen an diesen Menschen interessiert, betrachten sie aber jeweils von einem anderen Standpunkt aus und verfolgen verschiedene Interessen. Wir (angehende Sonderpädagogen) legen natürlich besonderes
Augenmerk auf den Umgang mit schwerstbehinderten Kindern in der Schule und b etrachten die Beschreibungen aus der Sonderpädagogik. FRÖHLICH/HAUPT beschreiben den Personenkreis folgendermaßen:
“Als schwerstbehindert werden körperbehinderte Kinder bezeichnet,
Es handelt sich also nicht um eine Behinderung, die einer klassischen Behinderung (z.B. körper-, geistig- oder sehbehindert, usw.) zugeordnet werden kann, sondern um „eine komplexe Beeinträchtigung des ganzen Menschen in allen seinen Erlebnis- und Ausdrucksmöglichke iten“ (FRÖLICH/HAUPT).
1
Beim nicht behinderten Kind regen diese Bereiche sich gegenseitig an, verbinden sich zu einem leistungsfähigen Ganzen. Auch beim „einfach“ behinderten Kind bestehen Möglichkeiten des Ausgleichs, der Kompensation. Schwerstbehinderte Kinder haben diese Ausgleichsmöglichkeiten nicht.
_________________________________________________
Abb. 1: Entwicklungsbereiche und ihre Vernetzungen aus (1)
Dies ist der Grund dafür, dass schwerstbehinderte Kinder meist auf frühen Stufen der Entwicklung stehen zu bleiben scheinen und daher in häufigen Fällen dadurch gekennzeichnet sind, dass sie das vergleichbare Entwicklungsniveau eines nicht behinderten Kindes von maximal einem Jahr erreichen. (siehe 4. „Die fünf Niveaustufen“)
Wichtig ist, dass hierbei der Begriff „schwerstbehindert“ eine Lebenssituation kennzeichnet, die sich durch Förderung durchaus noch ändern kann. Prognosen über die weitere Entwicklung sind also nur bedingt möglich.
Schwerste Behinderung bedeutet aber auch eine Behinderung für die Menschen, die dem Menschen mit der Beeinträchtigung begegnen: Die Begegnung wird erschwert, die „ungestörte“ Kommunikation ist nicht möglich. Es müssen neue Formen der Kommunikation gesucht werden, neue Wege gegangen werden. Das erfordert Mut und Geduld für beide Interaktionspartner.
Man kann die Gruppe der schwerstbehinderten Menschen nicht als homogene Gruppe betrachten, sondern jeder Mensch ist einzigartig und hat seine eigenen persönlichen Erfahrungen und Entwicklungen durchgemacht. Deshalb darf die Individualität des Menschen nie aus dem Blickfeld rücken, sondern es muss ständig darauf geachtet werden, was in seiner Situation unter seinen besonderen Umständen angebracht und entwicklungsfördernd ist. Die Aktionen und Reaktionen des
schwerstbehinderten Menschen müssen immer genau beobachtet und beachtet werden. Es ist also von primärer Bedeutung, ständig in Kommunikation mit seinem Gegenüber zu stehen.
2
Arbeit zitieren:
Kamila Urbaniak, 2003, Förderdiagnostik mit schwerst-behinderten Kindern, München, GRIN Verlag GmbH
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