Inhalt
1. Psychologische Theorien und politisches Verhalten:
Kann man Phänomene im Bereich politisch relevanten Verhaltens
mit behavoristischen, kognitivistischen und/oder psychoanalytischen
Begriffen erklären? 1
2. Psychologische Theorien und eigene Erfahrung - am Beispiel der Wahl
des eigenen Studienfaches 2
2.1 Wie erklären Behaviorismus, Kognitivisums und Psychoanalyse
Präferenzen und Entscheidungen? 2
2.2 Treffen die Aussagen dieser Theorien auf die eigene Wahl zu? 4
3. Hauptströmungen der Psychologie am Beispiel des Behaviorismus 5
3.1 Vorläufer des Behaviorismus 5
3.2 Die Blütezeit des Behaviorismus und sein Hauptprotagonist
John B. Watson 7
3.3. Neo-Behaviorismus 8
3.4 Bedeutung des Behaviorismus für die heutige Psychologie 10
Literaturverzeichnis 11
II
1. Psychologische Theorien und politisches Verhalten: Kann man Phänomene im Bereich politisch relevanten Verhaltens mit behavioristischen, kognitivistischen und/oder psychoanalytischen Begriffen erklären?
Im Mittelpunkt der Politischen Psychologie bzw. der Wahlforschung steht die Frage „Wer wählte was und warum“. Einstellungen, Wahlverhalten und Motive des Wählers werden analysiert. Eine wichtige Rolle spielen ebenso die Voraussetzungen, Einflüsse und Bedingungen, unter denen die Wahl getroffen wurde, und welche Konsequenzen davon erwartet werden. Zwischen diesen Einflussfaktoren bestehen komplexe Wechselwirkungen, deren Bestimmung selbst der Wahlforschung schwerfällt.
Edward L. Thorndike, ein Vertreter des Behaviorismus, erforschte, dass Verhaltensweisen, die zu „guten“ Konsequenzen führen, wiederholt werden und solche, die zu „schlechten“ Konsequenzen führen, nicht wiederholt bzw. vergessen werden. Im Falle von Wählerverha lten heißt dies, wenn ein Wähler Partei X gewählt hat und diese auch nach dem Wahlkampf seine Interessen vertritt bzw. in seinen Augen „gut“ regiert, wird er die Partei mit höchster Wahrscheinlichkeit wieder wählen. Dies gilt natürlich auch vice versa für „schlechte“ Konsequenzen seiner Wahl.
B. F. Skinner, ein weiterer Behaviorist, war der Auffassung, dass das Ignorieren eines bestimmten Verhaltens zur Extinktion (Löschung) dessen führt: Fühlt sich der Wähler nun also von einer Partei betrogen und somit enttäuscht, da sie das Anliegen des Wählers nicht beachtet, führt dies dazu, dass er entweder gar nicht mehr oder aber eine andere Partei wählt.
Im Kognitivismus geht es hingegen beim Treffen von Entscheidungen, wie hier der Entsche idung für Partei X oder Y, um das Prinzip des einsichtigen Handelns: Kognitivisten gehen davon aus, dass jeder Mensch in der Lage ist, planmäßig zu handeln und seine Handlungen auf die Zukunft auszurichten. Der Mensch setzt sich Ziele und entwirft unter großen Erfolgserwartungen und Nützlichkeitserwägungen Strategien, um dieses Ziel zu erreichen.
Dass Kosten-Nutzen-Überlegungen menschliches Verhalten steuern, kann man am besten am sog. „Erweiterten Kognitiven Motivationsmodell“ erklären: Erscheint ein (Wahl-)Ergebnis schon durch die Situation (Bedingungen des Parteiwettbewerbs, Wahlkampf, Zahl der Parteialternativen, etc.) festgelegt zu sein, wird der Wähler nicht handeln. Anderenfalls stellt er sich die Frage, ob er das Ergebnis durch sein Handeln beeinflussen kann. Wenn dies der Fall ist, wägt der Wähler ab, ob ihm die Folgen des Ergebnisses wichtig sind und es auch die
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gewünschten Folgen nach sich zieht. Wenn all diese Faktoren auf den Wähler zutreffen, wird er handeln, also wählen. Generelles Nicht-Wählem könnte so auch als rationaler Protest am System gesehen werden.
Für den Pyschoanalytiker Sigmund Freud sind Gewohnheiten und Gefühle nicht definierbar, da sie durch unbewusste Prozesse zustande kommen. Jegliche Handlung sei jedoch ein Kompromiss aus unbewussten Motiven und bewussten Zielvorstellungen. Am Beispiel der Wahl eines Politikers heißt das: Man hat eine Abneigung gegen Politiker X, weil er einen eventuell unbewusst an den ehemaligen Mathematiklehrer erinnert, den man schon immer ablehnte.
Des Weiteren findet im Kindesalter eine Internalisierung (Verinnerlichung) des elterlichen Verhaltens statt, welche zur Nachahmung dieses Verhaltens führt. Das Kind wird später also mit hoher Wahrscheinlichkeit dieselbe Partei wie die Eltern wählen.
2. Psychologische Theorien und eigene Erfahrung - am Beispiel der Wahl des eigenen Studienfaches
2.1 Wie erklären Behaviorismus, Kognitivismus und Psychoanalyse Präferenzen und Entscheidungen? Welche Erklärungsansätze sind für die Wahl eines Studienfaches zu erwarten?
Nach kognitivistischer Auffassung trifft der Mensch Entscheidungen rational. Die Überlegungen, die der Mensch anstellt, gehen bei der Fächerwahl in zwei Richtungen: 1. Wichtigkeitsüberlegungen im Hinblick auf bestimmte Kriterien wie erforderliche Anstrengungen, Interessenabdeckung, Erfolgsaussichten, etc. und 2.
Wahrscheinlichkeitsüberlegungen, diese Merkmale im angestrebten Fach auch zu finden. Die einzelnen Merkmale werden bewertet und gegeneinander aufgerechnet. Das Fach, auf das die meisten Merkmale zutreffen, wird gewählt. Dabei spielt auch die Entwicklung der Einzelperson eine Rolle: Sie hat in ihrem Leben verschiedene Überzeugungen gegenüber der Interpretation dieser Merkmale entwickelt.
Da im Behaviorismus nur das gewohnheitsmäßige Verhalten von Interesse ist - die Fäche rwahl jedoch eine Einzelaktion ist - kann man von dieser Theorie erst ein mal keinen Erklärungsansatz erwarten. Betrachtet man jedoch die Wahl eines Faches unter d em
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Arbeit zitieren:
Katrin Reichwein, 2004, Hauptströmungen der Psychologie: Behaviorismus, Kognitivismus und Psychoanalyse, München, GRIN Verlag GmbH
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