Inhaltsverzeichnis
Einleitung. 3
1. Chronik bildungspolitischer Entwicklungen und Ereignisse
in Ostdeutschland bzw. den neuen Bundesländern 1989
bis 1996. 5
2. Lehrer im Transformationsprozess. 10
2.1. Problemste llung. 10
2.2. Die empirische Untersuchungen und deren Ableitungen. 14
3. a) Identifikation mit dem Beruf, berufliche Zufriedenheit. 18
b) Aufgaben der Lehrers - Wissensvermittlung und
Pers önlichkeitsbildung. 22
c) das Bild vom Schüler, die Erziehungseinstellung der
Lehrer. 25
d) Kritik am Schulsystem, Reformbereitschaft von
Lehrern. 29
e) Innovationsbereitschaft. 31
Res ümee. 34
Anhang: Übersicht über das Bildungswesen der DDR. 36
Literaturliste. 37
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Einleitung
Mit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten im Jahre 1989/90 ging auch ein Zusammenschluss des Schulsystems einher. Der Beitritt der ehemaligen DDR in das andersartige Rechts- und Wirtschaftssystem hatte auch zur Folge, dass das einheitliche Bildungssystem der DDR abgeschafft wurde und die neuen Bundesländer das gegliederte Schulsystem der Bundesrepublik übernahmen. Das Schulwesen wurde grundlegend umgestaltet. Dieser äußeren Reform entsprechend gab es auch eine innere Reform, welche die Lehrer, Schüler und Eltern betraf. Um die Lehrer in diesem Transformationsprozess geht es in dieser Arbeit. Es ist Ziel dieser Arbeit, darzustellen, wie sich die angedeuteten Trans-formationsprozesse auf die Berufssituation ausgewirkt haben und wie sich die Lehrer in der neuen Schullandschaft zurechtfanden. Es wird untersucht, wie sich das berufliche Selbstverständnis, die soziale und professionelle Kompetenz von ostdeutschen Pädagogen mit dem Wechsel der Schulsysteme entwickelt und verändert hat. Geklärt werden soll auch, ob es nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten grundlegende Differenzen in der beruflichen Orientierung von west- und ostdeutschen Lehrern gab und ob sich diese Differenzen mit der Zeit geändert haben. Neben dem Einblick in das „Woher“ zum „Wohin“ soll es auch um die Betrachtung der Ursache der Unterschiede beider Berufskulturen gehen. Diese Arbeit ist folgendermaßen aufgebaut:
Im ersten Teil ist die Chronik bildungspolitischer Entwicklungen in Ost-deutschland bzw. den neuen Bundesländern von 1989 bis 1995 in aller Kürze aufgezeigt. In dieser Zeittafel sind die wichtigsten Ereignisse der ostdeutschen Bildungsreform aufgeführt. Eine Reflexion der Daten lässt sich aus Einschränkungsgründen hier nicht realisieren und doch hat auch dieser Teil eine wichtige einleitende und erklärende Funktion für die später dargestellten Inha lte der Arbeit.
Der zweite Teil ist der Hauptteil dieser Arbeit. Hier geht es um die Problemstellung des Transformationsprozesses der Lehrer. Es soll erlä utert
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werden, welche Folgen die Vereinigung der beiden deutschen Staaten und die in der Chronik aufgezeigten bildungspolitischen Ereignisse für das Bildungswesen nach sich zogen. In diesem Teil wird auf die verschiedensten Parameter der Lehrertransformation eingegangen. Untersucht werden u.a. die Identifikation mit dem Beruf, die berufliche Zufriedenheit, die Aufgaben der Lehrers, das Bild vom Schüler, die Erziehungseinstellung der Lehrer, die Kritik am Schulsystem sowie die Reform- und Innovationsbereitschaft von Lehrern.
Als Grundlage dienen verschiedene empirische Untersuchung und Ab-handlungen sowie auch ein Interview, dass extra im Rahmen dieser Arbeit durchgeführt wurde.
Am Ende der Untersuchung wird ein Resümee aus den bisher gewonnenen Erkenntnissen zum Transformationsprozess von Lehrern gezogen. Hier wird auch ein Ausblick in die Zukunft gewagt, der mit der Frage ver-bunden ist, ob die äußere und innere Reform abgeschlossen worden ist oder ob dies zu erwarten ist.
Im Anhang befindet sich eine Übersicht über das Bildungswesen der DDR. Diese Darstellung soll helfen, das einheitliche Schulsystem der ehemaligen DDR zu überblicken und mit den späteren Änderungen durch die Angleichung an das westdeutsche Bildungswesen zu vergleichen. Dieser Vergleich macht sehr schnell deutlich, wie gravierend die Veränderungen in der ostdeutschen Bildungslandschaft durch die Vereinigung der beiden deutschen Staaten waren. Die Übersicht soll ohne weitere Erläuterungen eine Information zum Verständnis darste llen. Durch den begrenzten Rahmen dieser Hausarbeit kann leider nicht auf alle Punkte der Transformation in der Intensität eingegangen werden, die dieses Thema eigentlich verlangt. Es ist somit kaum mehr als eine Annäherung, jeder der einzelnen Parameter in der Untersuchung wäre für eine eigene Arbeit geeignet und gäbe Anlass für weitere Forschungen. In dieser Arbeit wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit ausschließlich die männliche Form verwendet.
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1. Chronik bildungspolitischer Entwicklungen und Ereignisse in Ost-deutschland bzw. den neuen Bundesländern von 1989 bis 1995 Mit dem Beitritt der ehemaligen DDR in das andersartige Rechts- und Wirtschaftssystem der Bundesrepublik musste auch das Bildungssystem der neuen Länder einen komplexen Reform- und Anpassungsprozess durchlaufen. Die Vielzahl der Ereignisse, die im Rahmen der Transformation des DDR-Bildungssystems stattfanden, übersteigen den Rahmen dieser Arbeit. Trotzdem ist eine - unvermeidbar subjektive - Auswahl der wichtigsten bildungspolitischen Daten im folgenden dargestellt. Auf die Dokumentation von dazugehörigen politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Ereignissen musste aus oben genannten Gründen verzichtet werden.
Die erstellte Chronik stützt sich auf die Arbeit von Fuchs und Reuter (1997). Sie dokumentiert die Entwicklung seit dem Sommer 1989, als mit dem Ablauf des IX. Pädagogischen Kongresses die Staats- und Parteiführung der DDR heftiger Bürgerkritik ausgesetzt war und trotzdem ihren Re-formunwillen und ihre politische Inflexibilität bildungspolitisch manifestierte, was - zusammen mit anderen Ereignissen - den Verlauf der politischen Entwicklungen des Herbst 1989 nachhaltig beeinflusste. Die Zeittafel endet 1995, zu dem Zeitpunkt, als die wesentlichen strukturellen und inhaltlichen Veränderungen abgeschlossen waren.
13.06.1989: IX. Pädagogischer Kongress findet in Berlin statt; Volksbil-
05.09.1989: Bildungspolitische Gespräche zwischen Staatssekretär im
01.10.1989: Neues Forum fordert im „Problemkatalog“ Reformen des Bildungswesens
06.10.1989: 100.000 Jugendliche nehmen beim organisierten Fackelzug
12.10.1989: DDR-Gewerkschaft Unterricht und Erziehung sagt seit 2 Jah-
15.10.1989: mit Herbstferienbeginn steigt die Zahl der DDR-Flüchtlinge über Ungarn und Österreich rapide
26.10.1989: 1. FDJ-Sekretär Eberhard Aurich erklärt den Erneuerungswillen der FDJ
31.10.1989: Volksbildungsministerium kündigt Veränderungen (Ge-
02.11.1989: Margot Honeckers Rücktritt vom Volksbildungsministerin-Amt
05.11.1989: Günter Fuchs erklärt Aussetzung des Unterrichtsfachs Wehrerziehung
10.11.1989: SED-Zentralkomitee verabschiedet Programm zur Bildungs-
18.11.1989: Hans Modrow wird Vorsitzender des Ministerrates; Bildungs-
01.12.1989: Gesellschaft für Sport undTechnik (GST) stellt vormilitärische Ausbildung ein
06.12.1989: Ministeriums für Bildung und Jugend setzt Samstags-Unterricht aus
12.1989: Lehrer-Schüler-Demonstrationen für Bildungs-Reform finden in vielen DDR-Städten statt
11.01.1990: erstes Treffen beider deutscher Bildungsminister Hans-Heinz Emos und Jürgen Möllemann in Ost-Berlin
06.02.1990: Russischunterricht für Schüler abwählbar (Ersatz: Englisch oder Französisch)
14.02.1990: Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen stellt 30 Mio. DM für Bildungsarbeit zur Verfügung
21.02.1990: Fach Staatsbürgerkunde wird ersetzt durch Gesellschafts-
28.02.1990: DDR-Ministerium für Bildung erlässt Anordnung zur Aufna h-
05.03.1990: der Zentrale Runde Tisch unterbreitet Volkskammer ein Re-formpapier
18.03.1990: erste freie Wahlen: Hans Joachim Meyer wird DDR-
25.03.1990: Jugendweihefeiern erstmals ohne Gelöbnis auf den Sozialismus
01.04.1990: Gründung der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft in der DDR
10.05.1990: landesweite Pädagogen-Demonstrationen zur sozialen Absicherung
16.05.1990: Konstitution der deutsch-deutschen Bildungskommission 22.07.1990: Volkskammer verabschiedet Verfassungsgesetz für Schulen
01.08.1990: freie Wahl 1. Fremdsprache zwischen Russisch, Englisch (90%), Französisch
14.08.1990: Einführung Berufsgrund- und -vorbereitungsjahr, einjährige Fachschule
18.09.1990: Lehramtsausbildung wird an die alten Bundesländer angepasst
03.10.1990: Tag der Vereinigung; West-Berliner Schulrecht auf Ost-Berlin übertragen
07.12.1990: Kultusministerkonferenz (KMK) beschließt: Abitur in 4 neuen
04.01.1990: erste Sitzung der Landes-Bildungsminister der neuen Länder 09.02.1990: Kulturministerium beschließt Religionsunte rricht ab Klasse 5 in Sachsen
28.02.1990: GEW hat 140.000 neue Mitglieder aus den neuen Bundesändern
04.1990: 5 neue Bundesländer verabschieden ihre Schulgesetze
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08.07.1990: 7.000 Lehrerentlassungen in Sachsen angekündigt (politische Gründe)
01.10.1991: zwischen 1.1.90 und1.9.91 sind 2454 Lehrer in Brandenburg entlassen
13.11.1991: Anerkennungsgesetz der meisten pädagogischen Bildungsabschlüsse verabschiedet
29.01.1992: Landesschulrat als wichtigstes Schul-Beratungsgremium gegründet
04.02.1992: sächsisches Zentralabitur nach 12 Jahren wird bundesweit anerkannt
13.02.1992: Grundschulfach Begegnungssprache (Englisch) in Sachsen eingeführt
22.06.1992: sorbische Schulen dürfen Unterricht ganz oder teilweise in Sorbisch durchführen
01.08.1992: Brandenburg führt Unterrichtsfach Lebensgestaltung-Ethik-Religion ein
15.10.1992: Anerkennung der Gleichwertigkeit von DDR-Zeugnissen 05.02.1993: Schülerzahl der neuen Bundesländern seit 1990 um 20 % abgenommen
01.03.1993: in den neuen Bundesländern gibt es 24 katholische Schulen 03.08.1993: in Neuruppin öffnet die erste evangelische Schule 10.03.1994: Zahl ausländischer Schüler in den neuen Bundesländern ca. 0,3 %
20.03.1994: in Brandenburg gibt es 75 Ganztagsschulen 30.03.1994: Thüringen hält Lehrmittelfreiheit für kommendes Schuljahr aufrecht
23.06.1994: das Fach Sorbisch / Wedisch wird als Abiturprüfungsfach anerkannt
18.07.1994: 621 neue Lehrer werden in den neuen Bundesländern in den
31.01.1995: in Thüringen gibt es 72 Schulen freier Trägerschaft 10.02.1995: in Berlin beginnt der Aufbau des Landesschulamtes 05.05.1995: 5.000 Grund- und Mittelschullehrer werden in Sachsen abge-
Arbeit zitieren:
Manuela Raser, 2003, Ostdeutsche Lehrer im Transformationsprozess, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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