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Superstaat Europa - Die Europäische Union aus staatstheoretischer Perspektive

Titel: Superstaat Europa - Die Europäische Union aus staatstheoretischer Perspektive

Bachelorarbeit , 2004 , 63 Seiten , Note: 1,8

Autor:in: Felix Neubüser (Autor:in)

Politik - Thema: Europäische Union
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Europa wächst zusammen. Mit der für Mai 2004 geplanten Erweiterung der Europäischen Union wird die blaue Europaflagge für 25 Staaten und für insgesamt rund 450 Millionen Menschen stehen. Immer öfter werden Entscheidungen nicht mehr auf nationalstaatlicher, sondern auf europäischer Ebene getroffen. Jeder Bürger eines EU-Staates ist seit In-Kraft-Tretens des Vertrags von Maastricht ob er will oder nicht auch gleichzeitig Bürger der Europäischen Union. Zweifellos übernehmen die Organe der Europäischen Union schon jetzt zahlreiche Aufgaben, die ursprünglich Gegenstand nationalstaatlicher Souveränität waren. Anders als die meisten anderen internationalen Organisationen kann sie Recht setzen, dass für die Bürger ihrer Mitgliedsstaaten unmittelbar bindend ist. Sie verfügt über Organe zur Gesetzgebung und zur Verwaltung und kann Entscheidungen zum Teil sogar gegen den ausdrücklichen Willen einzelner Mitgliedsstaaten durchsetzen. Ihre institutionelle Struktur wird vielfach sogar mit der eines Staates verglichen. Ministerrat und Europäisches Parlament bilden demnach gemeinsam die Legislative, die Europäische Kommission die Exekutive. Die Judikative wird vom Europäischen Gerichtshof verkörpert.
Kann aber deshalb tatsächlich schon jetzt von einem europäischen Staat gesprochen werden? Wie berechtigt ist es, der Europäischen Union schon jetzt „Staatscharakter“ zu unterstellen? Droht auf lange Sicht möglicherweise sogar ein europäischer „Superstaat“? Diesen Fragen soll in dieser Arbeit nachgegangen werden.
Um sie zu beantworten, sollen zunächst einige staatstheoretischen Grundüberlegungen angestellt werden. Was ist überhaupt ein Staat? Wie ist er entstanden und welche Aufgaben hat er zu erfüllen, wo gerät er an seine Grenzen? Das dritte Kapitel ist der Europäischen Union selbst gewidmet. Sie wird vielfach als ein Konstrukt „sui generis“, als Organisation eigener Art, beschrieben. Aber was heißt das eigentlich? Neben einem kurzen Abriss zur Entwicklung der Europäischen Union soll an dieser Stelle außerdem auf das sogenannte „Maastricht-Urteil“ des Bundesverfassungsgerichts eingegangen werden. Im vierten Kapitel schließlich sollen die zuvor erarbeiteten staatstheoretischen Grundlagen auf die Europäische Union bezogen werden. Abgeschlossen wird diese Analyse dann mit einem kurzen Exkurs zum Thema „Die Vereinigten Staaten von Europa“ und einer Zusammenfassung der dargelegten Überlegungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Staat und Staatstheorie

2.1. Der Staatsbegriff

2.2. Die Entwicklung des modernen Staates

2.2.1. Die Erosion der feudalen Gesellschaftsstruktur

2.2.2. Geldwirtschaft und die Etablierung regelmäßiger Steuerabgaben

2.2.3. Das Gewaltmonopol und die Trennung von Amt und Person

2.2.4. Westfälischer Friede und staatliche Souveränität

2.3. Staat und Staatstheorie der Gegenwart

2.3.1. Verschiedene Staatsauffassungen und Versuche einer Systematisierung

2.3.2. Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt

2.3.3. Das Problem mit dem Staatsvolk und der Begriff der Nation

2.4. Aufgaben und Grenzen des modernen Staates

3. Die Europäische Union

3.1. Versuch einer Annäherung

3.2. Die Geschichte der Europäischen Integration

3.2.1. Von der EGKS zur EU

3.2.2. Der Unionsvertrag und das Maastricht-Urteil des Bundesverfassungsgerichts

4. Der Staatscharakter der EU

4.1. Nationalstaatliche und europäische Souveränität

4.2. Staatsgebiet und Staatsgewalt der Europäische Union

4.3. Staatsvolk und europäische Identität

4.4. Die Vereinigten Staaten von Europa

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Europäische Union aus staatstheoretischer Perspektive als "Staat" oder "Superstaat" klassifiziert werden kann, indem sie deren institutionelle Struktur und Entwicklung kritisch analysiert.

  • Staatstheoretische Grundlagen des modernen Staates
  • Die historische Entwicklung der Europäischen Integration
  • Analyse des Staatscharakters der Europäischen Union
  • Die Rolle von Souveränität, Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt im EU-Kontext
  • Debatte um eine europäische Identität und die Vision der "Vereinigten Staaten von Europa"

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Die Erosion der feudalen Gesellschaftsstruktur

Die Wurzeln des modernen Staates werden in der Regel zwischen dem elften und 13. Jahrhundert nach Christi Geburt verortet. Nicht zuletzt durch ein dramatisches Bevölkerungswachstum begann in dieser Zeit im abendländischen Europa ein Wandlungsprozess, der Auswirkungen auf fast alle Lebensbereiche hatte. Diese europäische Bevölkerungsexplosion hielt etwa bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts an. Der daraus resultierende, gestiegene Nahrungsmittelbedarf wurde vor allem durch die Erschließung neuer Anbauflächen und Siedlungsgebieten sowie durch verbesserte Anbau- und Arbeitsmethoden wie etwa die Dreifelderwirtschaft bedient und zugleich angetrieben.

Steigende Agrarpreise bei gleichzeitig im Übermaß verfügbarer menschlicher Arbeitskraft ließ viele Grundbesitzer weit über den eigenen Bedarf hinaus produzieren, um die Überschussproduktion anschließend zu veräußern. Die damit einsetzende wirtschaftliche Dynamik erfasste schnell auch das Handwerk, Gewerbe und Handel. Die Folge eine rasch florierende Geldwirtschaft und ein Anstieg des Handelsverkehrs. In den Städten etablierten sich zahlreiche neue Märkte und führten zu einem Aufschwung derselben. Die Städte wurden so auch Anziehungspunkt für die Landbevölkerung. Die bislang in Grundherrschaftsverhältnisse eingebundenen Landarbeiter erhoffte sich durch den Umzug in die Stadt einen sozialen Aufstieg vom abhängigen Bauern oder Leibeigenen zum freien Städter (daher auch Spruch: „Stadtluft macht frei“).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Zukunft der europäischen Integration unter Bezugnahme auf historische und aktuelle staatstheoretische Debatten.

2. Staat und Staatstheorie: Theoretische Herleitung des modernen Staatsbegriffs, seiner historischen Entwicklung, Entstehungsbedingungen (wie Geldwirtschaft und Steuermonopol) sowie der Konzepte Souveränität und Staatsaufgaben.

3. Die Europäische Union: Historischer Abriss der europäischen Integration von der EGKS bis zum Vertrag von Maastricht und der Rolle des Bundesverfassungsgerichts.

4. Der Staatscharakter der EU: Überprüfung der staatstheoretischen Elemente (Souveränität, Staatsgebiet, Staatsgewalt, Staatsvolk) auf die Europäische Union und Diskussion ihres Potenzials als supranationaler Akteur.

5. Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse über die Wandlungsfähigkeit des Staates und die Einordnung der Europäischen Union als ergebnisoffener Prozess.

Schlüsselwörter

Staatstheorie, Europäische Union, Souveränität, Europäische Integration, Staatsvolk, Staatsgewalt, Nationalstaat, Vertrag von Maastricht, Supranationalität, Identität, Staatenverbund, Europäische Verfassung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelor-Arbeit untersucht die Europäische Union aus einer staatstheoretischen Perspektive, um zu klären, ob und inwieweit die EU bereits Merkmale eines Staates besitzt oder sich in Richtung eines "Superstaats" entwickelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des modernen Staates (Staatstheorie), der Geschichte der EU, der Frage der Souveränität sowie der Analyse, ob die EU über Staatsgebiet, Staatsgewalt und ein Staatsvolk verfügt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die EU anhand klassischer staatstheoretischer Kriterien zu bewerten, um das Konstrukt "Europäische Union" wissenschaftlich präziser einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine staatstheoretische Analyse, die historische Entwicklungen und aktuelle politikwissenschaftliche Theorien verknüpft, um das supranationale Gefüge der EU zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den modernen Staat, die Darstellung der EU-Integrationsgeschichte und eine detaillierte Prüfung, ob die EU die Kriterien der Staatlichkeit erfüllt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Staatstheorie, Souveränität, Europäische Integration, Supranationalität, Staatsvolk und die Vision eines föderalen Europas.

Welche Rolle spielt der Westfälische Friede für das Verständnis der EU?

Der Westfälische Friede von 1648 wird als Geburtsstunde des modernen Staates und der staatlichen Souveränität definiert; die Arbeit nutzt dieses Konzept, um den Kontrast zur modernen supranationalen Architektur der EU aufzuzeigen.

Warum ist das Maastricht-Urteil des Bundesverfassungsgerichts für diese Arbeit wichtig?

Das Urteil ist entscheidend, da es das Konzept eines "Staatenverbunds" prägte und gleichzeitig deutlich machte, dass der Europäische Staat als solcher juristisch und verfassungsrechtlich explizit ausgeschlossen wurde.

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Superstaat Europa - Die Europäische Union aus staatstheoretischer Perspektive
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Sozialwissenschaftliches Institut)
Note
1,8
Autor
Felix Neubüser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
63
Katalognummer
V24453
ISBN (eBook)
9783638273275
ISBN (Buch)
9783638701921
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Superstaat Europa Europäische Union Perspektive
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Felix Neubüser (Autor:in), 2004, Superstaat Europa - Die Europäische Union aus staatstheoretischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24453
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Leseprobe aus  63  Seiten
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