Ich möchte die Kunsttherapie – Zusatzausbildung machen. Allerdings weiß ich bisher noch
nicht, was in der Kunsttherapie genau gemacht wird und in welchen Bereichen sie eingesetzt
werden kann. Deshalb habe ich beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen und durch diese
Hausarbeit etwas über die Kunst- und Gestalttherapie zu erfahren.
Anfangs fiel es mir trotz der Kapitel des Buches „Kunst- und Gestaltungstherapie” von
Gertraud Schottenloher schwer, das Thema einzugrenzen. Alles klang interessant und ich
wußte nicht, wo ich anfangen sollte. Die Überlegung, daß ich noch recht wenig über diese
Therapieform weiß und jede Gruppe aus Einzelpersonen besteht, hat mich zu der
Entscheidung kommen lassen, mit dem „Einzelnen und seinem bildnerischen Ausdruck”, wie
das erste Kapitel in dem Buch heißt, zu beschäftigen. Dabei hoffte ich, erst einmal
grundsätzliche Dinge zu erfahren und mich nicht gleichzeitig noch auf gruppenspezifische
Vorgänge konzentrieren zu müssen. Denn es hängt von der Gruppenzusammensetzung,
dem Gruppenprozess, Konflikten in der Gruppe und ähnlichem ab, was in einer Gruppe
gemacht werden kann, was somit überhaupt anwendbar ist und was nicht.
Inhaltsverzeichnis
Themenfindung
1. Definition der Kunst- bzw. Gestalttherapie
2. Einsatzgebiete der Kunsttherapie
2.1. Defizite auf- und nachholen
2.1.1. Bei der Persönlichkeitsentwicklung
2.1.2. Finden der körperlichen Balance
2.2. Bewältigung von Ängsten
2.2.1. Entgegenwirken von Familienidealen (z.B. der Reinlichkeitserziehung)
2.2.2. Bewältigung des Polaritätskampfes
2.3. Zur Weiterentwicklung
2.3.1. Förderung der aktiven Vorstellungskraft
2.3.2. Erlernen verschiedener Ausdrucksmöglichkeiten
2.4. Eine exakte Trennung der Einsatzgebiete ist nicht möglich
3. Eine mögliche Kunsttherapiestunde
3.1. Zu sich selbst finden
3.2. Innere Probleme bewußt machen
3.3. Malerische Darstellung der Probleme
4. Was beachtet werden sollte
4.1. Aufgaben des Therapeuten
4.2. Der Klient weiß Bescheid
Fazit für mich über diese Hausarbeit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die grundlegenden Anwendungsbereiche und Wirkmechanismen der Kunst- und Gestalttherapie zu explorieren, um deren Einsatzmöglichkeiten, insbesondere im Kontext der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, zu verstehen.
- Grundlagen der Kunst- und Gestalttherapie
- Entwicklung von Persönlichkeit und körperlicher Balance
- Strategien zur Bewältigung von Ängsten und inneren Konflikten
- Förderung der Vorstellungskraft und Ausdrucksfähigkeit
- Rolle des Therapeuten und therapeutische Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
2.1.2. Finden der körperlichen Balance
Bereits Freud hat in seinem Konversionsmodell darauf hingewiesen, daß intrapsychische Konflikte psychische Energien umleiten und somit körperliche Beschwerden hervorrufen können. Dies bedeutet, daß der Körper ein Indikator für die seelische Verfassung sein kann, da er sehr eng mit der Seele und dem Gemüt zusammenhängt. Deshalb ist es wichtig auf Körpersymptome zu achten und das Körperalphabet zu kennen. Ein offensichtlicher Beweis, wie eng diese drei Elemente zusammenhängen, ist, daß man weint, wenn man unglücklich ist oder lacht, wenn man sich freut.
Werden Empfindung nicht wahrgenommen, macht der Körper auf das Defizit aufmerksam, indem man zum Beispiel krank wird. Das kann soweit führen, daß der Körper reagiert, bevor das Problem noch bewußt wahrgenommen wird. Auf Grund dieses Zusammenhanges von Körper und Seele ist es wichtig sich ganzheitlich (weiter-) zu entwickeln.
Es ist beispielsweise interessant zu beobachten, daß Kinder die seelisch nicht im Gleichgewicht sind, also beispielsweise versuchen etwas zu verdrängen, auch keine körperliche Balance halten können. In diesem Fall würde es wenig nützen, nur das Verdrängte durch malen zu bearbeiten. Statt dessen müssen diese Kinder es auch lernen, sich ihrem Körper bewußt zu werden. Dies kann durch Balanceübungen geschehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definition der Kunst- bzw. Gestalttherapie: Einführung in den ganzheitlichen Ansatz, der durch kreative Ausdrucksformen die seelische und geistige Entwicklung des Klienten fördern soll.
2. Einsatzgebiete der Kunsttherapie: Detaillierte Betrachtung von Anwendungsbereichen, die schwerpunktmäßig die kindliche Entwicklung, Persönlichkeitsreifung und Angstbewältigung betreffen.
3. Eine mögliche Kunsttherapiestunde: Darstellung des methodischen Ablaufs einer Sitzung, beginnend bei der Selbsterfahrung über die Identifikation innerer Probleme bis hin zur künstlerischen Externalisierung.
4. Was beachtet werden sollte: Reflexion über die therapeutische Haltung sowie die Notwendigkeit, den Klienten als Experten seiner eigenen Symbole und Erfahrungen anzuerkennen.
Schlüsselwörter
Kunsttherapie, Gestalttherapie, Persönlichkeitsentwicklung, Körperbalance, Angstbewältigung, Ausdrucksmöglichkeiten, therapeutische Methoden, kindliche Entwicklung, Unbewusstes, kreatives Arbeiten, Selbsterfahrung, therapeutische Haltung, psychische Energie, Symbolik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Einsatzmöglichkeiten der Kunst- und Gestalttherapie, um ein grundlegendes Verständnis für deren Anwendung und therapeutisches Potenzial zu entwickeln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Persönlichkeitsentwicklung, der körperlichen Balance, der Bewältigung von Ängsten sowie der Förderung von Ausdrucksformen bei Kindern und Jugendlichen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die theoretischen Hintergründe und praktischen Anwendungsmöglichkeiten der Kunsttherapie zu erschließen, um diese später in der Arbeit mit Kindern gezielt einsetzen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur, ergänzt durch Reflexionen über methodische Ansätze und deren Anwendung in therapeutischen Settings.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden konkrete Einsatzbereiche, wie die Arbeit an Defiziten, der Umgang mit Ängsten, die Rolle der Vorstellungskraft und die Strukturierung einer beispielhaften Therapiestunde, detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kunsttherapie, Persönlichkeitsentwicklung, Ausdrucksmöglichkeiten, Angstbewältigung und ganzheitlicher Ansatz charakterisiert.
Warum ist die Arbeit mit Ton ein wirksames Mittel gegen zu strenge Reinlichkeitserziehung?
Ton wirkt als erdige, weiche Masse, die das sinnenhafte Ertasten fördert und es Kindern erlaubt, sich durch das Matschen von inneren Zwängen zu befreien, was der rigiden Kontrolle der Reinlichkeitserziehung entgegenwirkt.
Welche Rolle spielt der Therapeut bei der Interpretation der Bilder?
Der Therapeut sollte mit Interpretationen sehr vorsichtig sein, da er sein eigenes Innenleben mitbringt. Er sollte das Kind dazu ermutigen, eigene Bedeutungen für das Gemalte zu finden, da die Assoziationen des Kindes die Situation meist besser treffen.
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- Sabine Hörner (Author), 2000, Einsatzmöglichkeiten der Kunsttherapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24546