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Heuristiken am Kapitalmarkt

Titel: Heuristiken am Kapitalmarkt

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2002 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Mark Bauer (Autor:in)

BWL - Bank, Börse, Versicherung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung
Bis zu den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts rühmte sich die neoklassische Wirtschaftstheorie, den Alleinvertretungsanspruch für die Erklärung des Geschehens an den Börsen zu haben. Dann begannen die ersten zaghaften Bemühungen der Wirtschaftspsychologie, die sich bislang auf Themen wie Arbeitspsychologie, Mitarbeiterführung sowie Marketingpsychologie beschränkt hatte, das Verhalten von Börsenakteuren zu erkunden. Doch erst in den siebziger Jahren wurde die schon seit Längerem untersuchte Psychologie der Spieltheorie mit weiteren verhaltenswissenschaftlichen Erkenntnissen zum neuen Forschungsgebiet Behavioral Finance entwickelt. Sie bot neue Erklärungsansätze für Phänomene wie die Milchmädchenhausse oder Börsencrashs, mit deren Erklärung die neoklassische Theorie bisher große Mühe hatte. Leider gehört die Behavioral Finance noch nicht zum Handwerkszeug der Börsenakteure, deren Kenntnis ist jedoch eine Bereicherung für jeden Anleger. Daher thematisiert diese Arbeit einen ausgewählten Aspekt der Behavioral Finance, nämlich Heuristiken am Kapitalmarkt.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Heuristiken

2.1. Bewusste Heuristiken

2.2. unbewusste Heuristiken

2.2.1. Vereinfachungsheuristik

2.2.1.1. Theorie

2.2.1.2. Beispiele

2.2.1.3. Experiment

2.2.1.4. Auswirkungen der Heuristik

2.2.1.4.1. individuelle Auswirkungen

2.2.1.4.2. Auswirkungen auf die Preisbildung

2.2.2. Verfügbarkeitsheuristik

2.2.2.1. Theorie

2.2.2.2. Beispiele

2.2.2.3. Auswirkungen der Heuristik

2.2.2.3.1. individuelle Auswirkungen

2.2.2.3.2. Auswirkungen auf die Preisbildung

2.2.3. Mental Accounting

2.2.3.1. Theorie

2.2.3.2. Beispiele

2.2.3.3. Experiment

2.2.3.4. Auswirkungen der Heuristik

2.2.3.4.1. individuelle Auswirkungen

2.2.3.4.2. Auswirkungen auf die Preisbildung

2.2.4. Verankerung und Anpassung

2.2.4.1. Theorie

2.2.4.2. Beispiele

2.2.4.3. Experiment

2.2.4.4. Auswirkungen der Heuristik

2.2.4.4.1. individuelle Auswirkungen

2.2.4.4.2. Auswirkungen auf die Preisbildung

2.2.5. Repräsentativitätsheuristik

2.2.5.1. Theorie

2.2.5.2. Beispiele

2.2.5.3. Experiment

2.2.5.4. Auswirkungen der Heuristik

2.2.5.4.1. individuelle Auswirkungen

2.2.5.4.2. Auswirkungen auf die Preisbildung

2.3. Ausscheiden, Arbitrage und Lerneffekte

3. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Heuristiken im Kontext der Behavioral Finance und analysiert, wie diese mentalen Abkürzungen das Entscheidungsverhalten von Akteuren an den Finanzmärkten beeinflussen und potenziell zu systematischen Marktverzerrungen führen.

  • Psychologische Grundlagen menschlicher Urteilsbildung an Börsen
  • Differenzierung zwischen bewussten und unbewussten Heuristiken
  • Analyse spezifischer Heuristiken (z.B. Verfügbarkeit, Mental Accounting, Repräsentativität)
  • Implikationen für individuelle Anlageerfolge und Preisbildungsprozesse
  • Diskussion von Gegenargumenten wie Arbitrage und Lerneffekten

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Verfügbarkeitsheuristik

Die Verfügbarkeitsheuristik (availability heuristic) besagt, dass zwischen Schätzung von Wahrscheinlichkeiten bzw. Häufigkeiten eines Ereignisses und der Leichtigkeit des Abrufes von Beispielen aus dem Gedächtnis (kognitive Verfügbarkeit) ein positiver Zusammenhang besteht. Vereinfacht gesagt, setzen „Individuen die Wahrscheinlichkeit bzw. Häufigkeit für ein bestimmtes Ereignis umso höher an (...), je verfügbarer (available) Beispiele für dieses Ereignis sind“. Es werden also systematisch die Wahrscheinlichkeiten bzw. Häufigkeiten überschätzt, die eine besonders hohe kognitive Verfügbarkeit aufweisen. Im nächsten Schritt sollte man sich fragen, welche Faktoren auf die kognitive Verfügbarkeit einwirken. Goldberg führt hier zunächst folgende Faktoren auf: Aktualität, Auffälligkeit, Anschaulichkeit und affektive Kongruenz. Pelzmann fügt dem noch die (subjektive) Häufigkeit des Stimulus, Kirchler und Strack die Schwierigkeit der kognitiven Operation (Abrufung aus dem Gedächtnis) zu. Diese Faktoren werden im Folgenden kurz beschrieben.

Eine Information, die erst vor Kurzem (hohe Aktualität) von einem Individuum aufgenommen wurde, wird bei gleichen Rahmenbedingungen prinzipiell eher im Gehirn abrufbar sein, als eine schon vor Längerem gespeicherte Information.

Ähnlich verhält es sich mit Informationen, die von besonders hoher Auffälligkeit geprägt sind. Man erinnert sich eben eher an außergewöhnliche Ereignisse als an banales. Slovic, Fischhoff und Lichtenstein beobachteten, dass die Wahrscheinlichkeit für eine dramatische Todesursache wie Mord, Flugzeugabsturz oder Naturkatastrophen weit überschätzt wird, während umgekehrt sehr häufige aber „wenig Aufsehen erregende“ Todesursachen wie Kreislaufkrankheiten oder Krebs unterschätzt werden. Bemerkenswert ist auch eine Untersuchung von DeBondt und Thaler, nach der an den Finanzmärkten heftige, wenn nicht übertriebene Reaktionen auf überraschende Informationen (z.B. unerwartete Nachrichten), die sich ja durch hohe Auffälligkeit und Aktualität auszeichnen , gemessen wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den Übergang von der klassischen ökonomischen Theorie zur Behavioral Finance und die Relevanz von Heuristiken für Börsenakteure.

2. Heuristiken: Definiert Heuristiken als Faustregeln zur Urteilsfindung und erläutert die Limitationen kognitiver Verarbeitungskapazitäten bei Finanzentscheidungen.

2.1. Bewusste Heuristiken: Erläutert Strategien, die Anleger explizit zur Effizienzsteigerung einsetzen, beispielsweise im Daytrading.

2.2. unbewusste Heuristiken: Untersucht psychologische Mechanismen, die jenseits des bewussten Handelns die Entscheidungsfindung durch Komplexitätsreduktion beeinflussen.

2.2.1. Vereinfachungsheuristik: Analysiert die Tendenz, komplexe Sachverhalte durch Vernachlässigung oder Umformung zu vereinfachen, um Entscheidungsprozesse zu beschleunigen.

2.2.2. Verfügbarkeitsheuristik: Erklärt, wie die kognitive Verfügbarkeit von Informationen die Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten systematisch verzerrt.

2.2.3. Mental Accounting: Untersucht die Tendenz, finanzielle Projekte in separaten mentalen Konten zu führen, was das rationale Gesamtvermögensmanagement stören kann.

2.2.4. Verankerung und Anpassung: Analysiert, wie Ankerwerte (Anchoring) die endgültige Urteilsbildung maßgeblich und oft systematisch falsch beeinflussen.

2.2.5. Repräsentativitätsheuristik: Diskutiert, wie die wahrgenommene Übereinstimmung zwischen Stichproben und Modellen zu Fehleinschätzungen wie dem Gamblers Fallacy führt.

2.3. Ausscheiden, Arbitrage und Lerneffekte: Diskutiert kritische Faktoren, welche die Wirkung von Heuristiken am Markt abschwächen oder eliminieren könnten.

3. Fazit: Fasst den Stand der Forschung zusammen und plädiert für die weitere Untersuchung psychologischer Effekte am Kapitalmarkt.

Schlüsselwörter

Behavioral Finance, Heuristiken, Börsenpsychologie, Kapitalmarkt, Urteilsbildung, Verfügbarkeitsheuristik, Mental Accounting, Verankerung, Anpassung, Repräsentativität, Arbitrage, Lerneffekte, Marktverzerrung, rationale Entscheidung, kognitive Kapazität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle psychologischer Heuristiken – also mentaler Faustregeln – bei Entscheidungen von Anlegern am Kapitalmarkt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Komplexitätsreduktion, das Mental Accounting sowie verschiedene Verzerrungen bei der Wahrscheinlichkeitsschätzung an Finanzmärkten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu analysieren, ob und wie psychologische Phänomene das Urteilsvermögen von Anlegern systematisch verzerren und welche Auswirkungen dies auf den gesamten Kapitalmarkt haben könnte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf der theoretischen Analyse verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse und ergänzt diese durch ein eigenes, als Voruntersuchung klassifiziertes Experiment.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit bewussten und unbewussten Heuristiken, deren jeweilige psychologische Theorie, konkrete Beispiele aus dem Börsenumfeld und deren Auswirkungen auf Individuen und Preisbildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Behavioral Finance, Heuristiken, Verfügbarkeitsheuristik, Mental Accounting, Verankerung, Repräsentativität und Marktverzerrung.

Wie unterscheidet der Autor zwischen bewussten und unbewussten Heuristiken?

Bewusste Heuristiken werden explizit zur Effizienzsteigerung entwickelt, während unbewusste Heuristiken Mechanismen der Informationsverarbeitung sind, die ohne bewusste Kontrolle ablaufen und oft zu systematischen Fehlurteilen führen.

Welche Bedeutung misst der Autor dem „Neuen Markt“ bei?

Der Neue Markt dient als prägnantes Beispiel für Phänomene wie die „irrational exuberance“ und dient der Illustration von Fehlentscheidungen durch Verfügbarkeits- und Verankerungsheuristiken.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Heuristiken am Kapitalmarkt
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Lehrstuhl für Bank und Börsenwesen)
Veranstaltung
Hauptseminar Bank- und Börsenwesen
Note
1,7
Autor
Mark Bauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
23
Katalognummer
V2469
ISBN (eBook)
9783638115001
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heuristiken heuristics Börsenpsychologie Behavioral Finance Anchoring Vereinfachungsheuristik Verfügbarkeitsheuristik Mental Accounting
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mark Bauer (Autor:in), 2002, Heuristiken am Kapitalmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2469
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Leseprobe aus  23  Seiten
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