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Die Rezeption Catulls in der Literatur

Titel: Die Rezeption Catulls in der Literatur

Seminararbeit , 2001 , 31 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Andreas Gohmann (Autor:in)

Latinistik - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Betrachtet man das Werk eines Schriftstellers in seinem literaturgeschichtlichen Kontext, so lassen sich häufig Abhängigkeiten von Vorbildern nachweisen. Diese zu erkennen ist mehr oder weniger leicht. Antike Autoren und insbesondere Catull werden gerne zur Auseinandersetzung und Bereicherung des eigenen Schaffens herangezogen.
Die Rezeption eines Autors prägt das Werk des
Rezipienten und trifft zugleich eine Aussage über die Qualität des Originals. Das Original kann – transformiert durch die Sicht des Rezipienten – unter neuer Perspektive betrachtet werden, es gewinnt durch die Rezeption einen besonderen Wert.
Die Frage nach der Intertextualität hat in der neueren Forschung an Bedeutung gewonnen. Es ist zu berücksichtigen, dass nicht immer ausschließlich das Original rezipiert wurde. Gut erforscht ist beispielsweise, wie Pontano über Martial Catull rezipierte und von Pontano aus dieser durch Martial filtrierte Catull weiterwirkte.
Sind Ähnlichkeiten gefunden worden, liegt eine weitere Schwierigkeit in der richtigen Bewertung. Liegt bewusste Rezeption vor oder sind Ähnlichkeiten auf die gleiche Thematik zurückzuführen? Eine eindeutige Klärung ist nicht immer möglich.
In der vorliegenden Arbeit soll die Wirkungsgeschichte Catulls überblickartig dargestellt werden, ein Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben. Die literarische Nachwirkung Catulls in England und Frankreich wird nur am Rande behandelt. Im Rahmen des Gesamtüberblicks soll der Frage nachgegangen werden, welche Gedichte besonders intensiv bzw. häufig rezipiert wurden, welche Rezeptionsmuster und –Traditionen bestehen. Als Schwerpunktthema wird die Rezeption von c.4 durch Vergil, Catal. 10 dargestellt und ein Ausblick auf die weitere Wirkung dieser Gedichte gegeben.
Abschließend wird die Frage erörtert, welche spezifische Faszination von Catull ausgehen mag, die einen Rezipienten zur Auseinandersetzung mit diesem Autor anregt.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rezeption in der Antike

3. Die Wiederentdeckung Catulls und die Rezeption in der Renaissance

4. Catullrezeption in England

5. Catullrezeption in Frankreich

6. Catullrezeption in Deutschland

7. Gedichte, die bei der Nachwelt besondere Aufmerksamkeit fanden

8. Catullrezeption im 20. Jahrhundert

9. Catull in der deutschsprachigen Lyrik der Gegenwart

10. Schwerpunkt: Catull c.4 – Vergil (?) Catal. 10 und die weitere Rezeption

11. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen strukturierten Überblick über die Wirkungsgeschichte des römischen Dichters Catull zu geben. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Rezeptionsmuster und -traditionen über die Jahrhunderte hinweg entstanden sind, welche Gedichte besonders intensiv rezipiert wurden und welche spezifische Faszination von dem Autor ausgeht, die nachfolgende Generationen zur Auseinandersetzung mit seinem Werk anregte.

  • Historische Entwicklung der Catull-Rezeption von der Antike bis zur Gegenwart
  • Analyse der intertextuellen Bezüge und literarischen Transformationsprozesse
  • Untersuchung von Schwerpunktthemen wie dem "odi-amo"-Komplex und den Kussgedichten
  • Vergleichende Betrachtung von Parodie und Nachahmung am Beispiel von Catull c.4 und Catal. 10

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Betrachtet man das Werk eines Schriftstellers in seinem literaturgeschichtlichen Kontext, so lassen sich häufig Abhängigkeiten von Vorbildern nachweisen. Diese zu erkennen ist mehr oder weniger leicht. Antike Autoren und insbesondere Catull werden gerne zur Auseinandersetzung und Bereicherung des eigenen Schaffens herangezogen.

Die Rezeption eines Autors prägt das Werk des Rezipienten und trifft zugleich eine Aussage über die Qualität des Originals. Das Original kann – transformiert durch die Sicht des Rezipienten – unter neuer Perspektive betrachtet werden, es gewinnt durch die Rezeption einen besonderen Wert.

Die Frage nach der Intertextualität hat in der neueren Forschung an Bedeutung gewonnen. Es ist zu berücksichtigen, dass nicht immer ausschließlich das Original rezipiert wurde. Gut erforscht ist beispielsweise, wie Pontano über Martial Catull rezipierte und von Pontano aus dieser durch Martial filtrierte Catull weiterwirkte.

Sind Ähnlichkeiten gefunden worden, liegt eine weitere Schwierigkeit in der richtigen Bewertung. Liegt bewusste Rezeption vor oder sind Ähnlichkeiten auf die gleiche Thematik zurückzuführen? Eine eindeutige Klärung ist nicht immer möglich.

In der vorliegenden Arbeit soll die Wirkungsgeschichte Catulls überblickartig dargestellt werden, ein Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben. Die literarische Nachwirkung Catulls in England und Frankreich wird nur am Rande behandelt. Im Rahmen des Gesamtüberblicks soll der Frage nachgegangen werden, welche Gedichte besonders intensiv bzw. häufig rezipiert wurden, welche Rezeptionsmuster und –Traditionen bestehen. Als Schwerpunktthema wird die Rezeption von c.4 durch Vergil, Catal. 10 dargestellt und ein Ausblick auf die weitere Wirkung dieser Gedichte gegeben.

Abschließend wird die Frage erörtert, welche spezifische Faszination von Catull ausgehen mag, die einen Rezipienten zur Auseinandersetzung mit diesem Autor anregt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der literarischen Rezeption ein und skizziert das methodische Vorgehen sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Rezeption in der Antike: Dieses Kapitel behandelt die frühe Wirkungsgeschichte bei Zeitgenossen wie Cornelius Nepos sowie bei augusteischen Dichtern wie Vergil, Properz und Ovid.

3. Die Wiederentdeckung Catulls und die Rezeption in der Renaissance: Das Kapitel analysiert den Prozess der Wiederauffindung der Handschriften und die Etablierung des catullischen Stils im Humanismus.

4. Catullrezeption in England: Eine kurze Übersicht über die Einflüsse Catulls auf englische Autoren wie Wyatt, Spenser und Tennyson.

5. Catullrezeption in Frankreich: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle der französischen Plejade und den Einfluss auf Autoren wie Ronsard und Du Bellay.

6. Catullrezeption in Deutschland: Eine Betrachtung der Nachwirkung von der frühen Neuzeit bis zu Goethe, Schiller und Mörike.

7. Gedichte, die bei der Nachwelt besondere Aufmerksamkeit fanden: Ein thematischer Fokus auf die besonders rezipierten Kussgedichte und die Entwicklung der "Kussepidemie" in Europa.

8. Catullrezeption im 20. Jahrhundert: Dieses Kapitel zeigt die weltweite Renaissance Catulls in der Literatur des 20. Jahrhunderts anhand von Beispielen wie Ezra Pound oder Heimito von Doderer.

9. Catull in der deutschsprachigen Lyrik der Gegenwart: Eine Analyse von Gedichten zeitgenössischer Lyriker wie Jürgen Theobaldy und Karl Krolow.

10. Schwerpunkt: Catull c.4 – Vergil (?) Catal. 10 und die weitere Rezeption: Eine detaillierte Untersuchung des catullischen Phaselusgedichts im Vergleich zu seiner Parodie im Catalepton.

11. Schluss: Ein Fazit zur anhaltenden Faszination an Catulls Werk als zeitloses Vorbild.

Schlüsselwörter

Catull, Rezeption, Wirkungsgeschichte, Neoteriker, Intertextualität, Renaissance, Humanismus, Lateinische Literatur, Lesbiagedichte, Parodie, Catalepton, Vergil, Ovid, Lyrik, Literaturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Wirkungsgeschichte des römischen Dichters Catull und untersucht, wie sein Werk durch verschiedene Epochen hindurch von nachfolgenden Dichtern rezipiert, transformiert und interpretiert wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit analysiert insbesondere die literarische Nachwirkung in den verschiedenen europäischen Ländern, die Entwicklung spezifischer Rezeptionsmuster (wie die Kusstradition) und den Einfluss Catulls auf die Gestaltung eigener Dichtungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, einen Überblick über die literarische Nachwirkung Catulls zu geben und zu ergründen, welche spezifische Faszination vom Werk ausgeht, die Autoren über Jahrtausende hinweg zur Auseinandersetzung inspiriert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturgeschichtliche und komparatistische Analyse, indem sie intertextuelle Bezüge, motivische Anleihen und stilistische Übereinstimmungen zwischen Catulls Werk und den Texten der Rezipienten untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von der antiken Rezeption bis zur Moderne und enthält zudem einen inhaltlichen Schwerpunkt, der die Intertextualität anhand der Parodie von Catull c.4 im Catalepton detailliert darlegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Catull, Rezeption, Intertextualität, Neoteriker und Wirkungsgeschichte definiert.

Welche Rolle spielt die "Kusstradition" in der Rezeption?

Die Kusstradition wird als ein zentrales Phänomen ab dem 15. Jahrhundert beschrieben, bei dem Catulls Kussgedichte zur Vorlage für eine europäische "Kussepidemie" wurden, die zahlreiche Nachahmungen hervorbrachte.

Wie bewertet die Arbeit die moderne Lyrik-Rezeption?

Anhand von Beispielen zeitgenössischer Dichter wie Jürgen Theobaldy wird aufgezeigt, dass die Rezeption heute oft die Vergänglichkeit des Autors thematisiert und gleichzeitig die Unsterblichkeit der Dichtung als schützende Form hervorhebt.

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Details

Titel
Die Rezeption Catulls in der Literatur
Hochschule
Universität Osnabrück  (Fachbereich Sprachwissenschaften)
Veranstaltung
Hauptseminar Catull
Note
sehr gut
Autor
Andreas Gohmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
31
Katalognummer
V2474
ISBN (eBook)
9783638115049
ISBN (Buch)
9783656741855
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rezeption Catulls Literatur Hauptseminar Catull
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Gohmann (Autor:in), 2001, Die Rezeption Catulls in der Literatur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2474
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Leseprobe aus  31  Seiten
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