Diese Arbeit soll zeigen, wie sich ein politischer Vorgang, mit Hilfe des von Prof. Gotthard Breit entwickelten Zeitungsmodells für den Politikunterricht, schülergerecht aufschlüsseln lässt.
Zur Grundlage dienen hier 3 Zeitungsartikel, die die Wahl des Bundespräsidenten thematisieren. Dabei wird der Politikbegriff mehrdimensional definiert (polity, policy politics).
Der Schwerpunkt bei der Betrachtung liegt ausdrücklich auf der Prozessebene (politics). Wobei dem Inhalt und der Form ausreichend Beachtung geschenkt wird.
Die Arbeit beginnt mit einer kurzen Erklärung des Amtes des Bundespräsidenten und dessen Wahl in der Bundesversammlung.
Dann folgt die Analyse, die zuerst kurz erklärt und folgend in einer Zusammenfassung dargelegt wird. Die Analyse ist nach den beteiligten Akteuren gegliedert und wird im Anschluss in einer tabellarischen Übersicht zusammengefasst. Zum Schluss folgen Anmerkungen für die Realisation des vorgestellten Modells in der Unterrichtspraxis und einige kurze Schlussbemerkungen zur Arbeit. Der letzte Punkt umfasst eine kleine Auswahlbibliographie, die helfen soll das Thema auch einem Laien zugänglich zu machen. Im Anhang findet sich das Material.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Bundespräsident - Amt und Wahl
3. Einführung Analyse
3.1 Vorgehensweise
3.2 Kategorien und Schlüsselfragen
4. Analyse
4.1 Kurzinhalt
4.2 Die CDU/CSU - Akteure, Interessen
4.3 Die FDP –Akteure, Interessen
4.4 Die Regierung – Akteure, Interessen
4.5 Tabellarische Zusammenfassung
5. Überlegungen zur Unterrichtsgestaltung
6. Schlussbemerkungen
7. Literatur
8. Auswahlbibliographie
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Nominierungsprozess zur Wahl des Bundespräsidenten im Jahr 2004 unter Anwendung des politikdidaktischen Zeitungsmodells von Prof. Gotthard Breit. Dabei liegt der Fokus auf der Untersuchung machtpolitischer Interessenkonflikte zwischen den beteiligten Akteuren sowie der didaktischen Aufbereitung dieser Prozesse für den Politikunterricht.
- Anwendung des politikdidaktischen Zeitungsmodells
- Analyse machtpolitischer Interessen von CDU/CSU, FDP und SPD
- Methodik der schülergerechten Aufarbeitung politischer Prozesse
- Funktionsweise des Amtes des Bundespräsidenten und der Bundesversammlung
Auszug aus dem Buch
4.2 Die CDU/CSU - Akteure, Interessen
Für Angela Merkel ist die Wahl des Bundespräsidenten vor allem eine „strategische Entscheidung“ (M3). Wolfgang Schäuble als „ihren Kandidaten“ konnte sie gegenüber der FDP nicht durchsetzen. Möglich ist, dass Merkel ihn auch gar nicht durchsetzen wollte. Es sieht nun wieder so aus, dass sich die CDU der FDP beugen musste um einen Kompromiss zu erzielen.
Auch Roland Koch und Friedrich Merz äußern nun „Kritik an dem Nominierungsverfahren. Ihrer Meinung nach hätte Schäuble durch ein härteres Auftreten bei der FDP durchgesetzt werden können“ (M3). Allerdings hat Angela Merkel durch ihre Taktik des Nichtfestlegens und Schweigens kein hartes Auftreten gezeigt. Merkel wollte einfach nur einen Kandidaten, der auf jeden Fall in der Bundesversammlung eine Mehrheit hat, um einen Rot-Grünen Kandidaten zu verhindern. Zum einen um ihre Position innerhalb der Union zu festigen, und zum anderen zielt ihr Blick in die Zukunft. 2006 zu den Bundestagswahlen ernennt der am 13. Mai 2004 gewählte Bundespräsident den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin und Merkel würde sich selbst gern ernannt sehen (Machterwerb).
Bei den heutigen Sonntagsfragen ist ein Regierungswechsel in 2006 sehr wahrscheinlich und deshalb muss „ein erfahrener, zuverlässiger bürgerlicher Politiker das Verfahren als Bundespräsident in der Hand haben.“(M2). Und dieser ist nach Ansicht der FDP/CDU und CSU Horst Köhler.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das verwendete Zeitungsmodell und den strukturellen Aufbau der Analyse.
2. Der Bundespräsident - Amt und Wahl: In diesem Kapitel werden die verfassungsrechtlichen Grundlagen, die repräsentativen Funktionen und das Wahlverfahren zur Bundesversammlung beschrieben.
3. Einführung Analyse: Hier wird die Vorgehensweise bei der Untersuchung der Zeitungsartikel erläutert und die methodischen Schlüsselfragen definiert.
4. Analyse: Dieses Kernkapitel untersucht den Nominierungsprozess, die Interessen der Akteure (CDU/CSU, FDP, SPD) und fasst diese tabellarisch zusammen.
5. Überlegungen zur Unterrichtsgestaltung: Dieses Kapitel liefert methodisch-didaktische Hinweise zur schülergerechten Vermittlung des Nominierungsprozesses und des Zeitungsmodells.
6. Schlussbemerkungen: Eine Reflexion über den Nutzen der Arbeit als methodischer Fahrplan und die Anpassungsmöglichkeiten für den Unterricht.
Schlüsselwörter
Bundespräsidentenwahl, Zeitungsmodell, Politikdidaktik, Interessenanalyse, Angela Merkel, Guido Westerwelle, Bundesversammlung, Machtpolitik, Nominierungsprozess, politische Prozesse, CDU/CSU, FDP, SPD, Horst Köhler, Unterrichtsgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert mit Hilfe eines politikdidaktischen Zeitungsmodells, wie ein aktueller politischer Nominierungsprozess für den Politikunterricht aufbereitet und schülergerecht aufgeschlüsselt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Untersuchung der Prozessebene (politics) der Bundespräsidentenwahl 2004, der Interessenlagen der beteiligten Parteien und der didaktischen Umsetzung im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die machtpolitischen Interessenkonflikte bei der Kandidatensuche für das Amt des Bundespräsidenten transparent zu machen und Schülern ein Werkzeug zum besseren Verständnis politischer Nachrichten an die Hand zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das von Prof. Gotthard Breit entwickelte Zeitungsmodell für den Politikunterricht angewandt, das politische Schlüsselbegriffe mit spezifischen Untersuchungsfragen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Kurzfassung des Geschehens, eine detaillierte Akteursanalyse (CDU/CSU, FDP, Bundesregierung) sowie eine tabellarische Zusammenfassung der Interessenkonflikte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Bundespräsidentenwahl, Politikdidaktik, Interessenanalyse, Machtpolitik, Zeitungsmodell und politische Partizipation sind zentrale Begriffe der Arbeit.
Warum war der Nominierungsprozess laut Analyse strategisch so bedeutsam?
Der Prozess diente primär der Positionierung für die Bundestagswahl 2006, bei der sich Angela Merkel als Kanzlerkandidatin etablieren wollte und die FDP ihre Koalitionspräferenzen sicherstellen wollte.
Welchen Einfluss hatte die Hamburger Wahl auf das Vorgehen der Akteure?
Die schwere Niederlage der FDP bei der Hamburger Wahl schwächte die Verhandlungsposition von Guido Westerwelle, was den Weg für den Konsenskandidaten Horst Köhler ebnete.
- Arbeit zitieren
- Andre Knigge (Autor:in), 2004, Deutschland sucht den Bundespräsidenten - Die Versteigerung des Amtes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24749