Inhalt
1. Einleitung 2
2. Einführende Beschreibung
2.1. Geschichte 3
2.2. Indianische Urbevölkerung 6
2.3. Wirtschaft heute 6
2.4. Bevölkerung heute 7
3. Sklaverei
3.1. Atlantischer Dreieckshandel 8
3.2. Entwicklung auf Trinidad 9
3.3. Familienstrukturen 11
3.4. Canning-Order 13
4. Ende der Sklaverei 13
5. Indische Zuwanderung
5.1. Arbeitskräftemangel 15
5.2. Rekrutierungspraktiken 16
5.3. Immigrationsgründe 17
5.4. Arbeits- und Lebensbedingungen 18
5.5. Familienstrukturen 19
6. Familien der Immigranten heute
6.1. Zuwanderer afrikanischer Abstammung 20
6.2. Zuwanderer indischer Abstammung 21
6.3. Soziale Mobilität 22
6.4. Das Verhältnis der Zuwanderer untereinander 24
7. Schlussbetrachtung 25
8. Literatur 26
1
1. Einleitung
Mit der Entdeckung Amerikas durch Europa hat sich in der „neuen Welt“ ein bedeutender Umbruch vollzogen. Diese Veränderungen fanden ebenfalls auf den westindischen Inseln statt, die bis ins 20. Jahrhundert von großer Bedeutung für die europäischen Kolonialstaaten waren.
Trinidad wurde durch seine Kolonialherren erst spät besiedelt und erlebte somit im Verhältnis zur restlichen Karibik eine, in vielerlei Hinsicht, andere Entwicklung. Die vorliegende Arbeit gibt Auskunft über diesen Sonderweg und untersucht die Politik der jeweiligen Herrscher in ihren Auswirkungen für die Menschen und die Besiedlung der Insel. Weiter wird der Frage nachgegangen, wie es zu dem Engagement von Europäern in diesen fernen Ländern kam und welchen Nutzen sie zogen.
Bei der Untersuchung der Immigrationshistorie und der Fragestellung, welche Auswirkungen die Umsiedlung und die Bedingungen in der neuen Heimat auf die heutige Bevölkerung hat, beschränke ich mich auf die beiden größten ethnischen Gruppen. Auf die Thematik der Regierungspolitik sowie auf das Bildungssystem gehe ich aufgrund der Komplexität nur kurz ein.
Für Großbritannien wurden Daten meist für Inselgruppen erhoben. Dies macht eine heutige Betrachtung und Interpretation der vergangenen Geschehnisse auf Trinidad schwierig. Als Staat der dritten Welt hat Trinidad und Tobago nur beschränkte Finanzmittel. In Europa selbstverständliche Untersuchungen sind auf der Inselrepublik nur eingeschränkt oder gar nicht vorhanden.
2
2. Einführende Beschreibung
2.1. Geschichte
Christopher Columbus entdeckte Trinidad 1498 für Europa. Es dauerte bis 1592, bis die Spanier mit dem heutigen St. Joseph eine permanente Niederlassung gründeten. Ein Ausbau der Insel über kleinere Siedlungen hinaus erfolgte nicht. Während die britischen, holländischen und französischen Besitzungen der westindischen Inseln Hauptproduzenten und Exporteure von karibischen Rohstoffen wurden, beschränkten sich die Exporte Trinidads auf geringe Mengen von Tabak und Kakao. Dieser Zustand hielt nahezu zweihundert Jahre an. 1
Unter dem Einfluss der französisch-spanischen Allianz kam Spanien zu der Erkenntnis, das Trinidad, welche zu der unterentwickeltsten Kolonie des Landes zählte, dringend einer Entwicklung bedurfte. Trinidad sollte wie die anderen westindischen Inseln in eine profitable Sklavenkolonie verwandelt werden. Mangels spanischen Kapitals erfolgte ab 1777 die Besiedlung durch vornehmlich französische Siedler. Die neuen Bewohner, die oftmals kamen, um den Wirren der französischen Revolution zu e ntgehen, brachten neben ihrem Wissen und dem Kapital auch Sklaven und Zuckerrohr mit auf die Insel. 1793 hatte sich der Zuckerrohranbau eine Dominanz erobert, die sich bis heute hält. Bereits 1798 war die Gesamtbevölkerung von ca. 2.000 auf über 18.000 angewachsen.
Nach dem Spanisch-Britischen-Krieg wurde Trinidad nach der Besetzung 1797 mit dem Vertrag von Amiens 1802 britisch. Großbritannien verfügte mit Trinidad über eine Kolonie mit spanischem Verwaltungssystem, deren Bewohner überwiegend französisch Sprachen und die Verwaltung und die Gremien für Rechtsfragen dominierten. Nach der Machtübernahme wurde das spanische Rechtssystem beibehalten und die Zeitungen erschienen weiterhin auch in französisch. 2
1 vgl.: Brereton Bridget: A History of Modern Trinidad 1783-1962. Port of Spain, Trinidad, W.I., Heinemann
Educational Books, 1981, S. 1ff.
2 vgl.: Löber, Hanns-Georg: Persönlichkeit und Kultur auf Trinidad - Ein Vergleich zwischen Afrikanern und
Indern. Saarbrücken, SSIP-Schriften, Heft 29, 1976, S. 7f.
3
Die Insel wurde unter den Briten weiter erschlossen und der Handel expandierte. Der wachsende Bedarf an Arbeitskräften, vor allem auf den Zuckerrohrplantagen, wurde durch afrikanische Sklaven gedeckt, welche die stärkste ethnische Gruppe bildeten.
Mit der Abschaffung der Sklaverei 1838 brach der wirtschaftlich bedeutendste Zweig der Insel zusammen. Die ehemaligen Sklaven verrichteten keine Arbeit mehr auf den landwirtschaftlichen Plantagen, die für sie die Verkörperung ihrer Unterdrückung darstellten. 3
Trinidad wurde das Ziel von Einwanderungen aus verschiedenen Nationen, jedoch wurde das Problem des Mangels an geeigneten Arbeitskräften für die schwere körperliche Arbeit in den Tropen, erst ab 1846 mit dem Beginn der indischen Immigration behoben. Die Zuzüge aus Indien endeten 1917 und stellten die letzte bedeutungsvolle Umschichtung in der Bevölkerungsstruktur dar. 4
Die Krise in der Zuckerindustrie als Folge der weltweiten Überproduktion am Beginn des 20. Jahrhunderts konnte durch die Erschließung von Ölquellen kompensiert werden. Die Förderung wurde 1 857, mit der weltweit ersten Ausbeutung einer Ölquelle, aufgenommen und steigerte sich bis zum II. Weltkrieg auf die Deckung von etwa 60 Prozent des im brit. Empire geförderten Erdöls. 5
Mit dem Eintritt Großbritanniens in den II. Weltkrieg kam Trinidad durch seine Erdölproduktion und geographische Lage eine bedeutende Rolle zu. Die Insel wurde US-Militärstützpunkt und zum Ausgangspunkt für Tankerkonvois des karibischen Öls nach Europa und Nordafrika. Der Golf von Paria wurde von der US-Marine für abschließende Übungen genutzt, bevor sie über den Panama-Kanal in den Pazifik fuhren. Ebenso war Trinidads US-Niederlassung letzter Zwischenstop für Schiffe und Flugzeuge aus Südamerika, bevor sie die USA und Europa ansteuerten. Der
3 ebd.: S. 48.
4 ebd.: S. 9.
5 vgl.: Nuscheler, Franz und Schultze, Rainer-Olaf: Trinidad und Tobago. In: Nohlen, Dieter und Nuscheler,
Franz (Hrsg.): Handbuch der dritten Welt. Bnd. 3 - Mittelamerika und Karibik. 1. überarbeitete Auflage 1995,
Bonn, Verlag J.H.W. Dietz Nachf., 1995, S. 573.
4
infrastrukturelle Ausbau der Insel in diesen Jahren wurde Grundstock für Trinidad als Drehpunkt des südamerikanischen Kontinents zu Nordamerika und Europa. 6
Nach dem Krieg erhielt Trinidad und Tobago nach mehreren Zwischenstufen ab 1956 weitgehende innere Selbstverwaltung (Reponsible Government), war ab 1958 Mitglied der Westindischen Föderation und erhielt 1962 die Unabhängigkeit. 1976 erklärte sich die Insel zur Republik, verblieb aber im Commonwealth. Durch die reichen Vorkommen an Erdöl, Erdgas und Naturasphalt ist die Insel nicht wie seine Nachbarinseln nur auf Agrarwirtschaft angewiesen. Im Zeichen der Ölkrise 1973 und 1979/80 konnte der Inselstaat seine Einnahmen stark erhöhen und sicherte sich mit diesen Einnahmen die Kapitalmehrheiten u.a. bei den Firmen Shell und BP, verstaatlichte Teile des Agrarsektors und baute staatliche Betriebe der Schwerindustrie. Das BSP stieg in dieser Zeit auf eines der höchsten pro Kopf i.d. Karibik. Es betrug 1982 pro Kopf 6450 US$ und halbierte sich auf 3230 US$ 1989. 7 Mit dem Niedergang des Ölpreises Anfang der 80er Jahre sank das BIP um 11,5 Prozent.
Zur Gewährung von Krediten durch den IWF musste das L and soziale Errungenschaften abbauen und Unternehmen privatisieren. 8
6 vgl.: Brereton Bridget: A History of Modern Trinidad 1783-1962., Port of Spain, Trinidad, W.I., Heinemann
Educational Books, 1981, S. 191 f.
7 vgl.: Nuscheler, Franz und Schultze, Rainer-Olaf: Trinidad und Tobago. In: Nohlen, Dieter und Nuscheler,
Franz (Hrsg.): Handbuch der dritten Welt. Bnd. 3 - Mittelamerika und Karibik. 1. überarbeitete Auflage 1995,
Bonn, Verlag J.H.W. Dietz Nachf., 1995, S. 573 ff.
8 ebd.: S. 568 f.
5
2.2. Indianische Urbevölkerung
Die ursprünglichen Bewohner Trinidads, Gruppen der Arawaks und der Kariben waren um 1840 nahezu völlig ausgestorben. Beide Gruppen betrieben auf der Insel Landwirtschaft, Fischfang und Jagd. Die Arawaks kamen vom Südamerikanischen Kontinent und hatten ein effizientes System der politischen Verwaltung zwischen ihren Dörfern geschaffen. Die Kariben kamen von den nördlicheren Inseln, waren weniger sesshaft und aggressiv gegenüber ihren Nachbarn. Während die Arawaks den hohen Arbeitsanforderungen der Sklavenarbeit und den Krankheiten der Weißen erlagen, vermischte sich die ebenfalls stark dezimierte Zahl der Kariben häufig mit entflohenen afrikanischen Sklaven. 9
Die indianische Bevölkerung wurde 1812 auf 1804 Personen geschätzt, um das Jahr 1821 auf 956 Menschen und 1838 auf 520. 10
2.3. Wirtschaft heute
Die wirtschaftliche Lage der Inselrepublik hat sich stabilisiert. So wuchs im Jahr 2002 der Ölsektor um 4,5%, der Agrarbereich um 11% und die Zuckerproduktion stieg im gleichen Zeitraum um 21%. Die Produktion an Stickstoffdünger stieg um 1% (2002). Zum weltweit größten Methanol Hersteller ist Trinidad und Tobago durch den Ausbau der Kapazitäten und neue Produktionsmethoden aufgestiegen. Die Inflation ist mit 4,7% (2002) die niedrigste in der Region, wie auch die Arbeitslosenquote von 11.00% (2002). 11
9 vgl.: Löber, Hanns-Georg: Persönlichkeit und Kultur auf Trinidad - Ein Vergleich zwischen Afrikanern und
Indern. Saarbrücken , SSIP-Schriften, Heft 29, , 1976, S. 10 f.
10 vgl.: Burnley, W.H.: Opinions on slavery and emancipation in 1823. London, o.V., 1833, S. 86.
11 vgl.: UN: Premilinary Overview of the Economies of Latin America and the Ca ribbean. New York, 2002,
United Nations Publication, S. 102 ff.
6
Arbeit zitieren:
Oliver Bay, 2004, Auswirkungen der kolonialen Siedlungspolitik auf die heutige Bevölkerung Trinidads, W.I., München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Künstliche Ernährung bei Demenz - Eine ethische Fallbetrachtung
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 32 Seiten
Oliver Bay hat den Text Auswirkungen der kolonialen Siedlungspolitik auf die heutige Bevölkerung Trinidads, W.I. veröffentlicht
Oliver Bay hat einen neuen Text hochgeladen
Auswirkungen der demographischen Alterung und der Bevölkerungsschrumpf...
Plenarvorträge der Jahrestagun...
Herwig Birg
Die Bevölkerung in Ost- und Westdeutschland
Demografische, gesellschaftlic...
Rembrandt Scholz, Marc Luy, Insa Cassens
Auswirkungen des technologischen Fortschritts und des Klimaschutzes au...
Analysen mit einem Allgemeinen...
Marcel Zürn
Mensch Natur Kultur - Dem Leben auf der Spur 2. Band 2. Schülerbuch. A...
3/4 Schuljahr. Ich in meiner U...
Mensch Natur Kultur - Dem Leben auf der Spur 2. Band 3. Schülerbuch. A...
3/4 Schuljahr. Kinder, Natur u...
Kommunikation im Spiegel der Unternehmenskultur
Dialogisches Handeln und unter...
Stefanie Schnöring
Die Auswirkungen der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs auf ...
Olaf Scholz, Ulrich Becker
0 Kommentare