Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Warum Teamarbeit? 2
2.1 Team - Definition und Abgrenzung 2
2.2 Toyotismus versus Tayloris mus/Fordismus 4
2.2.1 Die Massenproduktion 4
2.2.2. Die schlanke Produktion 6
2.3 Vorteile der Teamarbeit 7
2.3.1 Vorteile aus der Sicht des Unternehmens 7
2.3.2 Vorteile aus der Sicht der Mitarbeiter 8
3. Warum Teamarbeit häufig misslingt 9
3.1 Die entscheidenden Missverständnisse 9
3.1.1 Teams sind kreativer 9
3.1.2 Team aktiviert alle Mitglieder 10
3.1.3 Teamarbeit ist von Arbeitsbeginn produktiv 10
3.1.4 Team - Ein Allheilmittel 11
3.1.5 Klassische Hierarchie ist mit Teams vereinbar 11
3.2 Andere Misserfolgspotentiale 13
3.2.1 Eine Paradoxie: Einzelkämpfer sind out und doch gefragt 13
3.2.1.1 Der Widerspruch der Unternehmensspitze 13
3.2.1.2 Die Stolpersteine durch das mittlere Management 14
3.2.2 Die Wünsche der Teammitglieder 15
3.2.3 Keine klare Zuständigkeiten 17
3.2.4 Teammitglieder sind Konkurrenten 17
3.2.5 Team und Macht 17
3.2.6 Teamarbeit begünstigt „Mobbing“ 18
4. Zusammenfassung 20
Literaturverzeichnis 22
Erklärung zur Hausarbeit gemäß § 26 Abs. 6 DiplPrüfO 24
III
Abkürzungsverzeichnis
Bd. Band bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise d.h. das heißt evtl. eventuell FTD Financial Times Deutschland H. Heft o. Jg. ohne Jahrgang o.g. oben genannte/r/s o. V. ohne Verfasser S. Seite sog. sogenannte/er/es u.a. und Andere z.B. zum Beispiel
IV
1. Einleitung
Die Popularität der Teamarbeit ist in jüngster Zeit stärker denn je. Teamarbeit ist der meist verwendete Begriff in der Managementlehre und - praxis. Es findet sich heute kaum eine Stellenanzeige, in der von den Bewerbern Teamfähigkeit oder Teamgeist nicht verlangt wird. Z.B. fragt Beiersdorf seine zukünftigen Manager: „Arbeiten Sie gern im Team?“, der Hamburger Zigarettenhersteller bietet Mitarbeit in „Reemtsma Teams“ an, Opel preist sich an mit dem Spruch „Für Sie können wir das Team sein, in dem Beruf und Zukunft Spaß machen“. 1
Seit der weltberühmte Managementexperte Peter F. Drucker den Führungskräften vor 25 Jahren empfohlen hat, mehr Aufmerksamkeit der Teamarbeit zu w idmen, steigt, vor allem seit den neunziger Jahren, jährlich der Anteil der Unternehmen, die Gruppen- und/oder Teamarbeit einführen oder bereits eingeführt haben.
Teamarbeit wird vorwiegend positiv besetzt: sie gilt als gut, effizient, kreativ und erfolgreich. Nur vereinzelt kann man auch kritische Stimmen zu dem Thema vernehmen. Obwohl die oberen Führungskräfte von den Vorteilen der Gruppen- bzw. Teamarbeit als Arbeitsorganisationsform überzeugt sind, sind sie mit den erzielten Ergebnissen der Reorganisation oft nicht zufrieden, oder sogar enttäuscht. Was ist also der Grund für diese negativen Erfahrungen, wo doch diese Arbeitsform so viel Vorteile bringt?
Der Grund dafür liegt in der Unter- bzw. Fehleinschätzung der zu erfüllenden Anforderungen einer erfolgreichen Teamarbeit durch die Führungskräfte. D.h. die Führungskräfte widmen nicht ausreichend Aufmerksamkeit den mit der Teamarbeit verbundenen Misserfolgspotentialen.
Deshalb ist das Ziel und Schwerpunkt dieser Hausarbeit, die kritischen Faktoren zu identifizieren und darzustellen, die in hohem Maße über Erfolg oder Misserfolg der einzuführenden bzw. eingeführten Teamarbeit entscheiden. Diese Faktoren müssen in den Entscheidungsprozess über die Ein- bzw. Nichteinführung der Teamarbeit miteinbezogen werden.
Bevor jedoch auf den Schwerpunkt der Hausarbeit eingegangen wird, soll im Vorfeld der Begriff der Teamarbeit definiert und abgegrenzt werden. Damit verbunden sollen knapp die historischen Hintergründe der Entwicklung der Teamarbeit aufgezeigt und anschließend die Ziele der Teamarbeit dargestellt werden.
1 Vgl. Gloger, Axel: Knock-out für Teamarbeit, in: managerSeminare, o.Jg. 2000, Heft 41, S. 25-33, hier: S. 25.
1
2. Warum Teamarbeit?
2.1 Team - Definition und Abgrenzung
Die Begriffe „Team 2 “, „Teamgeist“, „Teamfähigkeit“ werden heute ohne jede weitere Erläuterung verwendet; d.h. es wird implizit unterstellt, jedermann weiß genau was damit gemeint ist. Zugleich existieren aber unterschiedliche Vorstellungen von dem, was sich hinter dem Begriff „Teamarbeit“ verbirgt. Jemand denkt dabei nur an harmonievolle Kuschelecke, ein Anderer an eigenverantwortliche, selbstbestimmende und enge Zusammenarbeit. Der Managementberater Reinhard K. Sprenger 3 beschwert sich, dass: „ das Wort ein dahingesagtes, inhaltloses Buzzwort geworden [ist]“. Aber was wird nun eigentlich unter „Team“ oder „Teamfähigkeit“ verstanden? Und welcher Unterschied besteht überhaupt zwischen einer Gruppe und einem Team?
Forster 4 definiert ein Team als eine formelle Arbeitsgruppe, die folgende besondere Merkmale aufweist: „kleine, funktionsgegliederte Arbeitsgruppe, gemeinsame Zielsetzung, relativ intensive wechselseitige Beziehungen, spezifische Arbeitsform (teamwork), ausgeprägter Gemeinschaftsgeist (teamspirit), relativ starke Gruppenkohäsion. 5 “
Kurz gesagt: „Ein Team ist eine eigenverantwortlich handelnde, autonom arbeitende, durch ein gemeinsames Ziel auf Zeit gelenkte Gruppe von Fachleuten, die sich zu Erreichung ihres Zieles zusammenfinden.“ 6
Der zentrale Unterschied zwischen einer Gruppe und einem Team besteht darin, dass ein Team normalerweise die Idealform einer effizienten Gruppe darstellt. Aus dem zentralen U nterschied lassen sich folgende Unterschiedsmerkmale zwischen Gruppe und Team ableiten:
• Aufgabenorientierung: Im Idealfall weisen Teams eine starke Aufgabenorientierung auf; i n- Ziele und interpersonelle Konflikte werden zugunsten von T eamzielen zurückgestellt.
• Zielbezug der Mitglieder: Dieser Unterschied lässt sich aus der Aufgabenorientierung ablei- In Teams ist das gemeinsam angestrebte Ziel für alle Teammitglieder von extrem hohem
2 Der Begriff „Team“ ist eine englische Ableitung des mittelhochdeutschen Wortes „zoum“, was soviel wie Zaumzeug hieß. Der Begriff wurde
für die Bezeichnung eines Gespanns von Zugtieren eingesetzt, das „team of oxen“. Vgl. Littmann, Peter; Jansen, Stephan A.: Oszillodox: Virtua- - die permanente Neuerfindung der Organisation, Klett -Cotta Verlag, Stuttgart 2000, S. 225.
3 Lotter, Wolf: Du und das Team, http://www.brandeins.de/magazin/archiv/2002/ausgabe_01/schwerpunkt/artikel1.html, (21.08.2002).
4 Forster, J.: Teams und Teamarbeit in der Unternehmung, Bern/Stuttgart/Zürich 1978, S. 17.
5 Unter Gruppenkohäsion wird die „... Stärke des Zusammengehörigkeitsgefühls der Gruppenmitglieder...“ verstanden. Gebert, D. (Hrsg.), 3.
überarb. und erw. Aufl., Organisationspsychologie, Stuttgart, Berlin, Köln, 1992, S. 123.
6 Lotter, Wolf: Du und das Team, a.a.O.
2
Wert, während in Gruppen durchaus andere Ziele im Vordergrund stehen können und auch berücksichtigt werden.
• Zusammengehörigkeitsgefühl (Kohäsion): Teams sind durch eine sehr hohe Kohäsion cha- Je höher die Kohäsion, desto größer ist das Ausmaß an Vertrauen, was die Kooperation begünstigt.
• funktionalen Interdependenz: Während Teammitglieder wechselseitig aufeinander angewie- sind und ein Team daher einer funktionsgerechten Strukturierung bedarf, sind Gruppenmitglieder im Aufgabenvollzug lediglich lose aneinander gekoppelt. D.h. für ein Team i st die Integration einzelner Individuen mit ihren spezifischen Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in die übergeordnete „Teameinheit“ entscheidend. 7
• Zeitraum: ein Team besteht nur solange, bis seine Aufgabe/Problemstellung gelöst ist. Dage- werden Gruppen auf Dauer eingerichtet.
An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass in der Praxis die Etikettierung „Gruppe“ oder „Team“ jeweils durch die Beteiligten selbst erfolgt. Häufig verdienen die so benannten Gruppierungen den Namen nicht. Entsprechend der o.g. Definition stimmt in einem Team alles: die Teammitglieder verstehen sich „blind“, fällt ein Teammitglied aus, dann springt ungefragt ein anderes Teammitglied ein, das Team organisiert und motiviert sich selbst, die Teammitglieder sind vom Teamgeist beseelt, das eigene Interesse tritt hinter das Gesamtinteresse zurück, Probleme werden gemeinsam und kooperativ gelöst. Angesichts dieser Wunschvorstellungen ist es nicht verwun-
derlich, dass die Wirklichkeit diesen nicht nachkommt. 8
Insgesamt scheint der zeitgemäße Teambegriff den Gruppenbegriff zu verdrängen und - mehr noch - ihn abzuwerten. Diese Entwicklung kann vielleicht damit erklärt werden, dass ein Team, neben hoher Motivation und Begeisterung und hohem Commitment der Organisation gegenüber auch eher mit sportlicher, jugendlicher Dynamik assoziiert wird. 9 Und wem möchte man es verdenken, im Zeitalter der gesellschaftlichen Fokussierung auf das Lebensmotto „Jung forever“, sich jugendlich und dynamisch geben zu wollen?
7 Vgl. Beisheim, Margaret; Frech, Monika: Teamarbeit und Teamentwicklung in Organisationen, in: von Eckardstein, Dudo (Hrsg.), Manage- Theorien - Führung - Veränderung, Schäffer - Poeschel Verlag, Stuttgart 1999, S. 285-319, hier: S. 289.
8 Vgl. Martin, Albert; Purwin, Jeanette: Sozial Fähigkeiten in der Gruppenarbeit. Empirische Ergebnisse und Konzipierung eines Messinstru- Schriften aus dem Institut für Mittelstandsforschung der Universität Lüneburg, Lüneburg 1999, H. 8, S. 1-2.
9 Vgl. Beisheim, Margaret; Frech, Monika, a.a.O., S. 291.
3
Arbeit zitieren:
Diplom-Kauffrau (FH) Viktoria Laukart, 2002, Identifikation und Darstellung der Gründe für das häufige Misslingen der Teamarbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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